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Pinega (Archangelsk)

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Vorlage:Infobox Ort in Russland

Pinega (Vorlage:RuS) ist eine Siedlung in Nordwestrussland. Der Ort gehört zur Oblast Archangelsk und hat Vorlage:EWZ Einwohner (Stand Vorlage:EWD).<ref name="einwohner_aktuell" /> Er befindet sich im gleichnamigen Rajon Pinega.

Geographie

Pinega befindet sich etwa 140 km östlich der Oblasthauptstadt Archangelsk und 92 km nordwestlich des administrativen Rajonzentrums Karpogory. Die Siedlung liegt rechtsseitig des namensgebenden Flusses Pinega, rund 110 km oberhalb deren Mündung in den Unterlauf der Nördlichen Dwina. Nördlich der Siedlung verbindet der sechs Kilometer lange Kuloikanal die Pinega mit dem nördlich verlaufenden Fluss Kuloi, der bis zu dieser Stelle Sotka genannt wird.

Pinega ist Verwaltungszentrum der selskoje posselenije Pineschskoje (Vorlage:Lang). Die 4643 Einwohner (Stand 2010)<ref>Vorlage:Webarchiv arhangelskstat.ru; abgerufen am 21. August 2011</ref> zählende Gemeinde umfasst neben Pinega die Siedlungen Golubino, Krasnaja Gorka, Krasny Bor, Kriwyje Osera, Taiga und Cholm sowie 24 weitere Dörfer.<ref>Vorlage:Webarchiv russisch; abgerufen am 17. Oktober 2016</ref><ref>Vorlage:Webarchiv Offizielle Webpräsenz der Oblast Archangelsk; abgerufen am 21. August 2011</ref>

Geschichte

Pinega wurde erstmals 1137 in einem Statut des nowgoroder Fürsten Swjatoslaw Olgowitsch als Pogost Pinega erwähnt. Den Hauptteil der Bevölkerung bildeten ab dem 16. Jahrhundert freie Bauern, sogenannte „schwarzen Bauern“ (Vorlage:Lang), welche ihre Steuern keinem Leibherrn, sondern direkt an den russischen Staat entrichteten.<ref name="pinezhye.ru">Geschichte des Ortes auf der Seite des Rajon Pinega; Abgerufen am 21. August 2011</ref>

Anfang des 17. Jahrhunderts befand sich auf dem Gebiet der heutigen Siedlung der Pogost Pineschski Wolok (Vorlage:Lang).<ref name="Brockhaus und Efron">Пинега, In: Энциклопедический Словарь Ф.А.Брокгауза и И.А.Ефрона, Т. 46: Петропавловский — Поватажное, 1898</ref> Dieser war seit dem Jahr 1616 Teil des Kewrolski ujesd. Mit der Verwaltungsreform durch Katharina der Großen 1780 wurde der Ujesd aufgelöst und das Gebiet wurde Bestandteil der neu gegründeten Statthalterschaft Wologda. An die Stelle des Kewrolski ujesd trat nun der neu gegründete Pineschski ujesd, mit Pinega als Verwaltungszentrum. Im Zuge dieser Verwaltungsreform erhielt der Pogost Pineschski Wolok den Stadtstatus und den heutigen Namen Pinega. 1796 wurde die Stadt Teil des Gouvernements Archangelsk.<ref name="Brockhaus und Efron" /><ref name="rusarchives">Vorlage:Webarchiv guides.rusarchives.ru; abgerufen am 21. August 2011</ref>

Die Bevölkerung Pinegas war im 19. Jahrhundert weiterhin größtenteils in der Landwirtschaft tätig, wobei insbesondere die Viehzucht, der Fischfang sowie die Jagd eine Rolle spielten. Mit dem Bau der ersten Sägewerke im Gouvernement Archangelsk und der wachsenden Nachfrage nach Holz, wurde in der Region die Holzindustrie ansässig. Der Transport des Holzes erfolgte hierbei mit Flößen stromabwärts der Pinega.<ref name="pinezhye.ru" /><ref>Vorlage:Pierer-1857</ref>

Bereits zum Anfang des 18. Jahrhunderts war Pinega ein Exil- und Verbannungsort. So verbrachte Wassili Golizyn, der Geliebte der Zarin Sofia Alexejewna hier seine letzten Lebensjahre. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden unter anderem der Schriftsteller Alexander Serafimowitsch und zu Anfang des 20. Jahrhunderts Kliment Woroschilow sowie Alexei Rykow wegen ihrer revolutionären Tätigkeiten nach Pinega verbannt.<ref name="pinezhye.ru" />

Während der Zeit des Russischen Bürgerkriegs 1918, wurde Pinega im Rahmen der nordrussischen Intervention durch englische, französische sowie amerikanische Truppen der Polar Bear Expedition für kurze Zeit besetzt.

1925 verlor Pinega das Stadtrecht und trug von nun an den Status eines Selo.<ref name="rusarchives" /> Mit der Auflösung des Pineschski ujesd 1927 wurde Pinega zuerst Teil des Archangelski ujesd und 1929, als Zentrum des neu geschaffenen Rajons Pinega, Teil des Nördlichen Krais. 1937 ging der Rajon in den Bestand der neu geschaffenen Oblast Archangelsk ein. In einer weiteren Verwaltungsreform 1959 wurde der Rajon Karpogory dem Rajon Pinega angeschlossen, wobei das Selo Karporogy zum Verwaltungszentrum des Rajons wurde.<ref name="pinezhye.ru" /><ref name="rusarchives" /> Von 1960 bis 1993 hatte Pinega den Status einer Siedlung städtischen Typs.<ref>Города России. Энциклопедия — М.: Большая Российская Энциклопедия. И. Кондратьева. 1994. academic.ru; abgerufen am 21. August 2011</ref>

Seit 1997 ist Pinega Zentrum der selskoje posselenije Pineschskoje.<ref name="pinezhye.ru" />

Bevölkerungsentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen von Pinega.

Jahr Einwohner
1900<ref>Vorlage:Meyers-1905</ref> 1.015
1939 1.988
1970 3.592
1979 4.262
1989 4.401
2002 3.763
2010 3.225

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Sehenswürdigkeiten

Datei:Pinega cave.jpg
Höhle im Pinega-Naturreservat

In Pinega und seiner Umgebung gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten. So erstreckt sich rechtsseitig der Pinega das 1974 geschaffene 51.522 Hektar große Pinega-Naturreservat, das vor allem wegen seiner Karstlandschaft und -höhlen bekannt ist.<ref>Особо охраняемые природные территории России. oopt.info; abgerufen am 21. August 2011</ref><ref>Naturreservat Pinega. pomorland.info; abgerufen am 21. August 2011</ref> Etwa 15 Kilometer von Pinega entfernt liegt das 1603 gegründete Kloster der Heiligen Jungfrau zu Krasnoborsk, in welchem sich das Grab von Wassili Golizyn befindet. Weiterhin befindet sich im historisch erhaltenen Ortsteil (Wolodinsky Kwartal) der Stadt das Heimatmuseum von Pinega.<ref>Sehenswürdigkeiten Pinegas. pomorland.info; abgerufen am 21. August 2011</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Die wichtigsten Wirtschaftszweige des Ortes sind die Holzindustrie, die Lebensmittelindustrie sowie der Tourismus.<ref>Vorlage:GSE</ref>

Pinega besitzt keinen Bahnhof und ist über eine Regionalstraße mit anderen Ortschaften der Oblast verbunden. Der Fluss Pinega ist von Mai bis Oktober schiffbar. Es besteht allerdings kein regelmäßiger Passagierverkehr.

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

<references />

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