New Computerized Transit System
New Computerised Transit System (NCTS) ist ein computergestütztes Zollsystem.
Es wurde 2002 eingeführt und ist seit dem 1. April 2006 Pflicht für Zugelassener Versender/Empfänger. Es ermöglicht die Abwicklung des Unions-/gemeinsamen Versandverfahrens unter Zuhilfenahme der elektronischen Datenverarbeitung. Weiterhin ist es für das TIR-Verfahren im Zollgebiet der Union zu verwenden. Jedes Versandverfahren, das im/mit NCTS eröffnet wurde, kann an jeder beteiligten Zollstelle beendet werden. Beteiligte haben üblicherweise mittels zertifiziertem Zollprogramm Zugriff auf NCTS. Es besteht jedoch weitere Möglichkeiten eine Versandanmeldung abzugeben, z. B. in Deutschland über die Internet-Versandanmeldung (IVA).
Jeder Versandvorang erhält – unabhängig von der Art des Versandverfahrens – eine Master-Reference-Number (MRN). Die Nennung dieser auf einem Carnet TIR oder der Strichcode dieser in beliebiger Art der Dokumentation genügen nach Art. 184 UZK-DA als Zuordnungskriterium bei der Vorlage an den beteiligten Zollstellen. Üblicherweise wird aber ein Versandbegleitdokument (VBD) erstellt. Bis zum 21. Januar 2025 musste dieses die Ware verpflichtend in Papierform begleiten.
Die MRN ist für ca. 14 Tage in einer EU-Datenbank gespeichert, somit können auch Nicht-ATLAS-Teilnehmer feststellen, wann die Sendung:
- überlassen wurde (das Versandverfahren eröffnet wurde)
- eine Durchgangszollstelle erreichte
- bei der Bestimmungszollstelle eingegangen ist
- bei der Bestimmungszollstelle beendet wurde.
Durch das NCTS sollen folgende Ziele verfolgt/gewährleistet werden:
- Beschleunigung des Versandverfahrens
- Sicherung gegen Betrug
- Größere Effizienz
NCTS wird durch alle Staaten des Unions-/gemeinsamen Versandverfahrens genutzt. Somit sind innerhalb Europas über 4.000 Zollstellen miteinander vernetzt.
In Deutschland wird das NCTS mit Hilfe des ATLAS-Programms möglich.
Siehe auch
- Zollrechtliche Versandverfahren
- CCN/CSI
- Carnet TIR
- Zollamtliche Überwachung
- Zollrechtlicher Status
- Tydenseal
- Transitverkehr