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Portikus (Ausstellungshalle)

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Datei:Portikus Frankfurt Suedseite.jpg
Portikus auf der Maininsel, Südseite (2006)

Der Portikus ist eine Ausstellungsinstitution für zeitgenössische Kunst in Frankfurt am Main und gilt durch sein international renommiertes Programm als eins der wichtigsten Häuser für zeitgenössische Kunst. Er wurde 1987 in einem Containerraum hinter dem klassizistischen Säulenfrontispiz der Alten Stadtbibliothek eröffnet und befindet sich seit 2006 auf der Maininsel an der Alten Brücke. Neben aktuellen Arbeiten von international bekannten Künstlern werden auch zunehmend Positionen junger Künstler gezeigt. Der Portikus ist seit seiner Gründung im Jahre 1987 wesentlicher Bestandteil der Städelschule und trägt zur Bereicherung des Lehrplans und der internationalen Reputation der Schule bei. Von Oktober 2014 bis Ende 2017 war Fabian Schöneich Kurator des Portikus, ihm folgte Christina Lehnert, die zuletzt den Braunschweiger Kunstverein leitete.<ref>Christina Lehnert wird neue Kuratorin des Portikus, monopol-magazin.de, 9. Januar 2018.</ref><ref>Christina Lehnert wird neue Kuratorin des Portikus | Monopol – Magazin für Kunst und Leben. 9. Januar 2018, abgerufen am 22. März 2019.</ref> 2022 haben Liberty Adrien und Carina Bukuts die Leitung übernommen.<ref>monopol. Magazin für Kunst und Leben vom 7. Juli 2022: Neue Personalien: Alles fließt in der Kunststadt Frankfurt, von Silke Hohmann, abgerufen am 7. Juli 2022</ref> Seit Juni 2025 ist Carina Bukuts alleinige Kuratorin des Portikus.

Geschichte

Der Portikus erhielt seinen Namen nach der Säulenvorhalle der klassizistischen Stadtbibliothek, die im Zweiten Weltkrieg bei den Luftangriffen auf Frankfurt am Main im März 1944 durch Fliegerbomben weitgehend zerstört wurde. Lediglich ihre Portikus mit ihrem von sechs korinthischen Säulen getragenen Giebel blieb stehen. Die Ruine wurde 1958 baulich gesichert und als Mahnmal unter Denkmalschutz gestellt.

1987 wurde Kasper König zum Rektor der Städelschule berufen. Seine Bedingung war unter anderen, über eine unabhängige Ausstellungshalle verfügen zu können. Nach nur viermonatiger Bauzeit wurde die von den Architekten Marie-Theres Deutsch und Klaus Dreißigacker geplante Halle in Containerbauweise hinter der Portikus auf den Überresten der Stadtbibliothek errichtet.

Das Gebäude spielte durch eine Ummantelung mit hellgrau gestrichenen Falzblechen auf eine anonyme Industriehalle an, vermied aber innen und außen jeden Eindruck von Improvisiertheit. Der fensterlose Innenraum mit einer Grundfläche von acht mal sechzehn Metern, einer Höhe von fünf Metern und einer gerasterten Decke mit Oberlicht galt als ein kompromiss- und schnörkelloser „White Cube“.<ref>Der Baumeister: Zeitschrift für Architektur, Planung, Umwelt, Band 103, 2006, S. 16.</ref> Links und rechts des Hauptgebäudes waren Funktionsräume aus gestapelten Schiffscontainern angeschlossen. Die Kunsthalle Portikus wurde zur Buchmesse im Oktober 1987 eingeweiht, die erste Ausstellung galt dem Schweizer Künstler Dieter Roth.

2000 wurde Daniel Birnbaum als Rektor der Städelschule auch Leiter der Ausstellungshalle. 2003 beschloss die Stadt, die Alte Stadtbibliothek zu rekonstruieren, um dort das Literaturhaus Frankfurt unterzubringen. Für die Ausstellungsinstitution Portikus wurde als neues Domizil ein von dem Frankfurter Architekten Christoph Mäckler geplanter und von der Stiftung Giersch finanzierter Neubau auf der Maininsel bestimmt. Während der Bauphase ab Sommer 2003 zog die Ausstellungshalle vorübergehend in das Leinwandhaus. Das Erdgeschoss des gotischen Baus in der Frankfurter Altstadt wurde durch Tobias Rehberger mit Kisten- und Plattformelementen modifiziert. Durch sein Raumkonzept konnten Ausstellungsraum, Büro, Buchladen und Lagerräume auf einer Ebene realisiert werden.

Datei:Portikus Frankfurt.jpg
Portikus (2006)

Neues Gebäude

Am 5. Mai 2006 zog die Ausstellungshalle in das inzwischen fertiggestellte Gebäude auf der Maininsel. Bereits im April wurde eine von Ólafur Elíasson entworfene Lichtinstallation unter dem Glasdach eingerichtet, die durch die nördliche, verglaste Dachseite nach Einbruch der Dämmerung sichtbar wird.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />portikus.de (Memento vom 21. Juli 2016 im Internet Archive)</ref> In den folgenden beiden Jahren wurden 12 Lichtinstallationen gezeigt. Der Innenraum wurde erstmals ab 5. Mai 2006 mit einer Ausstellung der slowenischen Künstlerin Marjetica Potrc und des argentinischen Künstlers Tomas Saraceno bespielt.

Datei:Olafur Eliasson Light Lab at Portikus 1.jpg
Lichtinstallation von Ólafur Elíasson, Portikus, Frankfurt am Main

Ausgewählte Ausstellungen

Ausstellungshalle Portikus, Schöne Aussicht:

Ausstellungen im Leinwandhaus:

Ausstellungen im Portikus, Maininsel:

Leitung

Ehemalige Direktoren:

Ehemalige Kuratoren:

  • Ulrich Wilmes (1988–1991)
  • Martin Hentschel (1991–1993)
  • Brigitte Kölle (1994–1997)
  • Angelika Nollert (1998–2000)
  • Jochen Volz (2001–2004)
  • Nikola Dietrich (2004–2007)
  • Melanie Ohnemus (2007–2010)
  • Sophie von Olfers (2010–2014)
  • Fabian Schöneich (2014–2018)
  • Christina Lehnert (2018–2022)
  • Liberty Adrien (2022–2025, Juni)

Literatur

  • Dankwart Guratzsch: Manifest gegen die modernistische Bigotterie. In: Die Welt. 18. April 2006 (online [abgerufen am 26. Juli 2016]).
  • Brigitte Kölle: Portikus Frankfurt am Main, 1987–1997. Portikus, 1997, ISBN 3-928071-34-3.
  • Christoph Mäckler: Kunsthalle Portikus. Niggli, 2006, ISBN 978-3-7212-0602-9.
  • Rudolf Schmitz: Die Kunstkiste am Main. In: Kunst in Frankfurt 1945 bis heute. (Hrsg. Rolf Lauter) Societät, Frankfurt am Main, 1995, ISBN 3-7973-0581-8, S. 354 ff.
  • Chris van Uffelen: Museumsarchitektur. Ullman, Potsdam 2010, ISBN 978-3-8331-6058-5, S. 244–247.

Galerie

Weblinks

Commons: Neuer Portikus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 50° 6′ 29″ N, 8° 41′ 15″ O

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