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Unwirksamkeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Nichtig)

Der Rechtsbegriff Unwirksamkeit bedeutet, dass ein Vertrag oder eine seiner Klauseln oder die dem Vertrag zugrundeliegenden Willenserklärungen keine Rechtsfolgen entfalten. Eine Legaldefinition des Begriffs gibt es nicht. Daneben steht der Begriff der rückwirkenden Nichtigkeit für Willenserklärungen, die im Wege einer begründeten Anfechtung beseitigt werden.

Begriffsdifferenzierung

Die Begriffe Unwirksamkeit und Nichtigkeit werden zum Teil unterschiedlich verwendet. Aber bereits für Werner Schubert war ein Rechtsgeschäft nichtig, „welches seiner Mangelhaftigkeit wegen die beabsichtigte rechtliche Wirkung nicht zu erzeugen vermag; anfechtbar dasjenige, welches die rechtliche Wirkung zwar erzeugt, seiner Mangelhaftigkeit wegen aber nur dergestalt erzeugt, dass die Wirkung im Falle eines Angriffs nicht Stand zu halten vermag“.<ref>„Die Vorlagen der Redaktoren für die erste Kommission zur Ausarbeitung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuches“ (1875), S. 741.</ref> Den Begriff der Nichtigkeit verwendet der Gesetzgeber dafür, dass das Rechtsgeschäft so anzusehen sei, als ob es gar nicht vorgenommen worden wäre.<ref>Eberhard Wagner, „Vertragliche Abtretungsverbote im System zivilrechtlicher Verfügungshindernisse“, 1994, ISBN 3-16-146209-2, S. 188.</ref> Soll Nichtigkeit eintreten, verwendet das Gesetz in der Regel den Terminus „nichtig“, jedoch werden zur Bezeichnung von Nichtigkeitsgründen auch die Termini „unwirksam“ und „kann nicht“ gebraucht.<ref>Vgl. Palandt, BGB. 46. Auflage. 1987, S. 69.</ref>

Unwirksamkeit

Ein Rechtsgeschäft ist unwirksam, wenn es gegen zwingende gesetzliche Vorschriften verstößt, aber eine Heilung noch möglich ist und dadurch noch gültig werden kann. Umgekehrt können auch Rechtsgeschäfte zunächst wirksam sein, aber durch den erfolgreichen Einsatz von Gestaltungsrechten nachträglich unwirksam werden. Der den Rechtsgeschäften zugrunde liegende Mangel ist geringfügig, sodass das Gesetz eine Heilungsmöglichkeit vorsieht.

Schwebende Unwirksamkeit

Bei der schwebenden Unwirksamkeit bleibt die Wirksamkeit des abgeschlossenen Rechtsgeschäfts bis zur Nachholung des fehlenden Wirksamkeitserfordernisses in der Schwebe. Ein zunächst unwirksames Rechtsgeschäft wird wirksam, sobald die erforderliche Genehmigung durch einen Dritten oder der Ablauf einer bestimmten Frist eingetreten ist. Die schwebende Unwirksamkeit ist somit ein vorübergehender Zustand, der sich zur vollen Wirksamkeit oder Unwirksamkeit des Geschäfts entwickeln kann. Der Vertragsabschluss durch einen Minderjährigen ist bis zur Genehmigung durch den gesetzlichen Vertreter (meistens Eltern) unwirksam ({{#switch: juris

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Anfechtbarkeit

Die bisher genannten Rechtsgeschäfte sind geprägt dadurch, dass sie zunächst unwirksam sind und durch Dritte geheilt werden können (siehe Heilung). Daneben gibt es Rechtsgeschäfte, die zunächst wirksam sind, aber durch Gestaltungsrechte nachträglich unwirksam werden. Verträge können nämlich durch Anfechtung nichtig werden, wenn die Anfechtungserklärung ({{#switch: juris

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Relative Unwirksamkeit

Wenn ein Schutzgesetz nur den Schutz bestimmter Personen bezweckt, so ist ein dagegen verstoßendes Rechtsgeschäft auch nur diesen Personen gegenüber unwirksam; gegenüber allen anderen Personenkreisen ist es indes voll rechtswirksam. So sind nach Eintragung einer Vormerkung Verfügungen des Schuldners über ein Grundstück insoweit unwirksam, als sie einen Anspruch des Gläubigers auf dieses Grundstück vereiteln oder beeinträchtigen würden ({{#switch: juris

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}}{{#if: 136||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB) führt dagegen nur zu relativer Unwirksamkeit, d. h. das Rechtsgeschäft ist nur in Bezug auf die geschützten Personen unwirksam, im Verhältnis zu anderen dagegen wirksam. So ist die Vormerkung gegenüber allen anderen Grundbuchbeteiligten, außer dem begünstigten Gläubiger, wirksam.

Die relative Unwirksamkeit ist nicht von Amts wegen zu beachten.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Sie wird geheilt, wenn der Grund der Unwirksamkeit wegfällt oder der durch das Verbot Geschützte auf die Geltendmachung der Unwirksamkeit verzichtet.<ref>Otto Palandt: Bürgerliches Gesetzbuch. C. H. Beck, 73. Aufl., München 2014, ISBN 978-3-406-64400-9, Überbl. v. § 104 Rn. 30.</ref>

Nichtigkeit

Wenn Rechtsgeschäfte oder Willenserklärungen so schwere Mängel aufweisen, dass das Gesetz ihnen von Anfang an keine Rechtswirkungen zugesteht, sind sie nichtig. Diese Nichtigkeit ist nur in wenigen Fällen, die das Gesetz abschließend aufzählt, heilbar. Die Nichtigkeit besteht von Anfang an („ex tunc“), und zwar unabhängig vom Willen der Beteiligten und wirkt gegen jedermann.

Nichtigkeit im BGB

Man unterscheidet hier danach, ob Mängel in Person, Form oder Inhalt vorliegen. Diese Rechtsgeschäfte sind von Anfang an (ex tunc) nichtig und können nur ausnahmsweise geheilt werden.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Liegt der schwerwiegende Mangel in der Person einer der Vertragsparteien begründet, kennt das Gesetz nur die Rechtsfolge der Nichtigkeit. So ordnet {{#switch: juris

|juris={{#switch: bgb
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}}{{#if: 105||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB an, dass die Willenserklärung eines Geschäftsunfähigen unheilbar nichtig ist. Damit sollen Geschäftsunfähige geschützt werden. Im Zivilrecht besteht für Rechtsgeschäfte grundsätzlich Formfreiheit. Nur in Ausnahmefällen ordnet das Gesetz zur Einhaltung bestimmter Funktionen (Beweis-, Warn-, Aufklärungs- oder Kontrollfunktion) eine gesetzlich vorgeschriebene Form an. Das sind Textform, Schriftform, notarielle Beglaubigung und notarielle Beurkundung. Werden diese Formen nicht eingehalten, so sind die Rechtsgeschäfte – von wenigen Ausnahmen abgesehen – unheilbar nichtig ({{#switch: juris

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}}{{#if: 494||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 BGB). Ebenso liegt bei Darlehensvermittlungsverträgen unheilbare Nichtigkeit vor, wenn der Verbraucher über vorvertragliche Pflichtangaben des Vermittlers nicht oder nicht ausreichend in Textform informiert wurde ({{#switch: juris

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}}{{#if: 655b||[Paragraf fehlt]}}{{#if: BGB||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 BGB). Wird bei einem Arbeitsverhältnis die Kündigung entgegen {{#switch: juris

|juris={{#switch: bgb
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  |be=§ 623
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||leer=§ 623[Anbieter/Datenbank fehlt]
|#default=§ 623[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 623||[Paragraf fehlt]}}{{#if: BGB||[Gesetz fehlt]}} nicht in Schriftform, sondern in Textform, elektronisch oder mündlich erklärt, so ist die Kündigung ebenfalls formnichtig.

Die Nichtigkeit eines Vertrags kann aber auch aus seinem Inhalt herrühren. So sind Scheingeschäfte ({{#switch: juris

|juris={{#switch: bgb
  |hoai=§ 117
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  }}
  |be=§ 117
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|rlp
  |rp|rlp=§ 117
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|LrBgld
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|LI={{#if: 
 |§ 117
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||leer=§ 117[Anbieter/Datenbank fehlt]
|#default=§ 117[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 117||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB), Scherzgeschäfte ({{#switch: juris

|juris={{#switch: bgb
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}}{{#if: 134||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB). Das setzt voraus, dass einzelne Vertragspassagen oder der gesamte Inhalt gegen ein Verbotsgesetz verstoßen. Es muss ein Verstoß gegen zwingende Bestimmungen der Rechtsordnung vorliegen. Ein Verstoß gegen ein Gesetz führt nur dann zur Nichtigkeit des Vertrages, wenn die Nichtigkeit ausdrücklich vorgesehen ist oder sich aus dem Schutzzweck ergibt. Ein Vertrag zwischen Dieb und Hehler ist nichtig, weil Hehlerei strafbewehrt ist und diese Tat als gesetzliches Verbot eingestuft wird. Verboten und deshalb nichtig sind auch bestimmte Vereinbarungen zwischen Unternehmen, die darauf gerichtet sind, den Wettbewerb zu beschränken ({{#switch: juris

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Nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 139||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB führt die Teilnichtigkeit eines Vertrages zur Nichtigkeit der ganzen Vereinbarung. Dies kann durch eine Salvatorische Klausel ausgeschlossen werden. Die Teilnichtigkeit einer Allgemeinen Geschäftsbedingung führt dagegen nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 306||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 BGB nur zur Unwirksamkeit der betreffenden Klausel, ansonsten bleibt der Vertrag wirksam. Nur im Ausnahmefall des § 306 Abs. 3 BGB kann die Unwirksamkeit einer AGB-Klausel zur Unwirksamkeit des gesamten Vertrages führen.

Nichtigkeit in Spezialvorschriften

Verschiedene Spezialgesetze sehen in bestimmten Fällen Nichtigkeitsfolgen vor. So ist ein festgestellter Jahresabschluss nach {{#switch: juris

|juris={{#switch: aktg
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|RIS-B={{#if: 
 |§ 256
 |§ 256
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|LrBgld
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 |§ 256
 |§ 256
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|LI={{#if: 
 |§ 256
 |§ 256]
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|#default=§ 256[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 256||[Paragraf fehlt]}}{{#if: aktg||[Gesetz fehlt]}} AktG (außer in den Fällen des {{#switch: juris

|juris={{#switch: aktg
  |hoai=§ 173
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|rlp
  |rp|rlp=§ 173
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 |§ 173
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|LrBgld
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|LI={{#if: 
 |§ 173
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}}
||leer=§ 173[Anbieter/Datenbank fehlt]
|#default=§ 173[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 173||[Paragraf fehlt]}}{{#if: aktg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 3, {{#switch: juris

|juris={{#switch: aktg
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}}{{#if: 241||[Paragraf fehlt]}}{{#if: aktg||[Gesetz fehlt]}} Nr. 3 AktG).

Nichtigkeit von Verwaltungsakten

Aus dem öffentlichen Recht steht häufig der Verwaltungsakt im Mittelpunkt der Kritik. Ein Verwaltungsakt ist nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 44||[Paragraf fehlt]}}{{#if: vwvfg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 VwVfG nichtig, wenn er an einem besonders schwer wiegenden Fehler leidet und dies bei verständiger Würdigung aller in Betracht kommenden Umstände offensichtlich ist. Die in {{#switch: juris

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}}{{#if: 44||[Paragraf fehlt]}}{{#if: vwvfg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 VwVfG genannten Fälle führen in jedem Fall zu Nichtigkeit (sog. absolute Nichtigkeitsgründe): diese sind z. B. das Fehlen der erlassenden Behörde ({{#switch: juris

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}}{{#if: 44||[Paragraf fehlt]}}{{#if: vwvfg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 Nr. 1 VwVfG) oder der Verstoß eines Verwaltungsaktes gegen die guten Sitten ({{#switch: juris

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|LrBgld
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 |§ 44
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|LI={{#if: 
 |§ 44
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||leer=§ 44[Anbieter/Datenbank fehlt]
|#default=§ 44[Anbieter/Datenbank unbekannt]

}}{{#if: 44||[Paragraf fehlt]}}{{#if: vwvfg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 Nr. 6 VwVfG). Sind Verwaltungsakte undurchführbar („den aus tatsächlichen Gründen niemand ausführen kann“, {{#switch: juris

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Nichtigkeit kommunaler Rechtsgeschäfte

Das Kommunalrecht übernimmt weitgehend die zivilrechtlichen Vorschriften. So wird in vielen Gemeindeordnungen bestimmt, dass Rechtsgeschäfte der Gemeinde, die der aufsichtsbehördlichen Genehmigung bedürfen, ohne diese Genehmigung unwirksam sind (z. B. § 130 Gemeindeordnung NRW). Diese Vorschriften sind als Genehmigungsvorbehalt aufzufassen. Derartige aufsichtsbehördlichen Genehmigungsvorbehalte gegenüber kommunalen Rechtsakten sind ein Mittel vorbeugender Staatsaufsicht. Durch sie soll verhindert werden, dass Rechtsakte Geltungskraft erlangen, die insbesondere mit bestimmten gesetzlichen Vorgaben nicht in Einklang stehen; in dieser Art der Aufsicht liegt damit ein besonders starker Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung.<ref>Kay Waechter, Kommunalrecht. 2. Auflage. 1995, Rz. 202 f., ISBN 978-3-452-22906-9.</ref> Es handelt sich um eine Form der staatlichen Mitentscheidung, die den Staat zur Überprüfung nicht nur der Rechtmäßigkeit, sondern auch der Zweckmäßigkeit des Rechtsgeschäfts ermächtigt.<ref>BGH NJW 1999, 3335</ref>

Genehmigungspflichtig sind u. a. die Änderung des Gemeindenamens (§ 13 GemO), Dienstsiegel/Wappen/Flagge (§ 14 GemO), Verringerung der allgemeinen Rücklagen (§ 75 Abs. 4 GemO) oder das Haushaltssicherungskonzept (§ 76 Abs. 2 GemO). Die aufsichtsbehördliche Genehmigung stellt, auch wenn sie zu einem zivilrechtlichen Rechtsgeschäft erteilt wird, einen Verwaltungsakt dar, der zwar nicht Bestandteil, aber Wirksamkeitsvoraussetzung des Rechtsgeschäftes ist, auf das sich die Genehmigung bezieht. Die Genehmigung ist jeweils von der Gemeinde zu beantragen. Bis zur Erteilung der Genehmigung ist das zugrunde liegende Rechtsgeschäft schwebend unwirksam und bindet die Geschäftspartner so lange, bis über die Genehmigung entschieden ist oder die Parteien den Vertrag aufheben. Die Genehmigung lässt das Rechtsgeschäft wirksam werden, und zwar rückwirkend auf den Zeitpunkt des Geschäftsbeginns. Soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist, ist über die Genehmigung nach pflichtgemäßem Ermessen zu entscheiden, so dass ein im Verwaltungsrechtsweg verfolgbarer Anspruch auf Erteilung der Genehmigung nur bei Ermessensverletzungen besteht.

Nichtigkeitsrisiken drohen auch kommunalen Gewährleistungen, die EG-Notifizierungspflichten unterliegen. Die Kommune hat in eigener Verantwortung zu prüfen, ob die Modalitäten von Bürgschaften und Gewährverträgen den Vorgaben der {{#switch: dejure

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Nichtigkeit von Gesetzen

Auch der Gesetzgeber kann bei dem Erlass von Rechtsverordnungen oder Gesetzen Fehler machen (Fehlerkalkül). Bei nachkonstitutionellen Gesetzen im formellen Sinne (also unterhalb des Grundgesetzes) kann die Nichtigkeit nur vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) bzw. dem zuständigen Landesverfassungsgericht ausgesprochen werden (Verwerfungsmonopol). Das Verwerfungsmonopol der Verfassungsgerichtsbarkeit bedeutet, dass nur das BVerfG eine formelle Norm nichtig erklären darf und sich nicht jedes einzelne Gericht über den Willen des Gesetzgebers hinwegsetzen darf. Verstoßen also Gesetze oder Rechtsverordnungen gegen die Verfassung, kann im Wege des Normenkontrollverfahrens oder durch Verfassungsklage ihre (Teil-)Nichtigkeit herbeigeführt werden. Das BVerfG muss bei der Außer-Kraft-Setzung von Gesetzen mit äußerster Zurückhaltung vorgehen, weil diese stets einen erheblichen Eingriff in die Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers bedeutet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20070611085941

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Nichtigkeit von Gerichtsurteilen

In einigen wenigen Fällen wurden auch Gerichtsurteile als nichtig betrachtet. Voraussetzung ist, dass die Fehlerhaftigkeit des Urteils so evident dem Geist der Strafprozessordnung und wesentlichen Prinzipien der rechtsstaatlichen Ordnung widerspricht, dass es unerträglich erscheint, sie als verbindlich hinzunehmen.<ref>Vgl. hierzu BGH NStZ 1984, 279; BGHSt 10, 278 [281]; 33, 126 [127]; RGSt 72, 78; OLG Düsseldorf VRS 75, 50 [52]; Luther ZStW 70 (1958), 88 ff.; OLG Köln Ss290/02 jusmeum.de.</ref>

Teilnichtigkeit

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}}{{#if: 139||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB ordnet an, dass im Falle der Nichtigkeit eines Teils eines Rechtsgeschäfts, das ganze Rechtsgeschäft nichtig ist, wenn nicht anzunehmen ist, dass es auch ohne den nichtigen Teil vorgenommen sein würde. Es gibt allerdings Ausnahmen zur Anwendungsbeschränkung. So findet § 139 BGB keine Anwendung, wenn Spezialgesetze Regelungen treffen. Sind beispielsweise allgemeine Geschäftsbedingungen ganz oder teilweise nicht Vertragsbestandteil geworden oder unwirksam, so bleibt der Vertrag nach § 6 Absatz 1 AGBG im übrigen wirksam. Keine Anwendung findet die Teilnichtigkeit auch in Ansehung von Arbeitsverträgen.

Heilung

In ganz bestimmten Fällen sieht das Gesetz vor, dass Rechtsakte trotz vorhandener Mängel geheilt werden können mit der Folge der Wirksamkeit von Anfang an. Diese Mängel können mithin ihre Beachtlichkeit verlieren, wenn die Parteien später einen Tatbestand verwirklichen, hinter welchem der gesetzliche Schutzzweck dann zurücktritt. Das Gesetz versucht hiermit, möglichst auch mängelbehaftete Verträge aufrechtzuerhalten, sodass die Vertragsautonomie nur in unumgänglichen Situationen gestört werden muss. Oft genügt dann die Eintragung an sich nichtiger Verträge in ein öffentliches Register oder deren Erfüllung, um die Nichtigkeit zu beseitigen. Erfolgt beim formnichtigen Grundstückskaufvertrag die Auflassung und nachfolgende Eintragung ins Grundbuch, ist die Nichtigkeit des Vertrags aufgehoben ({{#switch: juris

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Die Nichtigkeit eines Beschlusses in der Hauptversammlung wird nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 256||[Paragraf fehlt]}}{{#if: aktg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 6 AktG geheilt werden.

Siehe auch

Literatur

  • Andreas Cahn: Zum Begriff der Nichtigkeit im Bürgerlichen Recht. In: JZ. 1997, S. 8–19.
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}

Einzelnachweise

<references />

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