Parnass-Brunnen (Hannover)
Der Parnass-Brunnen (auch: Apollobrunnen) war ein in der Calenberger Neustadt bei Hannover installierter barocker Kunst-Brunnen auf dem Neustädter Markt.<ref name="SLH">Rainer Ertel: Parnass-Brunnen (siehe Literatur)</ref>
Geschichte
Der Kunstbrunnen entstand auf Veranlassung<ref name="SLH"/> des absolutistisch regierenden<ref>Klaus Mlynek: Johann Friedrich, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (Calenberg). In: Stadtlexikon Hannover, S. 325</ref> Herzog Johann Friedrich unter der Leitung von Johann Duve. Hieronymo Sartorio lieferte 1671 das Modell dazu. Die technische Installation lag seit 1678 in den Händen von Michael Riggus.<ref name="SLH"/> Anfangs wurde der Brunnen durch doppelte Röhren gespeist, die vom Teich am Küchengarten zum Neustädter Markt führten.<ref>mit abweichenden Jahreszahlen laut Wilfried Dahlke und Jonny Peter nach Arnold Nöldeke (1932, S. 736), in: Der Küchengarten, online auf der Seite www.quartier-ev.de zum Küchengartenpavillon</ref> Ab 1778 wurde der Brunnen durch die mit vier Pumpen arbeitende Flusswasserkunst an der Leine südlich des Leineschlosses gespeist.<ref>Carl-Hans Hauptmeyer in: Geschichte der Stadt Hannover, Bd. 1, Von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, hrsg. von Klaus Mlynek und Waldemar R. Röhrbein, Hannover: Schlütersche Verlagsanstalt und Druckerei GmbH & Co., 1992, ISBN 3-87706-351-9, S. 184, online</ref>
Dargestellt war Parnass, der Berg der Musen, als Felsengrotte mit Symbolen der seinerzeit bekannten vier Kontinente. Außerdem Apoll, neun Musen sowie zwanzig allegorische Figuren auf der Balustrade. Bekrönt war der Brunnen durch ein Ross mit dem Wappen des Herzogtums von Braunschweig-Lüneburg.<ref name="SLH"/>
1802 wurde der Brunnen abgebrochen. Ungeklärt ist bis heute (Stand: 2009), wo die Figuren des Brunnens verblieben sind.<ref name="SLH"/>
Nachfolgebrunnen
Der 1802 auf dem Neustädter Markt abgebrochene Parnassbrunnen<ref name="SLH"/> wurde ersetzt
- von 1829 bis 1914 durch den Schlossbrunnen; der älteste erhaltene städtische Brunnen steht heute auf dem Hannah-Arendt-Platz vor dem Leineschloss;<ref>Rainer Ertel, Ernst-Friedrich Roesener: Hannoversches Brunnenbuch. Wasserspiele und Brunnen in Hannover, Hannover: Fackelträger, 1988, ISBN 3-7716-1497-X, S. 49</ref>
- ab 1916 durch den von Georg Herting geschaffenen Duve-Brunnen; seit 1953 vereinfacht auf Mittelstreifen des Leibnizufers,<ref>Helmut Knocke, Hugo Thielen: Leibnizufer. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 166</ref>
- und schließlich durch den 1973/74 von Max Sauk geschaffenen und von Margot und Friedrich Engelke gestiftete Tischbrunnen.<ref>Rainer Ertel: Neustädter-Markt-Brunnen. In: Stadtlexikon Hannover, S. 469</ref>
Literatur
- A. Altendorf: Johann Duve. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Band 14, (1911), S. 67ff.
- Arnold Nöldeke: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, Bd. 1, Teil 1, Denkmäler des "alten" Stadtgebietes Hannover, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932, S. 736–739
- Neudruck Verlag Wenner, Osnabrück 1979, ISBN 3-87898-151-1
- Rainer Ertel: Parnass-Brunnen. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 495.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 52° 22′ 14,5″ N, 9° 43′ 43,5″ O
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