Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Opsikion – Wikipedia Zum Inhalt springen

Opsikion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Opsikion (byzantinisches Thema))
Datei:Byzantine Empire Themata-750-en.svg
Die Themen in den 750er-Jahren

Das Thema Opsikion ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), théma Opsikíou) oder kurz Opsikion (altgriechisch [θέμα] Ὀψίκιον [théma] Opsíkion, von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war ein byzantinisches Thema (eine Provinz) im nordwestlichen Kleinasien (heutige Türkei). Ursprünglich aus dem kaiserlichen Gefolge gebildet, war das Opsikion das größte und einflussreichste der frühen Themen, da es am nächsten an Konstantinopel lag. Nachdem es im 8. Jahrhundert eine wichtige Rolle in mehreren Revolten spielte, wurde es etwa 750 in drei Teile gespalten und verlor seine frühere Bedeutung. Als verkleinertes Thema überlebte es bis zum Vierten Kreuzzug.

Geschichte

Das opsikische Thema war das erste der vier ursprünglichen Themen. Es hat seinen Ursprung in den präsentalischen Heeresteilen der Oströmischen Armee. Der Begriff Opsikion leitet sich vom lateinischen Obsequium („Gefolge“) ab und meinte im frühen 7. Jahrhundert die Einheiten, die den Kaiser auf seinen Feldzügen begleiteten.<ref>Haldon: Byzantine Praetorians: An Administrative, Institutional and Social Survey of the Opsikion and the Tagmata, c. 580–900. 1984, S. 443–444.</ref> In seiner frühen Phase könnte das Opsikion in Konstantinopel stationiert gewesen sein.<ref>Haldon: Byzantine Praetorians: An Administrative, Institutional and Social Survey of the Opsikion and the Tagmata, c. 580–900. 1984, S. 178.</ref> In den 640ern wurde es aber aufgrund der vernichtenden Niederlagen der Byzantiner gegen die islamischen Araber nach Kleinasien transferiert, und in großen Militärbezirken angesiedelt, die „Themen“ (Themata) genannt wurden.<ref>Haldon: Byzantium in the Seventh Century: The Transformation of a Culture. 1997, S. 214–216.</ref> Das opsikische Thema war also jenes, in dem das kaiserliche Opsikion angesiedelt wurde. Es umfasste das ganze nordwestliche Kleinasien (Mysien, Bithynien, Teile von Galatien, Lydien und Paphlagonien) von den Dardanellen bis zum Halys, mit Ankyra als seiner Hauptstadt. Das genaue Datum der Einrichtung des Themas ist unbekannt; die früheste Erwähnung deutet auf eine Gründung 626 hin, die erste gesicherte Quelle erwähnt das Thema 680.<ref name="Treadgold23">Treadgold: Byzantium and Its Army, 284–1081. 1995, S. 23.</ref><ref name="ODB1528">Kazhdan: The Oxford Dictionary of Byzantium. 1991, S. 1528.</ref><ref name="EHW">Lampakis, Andriopoulou: Theme of Opsikion (Οψικίου Θέμα). 2003.</ref> Es ist auch möglich, dass das Thema ursprünglich auch Thrakien umfasste, dass anscheinend im späten 7. und frühen 8. Jahrhundert zusammen mit dem Opsikion verwaltet wurde.<ref name="Treadgold23" /><ref>Kazhdan: The Oxford Dictionary of Byzantium. 1991, S. 2079.</ref>

Der besondere Ursprung des Themas von Opsikion spiegelte sich in mehreren Aspekten wider. Der Titel seines Befehlshabers war nicht Stratēgos (griechisch στρατηγός, „General“) wie in den anderen Themen, sondern Komēs (κόμης, „Graf“), bzw. Komēs tou basilikou Opsikiou (altgriechisch κόμης τοῦ βασιλικοῦ Ὀψικίου, „Graf des kaiserlichen Opsikion“).<ref name="Treadgold23" /> Das Thema war auch nicht in turmai unterteilt, sondern in Domestikate, die durch die Elite-Regimenter der Armee wie die Optimaten und Bukellarier gebildet wurden.<ref>Lounghis: The Decline of the Opsikian Domesticates and the Rise of the Domesticate of the Scholae. 1996, S. 28–32.</ref> Das hohe Ansehen des Themas wird außerdem durch die Siegelaufschrift „Gottbehütetes kaiserliches Opsikion“ (altgriechisch θεοφύλακτον βασιλικόν ὀψίκιον; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) demonstriert.<ref name="EHW" />

Da das Thema nahe an Konstantinopel lag und unter allen Themen die wichtigste Stellung einnahm, kam es häufig zu Revolten durch die Grafen des Opsikion. Bereits 668 wagte der Komēs Mizizios nach dem Tod des Konstans II. auf Sizilien eine Revolte, welche aber misslang.<ref>Haldon: Byzantium in the Seventh Century: The Transformation of a Culture. 1997, S. 313.</ref> Unter dem Patrikios Barasbakurios wurde Opsikion zur größten Machtbasis des Justinian II. (regierte 685–695 und 705–711).<ref name="EHW" /> Justinian siedelte auch viele Südslawen, die in Thrakien gefangen genommen worden waren, dort an, um die Schlagkraft des Themas zu erhöhen. Der Großteil dieser Slawen desertierte aber in der ersten Schlacht zu den Arabern.<ref>Treadgold: Byzantium and Its Army, 284–1081. 1995, S. 26.</ref> Im Jahr 713 erhob sich die opsikische Armee gegen Philippikos Bardanes (regierte 711–713), der Justinian II. gestürzt und ermordet hatte, und inthronisierte Anastasios II. (regierte 713–715), nur um diesen gleichfalls im Jahre 715 wieder abzusetzen und Theodosios III. (regierte 715–717) an seiner statt zu erheben.<ref>Treadgold: Byzantium and Its Army, 284–1081. 1995, S. 27; Haldon: Byzantium in the Seventh Century: The Transformation of a Culture. 1997, S. 80, 442.</ref> Im Jahr 716 unterstützte die opsikische Armee Leo III. (regierte 716–740) beim Erringen der Kaiserkrone, aber 718 erhob sich der Patrikios Isoes erfolglos gegen ihn.<ref name="EHW" /> Im Jahr 741–742 benutzte der Kuropalates Artabasdos das Thema als Machtbasis für seine kurze Revolte gegen Kaiser Konstantin V. (regierte 741–775). Im Jahr 766 wurde ein weiterer Komēs zur Strafe für eine Revolte gegen den Kaiser geblendet (siehe auch Konstantin Podopaguros).<ref name="ODB1528" /> Nicht nur die Machtgier der Grafen des Themas von Opsikion war der Grund für die zahlreichen Putschversuche: die Opsikier waren standfeste Ikonodule und standen der bilderstürmerischen Politik der Syrischen Dynastie feindlich gegenüber.<ref>Lounghis: The Decline of the Opsikian Domesticates and the Rise of the Domesticate of the Scholae. 1996, S. 27–28.</ref> Die Folge war, dass Kaiser Konstantin V. die Macht des opsikischen Themas beschnitt, indem er es in zwei kleinere Einheiten, das Thema der Bukellarier und der Optimaten aufteilte.<ref name="Lounghis">Lounghis: The Decline of the Opsikian Domesticates and the Rise of the Domesticate of the Scholae. 1996, S. 28–31.</ref><ref>Treadgold: Byzantium and Its Army, 284–1081. 1995, S. 29, 71.</ref> Gleichzeitig rekrutierte der Kaiser eine neue, strikt ikonoklastisch veranlagte Elite-Einheit, die Tagmata.<ref name="Lounghis" /><ref>Treadgold: Byzantium and Its Army, 284–1081. 1995, S. 71, 99, 210.</ref>

Das Opsikion wurde also von einer Elite-Garde-Einheit zu einem regulären Kavallerie-Thema degradiert: die Opsikier wurden in turmai gegliedert, und sein Komēs fiel auf den sechsten Rang der thematischen Befehlshaber zurück und wurde sogar in den „gewöhnlichen“ Titel Stratēgos umbenannt.<ref name="EHW" /><ref name="ODB1529" /><ref>Lounghis: The Decline of the Opsikian Domesticates and the Rise of the Domesticate of the Scholae. 1996, S. 30.</ref> Im 9. Jahrhundert bezog er 30 Pfund Gold als Sold und befehligte 6000 Soldaten (von früher 18.000 Soldaten des alten Opsikion).<ref name="ODB1529">Kazhdan: The Oxford Dictionary of Byzantium. 1991, S. 1529.</ref><ref>Haldon: Warfare, State and Society in the Byzantine World, 565–1204. 1999, S. 314.</ref> Die Hauptstadt des Themas wurde nach Nikäa verlegt.<ref name="EHW" />

In der Revolte Thomas’ des Slawen in den frühen 820ern blieb das Opsikion dem Kaiser Michael II. (regierte 820–829) treu.<ref>Treadgold: Byzantium and Its Army, 284–1081. 1995, S. 31.</ref> Im Jahr 866 unterstützte der opsikische Strategos Georgios Peganes die Rebellion seines thrakesischen Amtskollegen Symbatios gegen Basileios I. (regierte 867–886), damals der Mitkaiser von Michael III. (regierte 842–867), und um 932 revoltierte Basileios Chalkocheir gegen Romanos I. (regierte 920–944). Beide Revolten konnten schnell gestoppt werden.<ref name="EHW" /> Das Thema existierte in der gesamten komnenischen Periode des Byzantinischen Reiches.<ref>Haldon: Warfare, State and Society in the Byzantine World, 565–1204. 1999, S. 97.</ref> Irgendwann im 12. Jahrhundert wurde das Thema der Ägäis mit dem opsikischen verschmolzen.<ref>Ahrweiler: Byzance et la Mer: La Marine de Guerre, la Politique et les Institutiones Maritimes de Byzance aux VIIe–XVe Siècles. 1966, S. 79.</ref> Das opsikische Thema überlebte wohl bis in die Zeit des Kaiserreichs von Nikäa: Georgios Akropolites berichtet, dass es 1234 an die „Italier“ (Lateiner) fiel.<ref name="EHW" /><ref name="ODB1529" />

Literatur

  • Hélène Ahrweiler: Byzance et la Mer: La Marine de Guerre, la Politique et les Institutiones Maritimes de Byzance aux VIIe–XVe Siècles. Presses universitaires de France, Paris 1966.
  • John F. Haldon: Byzantine Praetorians: An Administrative, Institutional and Social Survey of the Opsikion and the Tagmata, c. 580–900. Habelt, Bonn 1984, ISBN 3-7749-2004-4.
  • John F. Haldon: Byzantium in the Seventh Century: The Transformation of a Culture. 2. Aufl. Cambridge University Press, Cambridge 1997, ISBN 978-0-521-31917-1.
  • John F. Haldon: Warfare, State and Society in the Byzantine World, 565–1204. Taylor & Francis, London 1999, ISBN 1-85728-495-X.
  • Alexander Kazhdan (Hrsg.): The Oxford Dictionary of Byzantium. 3 Bände. Oxford/New York 1991, ISBN 978-0-19-504652-6.
  • T. C. Lounghis: The Decline of the Opsikian Domesticates and the Rise of the Domesticate of the Scholae. In: Byzantine Symmeikta. Nr. 10, 1996, S. 27–36.
  • A. Pertusi: Constantino Porfirogenito: De Thematibus. Biblioteca Apostolica Vaticana, Rom 1952.
  • Warren T. Treadgold: Byzantium and Its Army, 284–1081. Stanford University Press, Stanford 1995, ISBN 0-8047-3163-2.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

nach De Thematibus von Konstantin VII. (um 950)
Östliche (asiatische) Themen

AnatolikonArmeniakonThrakesionOpsikionOptimatoiBukellarionPaphlagonienChaldiaMesopotamienKoloneiaSebasteiaLykandosSeleukeiaKibyrrhaiotaiZypernSamosÄgäis

Westliche (europäische) Themen

ThrakienMakedonienStrymonThessalonikeHellasPeloponnesKephalleniaNikopolisDyrrhachionSizilienLongobardiaCherson

Vorlage:Klappleiste/Ende