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Offshore-Windpark Nördlicher Grund

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Vorlage:Hinweisbaustein

Offshore-Windpark „Nördlicher Grund“
Lage

Offshore-Windpark Nördlicher Grund (Nordsee)
Offshore-Windpark Nördlicher Grund (Nordsee)
Koordinaten 55° 3′ 0″ N, 6° 55′ 0″ OKoordinaten: 55° 3′ 0″ N, 6° 55′ 0″ O
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Land Deutschland
Gewässer Nordsee
Daten

Typ Offshore-Windpark
Primärenergie Windenergie
Leistung 384 MW
Eigentümer The Blackstone Group Inc.
Projektbeginn 2003
Gründung Nördlicher Grund GmbH
Stand Nicht umgesetzt
Datei:Karte Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht.svg
Geplante Lage von Nördlicher Grund innerhalb der Windparks in der Deutschen Bucht, Karte von 2015

Der Offshore-Windpark Nördlicher Grund war ein geplanter Windpark in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee.

Lage

Die Projektfläche befand sich 84 Kilometer westlich der Insel Sylt und war 55 km² groß, bei einer Wassertiefe von 21 bis 33 Metern.

Planung und Entwicklung

Das Konsortium Nördlicher Grund GmbH, an welchem die renergys GmbH und GEO Gesellschaft für Energie und Oekologie mbH jeweils zu 50 Prozent beteiligten waren, reichte am 10. Dezember 2001 einen ersten Antrag zur Errichtung eines Windparks auf dieser Fläche ein. Ein überarbeiteter Antrag wurde am 22. August 2003 eingereicht.<ref>NfS 39/04 vom 24. September 2004, S. 4.2, BSH, Hamburg/Rostock 2004</ref> Am 1. Dezember 2005 erteilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eine Genehmigung für den Bau und Betrieb von 80 Windenergieanlagen, mit deren Errichtung bis zum 31. Dezember 2016 begonnen werden musste.<ref>NfS 05/12 vom 3. Februar 2012, S. 4.9, BSH, Hamburg/Rostock 2012</ref><ref>Offshore-Windpark „Nördlicher Grund“ in der Nordsee genehmigt. In: Solarserver. 7. Dezember 2005, abgerufen am 2. September 2022.</ref> Am 2. Juni 2006 wurde die Genehmigung für den Anschluss des Windparks erteilt, welcher in Büsum mit dem allgemeinen Stromnetz verbunden werden sollte.<ref>Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH) erteilt Kabelgenehmigung für Offshore-Windpark vor Sylt. In: Ecoreporter.de. 2. Juni 2006, abgerufen am 2. September 2022.</ref>

2007 wurde ein Teil des Projektgebiets abgetrennt und an den benachbarten Windpark Sandbank übertragen.<ref>Sandbank Power verkauft Sandbank 24. In: Projekt Firmengruppe. Abgerufen am 2. September 2022.</ref> 2008 erwarb Renergys den Anteil von GEO und wurde damit alleiniger Eigentümer.<ref>Markus Lembeck: Renergys erwirbt Mehrheit an Windpark Nördlicher Grund. In: JUVE. 29. Februar 2008, abgerufen am 2. September 2022.</ref> 2011 übernahm die US-Investmentgesellschaft Blackstone Group für 1,3 Mrd. Euro die Rechte zum Bau des Windparks, der bis 2016 ans Netz gehen sollte.<ref>Flora Wisdorff: US-Investor steckt Milliarden in Windpark. Welt, 6. August 2011, abgerufen am 2. September 2022.</ref> 2012 änderte die damalige Bundesregierung jedoch die Genehmigungsregeln für den Netzanschluss von Offshore-Windparks und zog dabei die Anschlusszusage für den Windpark Nördlicher Grund zurück. 2014 wurde zudem das Ausbauziel für Offshore-Windenergie auf 6,5 GW bis 2020 reduziert. Der Anschluss SylWin 2, über welchen Nördlicher Grund angebunden werden sollte, wurde im Zuge dessen auf die 2020er Jahre verschoben. Projektentwickler WindMW schlug alternativ eine Anbindung an den nur wenig ausgelasteten Anschluss Helwin 2 vor, was die Bundesnetzagentur jedoch ablehnte, da die Anschlussstelle zu einer anderen Zone gehöre und Vernetzungen zwischen diesen nicht vorgesehen seien.<ref>Tilman Weber: Wohin geht Nördlicher Grund? In: Erneuerbare Energien. 29. April 2015, abgerufen am 2. September 2022.</ref> Der Baubeginn des Windparks, welcher von Blackstone bereits auf 2016 verschoben worden war, wurde damit de facto bis mindestens 2020 aufgeschoben.<ref>Holger Paul: Meerwind soll 360.000 Haushalte mit Strom versorgen. In: FAZ. 10. November 2014, abgerufen am 2. September 2022.</ref>

Nachdem 2017 mit dem Windpark Sandbank der letzte von sechs Windparks der ersten Auktion in Betrieb genommen worden war, bewarb sich Nördlicher Grund für die zweite Auktion, mit Inbetriebnahme bis 2025.<ref>Henning Baethge: Windparks vor der Westküste sind komplett. In: sh:z. 21. Juli 2017, abgerufen am 2. September 2022.</ref> 2018 erhielt das Projekt den Zuschlag. Die Netzanbindung sollte wie ursprünglich geplant über den Anschluss SylWin 2 erfolgen.

Das Projekt wurde 2023 eingestellt, in der Flächenplanung für 2024 kommt der Park nicht mehr vor.<ref>Olaf Preuß: So könnte der Ausbau von Offshore-Windparks beschleunigt werden. In: Welt. 25. März 2022, abgerufen am 27. Dezember 2024.</ref><ref>Laufende Fortschreibung Flächenentwicklungsplan. (PDF; 4,8 MB) Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie, 1. September 2023, abgerufen am 27. Dezember 2024.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise und Fußnoten

<references />