Paul Thiem
Paul Adolph Martin Thiem (* 2. November 1858 in Berlin, Preußen; † 20. August oder 18. September 1922 in Starnberg) war ein deutscher Maler und Grafiker des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Er zählt zu den prägenden Vertretern des deutschen Naturalismus und der Stimmungslandschaftsmalerei. Sein Werk steht exemplarisch für den Übergang von einer realistischen Naturauffassung zu einer stärker atmosphärisch und subjektiv geprägten Landschaftsdarstellung und trug damit zur künstlerischen Konsolidierung und Normbildung der modernen Landschaftsmalerei in Deutschland bei.
Eine Besonderheit seines Wirkens stellt die Verbindung von praktischer künstlerischer Tätigkeit mit einer Promotion in Kunstgeschichte dar, ergänzt durch ein publizistisches und schriftstellerisches Engagement. Diese Verbindung verlieh seinem Schaffen eine für seine Zeit ungewöhnliche theoretische Fundierung und hebt ihn innerhalb seiner Künstlergeneration hervor.
Leben und Werk
Paul Thiem wurde in Berlin als Sohn des Börsenmaklers, Mäzens und Kunstsammlers Adolph Thiem geboren. Seine Mutter war Tochter des Organisten Samuel Lebrecht Thieme aus Bärnsdorf, Sachsen. Er verlebte seine Kindheit in Niederschöneweide in der Villa Thiem in der Sedanstraße 10. Thiem besuchte das Gymnasium in Potsdam. Thiem hatte zwei Schwestern und einen Bruder Walther.
Von Januar 1882 bis Ostern 1882 studierte er in Berlin an der Akademie der Bildenden Künste einige Monate Kunst<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> und ab 1877 Kunstgeschichte in München, wo er eine Doktorarbeit über Giovanni Battista Tiepolo verfasste. Dann wurde er 1883 in die Akademie der Bildenden Künste München aufgenommen und dort Schüler von Gysis, Raupp und Löfftz.
In den folgenden Jahren entwickelte sich Thiem zu einer festen Größe der Münchner Kunstszene. Seine enge Anbindung an das künstlerische Leben der Stadt sowie seine akademische Ausbildung positionierten ihn an der Schnittstelle zwischen kunsthistorischer Reflexion und zeitgenössischer Malpraxis. 1896 ließ er sich in Starnberg nieder, wo er eine Villa bezog und bis zu seinem Tod wirkte. Die sogenannte Thiem-Villa in der heutigen Josef-Fischhaber-Straße 27 ist bis heute Teil des kulturellen Gedächtnisses der Stadt und wird inzwischen als städtische Einrichtung zur Förderung zeitgenössischer Künstler genutzt.
Thiem unternahm zahlreiche Studienreisen durch Europa, unter anderem in die Schweiz, nach Italien und an den Niederrhein. Diese Reisen erweiterten sein künstlerisches Repertoire erheblich und führten zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Landschaftsformen und Lichtverhältnissen. Charakteristisch für sein Werk ist eine außergewöhnliche Sensibilität für Atmosphäre, die Verbindung von räumlicher Tiefe mit subtiler Farbmodulation sowie eine malerische Handschrift, die den Übergang vom Naturalismus zu einer stärker subjektiv geprägten Landschaftsauffassung markiert. Thiems Arbeiten gelten damit als bedeutende Beiträge zur deutschen Landschaftsmalerei der Jahrhundertwende.
Künstlerische Bedeutung
Paul Thiem zählt zu den einflussreichen Landschaftsmalern der deutschen Kunstgeschichte. Seine Werke stehen in enger Verbindung zur naturalistischen Malerei des späten 19. Jahrhunderts, zeigen aber bereits Vorzeichen einer modernen, subjektiveren Wahrnehmung von Landschaft. Er verstand Landschaft nicht nur als Abbild der Natur, sondern als emotionale Erfahrung und bildnerisches Statement. Thiem beeinflusste jüngere Künstlergenerationen durch seine Lehre und durch die atmosphärische Qualität seiner Landschaftskompositionen.
Einordnung und Rezeption
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Thiems Œuvre umfasst vor allem Landschaftsmalerei und Stadtansichten in Öl, ergänzt durch Aquarelle und Zeichnungen. Zentrale Themen sind natürliche Lichtverhältnisse, Jahreszeitenstimmungen und topografische Vielfalt. Besonders anerkannt sind seine Darstellungen alpiner Landschaften sowie flacher Landschaften am Niederrhein.
Thiems Werk lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen, die romantische, fantastische, humoristische und groteske Mal- und Zeichenperiode im Stil der Münchener Schule. Sowie eine zweite Werkphase mit Landschafts- und Städtebildern und Porträts, die ihn zu einem Vertreter des deutschen Impressionismus macht. Er malte gern belebte Plätze, unter anderem reges Treiben in München oder in Venedig. Im Rahmen einer Ausstellung in der Neuen Galerie München 1921 schrieb Fritz von Ostini: {{
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}} Am ehesten ist Thiems Malerei mit der von Max Slevogt zu vergleichen. Seine tonige Malerei versucht, in ausdrücklicher Anlehnung an die Musik, aus den Tonarten gedeckter Braun- und Grüntöne atmosphärische Akkordbildung aufzubauen.<ref>Horst Ludwig: Münchner Maler im 19. Jahrhundert. Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst. Bruckmann, München 1983, ISBN 3-7654-1801-3, S. 251.</ref>
Seine Arbeiten gelten heute als wichtige Zeugen einer Übergangsphase zwischen Naturalismus und frühen modernen Tendenzen in der deutschen Landschaftsmalerei.
Literarisches Werk
Neben seinem malerischen Schaffen illustrierte Thiem Kinderbücher, schrieb Dramen und den humoristischen Roman Der Prinz und sein Onkel.
- Einzelveröffentlichungen als Autor und Illustrator
- Schneider Muck und andere Geschichten. (Enth. außerdem: Watschelfuß die gerupfte Ente; Knurzdiburz. Eine schaurige Ballade; Eine Mondscheingeschichte; In den Ferien !; Der arme Peter). Haushalter, München 1900. Mit zahlreichen Illustrationen des Verfassers. 84 S.
- Der Prinz und sein Onkel, eine Reise mit Abenteuern. Heinrich Minden Verlag, Dresden 1908, Humoristischer Roman, 355 S.
- Tugend und Teufel. Ein Schauspiel mit einem Vor- und einem Nachspiel in der Hölle. Wolf, München 1896, 88 S.
- Aufschwung. Eine dramatisch Dichtung. 2 Teile. Mit Buchschm. v. Th. Waltjen.Siedenburg Verlag, Berlin 1902.
Werke (Auswahl)
- Erding, Pinakothek München
- Ansicht von Luzern, Pinakothek München
- Landschaft, verschollen, ehemals Sammlung Max Oberndorfer
- Niederrheinische Landschaft, verschollen, ehemals Sammlung Joseph Schönemann
- Landschaftsstudien-Sammlung, verschollen, ehemals Sammlung Oskar Spier
- Dinkelsbühl im Morgenlicht, Geschichtsmuseum Dinkelsbühl
- Treppe im Park
- Porträt, Metropolitan Museum of Art, New York
Ausstellungen (Auswahl)
- „Frühjahrsausstellung“, Galerie Eduard Schulte, Berlin 1892 Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 8.1892-1893
- „Ausstellung von Werken von Paul Thiem“, Fritz Gurlitt, Berlin 1907
- „Paul Thiem, Starnberg“, Galerie Heinemann, München 1912
- „Deutsche Kunstausstellung in Cassel“, 1913
- „Paul Thiem, Starnberg“, Galerie Heinemann, München 1915
- „Gemälde von Paul Thiem“, Galerie Paul Adelhoch, Fürstenfeldbruck 1975–76
- „Paul Thiem“, Klostergalerie, Fürstenfeldbruck 1977
Literatur
- A. Spier: Paul Thiem. Monographie. Hanfstaengel, München 1908.
- Klostergalerie Fürstenfeldbruck. Vernissage. 21. Oktober 1978. Gemäldeverkaufsausstellung. Paul Thiem, Fritz Osswald, Starnberger Maler, Münchner Schule, Franz. Impressionisten vom 21. Oktober 1978 – Pfingsten 1979. Fürstenfeldbruck 1978, 20 S.
- Thode, Henry: Paul Thiem und seine Kunst. Ein Beitrag zur Deutung des Problems. Deutsche Phantastik und deutscher Naturalismus (= Grotesche Sammlung von Monographien zur Kunstgeschichte). G. Grote 1921.
- Richard Braungart: Paul Thiem. In: Illustrirte Zeitung. 152, Nr. 3940, Leipzig 1919, S. 21 f.
- W. Hörstel: Paul Thiem. Mit sieben Illustrationen nach Gemälden des Künstlers. In: Reclams Universum : Moderne illustrierte Wochenschrift. 29.2, 1913, S. 1115–1120.
- Der Prinz und sein Onkel von Paul Thiem. In: Meister der Farbe. Europäische Kunst der Gegenwart. Ein Stück aus dem Roman: 5ter Jahrgang, Heft 7, E. A. Seemann, Leipzig 1908.
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Weblinks
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Einzelnachweise
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