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Niechorze

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Vorlage:Infobox Ort in Polen

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Niechorze vom Leuchtturm aus gesehen

Niechorze (Vorlage:DeS, bis 1945 amtlich Horst-Seebad) ist ein Fischerdorf und Seebad in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage

Niechorze liegt zwischen der Ostseeküste und dem Eiersberger See (Vorlage:PlS) in Hinterpommern. Nachbarorte sind die Dörfer Rewal (Rewahl) im Südwesten, Pogorzelica (Fischerkaten) im Nordosten und Lędzin (Lensin) im Süden. Im Süden grenzen die beiden Dörfer Groß- und Klein-Horst an weite Wiesenflächen, im Westen und Osten an Kiefernwälder und im Südosten an den zwei Kilometer langen, zum Teil verschilften Eiersberger See. Der Eiersberger See hat einen Abfluss in die Ostsee, der Liebelose genannt wurde und über den eine Straßenbrücke in Richtung Fischerkaten führt.

Geschichte

Horst gehörte früher zu einer Vogtei. Im 15. Jahrhundert wurde der Ort erwähnt, als hier eine Gruppe Greifswalder und Stralsunder Bürger im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit eine Jagdgesellschaft des Herzogs Erich II. gefangen nahm.<ref>Roderich Schmidt: Das historische Pommern: Personen – Orte – Ereignisse. 2. Auflage, Böhler, Köln 2009, ISBN 978-3-412-20436-5, S. 525 ff. (eingeschränkte Vorschau).</ref> Über den Eklat verfasste der zeitgenössische Greifswalder Bürgermeister Heinrich Rubenow einen Bericht in Versform.<ref>Theodor Pyl (Hrsg.): Pommersche und Rügische Geschichtsdenkmäler. 2. Band, Greifswald 1867, S. 118 ff.</ref>

Horst bestand ursprünglich aus den beiden Dörfern Groß-Horst und Klein-Horst, die zum Domkapitel Cammin gehörten.<ref>Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 5, S. 1058.</ref><ref>Nachtrag zur Beschreibung des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern (Christian Friedrich Wutstrack, Hrsg.). Stettin 1796, S. 153, § 380.</ref> Im Jahr 1784 war Groß-Horst ein Bauerndorf mit acht Halbbauern, drei Kossäten und einem Schulmeister und hatte 14 Feuerstellen. Außer Landwirtschaft wurde Fischerei im Eiersberger See (Liwia Łuża) betrieben. Zur gleichen Zeit war Klein-Horst ein Fischerdorf mit 22 Fischerkaten, einem Schulmeister und 23 Feuerstellen.<ref>Ludwig Wilhelm Brüggemann (Hrsg.): Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Band 1, Stettin 1784, S. 52, Nr. 11 und Nr. 12.</ref>

Die beiden Dörfer wurden in den 1930er Jahren zu dem Badeort mit dem amtlichen Namen Horst-Seebad zusammengelegt. Seine Eignung als Seebad verdankt die Ortschaft nicht zuletzt hohen Lehmufern, die sie gegen Westwinde schützen.

Zwischen den beiden Weltkriegen hatten sich im Nachbardorf Fischerkaten, das über die Liebelose-Brücke zu erreichen ist, vor allem Berliner Bürger Ferienhäuser errichten lassen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Horst-Seebad im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde der Ort unter polnische Verwaltung gestellt, nach Vertreibung der deutschen Einwohner umbenannt und erhielt den polnischen Namen Niechorze. Er gehört heute zur Landgemeinde Rewal.

Niechorzes Struktur als Fischerdorf blieb erhalten. Ab den 1990er Jahren wurden zahlreiche Hotels und Ferienanlagen gebaut, so dass ein Ferienbereich entstand, der etwa fünf- bis achtmal so groß wie das alte Dorf ist.

Infrastruktur und Umgebung

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Tourismus im Ortszentrum 2015

Niechorze hat eine Infrastruktur mit einigen Hotels, Pensionen, Fremdenzimmern in Privathäusern und einem Camping-Platz. Am östlichen Dorfrand befindet sich ein Fischereimuseum. Es gibt einen modernen Sportplatz mit Kunstrasen, einen Park mit mehreren Fahrgeschäften sowie das 2009 eingeführte Fahrradverleihsystem „Rewal Bike System“<ref>Rewal Bike System, Gmina Rewal. Abgerufen am 14. September 2019.</ref>.

Im Osten des Dorfs hört das hohe Steilufer, das sich von Dziwnówek (Vorlage:DeS) her an der Ostseeküste entlangzieht, vollständig auf und geht in gewöhnliche Dünenbildung über.

Verkehr

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Bahnhof Niechorze Latarnia (Leuchtturm Horst)

Die Ortschaft liegt ca. 2 Kilometer nördlich der Wojewodschaftsstraße 102, die von Świnoujście (Swinemünde) nach Trzebiatów (Treptow a. d. Rega) führt. Die Greifenberger Kleinbahn der Stadt Greifenberg führt von 1896 bis 1905 als Schmalspurbahn mit 750-mm-Spur, seither mit einer 1000-mm-Spur am südlichen Rand der Ortschaft entlang. Dort befindet sich der mit EU-Mitteln 2011 renovierte Bahnhof der Strecke, die nur noch im Museumsbetrieb befahren wird.

Entwicklung der Einwohner- und Gästezahlen

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Persönlichkeiten

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Miniaturenpark
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48 Meter hoher Leuchtturm, seit 1866 das Wahrzeichen von Horst

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke, Natur

Leuchtturm Niechorze

Vorlage:Hauptartikel Wahrzeichen von Niechorze ist der auf dem höchsten Punkt des bewaldeten Steilufers errichtete 45 Meter hohe Leuchtturm. Sein Bau, der insgesamt 56.600 Taler kostete, wurde durch Ministerial-Erlass vom 15. Mai 1863 beschlossen, und er wurde am 1. Dezember 1866 in Betrieb genommen.<ref name="Bergh1133">Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 5, S. 1133–1135.</ref> Er ist durch wasserbauliche Schutzvorrichtungen vor Unterwaschungen geschützt. Zu seiner Laterne (Blinkfeuer) führt eine steile Treppe mit 200 Stufen. Von seiner Galerie aus beträgt die Sichtweite bei durchschnittlichen Sichtverhältnissen rundum etwa 50 Kilometer. Bei besonders guter Sicht ist am Horizont in der Ostsee die 85 Kilometer entfernte dänische Insel Bornholm zu erkennen.

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise

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