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Oberstabsgefreiter

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Datei:2152841 A German soldier of 6th Company, 31st Parachute Infantry Regiment during exercise Swift Response 15 in 2015.jpg
Deutscher Fallschirmjäger im Dienstgrad Oberstabsgefreiter mit G36

Oberstabsgefreiter ist ein militärischer Dienstgrad der Bundeswehr. Dieser Dienstgrad wurde im Jahr 1996 als neuer höchster Mannschaftsdienstgrad geschaffen, nachdem im Jahr 1989 bereits der Dienstgrad Stabsgefreiter eingeführt worden war. Bis zur Einführung der Dienstgrade Korporal und Stabskorporal im September 2021 blieb Oberstabsgefreiter der höchste Dienstgrad in der Laufbahn der Mannschaftssoldaten.

Während des Zweiten Weltkriegs gab es zwischen 1940 und 1945 den Dienstgrad des Oberstabsgefreiten bereits bei der Kriegsmarine der Wehrmacht, jedoch nicht bei Heer oder Luftwaffe.

Bundeswehr

{{#if: Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger der Fernmeldetruppe.Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger.Ärmelabzeichen am Hemd, dunkelblau für Marineuniformträger (Verwendungsreihe 10er Seemännischer Dienst) |
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Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger der Fernmeldetruppe. Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger. Ärmelabzeichen am Hemd, dunkelblau für Marineuniformträger (Verwendungsreihe 10er Seemännischer Dienst)
Dienstgradabzeichen<ref name="ZDV2008">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref group="A">Links: Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger der Fernmeldetruppe. Mitte: Dienstgradabzeichen auf der Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger. Rechts: Ärmelabzeichen am Hemd, dunkelblau eines Marineuniformträgers (Verwendungsreihe 10er Seemännischer Dienst)</ref>

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Dienstgradgruppe Mannschaften<ref name="SG">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
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Dienstgrad Heer/Luftwaffe Oberstabsgefreiter
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Uniformträgerbereich<ref group="A" name="Verkürzt">Aus Platzgründen verkürzte Bilduntertitel. Gemeint sind jeweils Heeresuniformträger, Luftwaffenuniformträger und Marineuniformträger. Die neben der Aufschiebeschlaufe für Heeresuniformträger abgebildete jägergrüne Flachlitze deutet auf einen Soldaten der Panzergrenadiertruppe, der Infanterie oder der Spezialkräfte hin. Neben den hier auf den Schulterklappen aufgeschoben abgebildeten Aufschiebeschlaufen für die Feldbluse im fünffarbigen Flecktarnmuster gibt es noch etliche weitere Dienstgradabzeichentypen, die im Artikel →„Dienstgradabzeichen der Bundeswehr“ ausführlicher dargestellt werden.</ref><ref name="ZDV2008" />
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Der Dienstgrad Oberstabsgefreiter wird durch den Bundespräsidenten mit der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten<ref name="BPräsUnifAnO" /> auf Grundlage des Soldatengesetzes<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> festgesetzt.

Befehlsbefugnis und Dienststellungen

In der Bundeswehr ist der Oberstabsgefreite ein Mannschaftsdienstgrad,<ref name="BPräsUnifAnO" /> der gemäß der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 14/5 „Soldatengesetz“ zur Dienstgradgruppe der Mannschaften zählt. Aufgrund der Zugehörigkeit zur Dienstgradgruppe der Mannschaften können Oberstabsgefreite auf Grundlage des § 4 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung niemandem allein auf Grund ihres Dienstgrades Befehle erteilen.<ref name="SGA12">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name="VorgV4">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Wie alle Mannschaftsdienstgrade können sich Oberstabsgefreite auch in Notlagen nicht selbst zu Vorgesetzten gemäß § 6 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund eigener Erklärung“) der Vorgesetztenverordnung erklären.<ref name="VorgV6">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Oberstabsgefreite werden beispielsweise als Kraftfahrer geschützter Fahrzeuge, als besonders geschulter Infanterist (beispielsweise Scharfschütze, MILAN-Lenkschütze oder bei den spezialisierten Kräften), als stellvertretender Wachhabender im Wachdienst oder als Bediener von Waffensystemen (z. B. als Richtschütze gepanzerter Fahrzeuge) oder als Instandsetzer auch komplizierter technischer Systeme (Bordwaffen, Funkgeräte, optische und elektronische Aufklärungsmittel usw.) eingesetzt. Die meisten für Oberstabsgefreite ausgeschriebenen Dienstposten sind jedoch in Stäben ausgeplant. Erfahrene Oberstabsgefreite sind häufig auch Ausbilder, Truppführer oder (dann aber meist nur übergangsweise nach § 5 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund besonderer Anordnung“) der Vorgesetztenverordnung) Gruppenführer. Aufgrund ihrer Erfahrung, die meist der Erfahrung von Unteroffizieren entspricht, sind Oberstabsgefreite in Stäben häufig mit Aufgaben betraut, die erhebliches Fachwissen und eine hohe Verantwortung bedingen. Aufgrund dieser und ähnlicher Dienststellungen und Aufgabenbereiche können Oberstabsgefreite in den in der Vorgesetztenverordnung aufgezählten Fällen und in den dort genannten Grenzen allen dienstlich oder fachlich unterstellten Soldaten Befehle erteilen.<ref name="SGA12" /><ref name="VorgV">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Ernennung

Maßgebliche gesetzliche Grundlagen für die Ernennung zum Oberstabsgefreiten trifft die Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) und ergänzend die Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 20/7. Zum Oberstabsgefreiten können Zeitsoldaten und beorderte Reservisten der Laufbahnen der Mannschaften ernannt werden.<ref group="A">Da die Soldatenlaufbahnverordnung den Wechsel von Oberstabsgefreiten in andere Laufbahnen ermöglicht, gibt es aber auch Soldaten anderer Laufbahnen, die den Dienstgrad Oberstabsgefreiter führen.</ref> Soldaten können 48 Monate nach Eintritt in ein Dienstverhältnis der Bundeswehr zum Oberstabsgefreiten ernannt werden.<ref group="A">Aktive Soldaten können also in der Praxis nach 48 Monaten Dienstzeit zum Oberstabsgefreiten ernannt werden. Für Reservisten gilt entsprechend, dass die Beförderung erst 48 Monate nach Eintritt in ein entsprechendes Dienstverhältnis erfolgen kann. Reservisten und aktive Soldaten werden insoweit gleichgestellt, als dass die Ernennung in diesen Dienstgrad für Reservisten nicht früher erfolgt als für Soldaten, die in einem anderen Wehrdienstverhältnis „verblieben sind“. Reservisten werden also in dieser Hinsicht so behandelt, als ob sie ununterbrochen in der Bundeswehr gedient hätten. Die Dienstzeit fällt für Reservisten jedoch insgesamt meist wesentlich kürzer aus, da jeweils nur relativ wenige Tage Wehrdienst beispielsweise in Form von Wehrübungen vor Ernennung in einen höheren Dienstgrad abzuleisten sind. Anders als bei Dienstgraden bis zum Hauptgefreiten werden die Beförderungszeiten für Oberstabsgefreite zumeist deutlich überschritten; doch kann ein auf acht Jahre verpflichteter Zeitsoldat der Mannschaftslaufbahn im Normalfall damit rechnen, im Laufe seiner Dienstzeit in diesen Dienstgrad aufzurücken.</ref> Soldaten auf Zeit müssen sich für mindestens sechs Jahre für den Dienst in den Streitkräften verpflichten. Oberstabsgefreite haben vor der Ernennung in der Regel mindestens ein Jahr im Dienstgrad Stabsgefreiter gedient.<ref name="SLV">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name="Anlage">Beachte auch: {{#switch: buzer

|juris={{#switch: slv
  |hoai=Anlage (zu § 3). Zuordnung der Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten zu den Laufbahngruppen der Mannschaften, der Unteroffiziere und der Offiziere
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Besoldung

Zeitsoldaten im Dienstgrad Oberstabsgefreiter werden nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A 5mA besoldet. Damit erhält ein Oberstabsgefreiter in etwa dieselben Bezüge wie der Dienstgrad Unteroffizier.<ref name="BBesO" />

Geschichte

Am 7. Februar 1996 wurde durch eine Änderung der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten der Dienstgrad Oberstabsgefreiter neu geschaffen.<ref name="BPräsUnifAnO96">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Der Dienstgrad stand lange zur Diskussion, wurde aber doch nicht abgeschafft, da man sich der Bedeutung von erfahrenen Mannschaften bewusst geworden ist. Sie werden nun nicht mehr nur in Spezialistenverwendungen eingesetzt. Seit Anfang 2007 wurden in der Truppe wieder vermehrt Planstellen in der Besoldungsgruppe A 5 mit Zulage geschaffen, um die Laufbahn der Mannschaften attraktiver zu gestalten. Dazu hat man im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr viele Truppführerdienstposten von Unteroffizier- bzw. Stabsunteroffizierstellen in Stabsgefreiten- bzw. Oberstabsgefreitenstellen umgewandelt.

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Dienstgradabzeichen

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Oberstabsgefreiter RBA<ref name="ZDV2008" />

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Das Dienstgradabzeichen für Oberstabsgefreite zeigt fünf Schrägstreifen auf beiden Schulterklappen bzw. für Marineuniformträger auf den Oberärmeln.<ref group="A">In der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten werden für Marineuniformträger die Ärmelabzeichen beschrieben. Für einige Anzugarten für Marineuniformträger sind jedoch nach Zentraler Dienstvorschrift 37/10 Schrägstreifen auf beiden Schulterklappen wie für Heeres- und Luftwaffenuniformträger vorgesehen.</ref><ref name="BPräsUnifAnO" /><ref name="ZDV2008" />

Vorlage:HinweisbausteinWeil der Oberstabsgefreite lange der Spitzendienstgrad der Mannschaften war (vgl. unten) und die Schrägbalken der Form von Pommes frites, zumal in der goldgelben Variante für Marineuniformträger, ähneln, werden Oberstabsgefreite scherzhaft auch als Pommes-General oder Pommes-Bude bezeichnet.<ref group="A">Diese Bezeichnung findet sich aber auch schon für Dienstgrade, die analog zu den vier Sternen der Generale vier (Hauptgefreite (UA), der Stabsgefreite oder der Marineuniformträger im Dienstgrad Obergefreiter (FA)) oder mehr Balken aufweisen.</ref> Aufgrund der Vielzahl von Streifen, die bei Unteroffizier- und Feldwebelanwärter in Marineuniform sogar noch um einen bzw. zwei Balken erhöht wird, wird der Oberstabsgefreite scherzhaft auch als NATO-Zebra bezeichnet.<ref group="A">Diese Bezeichnung wird manchmal auch für andere Mannschaftsdienstgrade bezeichnet, die ähnlich viele Balken aufweisen (Marineuniformträger im Dienstgrad Stabsgefreiter (FA) usw.)</ref>

Äquivalente, nach- und übergeordnete Dienstgrade

Den Dienstgrad Oberstabsgefreiter führen sowohl Heeres-, Luftwaffen- als auch Marineuniformträger.<ref name="BPräsUnifAnO" /> In den Streitkräften der NATO ist der Oberstabsgefreite zu allen Dienstgraden mit dem NATO-Rangcode OR-4 äquivalent. Gemäß NATO-Rangcode ist der Dienstgrad der Bundeswehr also beispielsweise mit dem Corporal der Streitkräfte der Vereinigten Staaten vergleichbar, der dort bereits zur Dienstgradgruppe der Unteroffiziere zählt.<ref name="STANAG" />

In der Laufbahngruppe der Mannschaften ist der Oberstabsgefreite gemäß ZDv 20/7 über dem rangniedrigeren Stabsgefreiten und unter dem ranghöheren Korporal eingeordnet.<ref name="20/7" />

Datei:Bundeswehr Kreuz Black.svg Mannschaftsdienstgrad
Niedrigerer Dienstgrad<ref name="SGBOX">Die äquivalenten, ranghöheren und rangniedrigeren Dienstgrade sind im Sinne der ZDv 14/5 B 185 angegeben, vgl. {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>   Höherer Dienstgrad<ref name="SGBOX"/>
Stabsgefreiter Oberstabsgefreiter Korporal

Dienstgradgruppe: MannschaftenUnteroffiziere o.P.Unteroffiziere m.P.LeutnanteHauptleuteStabsoffiziereGenerale
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Frühere Streitkräfte

Kriegsmarine der Wehrmacht

Datei:Kriegsmarine paraman Stabsobergefreiter 3D.svg
Ober­stabs­gefreiter
Seemännischer Dienst
Abb. falsch, da hier Winkel glatt, statt geflochten

Im deutschen Militär wurde der Dienstgrad Oberstabsgefreiter, mit Verfügung vom 23. Juli 1940, in der Kriegsmarine der deutschen Wehrmacht erstmals eingeführt. Er entstand aus der Umbenennung des bisherigen Dienstgrades Stabsgefreiter alter Art, den noch jene Marineangehörigen führten, die vor dem 1. April 1934 in diesen Rang befördert worden waren.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Ihm ging der Laufbahnzusatz jeweils voran (bspw. Matrosenoberstabsgefreiter, Funkoberstabsgefreiter usw.).<ref>Schlicht, Angolia (Kriegsmarine), S, 90–91</ref> Das Rangabzeichen wurde auf dem linken Oberärmel getragen. Es bestand aus zwei goldfarbenen Winkeln aus geflochtenem Soutacheband (Plattschnur) mit einem vierspitzigen Rangstern im Feld zwischen den Schenkeln des oberen Winkels; auf dem weißen Hemd und auf der braunen Tropenfeldbluse war das Abzeichen kornblumenblau. Die gelben Rangabzeichen waren auf einer dunkelblauen Unterlage aufgenäht, die blauen auf einer weißen Unterlage bzw. auf einer aus braunem Tropenstoff. Das Laufbahnabzeichen wurde oberhalb des auf dem linken Oberärmel getragenen Rangabzeichens geführt.<ref>Schlicht, Angolia (Kriegsmarine), S. 94</ref>

In Heer und Luftwaffe existierte dieser Dienstgrad nicht.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Deutsches ReichDatei:War ensign of Germany (1938-1945).svg{{#if: # [[{{{Ziel}}}]]|Deutsches Reich}}}}}} Dienstgrad
niedriger:
Stabsgefreiter (M)
Datei:Kriegsmarine insignia casco.svg

Oberstabsgefreiter (M)
Datei:Kriegsmarine insignia casco.svg
höher:
Maat (M)
Datei:Kriegsmarine insignia casco.svg

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Anmerkungen

<references group="A" />

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />