Peter Josef Cramer von Clausbruch
Peter Josef Cramer von Clausbruch<ref group="Anm.">Aufgrund der im 18. Jahrhundert noch nicht vereinheitlichten Rechtschreibung kommt der Familienname auch in den Schreibweisen Cramer von Clauspruch und Cramer von Clauspurg (Janssen-Lohmann) vor.</ref>, mit vollem Namen Peter Josef Franz Xaver Johannes Nepomuk Cramer von Clausbruch (* 17. Dezember 1752 in Bonn; † 11. August 1820 in Köln) war Priester und Präsident des Offizialiats im Erzbistum Köln.<ref>Jahns, S. 139.</ref>
Herkunft
Er stammte aus einer angesehenen Kölner Juristenfamilie. Seine Eltern waren Arnold Heinrich Cramer von Clausbruch (1720–1792) kurkölner Assessor (Richter) am Reichskammergericht und dessen Frau, Anna Gertrud Ursula, geborene Stoll. Deren Vater, Johann Apollonaris Stoll, war ebenfalls Jurist, kurkölnischer Hofrat und Syndikus des Kölner Domstifts.<ref>Jahns, S. 138.</ref> Die Schwester von Peter Josef Cramer von Clausbruch, Josepha Maria Ursula Gertrud Walpurgis (1751–nach 1795), heiratete Heinrich Ludwig Karl von Gebler (1724–1782), ebenfalls Assessor am Reichskammergericht.<ref>Jahns, S. 139.</ref>
Ausbildung und Ämter
Peter Josef Cramer von Clausbruch studierte Rechtswissenschaft und wurde zum Dr. jur. promoviert.
1772 wurde er Kanoniker am Bonner Münster St. Cassius.<ref>Jahns, S. 139.</ref> Die niederen Weihen sowie die Weihe zum Subdiakon erhielt er am 6. April 1776, die Priesterweihe folgte kurz darauf am 16. April 1776. Weiter wurde er Kapitular des Kollegiatstifts St. Georg in Köln. Mitte der 1770er Jahre wurde er geistlicher Assessor (Richter) am Offizialat. 1784 berief ihn Erzbischof Maximilian Friedrich auf die neugeschaffene Stelle eines Geistlichen Geheimen Referendars an den Bonner Hof und in die kurkölnische Zentralverwaltung.<ref>Jahns, S. 139.</ref> Cramer gehörte zu den gemäßigten Aufklärern am Hof. 1792 wechselte er wieder nach Köln: Am 21. September 1792 wurde er in das Kölner Domkapitel berufen, hatte dort die Funktion eines „Priesterherren“ inne, und wurde von Erzbischof Maximilian Franz im September zum Offizial ernannt.<ref>Jahns, S. 139.</ref> Auch das Amt eines Hofgerichtspräsidenten wurde ihm übertragen. In seiner Tätigkeit als Offizial war Cramer vor allem darum bemüht, die ständigen Eingriffe des Nuntius in die Jurisdiktion des Erzbischofs von Köln einzudämmen. So nahm er auch als Berater am Emser Kongress teil, der den Höhepunkt des Nuntiaturstreites bildete. Er war einer der engsten Berater der Erzbischöfe Maximilian Friedrich (1761–1784) und Maximilian Franz (1784–1801).<ref>Jahns, S. 140.</ref>
Beim Einmarsch der Franzosen 1794 in das Kurfürstentum Köln floh er zusammen mit dem Domkapitel und dem Erzbischof ins Exil auf das rechte Rheinufer.<ref>Jahns, S. 139.</ref> Er war der letzte Kölner Offizial des alten Erzbistums Köln.
Nach der Flucht konnte er seine bisherigen Ämter nicht mehr ausüben. Nach dem Tod des Pfarrers von Unkel wurde ihm vom Generalvikariat in Deutz am 6. Juli 1809 die Pfarrei Unkel übertragen<ref>Jahns, S. 139.</ref>, nachdem die Regierung Großherzogtums Hessen<ref group="Anm.">Unkel gehörte damals zum Herzogtum Westfalen, das von 1803 bis 1816 eine Provinz des Großherzogtums war.</ref> ihn am 27. Juni 1809 zu diesem Amt vorgeschlagen hatte. Dort wirkte er bis zu seinem Tod.
Literatur
- Joseph Janssen, Friedrich Wilhelm Lohmann: Der Weltklerus in den Kölner Erzbistums-Protokollen. Ein Necrologium Coloniense 1661–1825. 3. Nachdruck der Ausgabe Köln, 1935/36. Mit einem Vorw. von Reimund Haas. W. Stubenvoll 2009. ISBN 978-3-00-014604-6, S. 255 Nr. 433.
- Eduard Hegel: Das Erzbistum Köln zwischen Barock und Aufklärung vom Pfälzischen Krieg bis zum Ende der französischen Zeit 1688–1814 (= Geschichte des Erzbistums Köln. Bd. 4, in Verbindung mit Wilhelm Janssen, Hansgeorg Molitor und Friedrich Wilhelm Oediger, hrsg. von Eduard Hegel), Köln 1979.
- Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X
- Norbert Schloßmacher: „Alles ist wegen Aufhebung der Klöster und Stifter verstört“. Das Personal der Bonner Stifte und Klöster am Vorabend der Säkularisation. In: Bonner Geschichtsblätter. Herausgegeben vom Bonner Heimat- und Geschichtsverein und dem Stadtarchiv Bonn, Band 53/54. Bonn 2004, S. 203–268.
Anmerkungen
<references group="Anm." />
Einzelnachweise
<references/>
- REDIRECT Vorlage:Personenleiste
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Cramer von Clauspruch, Peter Josef
}} |
| ALTERNATIVNAMEN | Cramer von Clauspruch, Peter Josef Xaver Johannes Nepomuk
}} |
| KURZBESCHREIBUNG | Offizial in Köln
}} |
| GEBURTSDATUM | 17. Dezember 1752
}} |
| GEBURTSORT | Bonn
}} |
| STERBEDATUM | 11. August 1820
}} |
| STERBEORT | Köln
}} |