Oberrombach (Hünfeld)
Oberrombach Stadt Hünfeld
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(214)&title=Oberrombach 50° 40′ N, 9° 41′ O
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dim=10000 | globe= | name=Oberrombach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 332 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 1,35 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 214 (31. Dez. 2015)<ref name="DF">Bevölkerungsstatistik des Landkreises Fulda. (PDF), abgerufen im Oktober 2020.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 159 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Februar 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 36088 | |||||
| Vorwahl: | 06652 | |||||
Oberrombach ist ein Stadtteil von Hünfeld im osthessischen Landkreis Fulda und liegt direkt an der Bundesautobahn 7 (A7) auf halber Strecke zwischen Hamburg <-> München.
Geographie
Der Stadtteil Oberrombach liegt an den nördlichen Ausläufern der Rhön und gehört zum Biosphärenreservat Rhön.
Der Hauptort Hünfeld liegt östlich des Dorfes. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3176, im Westen liegt die Bundesautobahn 7 mit der Anschlussstelle Hünfeld - Oberrombach liegt auf halber Strecke zwischen Hamburg <-> München.
Ortsgeschichte
Mittelalter
Die älteste Erwähnung eines Ortes „Ruochenbach“ stammt aus der Zeit zwischen 794 und 800. Die historische Quelle findet sich in einem Kopiar, das um 1200 entstand. Diese ist der Bericht Eigil über das Leben des vierten Abtes von Fulda Sturmius. Darin geht es um die Suche nach einem geeigneten Platz zur Errichtung einer Einsiedelei, die 742/43 in Haerulfisfeld errichtet wurde. Dabei fanden die Mönche einen Ort, der Ruochenbach genannt wurde (... in loco qui Ruochenbach dicitur).<ref>Eigil: Vita Sturmi, S. 136.</ref>
Die Originalstelle aus der "Vita Sturmi" lautet: "Navem egressi perambulantes circumquaque et considerantes terram, montes, colles, superioraet inferiora explorantes, ubi Dominus servis suis in solitudine ad inhabitandum demonstraret locum, tertio demum die adlocum pervenerunt, ubi flumen quod dicitur Luodera intrat in Fuldam. Inde reversa nave coeperunt ad propriam remeare cellam, nihil tale reperientes, quod eorum placuisset obtutibus, praeter quod paulisper demorati sunt in loco qui dicitur Ruohenbach, ubi eis visum fuerat posse servos Dei utcumque sum fuerat posse servos Dei utcumque esse, non tarnen per omnia aestimantes venerando episcopo placuisse."<ref>Vita Sturmi. In: Fuldaer Geschichtsblätter. 1980, S. 7, abgerufen am 18. Juli 2024.</ref>
Im Jahre 980 werden die Gewässernamen Fulda und Ruhunbach in einer Urkunde erwähnt: „de Vulda in Ruhunbach.“.<ref>MGH, Dipl., II, Nr. 221, S. 250.</ref>
Erst seit dem 14. Jahrhundert findet man eine Differenzierung des Ortsnamens statt. Zuerst unterschied man zwischen den Orten Michelsrombach (1345) und Fraurombach. Die Unterscheidung erfolgte hier nach der Lage der Siedlungen am Ober- und Unerlauf des Rombachs: Fraurombach war 1343: „inferioiri Ruhembach“ (das untere Rombach),<ref>StAM, R II, Frauenberg.</ref> Michelsrombach 1345: „superior villa Rombach“ (das obere Rombach).<ref>Konrad Lübeck: Alte Ortschaften des Fuldaer Landes. Band 1–2. Fulda 1934–1936. Bd. 1. S. 160.</ref> Beide Orte an der Rombach wurden am Ende des 15. Jahrhunderts nach ihrem jeweiligen Kirchenpatrozinium umbenannt. 1498 findet sich in einem Kopiar, das um 1500 entstand, der Eintrag: „michels- vnd frawen Rombach“. Die Kirchenpatrozinien waren Sankt Michael und die Jungfrau Maria. Der dritte Ort an der Rombach, Oberrombach, kann seinen Namen erst erhalten haben, nachdem aus dem früheren oberen Rombach Michelsrombach geworden war. 1552: „Obernrombach“.<ref>StAM, 90 g, Nr. 317. S. 62 f.</ref> 1596 wird auch dieser Ortsname zeitweise nach dem dortigen Patronzinium genannt: „Johannes Rombach“.<ref>StAM, 90 d, v. Trümbach, Paket 21.</ref>
Die Namensforschung überträgt den Gewässernamen Rombach als Ableitung des Rufnamens „Ruoho“.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 310–312. besonders 311 f.</ref>
Neuzeit
Erst im 16. Jahrhundert entwickelte sich der heutige Ortsname. In einem Transumpt von 1596 findet sich der Ortsname „Obernrombach“, der auf das Jahr 1552 datiert wird.<ref>StAM, 90 g, Nr. 317, S. 62 f.</ref> Dies konnte erst geschehen, nachdem aus dem bisher Oberrombach genannten Ort Michelsrombach geworden war. 1573 wird noch einmal „Ober Rombach“ erwähnt,<ref>StAM, 90 d, von Trümbach, Paket 9.</ref> bevor der Ort schließlich 1596 als „Johannes Rombach“ erscheint.<ref>StAM, 90 d, von Trümbach, Paket 10.</ref>
Zum 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Oberrombach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Hünfeld eingemeindet.<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Abs. 25 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,2 MB]).</ref><ref></ref> Für Oberrombach wurde, wie für die übrigen bei der Gebietsreform nach Hünfeld eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 128 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Hünfeld, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Oktober 2020; abgerufen im Oktober 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Oberrombach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Fulda, Amt/Oberamt Burghaun
- 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Burghaun
- 1806–1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung)
- 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Burghaun
- ab 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Burghaun
- ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.</ref><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Justizamt Burghaun) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Hünfeld
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld, Stadt Hünfeld<ref group="Anm.">Am 1. Februar 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Hünfeld.</ref>
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Stadt Hünfeld
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> |
| • 1569: 6 Steuernde |
| • 1592: wüst |
| • 1789: 6 Bauern, 3 Hüttner |
| • 1812: 9 Feuerstellen, 74 Seelen |
| Oberrombach: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2015 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1812 | 74 | |||
| 1834 | 118 | |||
| 1840 | 125 | |||
| 1846 | 144 | |||
| 1852 | 124 | |||
| 1858 | 107 | |||
| 1864 | 134 | |||
| 1871 | 117 | |||
| 1875 | 121 | |||
| 1885 | 123 | |||
| 1895 | 115 | |||
| 1905 | 138 | |||
| 1910 | 147 | |||
| 1925 | 120 | |||
| 1939 | 129 | |||
| 1946 | 193 | |||
| 1950 | 187 | |||
| 1956 | 144 | |||
| 1961 | 140 | |||
| 1967 | 219 | |||
| 1970 | 175 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 222 | |||
| 2015 | 214 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Hünfeld<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Oberrombach 222 Einwohner. Darunter waren 6 (2,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 108 zwischen 18 und 49, 42 zwischen 50 und 64 und 30 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 90 Haushalten. Davon waren 24 Singlehaushalte, 27 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 66 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 7 evangelische (= 5,26 %), 126 katholische (= 94,74 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 6 evangelische (= 4,29 %), 134 katholische (= 95,71 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Oberrombach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Oberrombach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 66,28 %. Alle Kandidaten gehörten der „Oberrombacher Union“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Oberrombach. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Reiner Wenzel zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Oberrombach. In: Webauftritt. Stadt Hünfeld, abgerufen im März 2023.</ref>
Infrastruktur
Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Lokale Nahverkehrsgesellschaft Fulda mit der Buslinie 73 sicher. Der Bahnhof Hünfeld ist entsprechend erreichbar.
Mehrere Radwege und Wanderwege durchqueren Oberrombach in Richtung Hünfeld, Schlitz (Vogelsberg), Burghaun & Fulda (über Marbach, Petersberg).
Im Ort - unweit der Bundesautobahn 7 (A7) - sind 2 Hotels angesiedelt.
Literatur
- Adrian Seib: Kulturdenkmäler in Hessen. Landkreis Fulda II. Burghaun, Eiterfeld, Hünfeld, Nüsttal, Rasdorf. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Herausgeber und Verlag), Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8062-2607-2, S. 364–365.
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Die Stadtteile. In: Webauftritt der Stadt Hünfeld.
- Oberrombach, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Oberrombach, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 12 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020.</ref> </references>
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