Naturschutzgebiet Krummenhagener See
Koordinaten: 54° 14′ 26″ N, 13° 1′ 42,3″ O
{{#coordinates:54,24055|13,02841|primary
|dim=
|globe=
|name=NSG Krummen-hagener See
|region=DE-MV
|type=landmark
}}
Das Naturschutzgebiet Krummenhagener See ist ein 263 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern ungefähr acht Kilometer südlich der Hansestadt Stralsund. Umliegende Orte sind Krummenhagen, Negast und Zarrendorf. Das Gebiet wird westlich von der Bundesstraße 194 gestreift. Die Flächen sind nach EU-Recht Bestandteil des FFH-Gebiets Krummenhagener See, Borgwallsee und Pütter See<ref>Standarddatenbogen des FFH-Gebiets Krummenhagener See, Borgwallsee und Pütter See (PDF; 57 kB) </ref> und des Vogelschutzgebiets Nordvorpommersche Waldlandschaft.<ref>Standarddatenbogen des EU-Vogelschutzgebiets Nordvorpommersche Waldlandschaft (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF ( des Vorlage:IconExternal vom 17. November 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; 86 kB)</ref> Die Ausweisung erfolgte am 3. Oktober 1941 vor allem aufgrund der hohen avifaunistischen Bedeutung.
Der Gebietszustand wird als befriedigend eingestuft. Durch einen im Jahr 1994 gebauten Stau wird der Wasserstand konstant gehalten. Der befahrbare Krummenhagener Damm führt durch das Gebiet. Eine Aussichtskanzel ermöglicht dort Blicke auf die Freiwasserfläche.
Geschichte und Wasserhaushalt
Der Krummenhagener See entstand während der letzten Eiszeit innerhalb einer Sanderfläche. Schmelzwasser des abtauenden Gletschers durchfloss den Bereich und schürfte die Vertiefung der heutigen Seefläche aus. In den folgenden Jahrtausenden füllten bis zu drei Meter mächtige Mudden den abflusslosen See, auf denen in geringer Mächtigkeit Torf aufwuchs. Die heutigen Seetiefen liegen oft unter 0,5 Meter. Menschliche Nutzung ist seit dem 13. Jahrhundert durch das Kloster Neuenkamp belegt. Der See wurde fischereilich genutzt und für den Betrieb von Wassermühlen in Stralsund angestaut, wobei das Seewasser über den Mühlengraben, Borgwallsee und Pütter See abfloss. Auch direkt am Seeauslauf wurde bis 1859 eine Wassermühle betrieben. Mit Aufgabe der Mühlennutzung wurde der Seespiegel abgesenkt. Der Umfang der freien Wasserfläche nahm stark ab. Der damals 250 Hektar umfassende See teilte sich in sechs einzelne Freiwasserbereiche. Die Verlandung des eutrophen Sees beschleunigte sich. Durch zwei Pumpwerke wird Wasser aus den angrenzenden Niedermoorflächen in den See gepumpt, der in den Borgwallsee über den Mühlengraben entwässert wird.
Pflanzen- und Tierwelt
Der Großteil des Sees wird von Röhrichtbeständen mit Schilf eingenommen.<ref>Biotopdatenbogen Östlicher Krummhagener See (PDF; 28 kB) </ref> In den Einzelseen wachsen Kieselalgen, Hornblatt, Kamm-Laichkraut, Wasserschlauch, Froschbiss und Teichrosen. Krebse leben im See. Am Südrand geht der See in einen Bruchwald über.<ref>Biotopdatenbogen Schwarzerlen-Bruch am Südrand des Krummhagener See's (PDF; 21 kB) </ref>
Aus ornithologischer Sicht bedeutsam sind die Vorkommen von Seeadler und Fischadler. Brutvögel im Naturschutzgebiet sind Rohrweihe, Graugans, Rothalstaucher, Teichrohrsänger, Bartmeise, Bekassine, Wasserralle, Rohrschwirl und Schlagschwirl, Kranich und Rohrdommel. Die großen Freiwasserflächen sind bedeutende Rastplätze zahlreicher Wasservogelarten, wie Grau-, Waldsaat- und Blässgans, Sing- und Zwergschwan. Der Fischotter lebt im Gebiet.
Literatur
- Krummenhagener See 18. In: Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Demmler-Verlag, Schwerin 2003, ISBN 3-910150-52-7, S. 204 f.
Weblinks
- Literatur über Naturschutzgebiet Krummenhagener See in der Landesbibliographie MV
- <ref name="DE-MV_UK">Kartenportal Umwelt des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (Hinweise) mit Geodaten</ref>
- Radtour entlang des Krummenhagener Sees
- Kurzvorstellung mit Foto auf der Seite des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern
Einzelnachweise
<references />
Abtshagen | Ahrenshooper Holz | Barther Oie | Beuchel | Bock | Borgwallsee und Pütter See | Dierhäger Moor | Dornbusch und Schwedenhagener Ufer | Dünenheide auf der Insel Hiddensee | Försterhofer Heide | Goor-Muglitz | Granitz | Grenztalmoor | Großes Moor bei Dänschenburg | Halbinsel Devin | Insel Vilm | Kniepower See und Katharinensee | Naturschutzgebiet Kormorankolonie bei Niederhof | Krummenhagener See | Langes Moor | Maibachtal | Mannhagener Moor | Mönchgut | Neuendorfer Wiek mit Insel Beuchel | Neuensiener und Selliner See | Nordufer Wittow mit Hohen Dielen | Nordwestufer Wittow und Kreptitzer Heide | Pulitz | Quellsumpf Ziegensteine bei Groß Stresow | Ribnitzer Großes Moor | Roter See bei Glowe | Schmachter See und Fangerien | Schoritzer Wiek | Spyckerscher See und Mittelsee | Steinfelder in der Schmalen Heide | Tetzitzer See mit Halbinsel Liddow und Banzelvitzer Berge | Torfstichgelände bei Carlewitz | Trebelmoor bei Tangrim | Unteres Recknitztal | Vogelhaken Glewitz | Wittenhagen | Wostevitzer Teiche | Wreechener See Vorlage:Klappleiste/Ende