Naturschutzgebiet Nebel
Koordinaten: 53° 40′ 59,2″ N, 12° 21′ 11,2″ O
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Das Naturschutzgebiet Nebel ist ein 846 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern zwischen den Orten Kuchelmiß, Hoppenrade und Klueß. Die Ausweisung erfolgte am 5. April 1989 mit einer Erweiterung im Jahr 1995 und hat zum Ziel einen weitgehend unverbauten Talabschnitt des Fließgewässers Nebel auf 18 Kilometer Länge und der angrenzenden Wald- und Wiesenflächen zu erhalten. Der Gebietszustand wird als gut eingestuft, da die natürliche Dynamik des Gewässers erhalten blieb bzw. nach Renaturierungsarbeiten der vergangenen Jahre wiederhergestellt wurde. Wichtig ist auch in Zukunft die Minimierung von Nährstoff- und Schadstoffeinträgen aus Siedlungen sowie landwirtschaftlich und fischereilich genutzten Flächen, um eine ungestörte Entwicklung zu ermöglichen. Mehrere Wanderwege ermöglichen eine touristische Erschließung. Sehenswert ist die Wassermühle bei Kuchelmiß und das Durchbruchstal nördlich des Krakower Sees.
Von der Europäischen Union wurden die Flächen als FFH-Gebiet<ref>Standarddatenbogen FFH-Gebiet Nebeltal mit Zuflüssen, verbundenen Seen und angrenzenden Wäldern (PDF; 87 kB)</ref> und Vogelschutzgebiet<ref>Standarddatenbogen EU-Vogelschutzgebiet Nebel und Warinsee (PDF; 76 kB)</ref> eingestuft und so in das Netzwerk Natura 2000 aufgenommen.
Geschichte
Die Nebel entstand im Rahmen der letzten Vereisung vor über 10.000 Jahren als Abflussbahn des Schmelzwassers. Die Dynamik des Gewässers führte zum Durchbruch der Endmoräne der Pommerschen Eisrandlage und bildete das heutige Durchbruchstal aus. Mönche legten bei Serrahn Fischteiche an, welche bis in DDR-Zeiten genutzt wurden. Das für einen Flachlandfluss starke Gefälle erlaubte den Betrieb von bis zu vier Wassermühlen. Auf den Niedermoorflächen wurde Torf und Raseneisenerz abgebaut. Die Wiebekingsche Karte aus dem Jahr 1786 belegt Acker- und Forstwirtschaft auf Mineralböden sowie Wiesen- und Weidennutzung auf den Moorstandorten. Die heutige Bewirtschaftung beschränkt sich auf extensive Weidenutzung. Feuchtere Standorte liegen ungenutzt.
Pflanzen- und Tierwelt
Bachbegleitend sind schilf- und seggenreiche Feuchtwiesen und Erlenbruchwälder zu finden.<ref>Biotopbogen Seggenreiches Schilflandröhricht östl. Ahrenshagen (PDF; 18 kB) als Beispiel mehr im <ref name="DE-MV_UK">Kartenportal Umwelt des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (Hinweise)</ref></ref><ref>Biotopbogen Erlenquellwald zwischen Kuchelmiß und Ahrenshagen(PDF; 18 kB)</ref>
Die Nebel ist Lebens- und Reproduktionsraum besonders geschützter und stark gefährdeter Fisch- und Vogelarten, Libellen, Muscheln, Schnecken, Krebse, Lurchen und zahlreicher Pflanzenarten. Die hohe Fließgeschwindigkeit und die gute Gewässergüte führen zum Vorkommen von Fischarten wie Neunauge, Elritze, Schmerle, Steinbeißer, Äsche und Bachforelle. Im Gebiet brüten Eisvogel, Wasseramsel, Schlagschwirl und Gebirgsstelze.
Literatur
- Nebel 137. In: Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Demmler-Verlag, Schwerin 2003, ISBN 3-910150-52-7, S. 278 f.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Ahrenshäger See | Beketal | Binsenbrink im Teterower See | Bockhorst | Breeser See | Brooksee | Conventer See | Cossensee | Dammer Postmoor | Durchbruchstal der Warnow und Mildenitz | Ehmkendorfer Moor | Entenmoor Moitin | Freienholz | Göldenitzer Moor | Gramstorfer Berge | Griever Holz | Groß Potremser Moor | Großes Holz | Gruber Forst | Gültzsee | Gutower Moor und Schöninsel | Hohe Burg und Schwarzer See | Hütter Klosterteiche | Kösterbeck | Krakower Obersee | Maibachtal | Nebel | Peetscher See | Recknitzwiesen | Reppeliner Bachtal | Ribnitzer Großes Moor | Riedensee | Rugenseemoor | Schlichtes Moor | Stegendieksbach | Teterower Heidberge | Teufelsmoor bei Horst | Teufelssee bei Thelkow | Trebeltal | Unteres Warnowland | Upahler und Lenzener See | Wüste und Glase | Wustrow | Zehlendorfer Moor Vorlage:Klappleiste/Ende