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Onoda Hirō

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Hiroo Onoda young.jpg
Der junge Onoda Hirō (1944/45)

Leutnant Hirō Onoda (jap. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}; * 19. März 1922 in Kainan; † 16. Januar 2014 in Tokio) war ein japanischer Nachrichtenoffizier, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch bis 1974 auf der philippinischen Insel Lubang als Ausharrender (Holdout) verblieb.

Biografie

Herkunft

Onoda wurde als fünftes von sieben Kindern in Kainan geboren; er hatte vier Brüder und zwei Schwestern.<ref name="no_surrender">No Surrender: My Thirty-Year War</ref> Hiro ist der Vorname – im Japanischen an zweiter Stelle genannt.

Leben im Versteck

Onoda war auf Lubang stationiert, als im Februar 1945 US-amerikanische Truppen die Insel eroberten. Der größte Teil der Soldaten der Kaiserlich Japanischen Armee wurde getötet bzw. gefangen genommen. Onoda und die Soldaten Yuichi Akatsu, Siochi Shimada und Kinshichi Kozuka konnten jedoch in den Dschungel flüchten und versteckten sich dort.

Im Oktober 1945 fand die Gruppe ein erstes Flugblatt, auf dem die Kapitulation Japans mitgeteilt wurde, kurz darauf ein zweites mit der Aufforderung: „Der Krieg endete am 15. August. Kommt von den Bergen herunter!“ Dem misstrauten die Soldaten, da sie ein paar Tage zuvor Schüsse vernommen hatten. Sie schlossen daher, dass es sich bei den Flugblättern um alliierte Propaganda handeln musste. Ende 1945 wurden weitere Flugblätter abgeworfen, mit dem Befehl des japanischen Generals Tomoyuki Yamashita, sich zu ergeben. Die Gruppe um Onoda beriet sich und kam zu dem Schluss, dass auch dieses Flugblatt eine List sei. Im September 1949 entfernte sich Akatsu von der Gruppe und ergab sich, nachdem er sechs Monate auf sich allein gestellt war, 1950. Die verbleibenden drei Soldaten sahen im Verschwinden von Akatsu ein Sicherheitsproblem. Akatsu bestätigte unterdessen der Außenwelt, dass die anderen drei noch am Leben waren, was 1952 dazu führte, dass Briefe und Familienfotos mit der Aufforderung, sich zu ergeben, abgeworfen wurden. Die drei Japaner kamen dem erneut nicht nach. Während einer Schießerei mit lokalen Fischern wurde Shimada 1953 ins Bein getroffen. Onoda pflegte ihn, bis er sich wieder erholt hatte. Am 7. Mai 1954 schließlich wurde Shimada dann von einem Suchtrupp erschossen, der die Männer ausfindig machen sollte.

Als Teil ihrer Guerillaaktivitäten verbrannten die beiden nun noch verbleibenden Männer Onoda und Kozuka am 19. Oktober 1972 Reis, welcher gerade von lokalen Bauern zusammengetragen wurde. Infolgedessen wurde Kozuka von der örtlichen Polizei erschossen. Nach diesem Vorfall wurde von den Behörden in Betracht gezogen, dass auch Onoda, der bereits im Dezember 1959 für tot erklärt worden war, noch leben könnte. Es wurden erneut Suchtrupps gebildet, die Onoda allerdings erneut nicht ausfindig machen konnten.

Datei:President Marcos and Hiroo Onoda.jpg
Präsident Marcos erhält von Onoda Hirō dessen Schwert am Tage der Kapitulation

Die Nachricht, dass Onoda noch am Leben sein könnte, sprach sich bis nach Japan herum. Dort brach gerade der Student Suzuki Norio sein Studium ab und setzte sich das Ziel „Leutnant Onoda, einen Panda und den Yeti zu finden, in dieser Reihenfolge“. Suzuki reiste in die Region, in der Onoda vermutet wurde, und suchte dort nach ihm. Weil Suzuki Japanisch sprach, gab sich ihm Onoda am 20. Februar 1974 zu erkennen. Beide wurden Freunde. Onoda lehnte es jedoch weiterhin ab, sich ohne den Befehl eines Vorgesetzten zu ergeben. Suzuki kehrte daher mit Fotos von sich und Onoda, als Beleg für ihr Treffen, nach Japan zurück. Dort machten die Behörden Onodas ehemaligen Vorgesetzten, Major Taniguchi, ausfindig, der inzwischen Buchhändler geworden war. Dieser flog am 9. März 1974 nach Lubang, informierte Onoda über die Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg und befahl ihm, sich zu ergeben. Das akzeptierte Onoda. Zu dieser Zeit trug er immer noch seine Uniform, sein Guntō-Schwert, sein Gewehr sowie etwa 500 Schuss Munition und mehrere Handgranaten bei sich. Obwohl er während seiner Zeit auf der Insel ungefähr 30 Menschen getötet und etwa 100 weitere verwundet hatte sowie in mehrere Schießereien mit der Polizei verwickelt war, wurde er aufgrund der Umstände vom philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos begnadigt.

Späteres Leben

Datei:Hiroo Onoda with councilman Gilbert Lindsay.jpg
Onoda Hirō (links) in Los Angeles (1975)

Nach seiner Rückkehr nach Japan war er so populär, dass er dazu angehalten wurde, für das Parlament zu kandidieren, was er aber nicht tat. Stattdessen verfasste er seine Biographie Waga Ruban-tō no sanjūnen sensō (Niemals aufgeben: Mein 30-jähriger Krieg). Im April 1975 hatte er genug vom Rummel um seine Person und zog sich, dem Beispiel seines älteren Bruders Tadao folgend, nach Brasilien zurück, um Viehzüchter zu werden. Dort heiratete er 1976 und wurde eine führende Persönlichkeit in der lokalen japanischen Gemeinschaft. 1980 las er einen Bericht über einen japanischen Jugendlichen, der seine Eltern umgebracht hatte. Da er dies auf den Werteverfall in der japanischen Gesellschaft zurückführte, entschloss er sich 1984, nach Japan zurückzukehren und Onodas Naturschule zu eröffnen, um diesem Werteverfall entgegenzuwirken. Diese Schule hat inzwischen mehrere Niederlassungen in ganz Japan.

1996 besuchte Onoda noch einmal die Insel Lubang und spendete der örtlichen Schule 10.000 US-Dollar. Seine Frau Machie wurde 2006 eine einflussreiche Person in einer konservativen japanischen Frauenvereinigung. Er selbst verbrachte jährlich drei Monate in Brasilien. Am 16. Januar 2014 verstarb Onoda in einem Tokioter Krankenhaus.<ref>Onoda, Japanese World War II soldier who waited until 1974 to surrender, dead at 91, abgerufen am 17. Januar 2014 (englisch)</ref>

Verfilmung

Die Geschichte Onodas inspirierte 2018 den französischen Regisseur Arthur Harari zum Film Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel, der 2021 erschien.

Siehe auch

Werke

  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Onoda Hirō: Tatakatta, ikita, Ruban-tō sanjūnen, Kōdansha 1974
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Onoda Hirō, Sakamaki Kazuo: Haruka ni sokoku wo kataru, Jiji Tsūshinsha 1977
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Wa ga burajiru jinsei, Kōdansha 1982
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Kodomo ha yasei da, Gakushū Kenkyūsha 1984
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Kodomo ha kaze no ko, shizen no ko - "janguru ojisan" no shizenryū kosodate, Kōdansha 1987
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Tatta hitori no sanjūnen sensō, Tōkyō Shinbun Shuppankyoku 1995
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Wa ga kaisō no Ruban-tō, Asahi Shimbunsha 1995
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Kyokugen de watakushi wo sasaeta mono, Yamada-mura Kyōiku Iinkai 1997
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, 1999, Onoda Hirō: Waga Ruban-tō no sanjūnen sensō., Mein 30-jähriger Krieg auf der Insel Lubang, englische Übersetzung: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (Übersetzung: Charles S. Terry) Kodansha International, Tokyo 1974, ISBN 1-55750-663-9.
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Kōen·Shinpojiumu Kirokushū Heisei Jūichi-nen, Yasukuni-jinja Sūkei Hōsankai 1999
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Onoda Hirō: Ikiru, Toyama-ken Minsei Gaigakushū Karejji 2001
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Chie no mi wo tabeyō 2004
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Kimitachi, dō suru?, Shinchōsha 2004
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Toi Jūgatsu: Onoda Hirō no owaranai sensō, Shinchōsha 2005
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Onoda Hirō, Nakajō Takanori: Dakara Nihonjin yo, Yasukuni he ikō, Wakku 2006
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Uo ha Mizuhito ha hito no naka - Ima dakara koso tsutaetai shi Onoda Hirō no kotoba, Seiryū Shuppan 2007
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, Ruban-tō sensō-go sanjū-nen no tatakai to Yasukuni-jinja he no omoi, Meiseisha 2007, ISBN 978-4944219575

Literatur

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  • Fukutsu, („Gib niemals auf“), Comicseite von Nora Krug über Onoda Hiro; erschienen in der Le Monde diplomatique, Januar 2007
  • Japanischer Soldat Hiroo Onoda: Tod eines legendären Kriegers. In: Spiegel Online vom 17. Januar 2014 (online)
  • Werner Herzog: Das Dämmern der Welt (auf der Biografie Onoda Hiros basierender Roman), Hanser Verlag, München 2021, ISBN 978-3-446-27076-3.
  • Stephan Kroener: Holdout: Die japanischen Soldaten, die das Kriegsende verpassten. In Spektrum-Geschichte, Heft 06/2022 (online, abgerufen am 12. Januar 2024).

Weblinks

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Einzelnachweise

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