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Pölling (Neumarkt in der Oberpfalz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Pölling
Große Kreisstadt Neumarkt in der Oberpfalz
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2723)&title=P%C3%B6lling 49° 17′ N, 11° 25′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2723) 49° 17′ 28″ N, 11° 25′ 0″ O
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Höhe: 436 m ü. NHN
Einwohner: 2723 (31. Dez. 2022)<ref name="einwohner-2022" />
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 92318
Vorwahl: 09181
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Stadtgebiet Neumarkt

Pölling ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> und eine Gemarkung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Lage

Das Pfarrdorf Pölling schließt westlich an den Stadtteil Holzheim der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz an. Der Ort wird im Süden begrenzt von der Bahnlinie Nürnberg–Neumarkt–Regensburg, im Osten von der Stadtumgehung Münchener Ring/Bundesstraße B299 und im Norden von der Bundesstraße 8.<ref name=":0">Ortslage. In: BayernAtlas. Kartenviewer des Freistaats Bayern, abgerufen am 8. März 2026.</ref>

Der am Osthang des Dillbergs entspringende Maierbach durchfließt den Stadtteil von West nach Ost und mündet in Neumarkt in die Schwarzach.<ref name=":0" />

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte

Verschiedene Ausgrabungen im Neumarkter Talkessel, darunter auch im Bereich des heutigen Pölling belegen eine lange Siedlungsgeschichte mindestens seit der Steinzeit. Bronzezeitliche Hügelgräber wurden in Holzheim entdeckt, eine Ringwallanlage aus der Eisenzeit befindet sich in der Nähe von Rittershof.

Während die Römer ab etwa 100 n. Chr. bis ins südliche Bayern vordrangen, war die Gegend um Neumarkt von einem Stamm der Naristen besiedelt. Verschiedene Münzfunde aus dem Landkreis belegen Handelsbeziehungen zu den Römern südlich des Limes.

488 verließen die Römer Bayern und das Land wurde von den Bajuwaren besiedelt. Ab 806 war der Nordgau Bestandteil des Frankenreichs, es entstanden erste Königshöfe, zum Beispiel auch in Lauterhofen.

Der Historiker Heinrich Löwenthal schrieb 1805, dass eine im Kloster Sankt Emmeram in Regensburg gefundene Urkunde die Gründung von Pölling im Jahr 977 durch die Familie der Pelinger oder Belinger beschreibt. Diese Angabe ist nicht mehr nachweisbar.<ref name=":1">Nikolaus Gönner und Nepomuk Löwenthal: Geschichte des Schultheißenamts und der Stadt Neumarkt auf dem Nordgau oder in der heutigen Obern Pfalz (Seite 25). In: Münchener DigitalisierungsZentrum / Digitale Bibliothek. Bayerische StaatsBibliothek, abgerufen am 8. März 2026.</ref>

Erste urkundliche Erwähnung

Sicher belegbar ist hingegen die erste urkundliche Erwähnung Pöllings: Diesbezüglich wird im Zeitraum von 1068 bis 1080 in Dokumenten des Klosters St. Emmeran in Regensburg der Landadelige Mazili de Pollingan erwähnt.<ref>Sarah Rathgeb: Historische Ortsnamen. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 8. März 2026.</ref>

Um 1130 entstand östlich von Pölling die Stadt Neumarkt. 1181 nahm Otto I. von Bayern in Neumarkt die Huldigungen der lokalen Edelleute entgegen, darunter auch die eines Wigbold von Bellingen.

In der von Bischof Heinrich am 5. Februar 1249 ausgefertigten Stiftungsurkunde des Klosters Seligenporten tritt Ulrich von Pölling als Zeuge auf.<ref name=":1" /> Im Jahre 1254 schenkte Gottfried von Sulzbürg aus dem Adelsgeschlecht der Wolfsteiner dem Kloster Seligenporten das Patronatsrecht über Pölling. Gleichzeitig verzichtete dessen Pöllinger Lehensherr, Landgraf Friedrich von Leuchtenberg, zugunsten des Klosters Seligenporten auf alle in Pölling gelegenen Lehen und Rechte. Als oberster Lehensherr stimmte der Eichstätter Bischofs Heinrich IV diesen Schenkungen zu.<ref name=":2">Simon Federhofer: Herrschaftsbildung im Raum Neumarkt. In: Historischer Verein für Neumarkt i.d.Opf. und Umgebung (Hrsg.): Neumarkter Historische Beiträge. Band, Nr. 2. Neumarkt 1999, S. 27 / 64 / 66 / 116 / 143 / 164.</ref>

Durch den Hausvertrag von Pavia fiel Pölling (zusammen mit Neumarkt) bereits im Jahre 1329 an die Pfalzgrafschaft zu Rhein. Ab 1410 wurde Neumarkt Residenzstadt des Wittelsbacher Pfalzgrafen Johann der Linie Pfalz-Neumarkt.<ref name=":2" />

Im Sommer 1504 tobte in weiten Teilen Bayerns der Landshuter Erbfolgekrieg. Nach einer erfolglosen Belagerung Neumarkts durch Nürnberger Truppen wurde Pölling in der Nacht zum 1. August 1504 bei ihrem Rückzug geplündert und niedergebrannt.

1545 wurde in Pölling die Reformation eingeführt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Pölling ab 1626 wieder katholisch, jedoch 1634 von schwedischen Landsknechten besetzt und erneut reformiert. Erst ab 1650 wurde Pölling wieder katholisch.

Im ersten Koalitionskrieg wurde, im Anschluss an die Schlacht von Deining am 21. und 22. August 1796, Neumarkt von französischen Truppen unter General Bernadotte besetzt. Auf ihrem weiteren Rückzug Richtung Rhein wurde Pölling wiederum geplündert und in Brand gesteckt.

Mit Gründung am 1. Januar 1806 wurde auch Pölling ein Teil des Königreichs Bayern.<ref>Königreich Bayern. In: Haus der Bayerischen Geschichte. Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 15. März 2026.</ref>

Die Gemeinde Pölling

Im Zuge von Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Ruralgemeinde Pölling. Einziger Ort der Gemeinde war das Pfarrdorf Pölling.<ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 884, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref>

Datei:Pölling NM 003.jpg
Alte Schule Pölling

1824 erhielt die Kirche einen neuen Kirchturm, 1833 wurde ein Schulhaus durch die Gemeinde errichtet. 1871 erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Im selben Jahr wurde die Bahnstrecke Nürnberg–Neumarkt fertiggestellt und 1873 bis nach Regensburg verlängert. Die Eröffnung des Haltepunkts Pölling erfolgte jedoch erst am 1. Mai 1896.

Die Industrialisierung, die sich mittlerweile auch in Neumarkt ausdehnte, erreichte Pölling nicht, es blieb auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Bauerndorf. Die erste öffentliche Telefonzelle wurde 1905 installiert, 1906 wurde mit dem Aufbau einer Wasserversorgung begonnen. Im Winter 1923/1924 gab es zum ersten Mal elektrisches Licht in Pölling, ab 1928 wurden auch die Straßen beleuchtet. 1934 wurde die Pfarrkirche neu errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurden in Pölling 8 Häuser und 15 Scheunen beschädigt oder zerstört, mehr als 100 Menschen verloren ihr Leben. Im April 1945 wurde Pölling von Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz aus durch amerikanische Truppen mit Artillerie beschossen. Obwohl sich noch ungarische SS-Einheiten in Pölling befanden, machten sich zwei Pöllinger zu Fuß am 17. April 1945 auf den Weg nach Berg, baten um Einstellung des Feuers und versprachen, dass Pölling widerstandslos übergeben werde. Die SS-Truppen ergriffen beim Anrücken der Amerikaner die Flucht, ein Gefecht hätte die Hinrichtung der beiden Pöllinger zur Folge gehabt.

1963 wurde ein neues Schulhaus errichtet, von 1964 bis 1972 wurde Pölling an die Neumarkter Kläranlage angeschlossen.

Gebietsreform und Eingemeindung

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Pölling im Rahmen der Gemeindegebietsreform in die Große Kreisstadt Neumarkt eingemeindet.<ref></ref>

Im Frühjahr 1985 zur Schneeschmelze führte der Maierbach eines seiner schlimmsten Hochwasser, zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Im selben Jahr begann der Bau der Stadtumgehung Neumarkts, die östlich an Pölling vorbeiführt. 1993 wurde das neue Schulhaus fertiggestellt und Pölling an das Neumarkter Busnetz angeschlossen. Im Sommer 1994 wurde der neue Golfplatz Herrnhof eingeweiht.

Die Bundesstraße B8 wurde 2004 aus Pölling herausverlegt und über die neu errichtete Umgehungsstraße an Pölling vorbeigeführt.

Einwohnerentwicklung

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1840 bis 1950<ref name="HistGV52">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 113, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> / 1961<ref name="Ortsverzeichnis 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 552 (Digitalisat).</ref> / 1970<ref name="Ortsverzeichnis 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 128 (Digitalisat).</ref> / 1987<ref name="Ortsverzeichnis 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 259 (Digitalisat).</ref> / 1. Januar 2012<ref>Einwohnermeldeamt der Stadt Neumarkt i.d.OPf.; Hauptwohnsitze</ref> / 31. Dezember 2022<ref name="einwohner-2022">Neumarkt in der Oberpfalz – Zahlenspiegel 2023. (PDF; 8,6 MB) S. 4, abgerufen im Oktober 2024.</ref>

Sehenswertes

Datei:Pölling 01.jpg
Kirche St. Martin

In der Liste der Baudenkmäler in Neumarkt in der Oberpfalz sind für Pölling zwei Baudenkmäler aufgeführt.

Sport

Westlich von Pölling befindet sich am Fuß des Grünberges der Golfclub Herrnhof, eine 18-Loch-Meisterschaftsanlage.

Einziger Pöllinger Sport-Verein ist der SV Pölling, der neben mehreren Fußball-Mannschaften, eine Tennis-Mannschaft umfasst. Weitere Abteilungen bieten Tischtennis, Yoga und Gymnastik an.

Verkehr und Infrastruktur

Pölling liegt am Schnittpunkt der Bundesstraße 8 und der Stadtumgehung Neumarkts, die heute die Bundesstraße 299 bildet. Die B 8 führte durch Pölling; im Jahr 2004 wurde die neue Ortsumgehung im Norden Pöllings fertiggestellt.

Pölling liegt an der Bahnstrecke Nürnberg – Neumarkt, der gleichnamige Haltepunkt am Südwestrand Pöllings ist eine Station der Linie S 1 (Bamberg – Nürnberg Hbf – Neumarkt (Oberpfalz)) der S-Bahn Nürnberg. Die Stadtbuslinie 561 verbindet Pölling mit dem Stadtzentrum Neumarkts.

Durch Pölling verlaufen die Fernwanderwege Eppeleinsweg und Rangau-Pfalz-Weg.

Verschiedene mittelständische Unternehmen, vorwiegend Handwerksbetriebe, haben sich in Pölling angesiedelt. Außerdem befindet sich dort der Firmensitz der Der Bäcker Feihl GmbH, einer Bäckereienkette, die Filialen im Raum Neumarkt, im Großraum Nürnberg sowie in Berlin unterhält.

Weblinks

Commons: Pölling (Neumarkt in der Oberpfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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