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Ohre-Drömling

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Koordinaten: 52° 29′ 0″ N, 11° 7′ 0″ O

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Das Naturschutzgebiet (NSG) Ohre-Drömling liegt im Altmarkkreis Salzwedel und im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Es umfasst große Teile des Niedermoorgebiets Drömling und ist das größte Naturschutzgebiet des Landes.

Geographie

Datei:Drömling Nord Karte.jpg
Lage des nördlichen Bereichs des NSG (Karte vor 2005)
Datei:Nördlicher Drömling im Ohre Drömling.jpg
NSG Ohre-Drömling
Datei:Piplockenburg.JPG
Flachwasserzone Mannhausen mit Tausenden Gänsen im Oktober
Datei:Jeggauer Moor.JPG
Tümpel im Jeggauer Moor

Das Naturschutzgebiet liegt im Drömling, der zum größeren Teil zu Sachsen-Anhalt und zum kleineren Teil zu Niedersachsen gehört. Das Gebiet umfasst 103,4 Quadratkilometer.<ref name="lvwa">Beschreibung vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, abgerufen am 18. April 2018.</ref> Es reicht vom Nördlichen Drömling südlich von Kunrau im Nordwesten bis zum Gebiet Südlicher Drömling nördlich von Calvörde im Südosten. Das Gebiet ist etwa 23 Kilometer lang, teilweise aber nur einen Kilometer breit. Der Oebisfelde-Weferlinger Ortsteil Buchhorst liegt innerhalb des Gebiets, gehört aber nicht dazu. Einige Kolonien liegen innerhalb des Gebiets, sind aber von einigen Bestimmungen ausgenommen.<ref name="natur" /> Durch das Gebiet führen die Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin und mehrere Straßen, die ebenfalls nicht Bestandteil des Naturschutzgebiets sind. Das Naturschutzgebiet liegt zu beiden Seiten der Ohre und des Mittellandkanals. Das getrennt vom übrigen Gebiet liegende Jeggauer Moor zwischen Trippigleben und Jeggau gehört ebenfalls zum Naturschutzgebiet.

Das Gebiet ist in Schutzzonen I (Kernzone mit ganzjährigem Betretungsverbot) bis IV (Verbindungszone) gegliedert. Die Schutzzonen des Typs I umfassen 840 Hektar (ha), die des Typs II (Nässezone) 2900 ha, die des Typs III (Erhaltungszone) 4630 ha und die Schutzzonen des Typs IV 1910 ha.<ref name="natur">Verordnungstext (PDF-Datei; 48 kB), abgerufen am 18. April 2018.</ref>

Als Schutzzone I sind die folgenden Bereiche ausgewiesen:

  • Böckwitzer-Jahrstedter Drömling, nordwestlich von Buchhorst, grenzt an Niedersachsen
  • Breitenroder-Oebisfelder Drömling, westlich von Buchhorst, grenzt an Niedersachsen
  • Bekassinenwiese, zwischen Miesterhorst und Bösdorf

Schutzzonen der Stufe II sind die folgenden Gebiete:

Das Biosphärenreservat Drömling Sachsen-Anhalt – bis 2019 Naturpark Drömling – umfasst neben dem Naturschutzgebiet Ohre-Drömling weitere Gebiete, vor allem östlich des NSG. Wesentliche Überschneidungen gibt es mit dem FFH-Gebiet Drömling und dem EU-Vogelschutzgebiet Drömling.<ref name="lvwa" />

Geschichte

Das heute unter Schutz stehende Gebiet war bis in das 18. Jahrhundert eine kaum durchdringbare Sumpflandschaft, in der Bruchwälder vorherrschten. Durch Melioration wurde der Drömling urbar gemacht. Es wurden Rimpau’sche Moordammkulturen angelegt, die heute durch ihre zahlreichen parallelen Gräben erkennbar sind.

Vor der Wende gab es erste Initiativen, Teile des Drömlings der landwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen. 1990 wurde noch von der DDR-Regierung der Naturpark Drömling eingerichtet und mehrere Gebiete des sachsen-anhaltischen Drömlings unter Naturschutz gestellt. Folgende Naturschutzgebiete wurden gegründet:

  • Nördlicher Drömling, 2253,7 Hektar (ha)
  • Böckwitzer-Jahrstedter Drömling, 317 ha, Totalreservat
  • Breitenroder-Oebisfelder Drömling, 432 ha, Totalreservat
  • Stauberg, 14,3 ha
  • Bekassinenwiese, 42,6 ha
  • Jeggauer Moor, 66,2 ha
  • Südlicher Drömling, 1397,6 ha<ref name="lvwa" />

Zum 1. Juli 2005 wurde das NSG Ohre-Drömling gegründet. Es enthält alle vorgenannten Naturschutzgebiete und ist mehr als doppelt so groß wie die bisherigen Naturschutzgebiete zusammen. Es wird auch als NSG 0387 bezeichnet. 2008 bewilligte das Bundesumweltministerium 2,5 Millionen Euro für den Naturschutz im Drömling.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmub.bund.dePressemitteilung des Bundesumweltministeriums (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2024. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, abgerufen am 7. September 2011.</ref>

Ökologie, Flora und Fauna

Als Schutzzweck ist angegeben:

„Sicherung der Arten- und Formenvielfalt einer von grundwasserbeeinflußten Wald- und Grünlandstandorten gekennzeichneten Kulturlandschaft unter Bewahrung von naturnahen Ökosystemen der Naß- und Feuchtstandorte; Erhaltung der kulturhistorisch bedeutsamen Moordammkulturen und die Entwicklung einer ökologisch orientierten Gesamtbewirtschaftung“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Verordnung des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt<ref name="lvwa" />

Östlich der Kolonie Mannhausen wurde 2001 die rund 40 ha umfassende Flachwasserzone Mannhausen mit zahlreichen Inseln und Halbinseln als Ausgleichsmaßnahme zur Verbreiterung des Mittellandkanals angelegt. Das Gebiet befindet sich unmittelbar am Mittellandkanal und ist durch ein Einlassbauwerk mit ihm verbunden. Dort finden zahlreiche Wasservögel in großer Individuenzahl einen Lebensraum.

Der Drömling liegt im Übergang der atlantischen zu den kontinentalen Florenelementen. Zahlreiche seltene Pflanzenarten kommen vor, vor allem in den Gräben. Dazu gehört der Gemeine Pillenfarn, der Flutende Sellerie, der Sumpfquendel und der Große Wasserfenchel.<ref name="natur" />

Säugetierarten wie Biber, Fischotter und zwölf Fledermausarten nutzen das Gebiet als Lebensraum. Wasseraffine Vögel kommen in hoher Arten- und Individuenzahl vor. Zu ihnen zählen Kiebitz, Weißstorch, Eisvogel, Bekassine und Kranich, aber auch Schwarzstorch und Seeadler. Als charakteristisch gilt der Große Brachvogel. Viele Reptilien und Amphibien leben im Naturschutzgebiet, darunter die Ringelnatter und der Europäische Laubfrosch. In den Gräben kommen Schmerlenartige wie der Schlammpeitzger sowie die Quappe vor. Außerdem ist das Naturschutzgebiet Lebensraum für zahlreiche seltene Käfer- und Libellenarten.<ref name="natur" />

Eine an die speziellen Standortbedingungen angepasste Landwirtschaft ist außer in Schutzzone I durchaus vorgesehen. Auch die Jagd und die Wasserwirtschaft sind eingeschränkt gestattet.<ref name="natur" />

Naturschutz im Drömling

Das Naturschutzgebiet Ohre-Drömling liegt vollständig innerhalb des Biosphärenreservats Drömling, das auch Landschaftsschutzgebiete, Verkehrswege und Siedlungen enthält. In Kämkerhorst befindet sich innerhalb des NSG das Drömlingsinformationszentrum Kämkerhorst. Im niedersächsischen Teil des Drömling wurden 1988 bis 1991 vier Naturschutzgebiete mit zusammen 1777 ha ausgewiesen. Dabei grenzt das Naturschutzgebiet Kaiserwinkel unmittelbar an die Gebiete Böckwitzer-Jahrstedter Drömling und Breitenroder-Oebisfelder Drömling, ist aber kein Totalreservat. Ein weiteres Naturschutzgebiet, der Nördliche Drömling, wurde im November 2019 ausgewiesen.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Naturschutzgebiet
Naturschutzgebiet
Wappen Altmarkkreis Salzwedel
Wappen Altmarkkreis Salzwedel

Beetzendorfer Bruchwald und Tangelnscher Bach | Ferchauer Forst | Harper Moor | Jävenitzer Moor | Jemmeritzer Moor | Kalbescher Werder bei Vienau | Klüdener Pax-Wanneweh | Ohreaue | Ohre-Drömling Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Klappleiste/Anfang

Naturschutzgebiet
Naturschutzgebiet
Wappen Landkreis Börde
Wappen Landkreis Börde

Bachtäler des Lappwaldes | Bartenslebener Forst | Benitz | Colbitzer Lindenwald | Großes Bruch bei Wulferstedt | Klüdener Pax-Wanneweh | Mahlpfuhler Fenn | Ohre-Drömling | Rehm | Rogätzer Hang-Ohremündung | Salzstellen bei Sülldorf | Seeburg | Waldfrieden und Vogelherd im Hohen Holz | Wellenberge-Rüsterberg Vorlage:Klappleiste/Ende