OVS (Unternehmen)
| OVS S.p.A.
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | OVS_logo_2014.svg | |
| Rechtsform | Società per azioni |
| ISIN | IT0005043507 |
| Gründung | 1972 |
| Sitz | Venedig, Datei:Flag of Italy.svg Italien |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 5.717<ref name="AR">ovscorporate.it - Relazione finanziaria annuale 2023</ref> |
| Umsatz | 1,54 Mrd. EUR<ref name=AR /> |
| Branche | Textilindustrie |
| Website | www.ovs.it |
| Stand: 31. Dezember 2023 | |
OVS ist ein italienisches Textil- und Modeunternehmen mit Sitz in Venedig, das zur italienischen Coin S.p.A. gehört.
Geschichte
Italien
OVS wurde 1972 als Magazzini Oviesse gegründet.
Im September 2014 teilte OVS mit, dass das Unternehmen an die Mailänder Börse gehen werde. Der Börsengang soll Oviesse ca. 250 Millionen Euro zuführen, mit deren Hilfe Schulden abgebaut und neue Filialen finanziert werden sollen.<ref name=handel20140904>Kaufhausgruppe Oviesse geht an die Börse. In: Handelszeitung. 4. September 2014, abgerufen am 26. Juli 2015.</ref>
Deutschland
Mit der Übernahme der defizitären Warenhäuser der Kaufhalle AG (Vertriebsschienen: Kaufhalle, M. multistore) im September 2000 stieg Oviesse in den deutschen Markt ein. Gegen eine Zahlung von 64 Millionen DM von Divaco verfügte Oviesse somit über 98 Warenhäuser, zwei Logistikzentren und eine Hauptverwaltung. Nicht in den Kauf eingeschlossen waren die Immobilien. Die 5000 Mitarbeiter erwirtschafteten zu diesem Zeitpunkt rund 1,4 Milliarden DM Umsatz. Oviesse wollte in den folgenden Jahren etwa 300 Millionen DM in die Modernisierung der Häuser investieren.<ref name=handel20000914>Italienische Handelskette Coin übernimmt deutsche Kaufhalle. In: Handelsblatt. 14. September 2000, abgerufen am 26. Juli 2015.</ref> Zudem erwartete Oviesse einen Restrukturierungsaufwand von ca. 100 bis 150 Millionen DM.<ref name=faz20010221>Aus den alten Kaufhalle-Filialen werden jetzt zügig Oviesse-Geschäfte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Band 44, 21. Februar 2001, S. 22.</ref> Während Oviesse die Textilien liefert, sollten alle anderen Produkte über die Deutsche Woolworth bezogen werden. Die nicht genutzten Flächen sollten an Lebensmitteleinzelhändler oder Verbrauchermärkte vermietet werden.<ref name=handel20030130>Comeback für die Kaufhalle. In: Handelsblatt. 30. Januar 2003, abgerufen am 26. Juli 2015.</ref> Der Umsatz der Warenhäuser sank nach dieser Umstrukturierung bis 2002 auf 267 Millionen Euro und die Anzahl der Warenhäuser auf 92.<ref name=handel20030814>Italiener stellen drei Viertel der Standorte zum Verkauf. In: Handelsblatt. 14. August 2003, abgerufen am 26. Juli 2015.</ref> Zu diesem Zeitpunkt waren 30 Warenhäuser auf das neue Konzept umgestellt worden.<ref name=handel20030814 /> Nach einer Übergangszeit wurden für den deutschen Markt angepasste Textilprodukte geliefert.<ref name=fas20020310>Teure Erkenntnis. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Band 10, 10. März 2002, S. 37.</ref>
Aufgrund der Verluste und der schwierigen Marktlage entschied sich Oviesse, mittelfristig 75 Prozent der Häuser abzugeben, da in Deutschland nur ein Bedarf von etwa 40 Häusern vorhanden sei.<ref name=handel20030814 /> Schon drei Monate später teilte Oviesse mit, dass für 71 Warenhäuser die Mietverträge gekündet seien und nur noch 17 Geschäfte weiterbetrieben würden. Für die betroffenen rund 1600 Mitarbeiter werde über einen Sozialplan verhandelt.<ref name=faz20031031>Mietverträge für 71 ehemalige Kaufhalle-Filialen gekündigt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Band 253, 31. Oktober 2003, S. 14.</ref> Für die vorzeitige Kündigung der Filialen musste Oviesse rund 50 Millionen Euro Abstand an die Kaufhalle AG zahlen.<ref name=spon20031030>1600 Kündigungen: Textilhändler Coin beendet Deutschland-Abenteuer. In: Spiegel Online. 30. Oktober 2003, abgerufen am 26. Juli 2015.</ref> Aber auch die restlichen 17 Geschäfte waren nicht rentabel und so stieg Oviesse 2004 aus dem Deutschen Markt aus. Insgesamt hat die Expansionsbemühung dem Stammhaus Coin S.p.A. erhebliche finanzielle Verluste eingebracht.<ref name=faz20050330>Nach dem Debakel in Deutschland muss die Familie Coin verkaufen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Band 73, 30. März 2005, S. 18.</ref>
Schweiz
Die Schweizer Einzelhandelskette Magazine zum Globus suchte eine neue Strategie für ihre 30 Au-Bon-Marché-Filialen. Sie entschied sich dafür, Franchise-Nehmer von Oviesse zu werden und die Filialen entsprechend umzugestalten. Für die nicht benötigte Ladenflächen wurden Estorel-Drogerien und Nannini-Coffee-Shops als Mieter gefunden.<ref name=wirt20020124>Gewerkschaften handelten Sozialplan für ABM-Angestellte aus. In: wirtschaft.ch. 24. Januar 2002, abgerufen am 26. Juli 2015.</ref>
Die Geschäftszahlen für 2002 lagen unter den Erwartungen. Es hieß, dies sei zurückzuführen auf die geringe Bekanntheit von Oviesse und die zu der Zeit herrschenden Kaufzurückhaltung der Schweizer Bevölkerung. Globus gab Oviesse bis 2004 Zeit, profitabel zu werden.<ref name=handel20030204>Gret Heer: Globus-Gruppe: Globus hat den Höhenkoller. In: Handelszeitung. 4. Februar 2003, abgerufen am 26. Juli 2015.</ref> Aber auch das Jahr 2003 und das erste Halbjahr 2004 liefen für Oviesse nicht hervorragend, so dass Globus ab dem zweiten Quartal 2004 über einen Ausstieg aus dem Oviesse-Franchise verhandelte.<ref name=nzz20040522>Globus beendet das Experiment Oviesse. In: Neue Zürcher Zeitung. 30. Juni 2004, abgerufen am 27. Juli 2015.</ref> Gleichzeitig wurden die 30 Schweizer Standorte zur Disposition gestellt.<ref name=handel20040630>Gret Heer: Globus-Gruppe: «Braucht es wieder eine ABM?» In: Handelszeitung. 30. Juni 2004, abgerufen am 26. Juli 2015.</ref> Nach dem Aus durch Globus übernahm C&A die Oviesse-Filialen und wandelte sie in C&A-Filialen um.<ref name=nzz20040717>C&A übernimmt Oviesse-Standorte von Globus. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. Juli 2004, abgerufen am 27. Juli 2015.</ref>
Im Oktober 2016 wurde die insolvente Schweizer Firma Charles Vögele von OVS über die Sempione Retail AG übernommen. OVS hat nach der Übernahme von Charles Vögele mehr als 40 Millionen Franken in den Umbau und die Modernisierung der Verkaufsflächen investiert, womit OVS im Jahr 2017 wieder in der Schweiz vertreten war. Nur zwei Jahren nach der Übernahme, im Juni 2018, kündigte OVS (Sempione Fashion) in der Schweiz bereits Konkurs an und beantragte Nachlassstundung. Ein Großteil der ursprünglichen Charles-Vögele-Kunden blieb weg und gleichzeitig gelang es OVS in der kurzen Zeit nicht, neue Zielgruppen anzusprechen.<ref>David Torcasso, Bastian Heiniger: OVS: Warum es schief laufen musste. In: Handelszeitung. 31. Mai 2018, abgerufen am 31. Oktober 2020.</ref> Ende Juli 2018 schloss die letzte OVS Filiale in der Schweiz ihre Türen.
Österreich
Anfang 2021 übernahm OVS 23 Filialen des insolventen Modehändlers Stefanel.<ref>Übernahme durch OVS: Neustart für Stefanel. Abgerufen am 2. Dezember 2021.</ref>
Weblinks
- Website der Marke OVS
- Website der OVS S.p.A. (italienisch, englisch)
Einzelnachweise
<references responsive />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Börsennotiertes Unternehmen
- Unternehmen (Venedig)
- Produzierendes Unternehmen (Textilbekleidung)
- Handelsunternehmen (Textilbekleidung)
- Produzierendes Unternehmen (Italien)
- Bekleidungsmarke
- Unternehmensgründung 1972