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Naturschutzgebiet Insel Vilm

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Naturschutzgebiet Insel Vilm

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Datei:Vilm.kueste.jpg
Blick von der Südspitze

Blick von der Südspitze

Lage Südöstlich von Putbus im Greifswalder Bodden im vor­pommer­schen Land­kreis Vor­pommern-Greifs­wald
Fläche 171 ha
Kennung LU MV 3
WDPA-ID 11796
Natura-2000-ID {{#property:p3425}}
Geographische Lage 54° 19′ N, 13° 32′ OKoordinaten: 54° 19′ 20″ N, 13° 31′ 52″ O
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Meereshöhe von 0 m bis 36 m
Einrichtungsdatum 2. Dezember 1936
Verwaltung LUNG

Das Naturschutzgebiet Insel Vilm ist ein 171 Hektar großes Naturschutzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Es umfasst die Insel Vilm sowie umliegende Flachwasserbereiche des Greifswalder Boddens. Das Naturschutzgebiet gehört zu den ältesten im Bundesland und wurde am 2. Dezember 1936 ausgewiesen. Eine Gebietserweiterung erfolgte im Jahr 1990 mit der Gründung des Biosphärenreservates Südost-Rügen. Die Insel Vilm bildet zusammen mit Teilen von Mönchgut, Zicker und Granitz die Kernzone des Reservates.

Der Gebietszustand wird als sehr gut angesehen, da sich die Flächen weitgehend ungestört entwickeln. Die Insel Vilm darf nur im Rahmen öffentlicher Führungen mit einer auf 30 Personen begrenzten Teilnehmerzahl betreten werden.

Nach EU-Recht ist das Naturschutzgebiet Bestandteil des FFH-Gebiets Küstenlandschaft Südostrügen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Standarddatenbogen FFH-Gebiet Greifswalder Bodden, Teile des Strelasundes und Nordspitze Usedom (PDF; 103 kB) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 27. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.umweltkarten.mv-regierung.de</ref> und des Vogelschutzgebiets Greifswalder Bodden und südlicher Strelasund<ref>Standarddatenbogen EU-Vogelschutzgebiet Greifswalder Bodden und südlicher Strelasund (PDF; 116 kB)</ref>. Ein Teil der Insel ist Naturwaldreservat und wird wissenschaftlich untersucht.<ref>Steckbrief des Naturwaldreservates Insel Vilm</ref> Die Insel Vilm ist Sitz der Internationalen Naturschutzakademie des Bundesamtes für Naturschutz.

Geschichte

Datei:Hudeeiche.jpg
Naturwald mit ehemaliger Huteeiche

Die letzte Eiszeit hinterließ im Bereich der heutigen Insel Vilm drei Geschiebe, die als Inselkerne (Großer Vilm, Mittelvilm und Kleiner Vilm) die Basis der Insel bilden. Durch Prozesse des Küstenausgleichs bildeten sich Strandwälle, welche die Inselkerne verbanden und dem Vilm die heutige Form gaben. Umgebend liegen im Flachwasser zahlreiche Findlinge. Verschiedene Wasserstände, z. B. zu Zeiten der Littorina-Transgression, führten zur Bildung heute fossiler Kliffs an der Nordseite der Insel.

Menschliche Besiedlung ist seit dem Mittelalter durch die Slawen belegt. Der Name der Insel leitet sich von dem slawischen Wort für Ulme ab. Vom 16. bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts wurden Buchen und Erlen auf der Insel gefällt. Die Eichen wurden als Hutebäume stehen gelassen und erreichen heute stellenweise ein Alter von 600 Jahren. Seit rund 300 Jahren finden keine Holzentnahmen mehr statt.

Pflanzen- und Tierwelt

Datei:Vilm.urwald.jpg
Naturwald

Der überwiegende Teil der Insel ist mit einem Mischwald aus Rotbuche, Stiel-Eiche und Berg-Ahorn bedeckt. Eingestreut finden sich Gebüsche mit Rosen und Wildbirne.<ref>Biotopbogen Rosen-Wildbirnen-Gebüsch auf dem Kl. Haken (Vilm) (PDF; 17 kB)</ref><ref>Biotopbogen Rosen-Wildbirnen-Gebüsch auf dem Mittelvilm (PDF; 17 kB)</ref> Auf einer aufgelassenen Salzwiese im Südwesten der Insel wachsen Strand-Dreizack und Strand-Binse.<ref>Biotopbogenaufgelassene Salzwiese und Röhricht auf dem Kl. Haken (Vilm) (PDF; 18 kB)</ref> Sandmagerrasen mit Rotstraußgras und Strand-Grasnelke wurden zwischen den Bebauungen nachgewiesen.<ref>Biotopbogen ruderalisierter Sandmagerrasen auf dem Großen Vilm (PDF; 19 kB)</ref> Die Kliffküste ist bestockt mit Buche, Eiche und anderen Gehölzen.<ref>Biotopbogen Sand-/Moränenkliff auf d. östl.Seite des Kleinen Vilms (PDF; 20 kB)</ref><ref>Biotopbogen Sand-/Geschiebemergelkliff auf nordöstl. Seite d. Insel Vilm (PDF; 18 kB)</ref> Sandhaken und Dünen bilden Biotope für Sandregenpfeifer und andere Limikolen.<ref>Biotopbogen Düne am nördl. Ende der Insel Vilm (Großer Haken) (PDF; 19 kB)</ref>

Durch Kartierungen zum GEO-Tag der Artenvielfalt im Jahr 2002 konnten 1312 Arten nachgewiesen werden.<ref>Bundesamt für Naturschutz:GEO-Tag der Artenvielfalt auf der Insel Vilm mit erstaunlichen Ergebnissen</ref><ref>4. GEO-Tag der Artenvielfalt auf der Insel Vilm (Rügen)</ref>

In den vergangenen Jahren wurden wieder vermehrt Kegelrobben in den umliegenden Flachwasserbereichen gesichtet.

Literatur

  • Insel Vilm 3. In: Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Demmler-Verlag, Schwerin 2003, ISBN 3-910150-52-7, S. 130 f.

Weblinks

Commons: Vilm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Naturschutzgebiet
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