Äquivalenzeinkommen
Das Äquivalenzeinkommen (ÄE) ist das Einkommen, das jedem Mitglied eines Haushalts, wenn es erwachsen wäre und alleine leben würde, den gleichen (äquivalenten) Lebensstandard ermöglichen würde, wie es ihn innerhalb der Haushaltsgemeinschaft hat. Dazu werden die Einkommen des gesamten Haushalts addiert und anschließend die Summe aufgrund einer Äquivalenzskala gewichtet. Die Gewichtung richtet sich nach Anzahl und Alter der Personen der Haushaltsgemeinschaft. Da hierbei in der Regel die Nettoeinkommen betrachtet werden, wird das Äquivalenzeinkommen auch als Nettoäquivalenzeinkommen (NÄE) bezeichnet. Das Äquivalenzeinkommen ist ein Pro-Kopf-Einkommen. Zu unterscheiden ist das NÄE vom Pro-Kopf-Einkommen als ungewichteter arithmetischer Durchschnitt und vom verfügbaren Einkommen.
Definition
Als Nettoeinkommen gelten hier alle Einkünfte aus selbständiger und nichtselbständiger Arbeit, Unterhalt und Vermögen sowie Transfereinkommen (beispielsweise Wohngeld) zuzüglich Mietwert selbst genutzten Wohneigentums, abzüglich Steuern und Pflichtbeiträgen zu Sozialversicherungen. Das monatliche Nettoäquivalenzeinkommen bezeichnet dann nach der Gewichtung der Personen den pro Kopf in einem Monat fiktiv verfügbaren Geldbetrag.
Die Gewichtung (Konsumäquivalent gegenüber einem Einpersonenhaushalt) kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Die relevanteste ist die Gewichtung der OECD, die für internationale Vergleiche meist verwendet wird: die neue und alte OECD-Skala. Bei der aktuellen Skala wird für den ersten Erwachsenen im Haushalt – der Person mit dem höchsten Beitrag zum Haushaltsnettoeinkommen – ein Gewicht von 1,0 zugeordnet, weiteren Erwachsenen und Jugendlichen (ab 14 Jahren) ein Gewicht von 0,5, und jedem Kind (unter 14 Jahren) ein Gewicht von 0,3 (50 Prozent respektive 30 Prozent eines alleinstehenden Erwachsenen).
- <math>\text{Nettoäquivalenzeinkommen} = \frac{\text{Summe der Nettoeinkommen}}{\text{Summe der Personengewichte}}\ \left[\tfrac{\text{Euro}}{\text{Kopf}}\right]</math>
Weil in einem Haushalt mit mehr als einer Person die Summe der Personengewichte immer kleiner ist als die Haushaltsgröße, ist die Summe der Äquivalenzeinkommen immer größer als die Summe der Nominaleinkommen.
So hätten in einem Haushalt mit einem Verdiener mit 40.000 € Jahreseinkommen, einem Verdiener mit 15.000 € und zwei schulpflichtigen Kindern (15 und 13) alle vier Personen jeweils ein Jahres-Äquivalenzeinkommen von 55.000 € ÷ 2,3 ≈ 24.000 €, also in etwa den (einkünftebezogenen) Lebensstandard eines Alleinstehenden mit gut 24.000 € Jahreseinkommen.
Mithilfe der Äquivalenzskala werden die Einkommen nach Haushaltsgröße und Zusammensetzung vergleichbar. Grund dafür ist, dass die Einkommen von Personen, die in unterschiedlich großen Haushalten leben, nicht miteinander vergleichbar sind, da in größeren Haushalten Skaleneffekte auftreten (z. B. durch gemeinsame Nutzung von Wohnraum und Haushaltsgeräten).
Verwendung
Das Äquivalenzeinkommen wird vor allem für die Berechnung von Einkommensverteilung, Einkommensungleichheit und Armut verwendet.
Mit dem Nettoäquivalenzeinkommen ist der Lebensstandard für einen einzelnen Bürger im Allgemeinen nur grob überschlagsmäßig ermittelt, meist wird damit die Gesamtwohlfahrt einer Stadt, einer Region oder eines Staates ermittelt. Es wird somit eine Wohlfahrtsfunktion bestimmt. Triviale und daher oft verwendete Funktionen sind der arithmetische Mittelwert (Durchschnitt) und der Median (Mittel) oder die Wohlfahrtsfunktion nach Sen und Foster mit Gini-Koeffizient oder Theil-Index. Durch Verwendung verschiedener Ungleichverteilungsmaße können weitere Wohlfahrtsfunktionen bestimmt werden.
Das Nettoäquivalenzeinkommen wird zur Definition der relativen Armut verwendet. In der EU wird seit 2001 der Median des Nettoäquivalenzeinkommens zur Definition der relativen Armutsgrenze wie folgt verwendet:<ref name="aul2006" /> Personen mit einem verfügbaren Einkommen von 60 % oder weniger dieses Betrages gelten in Relation zur Gesamtbevölkerung als armutsgefährdet. Es gibt keine allgemeingültige Armutsdefinition. Die Verwendung einer relativen Armutsgrenze wird zum Teil kritisiert, weil sie sich durch eine gleichmäßige Verbesserung oder Verschlechterung des Einkommens aller Bevölkerungsschichten auch dann nicht ändern würde, wenn die Preise unverändert blieben. Die Verwendung des Medians (jeweils die Hälfte der Personen) bildet auch nicht die Einkommensschere ab. Der dafür entwickelte Gini-Koeffizient bildet diese ab.
Umstritten ist auch die meist verwendete neue OECD-Skala. Insbesondere die unterstellten deutlich niedrigeren Bedarfe für Kinder werden als zu niedrig kritisiert, zumal in der sozialstaatlichen Praxis geringere oder gar keine Einsparungen im Vergleich mit einem zusätzlichen Erwachsenen angenommen werden.<ref>Tilman Weigel: Vorsicht, Statistik! Saarbrücken, 2013, ISBN 978-3-8417-7125-4.</ref>
Hauptkritikpunkt gegenüber dieser Kritik ist, dass die Definition des Äquivalenzeinkommens und insbesondere die Gewichte der OECD ursprünglich nur als grob überschlagsmäßige, schnelle Methode für eine volkswirtschaftliche statistische Gesamtrechnung gedacht waren, also für eine Abschätzung des Zustands der Wohlfahrt im Ganzen, nicht aber für die Beurteilung eines individuellen Haushaltes – und schon gar nicht seines tatsächlichen Wohlstandes oder seiner konkreten Armutsgefährdung.
Für einen Vergleich zwischen verschiedenen Gegenden muss das Nettoäquivalenzeinkommen noch in Relation zum Wert des Geldes, der Kaufkraft, in Bezug gesetzt werden (Preisbereinigung). Diese Rechnung ist aufwendig, und es existieren regional und weltweit verschiedene Vergleichsansätze.
Im Besoldungsrecht der deutschen Beamten hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) mit Beschluss vom 17. September 2025<ref>Beschluss vom 17. September 2025 – 2 BvL 5/18 u.a. – Rn. 149. Bundesverfassungsgericht, 17. September 2025, abgerufen am 19. April 2026.</ref> zum Alimentationsprinzip neue Vorgaben geschaffen: Wurde bisher als absolute Untergrenze der Besoldung das Grundsicherungsniveau zuzüglich 15 % genommen, sind nun 80 Prozent des Median-Äquivalenzeinkommens als Berechnungsgrundlage heranzuziehen.<ref>Marcel Schneider: Verfassungsgericht macht neue Vorgaben zur Beamtenbesoldung. In: LTO – Legal Tribune Online. 19. November 2025, abgerufen am 19. April 2026.</ref>
Nationales
Europa
In der amtlichen Statistik der EU (Eurostat) wird meist über den Kaufkraftstandard (KKS) in Form einer fiktiven Währung verglichen, die den Euro in nationalen Geldwert (das Preisniveau) umrechnet.
| Land | Euro 2009 |
KKS 2009 |
Index 2009 |
Euro 2013 |
KKS 2013 |
Index 2013 |
± % Euro |
± % KKS |
± Index | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Flag of Europe.svg EU-27/28 | * | 14.594 | – | 100.0 | / | 15.382 | – | 100.0 | (5.4) | – | – | |
| Datei:Flag of euro.svg EURO-15/17 | 16.792 | – | – | / | 17.436 | – | – | € | (3.8) | – | – | |
| Datei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien | * | 19.313 | 17.491 | 119.9 | 21.483 | 19.775 | 128.6 | € | 11.2 | 13.1 | 8.7 | |
| Datei:Flag of Bulgaria.svg Bulgarien | * | 2.828 | 5.751 | 39.4 | 2.924 | 6.055 | 39.4 | 3.4 | 5.3 | 0.0 | ||
| Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien | * | 7.295 | 10.104 | 69.2 | 7.694 | 10.649 | 69.2 | 5.5 | 5.4 | 0.0 | ||
| Datei:Flag of Denmark.svg Dänemark | * | 25.029 | 17.917 | 122.8 | 26.897 | 19.136 | 124.4 | 7.5 | 6.8 | 1.6 | ||
| Datei:Flag of Germany.svg Deutschland | * | 18.586 | 17.954 | 123.0 | 19.582 | 19.371 | 125.9 | € | 5.4 | 7.9 | 2.9 | |
| Datei:Flag of Estonia.svg Estland | * | 6.209 | 8.101 | 55.5 | 6.579 | 8.550 | 55.6 | € | 6.0 | 5.5 | 0.1 | |
| Datei:Flag of Ireland.svg Irland | * | 22.445 | 17.593 | 120.5 | n.A. | n.A. | – | € | – | – | – | |
| Datei:Flag of Greece.svg Griechenland | * | 11.496 | 12.626 | 86.5 | 8.371 | 9.087 | 59.1 | € | -27.2 | -28.0 | -27.4 | |
| Datei:Flag of Spain.svg Spanien | * | 12.856 | 13.524 | 92.7 | / | 13.524 | 14.238 | 92.6 | € | (5.2) | (5.3) | (-0.1) |
| Datei:Flag of France.svg Frankreich | * | 19.644 | 17.741 | 119.8 | 20.954 | 19.384 | 126.0 | € | 6.7 | 9.3 | 6.2 | |
| Datei:Flag of Croatia.svg Kroatien | * | n.A. | n.A. | – | 5.078 | 7.258 | 47.2 | – | – | – | ||
| Datei:Flag of Italy.svg Italien | * | 15.637 | 15.198 | 104.1 | 15.733 | 15.342 | 99.7 | € | 0.6 | 0.9 | -4.4 | |
| Datei:Flag of Cyprus.svg Zypern | * | 16.451 | 19.761 | 135.4 | 15.873 | 18.159 | 118.1 | € | -3.5 | -8.1 | -17.3 | |
| Datei:Flag of Latvia.svg Lettland | * | 5.356 | 7.139 | 48.9 | 4.702 | 6.619 | 43.0 | € | -12.2 | -7.3 | -5.9 | |
| Datei:Flag of Lithuania.svg Litauen | * | 4.715 | 7.149 | 49.0 | 4.698 | 7.352 | 47.8 | € | -0.4 | 2.8 | -1.2 | |
| Datei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg | * | 31.764 | 27.036 | 185.3 | 33.301 | 27.266 | 177.3 | € | 4.8 | 0.9 | -8.0 | |
| Datei:Flag of Hungary.svg Ungarn | * | 4.739 | 6.836 | 46.8 | 4.529 | 7.512 | 48.8 | -4.4 | 9.9 | 2.0 | ||
| Datei:Flag of Malta.svg Malta | * | 10.503 | 13.576 | 93.0 | 12.093 | 15.535 | 101.0 | € | 15.1 | 14.4 | 8.0 | |
| Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande | * | 20.156 | 19.227 | 131.7 | 20.839 | 19.226 | 125.0 | € | 3.4 | -0.0 | -6.7 | |
| Datei:Flag of Austria.svg Österreich | * | 20.469 | 19.472 | 133.4 | 22.073 | 20.925 | 136.0 | € | 7.8 | 7.5 | 2.6 | |
| Datei:Flag of Poland.svg Polen | * | 5.097 | 7.376 | 50.5 | 5.164 | 9.104 | 59.2 | 1.3 | 23.4 | 8.7 | ||
| Datei:Flag of Portugal.svg Portugal | * | 8.282 | 9.407 | 64.5 | 8.170 | 9.508 | 61.8 | € | -1.4 | 1.1 | -2.7 | |
| Datei:Flag of Romania.svg Rumänien | * | 2.162 | 3.442 | 23.6 | 2.066 | 3.728 | 24.2 | -4.4 | 8.3 | 0.6 | ||
| Datei:Flag of Slovenia.svg Slowenien | * | 11.864 | 14.410 | 98.7 | 11.852 | 14.286 | 92.9 | € | -0.1 | -0.9 | -5.8 | |
| Datei:Flag of Slovakia.svg Slowakei | * | 5.671 | 7.852 | 53.8 | 6.737 | 9.568 | 62.2 | € | 18.8 | 21.9 | 8.4 | |
| Datei:Flag of Finland icon.svg Finnland | * | 20.962 | 17.368 | 119.0 | 23.272 | 19.116 | 124.3 | € | 11.0 | 10.1 | 5.3 | |
| Datei:Flag of Sweden.svg Schweden | * | 21.248 | 18.763 | 128.6 | 26.414 | 20.527 | 133.4 | 24.3 | 9.4 | 4.8 | ||
| Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Kgr. | * | 16.262 | 16.819 | 115.2 | / | 18.694 | 16.469 | 107.1 | (15.0) | (-2.1) | (-8.1) | |
| Datei:Flag of Iceland.svg Island | 22.362 | 21.569 | 147.8 | 21.234 | 19.437 | 126.4 | -5.0 | -9.9 | -21.4 | |||
| Datei:Flag of Norway.svg Norwegen | 33.737 | 24.137 | 165.4 | 42.909 | 27.019 | 175.7 | 27.2 | 11.9 | 10.3 | |||
| Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz | 28.958 | 22.532 | 154.4 | 40.791 | 25.508 | 165.8 | 40.9 | 13.2 | 11.4 |
- Anmerkungen
- Quelle: SILC/EUROSTAT<ref name="eurostatTabelle">Durchschnittliches und Median-Einkommen nach Alter und Geschlecht. appsso.eurostat.ec.europa.eu, abgerufen am 29. Dezember 2019 (die jüngeren KKS-Daten werden häufig nachkorrigiert, sind also schon nach einigen Tagen abweichend)</ref><ref>Eine Interpretation der Daten (für 2009) siehe Europa: Einkommen. Bundeszentrale für politische Bildung: bpb.de → Zahlen und Fakten; abgerufen am 8. Februar 2014 (dort teils leicht abweichende Zahlen).</ref>
- 2. Spalte: EU-Mitglieder
- Index: EU = 100 (die Daten für EU/EURO 2013 sind von Eurostat geschätzt)
- Die Spalte zwischen 2009 und 2013 zeigt einen Zeitreihenbruch (Umstellung der Bemessung)
- ± % Euro/KKS: Veränderung in Prozent (bemessen auf 2008). Die Tabelle zeigt also auch die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise ab 2007 und der Eurokrise; der hohe Anstieg (in Euro) in der Schweiz, Schweden und Norwegen ist die Abwertung gegenüber dem Franken und den Kronen, die Diskrepanz der Veränderung in Euro und KKS bei Großbritannien derjenige zum Pfund bei gleichzeitiger Konjunkturschwäche.
Deutschland
| Jahr | Median | Mittelwert | |
|---|---|---|---|
| 1995 | 13.439 | 15.035 | <ref name="eurostat">Einkommen und Lebensbedingungen – Einkommensverteilung und monetäre Armut – Einkommensverteilung – Durchschnittliches Einkommen nach Haupteinkommensquelle. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> |
| 1996 | 14.523 | 16.060 | <ref name="eurostat" /> |
| 1997 | 14.769 | 16.289 | <ref name="eurostat" /> |
| 1998 | 14.393 | 15.918 | <ref name="eurostat" /> |
| 1999 | 14.603 | 16.366 | <ref name="eurostat" /> |
| 2000 | 15.339 | 17.167 | <ref name="eurostat" /> |
| 2001 | 15.758 | 17.742 | <ref name="eurostat" /> |
| 2003 | 16.500 | 18.492 | <ref>Lebenslagen in Deutschland – Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung (PDF) S. 18.</ref> |
| 2004 | 16.327 | 18.113 | <ref name="lie2006">Wirtschaftsrechnungen – LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) – Einkommen und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union 2005 und 2006 – Fachserie 15 Reihe 3. (PDF) Statistisches Bundesamt, 12. Dezember 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. November 2012; abgerufen am 23. März 2012.</ref> |
| 2005 | 15.617 | 17.227 | <ref name="lie2006" /> |
| 2005 | 16.393 | 18.214 | <ref name="EUSILC"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC). ( vom 15. November 2010 im Internet Archive) destatis.de</ref> |
| 2006 | 15.663 | 17.283 | <ref name="EUSILC" /> |
| 2006 | 17.777 | 20.270 | <ref name="lie2007">Wirtschaftsrechnungen – LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) – Einkommen und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union 2007 – Fachserie 15 Reihe 3. (PDF) Statistisches Bundesamt, 25. Mai 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. November 2012; abgerufen am 23. März 2012.</ref> |
| 2007 | 17.777 | 20.270 | <ref name="EUSILC" /> |
| 2008 | 18.309 | 21.086 | <ref name="EUSILC" /><ref name="lie2008">Wirtschaftsrechnungen – LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) – Einkommen und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union 2008 – Fachserie 15 Reihe 3. (PDF) Statistisches Bundesamt, 19. Dezember 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. November 2012; abgerufen am 23. März 2012.</ref> |
| 2009 | 18.586 | 21.223 | <ref name="EUSILC" /><ref name="lie2009">Wirtschaftsrechnungen – LEBEN IN EUROPA (EU-SILC) – Einkommen und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union 2009 – Fachserie 15 Reihe 3. (PDF) Statistisches Bundesamt, 19. Dezember 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. November 2012; abgerufen am 23. März 2012.</ref> |
| 2010 | 18.797 | 21.470 | <ref name="EUSILC" /> |
| 2011 | 19.043 | 21.549 | <ref name="eurostat" /> |
| 2012 | 19.595 | 22.022 | <ref name="eurostat" /> |
| 2013 | 19.582 | 22.471 | <ref name="destatis-Einkommensverteilung_SILC">Staat & Gesellschaft – Lebensbedingungen, Armutsgefährdung – Lebensbedingungen, Armutsgefährdung - Statistisches Bundesamt (Destatis). In: destatis.de. Abgerufen am 14. Mai 2016.</ref> |
| 2014 | 19.733 | 22.537 | <ref name="destatis-Einkommensverteilung_SILC" /> |
| 2015 | 20.668 | 23.499 | <ref name="destatis-Einkommensverteilung_SILC" /> |
| 2016 | 21.275 | 24.020 | <ref name="eurostatTabelle" /> |
| 2017 | 21.920 | 24.780 | <ref name="eurostatTabelle" /> |
| 2018 | 22.713 | 25.882 | <ref name="eurostatTabelle" /> |
| 2019 | 23.514 | 26.105 | <ref name="destatis-Einkommensverteilung">Lebensbedingungen, Armutsgefährdung - Einkommensverteilung. In: destatis.de. Abgerufen am 6. Juli 2021.</ref> |
| 2020 | 23.460 | 27.520 | <ref name="mz">Bislang separat durchgeführte Erhebung Leben in Europa (EU-SILC) wurde 2020 in den Mikrozensus als Unterstichprobe integriert. Durch den Wechsel von einer freiwilligen zu einer in Teilen auskunftspflichtigen Befragung verbunden mit einer neuen Stichprobenzusammensetzung ist ein Vergleich der Ergebnisse ab 2020 mit den Vorjahren nicht möglich (Zeitreihenbruch). Weiteres dazu auf der eigens eingerichteten Seite / Einkommensverteilung (Nettoäquivalenzeinkommen) 2020–2023</ref> |
| 2021 | 24.946 | 29.106 | <ref name="mz"/> |
| 2022 | 24.925 | 28.569 | <ref name="mz"/> |
| 2023 | 26.274 | 30.308 | <ref name="mz"/> |
| 2024 | 27.619 | 31.855 | <ref>Einkommen und Lebensbedingungen, Armutsgefährdung - Armutsgefährdungsschwelle für ausgewählte Haushaltstypen, Median und Durchschnitt des Nettoäquivalenzeinkommens. Statistisches Bundesamt, 9. April 2026, abgerufen am 19. April 2026 (Quelle: EU-SILC (Mikrozensus-Unterstichprobe zu Einkommen und Lebensbedingungen)).</ref> |
| 2025 | 28.891 | 33.324 |
Das Median-Nettoäquivalenzeinkommen (MNÄE) hängt immer auch von der betrachteten Bevölkerung ab.<ref name="spiegel-2016-03-29">Florian Diekmann: Trügerische Statistik zum Einkommen: Das Armutszeugnis. In: Spiegel online. 29. März 2016, abgerufen am 29. März 2016.</ref> Meist wird ganz Deutschland betrachtet. Dabei unterscheiden sich hier die Regionen<ref>Median der auf der Basis der neuen OECD-Skala berechneten Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung der jeweiligen Region/Großstadt in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung</ref> deutlich voneinander. Betrachtet man die Bundesländer, dann ist das MNÄE von Baden-Württemberg am höchsten und zwar 9 Prozent über dem bundesdeutschen und das von Mecklenburg-Vorpommern am niedrigsten und zwar 13 bis 18 Prozent<ref name=jahr>je nach betrachtetem Jahr, nur 2005 bis 2019 zugrunde gelegt</ref> niedriger als das bundesdeutsche.<ref>Sozialberichterstattung – Einkommensarmut und -verteilung – A.11 Mediane und Einkommensreichtumsschwellen, Bundesländer (Bundesmedian, Landesmedian)</ref> Schaut man sich noch feiner<ref>Sozialberichterstattung – Einkommensarmut und -verteilung – A.7 Mediane und Armutsgefährdungsschwellen nach Regionen (Bundesmedian, Landesmedian, regionaler Median)</ref> die 39 NUTS-II-Regionen an, dann liegt das MNÄE in Oberbayern am höchsten, und zwar 18 bis 20 Prozent<ref name=jahr/> über dem bundesdeutschen, Mecklenburg-Vorpommern ist auch die NUTS-II-Region mit dem geringsten MNÄE.
Teilt man Deutschland in etwa 100 kleinere Teilbereiche auf,<ref>Für Bremen und Niedersachsen werden Mikrozensus-Anpassungsschichten (von denen es bundesweit 132 gibt) angesehen, für alle anderen Bundesländer die Raumordnungsregionen (ROR) als Beobachtungs- und Analyseraster der Bundesraumordnung auf Basis der Stadt- und Landkreise. Es existieren bundesweit 96 Raumordnungsregionen, wobei die Abgrenzung mit einer Ausnahme (Bremen/Niedersachsen) entlang der Ländergrenzen verläuft. Nur 2008 bis 2019.</ref> dann sind die Regionen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern, beide in Mecklenburg-Vorpommern, die mit dem geringsten MNÄE und zwar 20 bis 24 Prozent unter dem bundesdeutschen, München hat mit 25 bis 27 Prozent über dem bundesdeutschen MNÄE das höchste. Betrachtet man nur die Städte, hat München das höchste MNÄE und Leipzig mit 13 bis 19 Prozent<ref name=jahr/> unter dem Bundes-MNÄE das niedrigste.
Der Anteil der Menschen in Deutschland, die von weniger als 60 % des Median-Nettoäquivalenzeinkommen (MNÄE) leben müssen – oft als „relative Armut“, Armutsgefährdungsquote oder Armutsquote bezeichnet –, ist von 1998 mit 10,6 % stetig bis 2009 auf 15,16 % gestiegen. Jeder sechste lebte in Armut, das waren etwa 12,5 Millionen Menschen. 2012 lag die Armutsquote bei knapp 15 %.<ref name="Klöckner">Marcus Klöckner: Die Einkommensungleichheit ist in Deutschland heute „weit höher“ als noch vor 20 Jahren. Artikel über Ergebnisse der Studie 2016 der Hans-Böckler-Stiftung zur Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland. In: Telepolis, 8. August 2016. Abgerufen am 11. August 2016.</ref> Laut Wissenschaftlern der Hans-Böckler-Stiftung in ihrer Studie 2016 zur Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland „habe sich trotz ‚guter konjunktureller Lage‘ und ‚steigender Erwerbstätigkeit‘ an den Verhältnissen kaum etwas geändert.“<ref name="Klöckner" />
Schaut man sich jeweils einzelne besondere Bevölkerungsgruppen an, dann variiert der Anteil stark: Er beträgt 70 % bei Personen, die mehr als die Hälfte des Jahres arbeitslos waren, er beträgt unter 10 % bei Personen, die mehr als die Hälfte des Jahres arbeiteten, einen hohen Bildungsstand hatten oder Wohneigentum besaßen.<ref>bpb: 26.11.2019 – Ausgewählte Armutsgefährdungsquoten, 2017</ref>
| Anteil am Median |
pro Jahr | pro Monat | betroffene Bevölkerung | |
|---|---|---|---|---|
| einkommensreich | ≥ 200 % | 34.248 € | 2.854 € | <ref name="3arm">Deutscher Bundestag (Hrsg.): Lebenslagen in Deutschland. Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. 30. Juni 2008 (bundestag.de [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 28. August 2021]).</ref><ref name="woek">Werkstatt Ökonomie e. V. (Hrsg.): Gibt es überhaupt Armut und Reichtum? Zum gesellschaftlichen Umgang mit Definitions- und Methodenproblemen. Heidelberg 2002, ISBN 3-925910-04-2.</ref> 5 % bis 8 % |
| hohe Einkommen | ≥ 150 % | 25.686 € | 2.141 € | <ref>DIW Berlin 2008. (PDF; 241 kB) In: Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 10/2008. S. 103, abgerufen am 5. Januar 2012. Letzte aufgeführte Zahl von 2006.</ref> 20,5 % |
| Median | ≤ 100 % | 17.124 € | 1.427 € | 50,0 % |
| Unterschicht | ≤ 70 %<ref name="DIW 2010-24-1">Jan Goebel, Martin Gornig, Hartmut Häußermann: Polarisierung der Einkommen: Die Mittelschicht verliert. (PDF; 469 kB) In: Wochenbericht Nr. 24/2010. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin, 6. Juni 2010, S. 3, abgerufen am 23. Oktober 2019 (8 Seiten).
</ref> || 11.986 € || 999 € || 20,5 % | |||
| armutsgefährdet | ≤ 60 % | 10.274 € | 856 € | 13,0 % |
| arm laut WHO und OECD | ≤ 50 % | 8.561 € | 713 € | 7,7 % |
| Existenzminimum | ≤ 43 % | 7.365 € | 614 € | |
| relativ arm | ≤ 40 % | 6.894 € | 571 € | 3,5 % |
| Anteil am Median |
pro Jahr | pro Monat | |
|---|---|---|---|
| einkommensreich | ≥ 200 % | 43.840 € | 3.653 € |
| hohe Einkommen | ≥ 150 % | 32.880 € | 2.740 € |
| Median | ≤ 100 % | 21.920 € | 1.827 € |
| Unterschicht | ≤ 70 %<ref name="DIW 2010-24-1" /> | 15.344 € | 1.279 € |
| armutsgefährdet | ≤ 60 % | 13.152 € | 1.096 € |
| arm laut WHO und OECD | ≤ 50 % | 10.960 € | 913 € |
| relativ arm | ≤ 40 % | 8.768 € | 731 € |
Siehe auch
Weblinks
Nationales:
- Haushalts-Einkommen – statistische Materialien
Einzelnachweise
<references />