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Chlor(diphenyl)phosphan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von P-Chlordiphenylphosphan)
Strukturformel
Strukturformel von Chlordiphenylphosphan
Allgemeines
Name Chlor(diphenyl)phosphan
Andere Namen
  • Chlordiphenylphosphin
  • P-Chlordiphenylphosphan
  • Diphenylphosphanchlorid
  • Phosphenylchlorid
Summenformel C12H10ClP
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit unangenehmem Geruch<ref name="gestis" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 214-093-2
ECHA-InfoCard 100.012.813
PubChem 66180
ChemSpider 59567
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 220,64 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,2 g·cm−3 (20 °C)<ref name="gestis">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

14–16 °C<ref name="gestis" />

Siedepunkt

320 °C<ref name="gestis" />

Dampfdruck

1,3 hPa (20 °C)<ref name="gestis" />

Löslichkeit

heftige Zersetzung mit Wasser<ref name="gestis" />

Brechungsindex

1,634<ref name="weil" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="gestis" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290​‐​302​‐​314​‐​412
EUH: 014
P: 280​‐​301+330+331​‐​303+361+353​‐​305+351+338​‐​310<ref name="gestis" />
Toxikologische Daten

360 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref>Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Chlordiphenylphosphan ist eine zur Gruppe der Phosphane gehörende chemische Verbindung. Sie trägt zwei Phenylreste und ein Chloratom am zentralen Phosphor gebunden.

Herstellung

Technisch kann die Synthese von Chlordiphenylphosphan durch die Disproportionierung von Dichlorphenylphosphan bei Temperaturen über 280 °C in der Gasphase bewerkstelligt werden.<ref>A. Broglie: Ueber das Verhalten von Phosphenylchlorid bei höherer Temperatur, in: Chem. Ber., 1877, 21, S. 628.</ref>

<math>\mathrm{2\ Cl_2PPh\longrightarrow\ ClPPh_2\ +\ PCl_3}</math>
Disproportionierung von Dichlorphenylphosphan in Chlordipenylphosphan und Phosphortrichlorid. Ph = Phenyl

Die großtechnische Synthese verläuft über die Umsetzung von Phosphortrichlorid mit Benzol bei 600 °C, wobei zunächst Dichlorphenylphosphan entsteht, das nach oben gezeigter Reaktion zu Chlordiphenylphosphan disproportioniert.<ref>J. Svara, N. Weferling, T. Hofmann: Organic Phosphorus Compounds in: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry, 7. Auflage, John Wiley & Sons, 2008.</ref>

Im Labormaßstab kann zur Herstellung beispielsweise die Reaktion von Phosphortrichlorid mit einem Grignard-Reagenz (z. B. Phenylmagnesiumbromid) und ferner auch mit Phenylzinkchlorid (PhZnCl) oder Diphenylquecksilber (Ph2Hg) genutzt werden.<ref name="weil">Th. Weil: Über Diarylchlorphosphine, in: Helv. Chim. Acta, 1954, 37 (2), S. 654–655.</ref>

<math>\mathrm{PCl_3\ +\ 2\ PhZnCl\longrightarrow\ ClPPh_2\ +\ 2\ ZnCl_2}</math>
Phosphortrichlorid reagiert mit Phenylzinkchlorid zu Chlordiphenylphosphan und Zinkchlorid.

Ein weiterer Weg besteht in der Umsetzung von Triphenylphosphan mit molekularem Chlor.<ref>A. Michaelis, H. v. Soden: Ueber Tripenylphosphin und einige Derivate desselben, in: Liebigs Ann., 1885, 229 (3), S. 295–334.</ref>

<math>\mathrm{PPh_3\ +\ Cl_2 \longrightarrow\ ClPPh_2\ +\ PhCl}</math>
Triphenylphosphan reagiert mit Chlor zu Chlorphenylphosphan und Chlorbenzol.

Eigenschaften

Chlordiphenylphosphan ist eine ätzende Flüssigkeit, die unterhalb einer Temperatur von 14 bis 16 °C verfestigt. Mit Wasser reagiert sie heftig unter Bildung von Chlorwasserstoff.

Verwendung

Die Verbindung besitzt mit dem Chloratom eine Abgangsgruppe, wodurch nukleophile Substitutionen an ihr durchgeführt werden können. Durch die Verwendung von Grignard-Reagenzien als Nukleophile sind alkylierte und arylierte Phosphane zugänglich.

Sie wird eingesetzt, um Phosphanliganden wie dppm und dppp herzustellen.

Weblinks

Commons: Chlor(diphenyl)phosphan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />