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Adelphus

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Datei:Neuwiller-lès-Saverne - Eglise Saint-Adelphe -1.JPG
Adelphuskirche in Neuwiller-lès-Saverne

Adelphus von Metz (* im 4. Jahrhundert; † 29. August<ref>Probst, S. 40.</ref>, im 5. Jahrhundert in Metz) war Bischof von Metz. Adelphus wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Üblicherweise wird er in bischöflichen Gewändern mit einem Kirchenmodell in der Hand dargestellt.

Geschichte und Legende

Über sein Leben ist wenig bekannt. Schriftliche Erwähnungen seiner Person sind vor 776 nicht erhalten, die älteste überlieferte Heiligen-Vita stammt vermutlich überwiegend aus der Mitte des 9. Jahrhunderts<ref group="Anm.">Das letzte Kapitel wurde erst im 13. Jahrhundert angefügt (Probst, S. 42).</ref>, ist aber auch nur in der gedruckten Fassung von 1506 überliefert.<ref>Wimpfeling; Probst, S. 40ff.</ref> Danach soll er viele Wunder gewirkt, etwa Tote auferweckt, Dämonen ausgetrieben und Kranke geheilt haben.

Nach seinem Tod wurde Adelphus in der Krypta der Abteikirche St. Clemens<ref group="Anm.">Probst, S. 40, gibt als Ort der Bestattung die „Florentiusbasilika“ in Metz an.</ref> in Metz bestattet. Seine Gebeine wurden im Auftrag des Metzer Bischofs Drogo nach Neuweiler im Elsass überführt. Wo sie am 17. Mai – wahrscheinlich 826 oder 836 – eintrafen. Damit wollte der Bischof seinen Einfluss im Elsass stärken. Anlässlich der Überführung nach Neuweiler soll der Heilige weitere Wunder gewirkt haben: Blumen sprießten, Bäume verneigten sich, und eine Quelle entsprang unterwegs dort, wo die Pferde gescharrt hatten. Die Glocken von Neuweiler sollen von selbst geläutet haben, woraufhin der Kellermeister aus seinem Weinkeller lief und vergaß, ein Fass mit dem Stopfen zu verschließen. Als er zurückkam, floss der ausgelaufene Wein von selbst ins Fass zurück. Die Reliquien des Heiligen entwickelten sich jedenfalls zu einem populären Pilgerziel.

Ende des 12. Jahrhunderts wurde Neuweiler von burgundischen Söldnern geplündert. Als einer der Soldaten versuchte, den Schrein des Adelphus aufzubrechen, soll er wahnsinnig geworden, seine eigene Hand gefressen haben und noch am gleichen Tag gestorben sein.

1468 wurde in Anwesenheit des Landesherren, Ludwig V. von Lichtenberg, und des Bischofs von Straßburg, Ruprecht von Pfalz-Simmern der Sarkophag geöffnet, die Vollständigkeit der Reliquie überprüft und bestätigt.

Der spätere Kaiser Maximilian I. besuchte 1507 die Adelphus-Reliquien und wiederholte 1516 seinen Besuch. Bei seinem ersten Besuch wurde der Schrein mit den Reliquien in Gegenwart des Bischofs von Straßburg, Wilhelm III. von Hohnstein, erneut geöffnet.<ref>Probst, S. 40.</ref>

Gedenken

Der Gedenktag des Heiligen ist der 29. August, in Metz abweichend der 30. August. Historisch wurde sein Gedenktag in Neuweiler am 1. September begangen. Darüber hinaus wurde dort am 15. Mai die Kirchweihe der St. Adelphi-Kirche und der 17. Mai als Tag der Translatio begangen.<ref>Probst, S. 44, 48.</ref>

Verehrt wird der heilige Adelphus auch in Kingersheim und ehemals befand sich eine Fingerreliquie im Kloster Schönensteinbach.

Ludwig V. von Lichtenberg ließ vier hochwertige Wandteppiche anfertigen, die Geschichten aus dem Leben des heiligen Adelphus sowie die die Öffnung des Sarkophags 1468 zeigen.<ref>Probst.</ref> Die Teppiche befinden sich heute ebenso wie die Gebeine des Heiligen in der Kirche St. Peter und Paul in Neuweiler.

Heiligen-Viten

Die erste Veröffentlichung der Heiligen-Vita in gedruckter Form erfolgte 1506 unter dem Titel Vita Sancti Adelphi […].<ref>Wimpfeling.</ref> Ihr lag ein Text aus der Mitte des 9. Jahrhunderts zugrunde, der wohl in Neuweiler entstanden ist. Für den Teil des Berichts zum Wirken des Heiligen als Bischof von Metz wurden umfangreich Passagen der Vita des Arnulf<ref>B. Krusch: Vita Arnulfi Episcopi Mettensis. In: MGH – Scriptores rerum Merovingicarum 2, S. 426–446.</ref>, 29. Bischof von Metz, aus dem 7. Jahrhundert übernommen.<ref>Probst, S. 42.</ref> 1743 wurde der Text – allerdings mit abweichender Gliederung – erneut als Vita S. Adelphie ep. Metensis in den Acta Sanctorum publiziert. Dem ist ein Kommentar des Bollandisten Johannes Stilting beigefügt.<ref>Acta Sanctorum 6 (1743), S. 504–512.</ref>

1972 wurde in Wien eine Handschrift mit einem abweichenden Text gefunden und später ediert<ref>Guy Philippart: La vie anonyme de S. Adelphe de Metz par Werinharius d’après un manuscrit de Neuwiller, cod. Vindebonensis 563, XIIe s. In: Analecta Bollandiana 100 (1983), S. 431–442.</ref>, die in der Forschung als Vita auctore Werinhario bezeichnet wird. Sie basiert auf der Vita Sancti Adelphi […] setzt aber andere Schwerpunkte. So fehlen in ihr z. B. alle Wunder, die nach dem Tod des Heiligen geschehen sein sollen. Dieser Text entstand wohl um 1100 in Neuweiler.<ref>Probst, S. 42.</ref>

Weiter waren deutschsprachige Adelphus-Legenden im Umlauf. Diese wurden überwiegend mündlich weitergegeben, in einigen Fällen aber auch schriftlich fixiert. Zwei befinden sich im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg<ref>Probst, S. 43.</ref>

  • Hs. 2261 wurde in Bairisch zwischen 1465 und 1482 von der Nonne Anna Eyb im Kloster Pillenreuth verfasst.
  • Hs. 86409, eine geistliche Sammelhandschrift, enthält einen dreiseitigen Text zum Leben des Heiligen Adelphus. Der Text wurde um 1450 verfasst und nur unwesentlich verändert 1502 gedruckt.<ref>In: Der heiligen Leben neuv mit vil me Heilige und dar zu d' Passion und die grossen Fest dz lesen mit Figuren zierlich und nutzlich den Menschen. 2 Bände. Grüninger, Strassburg 1502, S. 75.</ref>

Literatur

  • Stefan Müller: Tour de Kultur – 100 neue Entdeckungsreisen in Saar-Lor-Lux mit SR 3. Gollenstein Verlag 2005. ISBN 3-935731-85-X
  • Michel Parisse u. a.: Lothringen – Geschichte eines Grenzlandes. Saarbrücken 1984. ISBN 3-921646-54-5.
  • Gisela Probst: Die Memoria der Herren von Lichtenberg in Neuweiler (Elsass). Adelphus-Teppiche, Hochgrab Ludwigs V. (gestorben 1471), Heiliges Grab (1478), Glasmalereien. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 2015. ISBN 978-3-87157-241-8
  • {{#if: Ekkart Sauser|Ekkart Sauser: }}Adelphus (Adolfus), Bischof von Metz (4./5. Jh.). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL){{#if:22|. Band 22, Bautz, {{#switch:22

|1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:2-3|, Sp. 2-3}}{{#if:|, Sp. {{#iferror:{{#expr:{{{spalten}}}}}|{{{spalten}}}|{{#expr:1*{{{spalten}}}*0}}–{{#expr:-(0*{{{spalten}}}*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:https://web.archive.org/web/20070630040131/http://www.bautz.de/bbkl/a/adelphus_b_v_m.shtml%7C}}.{{#if: 22 | |{{#ifeq:||}}}}

  • Jakob Wimpfeling: Vita Sancti Adelphi patroni Collegij Novillaren(sis). In dominio Liechtenbergen(sis): Dyocesis Argentinensis. Ubi et corpus eius requiescit. 1506. [Erstausgabe eines lateinischsprachigen Textes aus der Mitte des 9. Jahrhunderts<ref>Probst, S. 40.</ref> ]

Weblinks

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Anmerkungen

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Einzelnachweise

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