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Neuwiller-lès-Saverne

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Neuwiller-lès-Saverne
Datei:Blason ville fr Neuwiller-lès-Saverne (Bas-Rhin).svg
Neuwiller-lès-Saverne (Frankreich)
Neuwiller-lès-Saverne (Frankreich)
Staat FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin (67)
Arrondissement Saverne
Kanton Ingwiller
Gemeindeverband Hanau-La Petite Pierre
Koordinaten 48° 49′ N, 7° 24′ OKoordinaten: 48° 49′ N, 7° 24′ O
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Höhe 187–415 m
Fläche
Einwohner 1.079 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 67330
INSEE-Code 67322
Datei:Neuwiller-lès-Saverne.jpg
Neuwiller-lès-Saverne

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Neuwiller-lès-Saverne ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine französische Gemeinde mit 1.079 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).

Geographie

Neuwiller liegt etwa 10 Kilometer nördlich von Saverne und 35 Kilometer nordwestlich von Straßburg. Die Gemarkung der Gemeinde gehört zum Regionalen Naturpark Vosges du Nord, dem französischen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord.

Geschichte

Mittelalter

Neuweiler wurde von den Herren von Lichtenberg 1298 erworben, als es ihnen vom Bischof von Metz verpfändet, dann aber nie wieder ausgelöst wurde.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480 … Band 10, 1985, S. 57, 162.</ref> Später wurde das Pfand in ein Lehen des Bischofs von Metz umgewandelt.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480 … Band 10, 1985, S. 160; Knöpp, S. 14.</ref> Die Herren von Lichtenberg besaßen auch die Vogtei über die Abtei Neuweiler.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480 … Band 10, 1985, S. 51.</ref> Neuweiler gehörte im 13. Jahrhundert zunächst zum Amt Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg. 1335 wurde eine Landesteilung zwischen der mittleren und der jüngeren Linie des Hauses Lichtenberg durchgeführt. Neuweiler fiel dabei an die Nachkommen des früh verstorbenen Johann III. von Lichtenberg, die die mittlere Linie des Hauses begründeten.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480 … Band 10, 1985, S. 79.</ref> 1337 erhielt Neuweiler Stadtrecht, und zwar das von Hagenau.<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480 … Band 10, 1985, S. 228 f.</ref> Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde das Amt Neuweiler aus dem Amt Buchsweiler ausgegliedert<ref>Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480 … Band 10, 1985, S. 238.</ref> und die Stadt namensgebend für das neue Amt.<ref group="Anm.">Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480 … Band 10, 1985, S. 238, rechnet die Stadt zum Amt Ingweiler; nach einer bei Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. 1962, S. 14, genannten Quelle (wohl später, aber zumindest im 18. Jahrhundert) zum Amt Wolfisheim.</ref>

Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers 1480, Graf Jakob, wurde die Herrschaft geteilt und das Amt Neuweiler fiel zunächst an Zweibrücken-Bitsch.<ref>Jean-Claude Brumm: Quelques dates importantes dans l’histoire …. 1980, S. 11.</ref>

Neuzeit

Allerdings kam es 1570 zu einem weiteren Erbfall, der das Amt Neuweiler nun zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte. Die Grafen von Hanau-Lichtenberg führten ab der Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation in ihrer Grafschaft ein, die nun lutherisch wurde.

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen um 1680 die im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs, so auch Stadt und Amt Neuweiler.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Als Folge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch Neuweiler – an Frankreich.

1795 kaufte der Offizier Henri-Jaques Guillaume Clarke (1768–1818) die ehemalige Probstei in Neuwiller. Unter Napoleon Bonaparte stieg er zum General und schließlich zum Marschall von Frankreich auf. Nach Napoleons Sturz zog er sich nach Neuwiller zurück. Auf dem Friedhof steht sein Mausoleum.<ref>Stefan Woltersdorff: Nordelsass für Leser. Kehl, Morstadt 2007, ISBN 978-3-88571-326-5, S. 138.</ref>

Unter deutscher Besatzung wurden 1940 die im Ort verbliebenen Juden nach Südfrankreich deportiert. Nach Angaben von Yad Vashem kamen neun ehemalige jüdische Einwohner während der Zeit des Nationalsozialismus ums Leben.<ref>Neuwiller-lès-Saverne. alemannia-judaica.de, aufgerufen am 26. Dezember 2024.</ref>

Datei:Neuwiller-lès-Saverne Grabmal des Generals Henri Clarke.jpg
Neuwiller-lès-Saverne Grabmal des Generals Henri Clarke

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1798<ref>Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. S. 7.</ref> 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2004 2012 2017
Einwohner 1332 1201 1206 1115 1059 1166 1146 1134 1132 1113

Sehenswürdigkeiten

  • Die um 720 gegründete ehemalige Abteikirche St. Peter und Paul gehörte zu einem der ältesten Klöster am Oberrhein. Dieses wurde in seinen ersten Jahren unter anderem vom Heiligen Pirminius geleitet. Die Kirche zählt zu den künstlerisch wertvollsten und stilistisch vielfältigsten des Elsass. Sie weist eine karolingische Krypta (8. Jahrhundert), romanische Kapellen (11. Jahrhundert), einen Chor und ein Querhaus im Übergangsstil zur Gotik (spätes 12. Jahrhundert), ein rein gotisches Langhaus (13. Jahrhundert) und eine klassizistische Fassade mit Turm (1768) auf. Die Überreste des Klostergebäudes (Kapitelsaal, ein Flügel des Kreuzgangs) sind gotischen Stils (13. Jahrhundert). Die Ausstattung ist sehr reichhaltig (mittelalterliche Grabdenkmäler und die Adelphus-Teppiche aus den Jahren um 1470 mit Darstellungen aus dem Leben und der Wundertätigkeit des heiligen Adelphus von Metz in den Kapellen; Taufstein, Kanzel, Adelphischrein, Orgel, Heiliges Grab im Kirchenschiff). Auch die Portale und Fensterrosen sind bemerkenswert gestaltet und verziert. Nördlich der Kirche sind archäologische Reste weiterer Gebäude der Klosteranlage zu sehen.
  • Die heute protestantische Kirche St. Adelphus wurde 1200 bis 1225 im Übergangsstil von Romanik zu Gotik erbaut. Sie imponiert durch ihre kraftvolle Westfassade und ihr schlichtes Inneres. Der Chor der Kirche wurde im 19. Jahrhundert abgetragen, der bis dahin das Reliquiar und die Adelphus-Teppiche mit der Darstellung des Lebens des Heiligen Adelphus von Metz enthielt und durch eine flache Wand ersetzt.
  • Die Burg Herrenstein (Ruine) wurde Anfang des 13. Jahrhunderts durch die Grafen von Dagsburg errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde sie durch den elsässischen Militärarchitekten Daniel Specklin zur Festung umgebaut.
  • Ehemalige Synagoge, erbaut 1875, und jüdischer Friedhof, angelegt 1877

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Persönlichkeiten

Literatur

  • Jaques Wimpfeling: Vita Sancti Adelphi. 1506.
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  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 = Pays d’Alsace. 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.
  • Jean-Claude Brumm: Quelques dates importantes dans l’histoire …. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480–1980 = Pays d’Alsace. 111/112 (2, 3 / 1980), S. 10 f.
  • Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3922923313 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
  • Henri Hitz: Die Wandteppiche des heiligen Adelphus von Neuwiller-les-Saverne. Société d’histoire et d’archéologie de Saverne et environs (SHASE) 1989.
  • Klaus Gereon Beuckers (Hrsg.): Das Rituale des frühen 13. Jahrhunderts aus der Abtei Neuweiler / Les Rituels de l'abbaye de Neuwiller-lès-Saverne (= Die Kirchen von Neuweiler im Elsass / Les Églises de Neuwiller-lès-Saverne. Band 2), Köln 2010.
  • Gisela Probst: Die Memoria der Herren von Lichtenberg in Neuweiler (Elsass). Adelphus-Teppiche, Hochgrab Ludwigs V., Heiliges Grab, Glasmalereien (= Neue Forschungen zur deutschen Kunst 11). Berlin 2015.

Weblinks

Commons: Neuwiller-lès-Saverne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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Einzelnachweise

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