Kīlauea
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Der Kīlauea ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=de|SCRIPTING=Latn|SERVICE=deutsch}}) ist ein aktiver Schildvulkan auf der zu Hawaii gehörenden Insel Big Island. In der hawaiischen Sprache bedeutet kīlauea „spucken“ oder „viel verbreiten“.<ref>Vorlage:Hawaiian Dictionaries (hawaiisch, englisch)</ref> In der derzeit erstarrten Caldera des Kīlauea eingebettet liegt der Halemaʻumaʻu-Krater, in dessen Boden sich bis zum Mai 2018<ref name="HVO20180712">The lava lake is visible early in the video, with overflows onto the caldera floor on April 23, but the lake vanishes from sight in early May as pressure in the summit magma reservoir decreases. Vorlage:Webarchiv In: usgs.gov, (United States Geological Survey), abgerufen am 31. Oktober 2021. (englisch)</ref> ein aktiver Lavasee befand,<ref>HVO, Webcams. In: usgs.gov, (U. S. Geological Survey), abgerufen am 20. Mai 2024 (englisch).</ref> der sich seit Dezember 2020 wieder neu bildet.
Geographie
Der Kīlauea ist Teil einer Kette von Vulkanen, der Hawaii-Emperor-Kette, welche sich vom Nordwest-Pazifik bis nach Hawaii erstreckt. Während sich der ozeanische Meeresgrund über einen örtlich festliegenden Hot-Spot im Erdmantel bewegte, schuf er in Jahrmillionen diese lange Inselkette, von der heute nur noch wenige Inseln an der Oberfläche zu sehen sind. Die nördlichste ist die Insel Midway.
Auf Big Island befinden sich neben dem Kīlauea noch zwei weitere aktive Vulkane, der Mauna Loa und der Hualālai sowie zwei vermutlich inaktive Vulkane, der Mauna Kea und der Kohala.
Vulkanische Aktivität
Der Kīlauea ist derzeit einer der aktivsten Vulkane der Erde.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Wie bei den meisten Vulkanen, die über Hotspots liegen, sind die Ausbrüche effusiv: Lava quillt aus dem Erdinneren nach oben und fließt in kontinuierlichen Lavaströmen ab.<ref>Vorlage:Webarchiv In: geolinde.musin.de, abgerufen am 31. Oktober 2021.</ref> Obwohl der weit überwiegende Teil der Eruptionen somit keinen explosiven Charakter hat, gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel ereigneten sich vom 11. bis 27. Mai 1924 eine Reihe starker Explosionen im Halemaʻumaʻu-Krater, bei denen tonnenschwere Gesteinsbrocken mehrere Kilometer weit aus dem Krater geschleudert wurden.<ref name="Ausbruch 1924">The 1924 explosions of Kilauea. In: usgs.gov, abgerufen am 31. Oktober 2021. (englisch)</ref> Verursacht wurde das damals durch große Mengen einströmenden Grundwassers, das bei seinem Kontakt mit Magma schlagartig verdampfte. Durch den Dampfdruck wurde das darüber liegende Gestein weggesprengt.
Die überwiegende Zahl der Ausbrüche verläuft jedoch friedlicher, da die Lava hawaiischer Vulkane eine sehr geringe Viskosität besitzt. In der dünnflüssigen Lava können eingeschlossene Gase vor einem Ausbruch leichter entweichen und keinen hohen Druck aufbauen, anders als beispielsweise beim Ausbruch des Mount St. Helens 1980. Die Viskosität von Lava wird von mehreren Faktoren beeinflusst: ihrer Temperatur, der chemischen Zusammensetzung und ihrem Gasgehalt.
Der jüngste Ausbruch des Kīlauea begann am 20. Dezember 2020. Davor gab es eine über dreißigjährige Phase der Aktivität von 1983 bis 2018.<ref>USGS, Hawaiian Volcano Observatory: Kīlauea –– Perhaps the World's Most Active Volcano. In: usgs.gov, abgerufen am 31. Oktober 2021. (archiviert, englisch); 7 months of no lava at Puʻu ʻŌʻō heralds end of an era. (U. S. Geological Survey Hawaiian Volcano Observatory, 31. Januar 2019); Preliminary summary of Kīlauea Volcano’s 2018 lower East Rift Zone eruption and summit collapse. (pdf, 9,8 MB), In: usgs.gov, USGS (englisch)</ref> Diese fand größtenteils nicht im Hauptkrater, sondern vor allem im ca. 15 km davon entfernten Puʻu-ʻŌʻō-Krater statt. Die Lavaströme flossen von dort mitunter bis in den Pazifik, wo die über 1100 Grad Celsius<ref>vgl. die Angaben in Vorlage:Webarchiv In: volcano.oregonstate.edu, (Oregon State University) für basaltische Lava und des Vorlage:Webarchiv In: usgs.gov, (U. S. Geological Survey) abgerufen am 21. Dezember 2020. (englisch) mit etwas höheren Werten; die in verschiedenen Medien häufig auftauchende Angabe von ca. 2000 °C beruht wohl auf einer fehlerhaften Übernahme der 1100 °C entsprechenden Temperatur von 2012 Grad Fahrenheit.</ref> heiße Lava durch das Meerwasser sehr rasch abgekühlt wird. Dabei fließt die Lava nicht die gesamte Strecke oberirdisch, sondern häufig in Lavaröhren.
In der drei bis vier Kilometer großen Caldera des Kīlauea liegt der Schachtkrater des Halemaʻumaʻu, in dessen Boden von 2008 bis 2018<ref name="HVO20180712" /> ein etwa 200 Meter großer aktiver Lavasee zwischen 60 und 150 Meter tief eingesenkt war.<ref>Hawaiian Volcano Observatory: Vorlage:Webarchiv In: usgs.gov, abgerufen am 31. Oktober 2021. (englisch)</ref>
Ab dem 3. Mai 2018 (Ortszeit) bildeten sich im östlichen Grabenbruch, 40 km östlich der Caldera des Kīlauea, im Puna-Distrikt in einem besiedelten Waldgebiet, den sogenannten Leilani Estates<ref>Vorlage:Coordinate Leilani Estates; vgl. auch Leilani Estates mit weiteren Quellenangaben</ref> und später auch Lanipuna Gardens, Spalten, aus denen Lava quoll. Diese Spalteneruptionen wurden von Erdbeben begleitet, von denen das stärkste die Magnitude 6,9 erreichte – die heftigste Erschütterung auf Hawaii seit dem Jahr 1975 (7,1), als 2 Tote zu beklagen waren. Noch am 3. Mai wurden 1700 Personen behördlich aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Weiteren 10.000 Bewohnern des Puna-Distrikts wurde empfohlen, es vorsorglich zu verlassen. Zudem wurde der Notstand ausgerufen.<ref>Stärkste Erschütterung seit 1975. auf orf.at, 5. Mai 2018, abgerufen am 5. Mai 2018. (österreichisches Deutsch)</ref><ref>Kilauea Volcano Erupts. In: usgs.gov, USGS-Website, 4. Mai 2018 ff., abgerufen am 6. Mai 2018. (englisch)</ref> Am 11. Mai 2018 wurde der Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark geschlossen. Im Zusammenhang mit den Erdbeben und dem Vordringen von Magma in der Bruchzone veröffentlichte das Hawaiian Volcano Observatory einige Fakten, nach denen ein befürchteter katastrophaler Abbruch entlang des Hilina-Grabens<ref>Hilina Slump, vgl. Vorlage:Literatur</ref> extrem unwahrscheinlich wäre. Nach mehreren Wochen vulkanischer Aktivität bildete sich, zum Teil nach Explosionen, am 15. und 17. Mai 2018 eine große Aschewolke über dem Halemaʻumaʻu.<ref>Vorlage:Webarchiv; Vorlage:Literatur</ref> Nachdem heißeres Magma aus dem Puʻu ʻŌʻō bis zu den Spalten gelangt war,<ref name="Laze">Vorlage:Internetquelle</ref> bildeten sich Lavaströme, die Richtung Südosten fließend am 19. Mai 2018 nach Überquerung der Küstenstraße Hawaiʻi State Route 137 zwischen Pohoiki und Opihikao den Ozean erreichten.<ref name="Laze" /> Nach Verlagerung der Hauptaktivität auf die Spalte Nr. 8 erreichte am 2. Juni 2018 ein weiterer, zunächst nach Nordosten fließender Lavastrom nochmals die Hawaiʻi State Route 137 an der Kreuzung „Four Corners“ in der schon 1960 durch einen Lavastrom zerstörten und danach verlegten Ortschaft Kapoho und schnitt diese zunächst ab und begrub sie anschließend nahezu komplett, bis der Lavastrom am 4. Juni den Ozean erreichte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Lavamassen füllten außerdem den Green Lake, den größten Süßwassersee der Insel und ließen das Wasser verdampfen. Während des Ausbruchs kam es im Hauptkrater jeweils zu einer anwachsenden seismischen Aktivität, die zu einem nahezu täglichem Einbruch des Kraterbodens und der Ränder des Halemaʻumaʻu führte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der Lavafluss aus der Spalte Nr. 8 korrespondierte dazu. Anfang August ging die Aktivität zurück: Das letzte Absacken des Bodens des Hauptkraters<ref>Thomas Tunsch: Veränderungen in der Kaldera des Kīlauea vom 14. Mai bis 19. Juli 2018. In: planet.com, Planet Labs Inc., abgerufen am 31. Oktober 2021. (englisch)</ref> wurde am 2. August 2018 registriert, die seismische Aktivität dort ging am 4. August zurück<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> und der Lavakanal aus Spalte 8 wurde in deren Nähe am 6. August als leer bezeichnet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Nach 90 Tagen Inaktivität wurde die Eruption von 1983 am 5. Dezember 2018 für beendet erklärt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Ein ab Juli 2019 mit Wasser gefüllter See am Boden des Halemaʻumaʻu-Kraters<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> verdampfte am Beginn des Ausbruchs vom 20. Dezember 2020 bis zum Mai 2021, der einen neuen Lavasee bildete.<ref>Big Island Video News vom 21. Dezember 2020 incl. Civil Defense Message. In: bigislandvideonews.com, abgerufen am 31. Oktober 2021. (englisch)</ref> Auch der Ausbruch vom 29. September<ref>Kilauea erupts at summit crater, creating lava fountains and thick plumes of smoke. In: hawaiinewsnow.com, 30. September 2021, abgerufen am 30. September 2021. (englisch)</ref> bis zum 9. Dezember 2021<ref>Lava supply to the Halemaʻumaʻu lava lake ceased on December 9 and the eruption is currently paused. Vorlage:Webarchiv</ref> ließ erneut einen Lavasee entstehen.
Am 5. Januar 2023 begann ein auf den Halemaʻumaʻu-Krater begrenzter Ausbruch.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Am 23. Dezember 2024 kam es zu einem erneuten Ausbruch, dem dritten in diesem Jahr.<ref>Vulkan Kilauea wieder ausgebrochen</ref> Am 25. Januar 2026 kam es zu einem heftigen Ausbruch mit 500 m hohen Lavafontänen, 12 km hoher Aschesäule und Tephra, die mehrere Kilometer weit weg geschleudert wurden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Galerie
- Vulkan Kīlauea
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Schwefelablagerungen am Rand des Halemaʻumaʻu
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Erkalteter Lavastrom begräbt eine Straße unter sich
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ʻAʻa Lava am Kīlauea
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Aschewolke über dem Halemaʻumaʻu am 15. Mai 2018
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Ozeaneintritt und Waldbrände
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Nachtaufnahme einer Spalteneruption in den Leilani Estates im Mai 2018
Tourismus
Der Kīlauea mit seinen Nebenkratern ist Teil des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks auf Big Island und ist einer der am häufigsten von Touristen besuchten aktiven Vulkane.
Mythologie
In der hawaiischen Religion gilt der Halemaʻumaʻu-Krater in der Caldera des Kīlauea als Sitz der Vulkangöttin Pele.<ref>W. D. Westervelt: Hawaiian Legends of Volcanoes, S. 174. In: sacred-texts.com, abgerufen am 20. Mai 2024. (englisch)</ref>
Siehe auch
Weblinks
Fotos und Videos
- Kilauea, Hawaii – Eine Einführung. In: swisseduc.ch (Schweizer Hochdeutsch, englisch)
- The History of Kilauea. In: storymaps.arcgis.com, 2. März 2021 (englisch)
- Vorlage:Webarchiv In: oregonstate.edu (englisch)
- Ausgewählte Bilder der Puʻu ʻŌʻō-Kūpaianaha-Eruption. auf USGS, U. S. Geological Survey (englisch)
- Bilder des Ausbruchs ab dem 29. September 2021. auf USGS, U. S. Geological Survey (englisch)
Geologisches Kartenmaterial
- Geologisches Kartenmaterial. auf USGS, U. S. Geological Survey (englisch)
Wissenschaftliche Beiträge
- Vorlage:GVP
- Hawaiian Volcano Observatory: Kīlauea –– Perhaps the World's Most Active Volcano. auf USGS, U. S. Geological Survey (englisch)
- Ken Hon, e.a.: Field interpretation of active volcanoes. A handbook for viewing lava, Geology Dept., University of Hilo, Hawaii, 2008. (PDF; 8,3 MB, englisch)
- J. Almendors, e.a: Identifying elements of the plumbing system beneath Kilauea Volcano, Hawaii, from the source locations of very-long-period signals, Geophysical Journal International, Vol. 148, iss. 2, pp. 303–312, Feb. 2002; doi:10.1046/j.1365-246X.2002.01629.x (Wiley, abstract, englisch)
- H. C. Hardee, e.a.: Probing the melt zone of Kilauea Iki Lava Lake, Kilauea Volcano, Hawaii. In: Geophysical Research Letters, Vol. 8, No. 12, P. 1211, 1981; doi:10.1029/GL008i012p01211 (Abstract, englisch)
- Brooks, e.a.: Magmatically triggered slow-slip at Kilauea volcano, Hawaii, Brevia, Science, Vol.321, 2008. auf USGS, U. S. Geological Survey(PDF; 206 kB, englisch)
Reiseberichte
- Ein Besuch bei dem Krater des großen Vulkans von Kirauea von Charles Stewart, im Jahr 1825, aus Wikisource: „Das Ausland (1828)“
Einzelnachweise
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- Seiten, in denen die maximale Größe eingebundener Vorlagen überschritten ist
- Seiten mit defekten Dateilinks
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Mehrdeutigkeitshinweis
- Schildvulkan
- Caldera
- Berg in Australien und Ozeanien
- Berg in Hawaii
- Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark
- Wikipedia:Artikel mit Video
- Vulkan in den Vereinigten Staaten
- Geologie Australiens und Ozeaniens