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Projektive Varietät

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

In der klassischen algebraischen Geometrie, einem Teilgebiet der Mathematik, ist eine projektive Varietät ein geometrisches Objekt, das durch homogene Polynome beschrieben werden kann.

Definition

Es sei <math>K</math> ein fest gewählter, algebraisch abgeschlossener Körper.

Der <math>n</math>-dimensionale projektive Raum über dem Körper <math>K</math> ist definiert als

<math>P^{n}:=(K^{n+1}\setminus\{(0,\ldots,0)\})/\sim</math>

für die Äquivalenzrelation

<math>(x_0,\ldots,x_n) \sim (y_0,\ldots,y_n) \Leftrightarrow \exists \lambda \in K\setminus\{0\}\colon x_i = \lambda y_i, i=0,\ldots,n</math>.

Die Äquivalenzklasse des Punktes <math>(x_0,\ldots,x_n)</math> wird mit <math>\left[x_0:\ldots:x_n\right]</math> bezeichnet.

Für ein homogenes Polynom <math>f\in K[X_0,\ldots,X_n]</math> und einen Punkt <math>x=[x_0:\ldots:x_n]</math> ist die Bedingung <math>f(x_0,\ldots,x_n)=0</math> unabhängig von den gewählten homogenen Koordinaten von <math>x</math>.

Eine projektive algebraische Menge ist eine Teilmenge des projektiven Raumes, die die Form

<math>\{x\in P^n\mid f_1(x)=\ldots=f_k(x)=0\}</math>

für homogene Polynome <math>f_1,\ldots,f_k</math> in <math>K[X_0,\ldots,X_n]</math> hat.

Eine projektive Varietät ist eine irreduzible projektive algebraische Menge, d. h., die Polynome <math>f_1,\ldots,f_k</math> sollen ein Primideal in <math>K[X_0,\ldots,X_n]</math> erzeugen.

Beispiele

  • <math>P^n\times P^m</math> ist eine projektive Varietät mittels der Segre-Einbettung
<math>P^n \times P^m \to P^{(n+1)(m+1)-1}, (x_i, y_j) \mapsto x_iy_j</math> (in lexikographischer Ordnung).

Invarianten

  • Das Hilbert-Samuel-Polynom des homogenen Koordinatenringes <math>K\left[X_0,\ldots,X_n\right]/I</math>, wenn die projektive Varietät durch das homogene Primideal <math>I</math> definiert ist. Aus dem Hilbert-Samuel-Polynom ergeben sich insbesondere die Dimension, der Grad und das arithmetische Geschlecht der Varietät.
  • Die Picardgruppe (die Gruppe der Isomorphismenklassen von Linienbündeln) und die Jacobi-Varietät (der Kern von <math>deg:Pic(X)\rightarrow \Z</math>).

Weblinks