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Pele (Göttin)

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Datei:Sulfur dioxide emissions from the Halemaumau vent 04-14-08 1.jpg
Pele lebt der Legende nach im Krater Halemaʻumaʻu in der Caldera des Kīlauea

Pele ist in der hawaiischen Mythologie eine Feuer- und Vulkangöttin.<ref>vgl. Martha Beckwith: Hawaiian Mythology. Yale University Press, New Haven 1940: The Pele Myth, The Pele Sisters, Pele Legends, Kamapuaʻa</ref> In der umfangreichen polytheistischen Hierarchie spielt sie eine wichtige Rolle und ist auch im zeitgenössischen Hawaii sehr bekannt. Als Göttin der Vulkane gilt sie als Schöpferin und Zerstörerin.

Namen

Oft wird von Pele respektvoll als "Madame Pele" oder "Tūtū Pele" gesprochen.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Mit ihrem Namen werden auch verschiedene Beinamen verbunden, die auf vulkanische Erscheinungen hinweisen.<ref>Pele. In: Hawaiian Dictionaries.</ref> So wird sie Pele honuamea mit Bezug zur rötlichen Erde<ref>honua. In: Hawaiian Dictionaries.; mea. In: Hawaiian Dictionaries.</ref> genannt oder Kawahineʻaihonua, was mit die Frau, die die Erde verschlingt übersetzt werden kann.<ref>wahine. In: Hawaiian Dictionaries.; ʻai. In: Hawaiian Dictionaries.; honua. In: Hawaiian Dictionaries.</ref>

Legenden

Datei:Kamapua'a collage.jpg
Statue des Kamapuaʻa

Nach der Legende schickte sie ihr Vater von Kahiki (Tahiti) fort, weil sie aufbrausend war und ihre ältere Schwester Namaka (oder Na-maka-o-Kahaʻi),<ref>siehe Namaka (engl.)</ref> die Göttin des Meeres, bekämpfte. In einem Kanu, das sie von ihrem ältesten Bruder Kamohoaliʻi (dem König der Haie) bekam, verließ sie ihre ursprüngliche Heimat und kam nach Hawaiʻi, wo sie auf verschiedenen Inseln mit ihrem magischen Stab pāoa<ref>siehe pāoa. In: Hawaiian Dictionaries.</ref> Vulkane schuf.<ref>W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 6. vgl. How Pele came to Hawaii</ref> Ihre Schwester Na-maka-o-Kahaʻi folgte ihr und bekämpfte sie mit den ihr zur Verfügung stehenden Wasserfluten.<ref>W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 64. vgl. Genealogy of the Pele Family</ref><ref>vgl. auch Namaka o Kahaʻi auf Oʻahu</ref>

An den Hängen des Haleakalā auf Maui kam es zu einem großen Kampf, in dem Pele scheinbar unterlag und von ihrer Familie betrauert wurde. Doch als die siegreiche Na-maka-o-Kahaʻi während ihrer Rückkehr zurückblickte, konnte sie an aufsteigendem Rauch erkennen, dass Pele auf der Insel Hawaiʻi erneut ihr vulkanisches Feuer hervorgebracht hatte, und sie gab den Kampf auf.<ref>W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 11f. vgl. How Pele came to Hawaii</ref>

Pele fand ihren endgültigen Wohnort im Krater Halemaʻumaʻu, der sich innerhalb der Caldera des Kīlauea befindet.<ref>W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 23. vgl. The Hills of Pele</ref> Weitere Legenden beschreiben ihre Liebesaffären und Kämpfe mit Kamapuaʻa, bei denen auch der Koko Crater auf Oʻahu auf besondere Weise entstand,<ref>W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. S. 212. vgl. Legend of Kamapua‘a</ref><ref>W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. vgl. Pele and Kama-Puaa</ref> den Streit mit Poliʻahu, der Schneegöttin des Mauna Kea,<ref>W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes. G.H. Ellis Press: Boston 1916. vgl. Pele and the Snow-Goddess</ref> den Streit mit Hiʻiaka, der Göttin des Hula, um ihren Ex-Geliebten Lohiʻau,<ref>Manfred Miethe: Märchen aus Hawaii, herausgegeben und neu übersetzt von Manfred Miethe, Krummwisch bei Kiel: Königsfurt Verlag, 2007, S. 171–176.</ref><ref>Lohiʻau. In: Hawaiian Dictionaries.</ref> sowie zahlreiche weitere Überlieferungen.

Pele als Namensgeberin

Verschiedene vulkanologische Phänomene wurden nach ihr benannt, wie die Haare von Pele, die Tränen von Pele und der Seetang von Pele (Limu o Pele). Weiters trägt ein großer Vulkan auf dem Mond Io des Planeten Jupiter ihren Namen. Außerdem wurde auch ein Asteroid nach ihr benannt: der Asteroid (2202) Pele.

Die Namensähnlichkeit zum Vulkan Montagne Pelée in der Karibik, welcher oft auch Mont Pelé genannt wird, und von dem sich auch der Begriff der sogenannten peleanischen Eruption ableitet, ist hingegen rein zufällig: Der Name des Vulkans auf Martinique leitet sich ab vom französischen Wort pelé = enthäutet/kahl, steht also nicht im Zusammenhang mit der hawaiischen Vulkangöttin.

Literatur

  • Martha Beckwith: Hawaiian Mythology. Yale University Press, New Haven 1940
  • Hans Nevermann: Götter der Südsee. Die Religion der Polynesier. Stuttgart 1947.
  • Manfred Miethe: Maui errichtet das Himmelsgewölbe. Mythen und Legenden aus dem alten Hawaii. BoD Norderstedt 2021. ISBN 978-3-7534-3880-1

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Pele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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