Petersburg-Warschauer Eisenbahn
| Petersburg-Warschauer Eisenbahn | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Eisenbahnbrücke über die Memel vor dem Ersten Weltkrieg. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 1333 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | (Sankt Petersburg–Czarna Białostocka) 1520 mm (Hrodna–Warschau) 1435 mm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Petersburg-Warschauer Eisenbahn ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), transkr. Sankt-Petersburgo-Warschawskaja schelesnaja doroga), auch Warschau-Petersburger Eisenbahn, war eine Eisenbahnstrecke, die Sankt Petersburg und Warschau verband. Die Strecke, 1862 als durchgehende Breitspurstrecke (1524 mm) eröffnet, war nach der Zarskoje-Selo-Bahn und der Bahnstrecke Sankt Petersburg–Moskau die dritte in Russland gebaute Bahnstrecke und zugleich die zweite im Königreich Polen.
Strecke
Die Bahnstrecke verband in sehr gerader Streckenführung die damalige Hauptstadt des Russischen Reiches Sankt Petersburg mit den zum Zarenreich gehörenden Städten Pskow, Vilnius, Hrodna, Białystok sowie mit Warschau, der Hauptstadt des in Personalunion mit Russland regierten Königreichs Polen. Die Strecke war 1333 Kilometer (1250 Werst) lang.
Geschichte
Bau und Inbetriebnahme der Strecke
Im Jahr 1851 beschloss die kaiserliche Regierung Russlands den Bau einer Bahnstrecke zwischen Sankt Petersburg, der damaligen Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches, und Warschau, der damaligen Hauptstadt des russisch beherrschten Königreichs Polen. Am 15. Februar 1851 unterzeichnete der russische Kaiser Nikolaus I. ein Dekret zur Durchführung von Vermessungen für den Bau der Bahnstrecke. Am 23. November 1851 unterzeichnete der Kaiser das Dekret zum Bau der Bahnstrecke. Sie galt als strategisch wichtige Strecke und wurde von der kaiserlich-russischen Regierung finanziert.<ref></ref>
Der Bau begann 1852 unter der Leitung des russischen Generalingenieurs Eduard Gerstfeld mit dem polnischen Eisenbahningenieur Stanisław Kierbedź als stellvertretendem Bauleiter.<ref></ref> Im Jahr 1853 wurde das erste 41 Werst (45 Kilometer) lange Teilstück der Eisenbahnstrecke zwischen Sankt Petersburg und der kaiserlichen Residenzstadt Gattschina eröffnet.<ref></ref> Der tägliche planmäßige Zugverkehr auf der Strecke wurde am 31. Oktober 1853 aufgenommen.<ref></ref> Die fertiggestellte Teilstrecke war zweigleisig, die einzige auf der ansonsten eingleisigen Bahnstrecke bis in die 1870er Jahre, als auch andere Abschnitte zweigleisig ausgebaut wurden.
Die weiteren Bauarbeiten mussten wegen des Krimkrieges ab 1853 unterbrochen werden, da der Krieg die Staatskasse leerte.<ref></ref> Als Folge der Niederlage Russlands im Krimkrieg in 1856, die als Folge der Rückständigkeit des russischen Transportsystems angesehen wurde, gab die russische Regierung in Oktober 1856 ihre protektionistische Politik auf und beschloss, ausländisches Kapital für den weiteren Ausbau des Eisenbahnnetzes zu gewinnen.<ref></ref>
Am 26. Januar 1857 wurde die Hauptgesellschaft der Russischen Eisenbahnen (russisch: Главное общество российских железных дорог) hauptsächlich mit französischem Kapital gegründet.<ref></ref> Die Bauarbeiten an der Bahnstrecke Petersburg–Warschau wurden der neuen Gesellschaft übertragen und wieder aufgenommen.<ref></ref> Nachdem die Eisenbahnstrecke an die Hauptgesellschaft der Russischen Eisenbahnen übergegangen war, wurde der Bau vom französischen Ingenieur Édouard Collignon überwacht.<ref></ref>
Im Dezember 1857 wurde der Abschnitt von Gatschina nach Luga eröffnet. 1859 wurde der Abschnitt bis Pskow (Pleskau) eröffnet und am 4. September 1860 erreichte der erste Zug Wilna.<ref name="Randburg">Randburg.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Litauische Eisenbahn ( vom 18. Oktober 2006 im Internet Archive). 10. Februar 2006.</ref> Im Dezember 1862 wurde die gesamte Bahnstrecke in Betrieb genommen. Der Endbahnhof in Warschau (Dworzec Petersburski) war der zweite Bahnhof in Warschau nach dem Bahnhof der Warschau-Wiener Eisenbahn, Dworzec Wiedeński (dt.: Wiener Bahnhof).
Schon 1861 war eine abzweigende Strecke von Kaunas (vom linken Ufer der Memel) zum Bahnhof Wirballen (Станція Вержболо́во/translit.: Stancija Veržbolovo) in Kybartai an der russisch-preußischen Grenze fertiggestellt und dort der erste Übergang zwischen russischem Breitspurnetz und europäischem Normalspurnetz eröffnet worden. Das kurze Verbindungsstück zum Grenzbahnhof Eydtkuhnen (heute russisch Чернышевское/translit.: Černyševskoje) der Preußischen Ostbahn hatte Gleise beider Spurweiten.
Vor dem Ersten Weltkrieg
1895 wurde die Warschau-Petersburger Eisenbahngesellschaft verstaatlicht und 1906 mit der Baltischen Eisenbahn, die die Linie zu den estnischen Hafenstädten an der Ostsee betrieb, und der Pskow-Rigaer Eisenbahn zur Nord-Westlichen Eisenbahngesellschaft (russ. Северо-Западные железные дороги/translit. Severo-zapadnye želesnye dorogi) zusammengelegt.<ref name="OKT">Geschichte der Oktjabrskaja schelesnaja doroga. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Juli 2007; abgerufen am 10. Februar 2007. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Nach dem Ersten Weltkrieg
Während des Ersten Weltkrieges wurden Teile der Eisenbahnanlagen schwer zerstört, unter anderem die Brücke über die Memel bei Hrodna. Der Petersburger Bahnhof in Warschau wurde vom abziehenden russischen Militär 1915 gesprengt.<ref name="WWA1939">Warschau vor 1939: http://www.warszawa1939.pl/index.php?r1=petersburski&r3=0. 10. Februar 2006.</ref>
Nach dem Ersten Weltkrieg, dem Polnisch-Sowjetischen Krieg und den polnisch-litauischen Auseinandersetzungen um Mittellitauen bestand der Zugverkehr nur auf Teilstrecken. Die Strecke von Wilna über Grodno, die nun zu Polen gehörte und in die polnische Hauptstadt führte, war jetzt als Normalspurstrecke in Betrieb. 1927 wurde in Warschau an Stelle des Petersburger Bahnhof ein neues Bahnhofsgebäude und ein Gebäude für die Eisenbahndirektion errichtet. Der Bahnhof wurde nun Wilnaer Bahnhof (Dworzec Wileński) genannt, diesen Namen trägt er auch heute noch.
Situation 2007
Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1990/91 verläuft die Bahnstrecke (teils normalspurig und teils breitspurig) in fünf Ländern (Russland, Lettland, Litauen, Belarus, Polen). Sie überquert dreimal die EU-Außengrenze. Daher verlassen durchgehende Züge von Warschau (Warszawa) nach Wilna (Vilnius) die Strecke in Białystok und erreichen Litauen am Grenzübergang Mockava bei Šeštokai. Züge von Warschau nach Sankt Petersburg machen einen Umweg über Minsk. Zwischen Białystok in Polen und Grodno (Hrodna) in Belarus verkehren jedoch Regionalzüge der PKP.
Der zu Russland gehörende Abschnitt zwischen der lettischen Grenze und Sankt Petersburg untersteht der Regionalgesellschaft der RŽD in Sankt Petersburg (russ. Октябрьская железная дорога, transkr. Oktjabrskaja schelesnaja doroga). In Sankt Petersburg enden die Züge im Witebsker Bahnhof; bis 2001 war Endpunkt der Warschauer Bahnhof. Nach einem Umbau befand sich dort vom 1. August 2001 bis 2007 das Russische Eisenbahnmuseum. Das Bahnhofsgebäude ist seit 2005 ein Einkaufszentrum.
Innerhalb Polens wird die Strecke von Warszawa Centralna bis Białystok im Fernverkehr genutzt. Im Wilnaer Bahnhof in Warschau, der 2000 neu gebaut und mit einem Einkaufszentrum verbunden wurde, enden die Vorortzüge der Koleje Mazowieckie aus Małkinia. In den Jahren 2013–2017 wurde der Abschnitt Zielonka - Sadowne Węgrowskie modernisiert.
Innerhalb Litauens verkehren in Richtung Süden täglich je drei Regionalzüge der LG von Vilnius nach Varėna und Marcinkonys. In Richtung Norden verkehren von Vilnius aus sieben Regionalzüge, davon fünf nach Turmantas und bis zu zwei weitere nach Ignalina.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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