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Paul Verhoeven (Regisseur, 1901)

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Paul Verhoeven (eigentlich: Paulus Joseph Verhoeven; * 23. Juni 1901 in Unna, Westfalen; † 22. März 1975 in München) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur, Theaterdirektor und Autor.

Leben

Paul Verhoeven wurde als Sohn des Bäckers Heinrich Verhoeven und dessen Frau Maria Theodora Antonie, geb. van Essen, im westfälischen Unna geboren, wo er mit dreizehn Geschwistern aufwuchs.<ref name=":0">Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Dritter Band: Peit-Zz, Bad Münder (Deister) 1961, S. 1786f.</ref> Nach seinem Realschulabschluss wollte er zunächst Architekt werden und besuchte eine Kunstgewerbeschule, ließ sich dann aber von einem Freund überreden, es mit der Schauspielerei zu versuchen. Nach seinem Debüt in München spielte er unter anderem in Dresden, Wien und Frankfurt am Main, wobei er schon früh als Regieassistent Erfahrungen sammelte.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): 1973: Interview mit Paul Verhoeven | DW | 31.01.2014. Abgerufen am 21. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In den 1930er Jahren wurde er zu einem erfolgreichen Schauspieler und Regisseur im Theater.<ref>Drei Generationen Regie und Schauspielkunst. 17. Juni 2003, abgerufen am 21. November 2019.</ref> 1935 schrieb er – zusammen mit Toni Impekoven – das Libretto zu dem musikalischen Lustspiel Das kleine Hofkonzert von Edmund Nick, welches nur ein Jahr später verfilmt wurde. Auch entstanden vier Hörspielfassungen unter der Regie von Gustav Burmester (NWDR 1948), Heinz-Günter Stamm (BR 1952 und 1964) sowie von Ferry Bauer (ORF Oberösterreich 1969).

Ab 1935 arbeitete Verhoeven als angesehener Theaterregisseur am Deutschen Theater in Berlin.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): 1973: Interview mit Paul Verhoeven | DW | 31.01.2014. Abgerufen am 21. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zugleich stieg er Mitte der 1930er Jahre ins Filmgeschäft ein: 1936 gab er sein Spielfilmdebüt als Barmixer Billy in Der Kaiser von Kalifornien; 1937 führte er bei seinem ersten Film Die Fledermaus, nach der gleichnamigen Operette von Johann Strauss, Regie. Bis zum Jahr 1972 drehte er über 60 weitere Film- und Fernsehproduktionen, alleine bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden 20 Filme unter Verhoevens Regie.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): 1973: Interview mit Paul Verhoeven | DW | 31.01.2014. Abgerufen am 21. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Kriegsende verlebte er mit seiner Familie auf einem Bauernhof nahe Coburg.<ref>n-tv Nachrichten: Michael Verhoeven, der politische Regisseur. Abgerufen am 21. November 2019.</ref>

Von 1945 bis 1948 war Verhoeven Intendant am Bayerischen Staatsschauspiel. Später fungierte er viele Jahre als Schauspieldirektor bei den Münchener Kammerspielen.<ref>Drei Generationen Regie und Schauspielkunst. 17. Juni 2003, abgerufen am 21. November 2019.</ref> Er war dabei von einem für die Münchener Kammerspiele prägenden Realismus im Stile von Hans Schweikart beeinflusst.<ref>GESTORBEN: Paul Verhoeven. In: Spiegel Online. Band 14, 31. März 1975 (spiegel.de [abgerufen am 21. November 2019]).</ref> Neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Autor blieb Verhoeven zugleich ein Schauspieler, der auch unter anderen Regisseuren arbeitete. Der Spiegel schrieb in seinem Nachruf auf ihn, der untersetzte Verhoeven sei nie gewesen, „was man einen Star nennt, aber die zweiten Rollen, die er spielte, hat er von aller Kraftmeierei, zu der ihn seine Statur hätte verführen können, freigehalten.“<ref>GESTORBEN: Paul Verhoeven. In: Spiegel Online. Band 14, 31. März 1975 (spiegel.de [abgerufen am 21. November 2019]).</ref>

1949 gründete er seine eigene Filmproduktionsfirma, deren erster Film Du bist nicht allein mit Carola Höhn und Peter Pasetti war. Erzählt wurde darin die Geschichte einer jungen Frau, die zusammen mit ihrem Sohn auf die Rückkehr des Kindesvaters aus dem Krieg wartete.<ref>Deutsche Welle (www.dw.com): 1973: Interview mit Paul Verhoeven | DW | 31.01.2014. Abgerufen am 21. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im folgenden Jahr drehte Verhoeven bei der DEFA mit Das kalte Herz, basierend auf dem Märchen von Wilhelm Hauff, seinen heute wohl noch bekanntesten Film. Er überstieg das sowieso aufwendige Budget noch einmal deutlich. Der Film in Agfacolor wurde ein großer Publikumserfolg und gewann später auch viel Anerkennung bei Kritikern. Später konzentrierte sich Verhoeven auf Regiearbeiten in der BRD und drehte dort mit den größten Stars, so Liselotte Pulver und O. W. Fischer bei der Heidelberger Romanze (1951), Bernhard Wicki bei der Johann-Strauss-Filmbiografie Ewiger Walzer (1954), Ruth Leuwerik und Curd Jürgens bei Die goldene Brücke (1956) und Heinz Rühmann bei Der Jugendrichter (1960). Ab den 1960er Jahren war er auch für das beliebter werdende Fernsehen als Regisseur aktiv.

Familie und Privatleben

Verhoeven war seit 1930 mit der Schauspielerin Doris Kiesow verheiratet.<ref name=":0" /> Er war der Vater des Filmregisseurs Michael Verhoeven und der Schauspielerin Lis Verhoeven, der Schwiegervater der Schauspieler Mario Adorf und Senta Berger sowie Großvater der Schauspieler Stella Maria Adorf, Luca Verhoeven und Simon Verhoeven. Aus der Beziehung mit der Schauspielerin Edith Schultze-Westrum entstammte der Sohn Thomas Schultze-Westrum, der Zoologe und Verhaltensforscher war.

Paul Verhoeven starb im Alter von 73 Jahren während der Gedenkfeier für die kurz zuvor verstorbene Schauspielerin Therese Giehse an Herzversagen.<ref>GESTORBEN: Paul Verhoeven. In: Spiegel Online. Band 14, 31. März 1975 (spiegel.de [abgerufen am 21. November 2019]).</ref> Er saß an einem Tisch auf der Bühne der Münchner Kammerspiele und hatte gerade die ersten Sätze ihres Nachrufs gesprochen, als er plötzlich tot zusammenbrach.

Grabstätte

Datei:Paul Doris Lis Verhoeven - Waldfriedhof 2023.jpg
Grab von Paul Verhoeven und seiner Frau Doris auf dem Münchner Waldfriedhof

Die Grabstätte von Paul Verhoeven befindet sich auf dem Münchner Waldfriedhof (Grabnr. 95-W-3)<ref>Franz Schiermeier: Waldfriedhof München, Übersichtsplan der Grabmäler, 2021, ISBN  978-3-948974-07-7 Titel auf Verlagsseite</ref>. Im Grab sind auch seine Gattin Doris (1902–1973) und die gemeinsame Tochter Lis Verhoeven (1931–2019) beigesetzt.

Filmografie (Auswahl)

Als Regisseur, wenn nicht anders angegeben:

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Filmdokumentationen

  • Die Verhoevens. Dokumentarfilm von Felix Moeller, Deutschland 2003, 75 Minuten

Namensgeber für Straße

Nach Paul Verhoeven wurde 1981 in München im Stadtteil Neuperlach (Stadtbezirk 16 – Ramersdorf-Perlach) die Verhoevenstraße benannt. Lageplan

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  }}<ref>Verhoevenstraß, auf stadtgeschichte-muenchen.de</ref>

Literatur

  • C. Bernd Sucher (Hg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 1995, 2. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 727.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 160 f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Joseph Anton von Seeau (1776–1799) | Josef Marius Babo (1799–1810) | Carl August Delamotte (1810–1820) | Joseph von Stich (1820–1823) | Clemens von Weichs (1823–1824) | Johann Nepomuk von Poißl (1824–1833) | Karl Theodor von Küstner (1833–1842) | Eduard Graf Yosch (1842–1844) | August von Frays (1844–1847 /1848-1851 /1857-1860) | Franz von Dingelstedt (1851–1857) | Wilhelm Schmitt (1860–1867) | Karl von Perfall (1867–1893) | Ernst von Possart (1894–1905) | Albert von Speidel (1905–1912) | Clemens von Franckenstein (1912–1918) | Viktor Schwanneke (1918) | Karl Zeiss (1919–1924) | Clemens von Franckenstein (1924–1934) | Oskar Walleck (1934–1938) | Alexander Golling (1938–1945) | Paul Verhoeven (1945–1948) | Alois Johannes Lippl (1948–1953) | Kurt Horwitz (1953–1958) | Helmut Henrichs (1958–1972) | Kurt Meisel (1972–1983) | Frank Baumbauer (1983–1986) | Günther Beelitz (1986–1993) | Eberhard Witt (1993–2001) | Dieter Dorn (2001–2011) | Martin Kušej (2011-2019) | Andreas Beck (seit 2019) Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein