Der Neue Katholische Friedhof (auch Äußerer Katholischer Friedhof) ist der zweite katholische FriedhofDresdens. Die 33.000 Quadratmeter große<ref>Mammut-Verlag (Hrsg.): Der Friedhofswegweiser Dresden. 2. Auflage. Mammut-Verlag, Leipzig September 2017, S.193.</ref> Anlage auf der Bremer Straße 20 in der Dresdner Friedrichstadt steht in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz.
Geschichte
Der erste katholische Friedhof Dresdens war nach seiner Gründung im Jahr 1724 zuletzt 1842 auf seine heutige Größe erweitert worden. Da der einzige katholische Friedhof der Stadt bereits 50 Jahre später erneut zu klein wurde, entschloss man sich zur Anlage eines neuen Begräbnisplatzes für die Katholiken der Stadt. Wie schon der Alte Katholische Friedhof unweit des Inneren Matthäusfriedhofs gelegen ist, wurde auch der Äußere Katholische Friedhof unmittelbar neben dem 1851 angelegten Äußeren Matthäusfriedhof angelegt. Alle vier Friedhöfe liegen im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt. 1873 wurde das Grundstück erworben, 1875 fanden erste Belegungen statt.<ref>Mammut-Verlag (Hrsg.): Der Friedhofswegweiser Dresden. 2. Auflage. Mammut-Verlag, Leipzig September 2017, S.194.</ref>
Die zweistöckige Parentationshalle, die Wärterwohnung und das Verwaltungsgebäude entstanden im Jahr 1875 nach Plänen des Architekten Carl Adolph Canzler. Eine weitere Friedhofshalle mit flachem Walmdach entstand um 1910. Der Innenraum der Parentationshalle wurde 1977 renoviert. Das Friedhofsgelände war ursprünglich als langgestrecktes Rechteck mit symmetrischer Grabfelderanlage konzipiert. Im Jahr 1915 erfolgte eine Erweiterung des Friedhofs in westlicher Richtung; in östlicher Richtung schloss sich bereits der Äußere Matthäusfriedhof an. Im selben Jahr wurde eine Leichenhalle mit Aufbahrungsraum gebaut.
Die bekannteste Person, die auf dem Neuen Katholischen Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden hat, ist der Maler Ludwig Richter. Sein erster Grabstein, der ein hohes, schwarzes Kreuz darstellte, wurde im Jahr 1984 durch eine Stele ersetzt, auf der sich in einem aufgesetzten Häuschen ein Kruzifix befindet.
Die Wandgrabstätte von Nikolaus Graf von Seebach ziert ein helles Kreuz auf einem Sockel. Das gespaltene Kreuz auf dem Grab des Pfarrers Wolfgang Luckhaupt schuf der Künstler Friedrich Press. Weitere bedeutende Grabplastiken finden sich auf den Gräbern von Miguel de Cárdenas y Penalver (Grabplastik Trauernde) sowie Elisabeth von der Decken (Grabplastik Ruhender Engel).<ref name="Hilbert">Peter Hilbert: Wertvolle Friedrichstädter Gräber restauriert. In: Sächsische Zeitung, 19. April 2011, S. 17.</ref> Das Grab des Sioux und Sarrasani-Zirkuskünstlers Edward Two-Two (1851–1914) zeigt eine schlichte Stele mit Grabinschrift; der Grabstein wurde 1986 erneuert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Äußerer Katholische Friedhof (Memento vom 25. Mai 2022 im Internet Archive)</ref>
In Dresden einmalig ist ein 2007 angelegtes Gräberfeld für sogenannte Sternenkinder, Fehlgeborene mit einem Gewicht unter 500 Gramm, das vom 2006 gegründeten Verein Sternenkinder Dresden gepflegt wird<ref>Wenn das Leben mit dem Tod beginnt – Sternenkinder. In: Der Friedhofswegweiser. Diesseits und Jenseits. 1. Ausgabe. Mammuth Verlag, Dresden 2011, S. 199.</ref> und eine Größe von 1000 Quadratmetern hat.<ref name="Hilbert" />
Auf dem Neuen Katholischen Friedhof befinden sich verschiedene Gedenkstätten für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft:
Eine eingefasste Gedenkstätte erinnert an Opfer des Faschismus aus 14 Nationen der Welt.
Mit einem Gedenkstein wird 128 Opfern des Faschismus aus der Tschechoslowakei gedacht.
Eine Gedenkstätte erinnert sowohl an die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs als auch an Opfer nationalsozialistischer Gewalt und insgesamt 395 hier bestattete Tote der Luftangriffe auf Dresden.<ref>Holger Hase und Wolfgang Scheder: Dresdner Kriegsgräberstätten. Hrsg. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dresden 2019. S. 29</ref>
Grab für Gostyner Bürger, Foto 14. Juni 2025Grab für zwölf junge Männer aus Gostyń, die 1942 auf dem Münchner Platz hingerichtet wurden. Foto 14. Juni 2025Eine weitere Gedenkstätte betrifft die zwölf Mitglieder der Widerstandsgruppe „Schwarze Legion“ (Polnische Heimatarmee) aus Gostyń in Polen, die am 23./24. Juni 1942 hingerichtet wurden.