Naenser Tunnel
Vorlage:Infobox Tunnel Der Naenser Tunnel ist ein Eisenbahntunnel an der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen im Landkreis Northeim.
Der Tunnel ist 884 Meter lang (200 braunschweigische Ruthen = 3200 Fuß) und geradlinig. Der Tunnel wurde für zwei Gleise errichtet und bis in die 1960er Jahre auf beiden Gleisen betrieben. Derzeit ist die Strecke aber zwischen Stadtoldendorf und Kreiensen und damit auch im Tunnel nur eingleisig. Er führt durch Keupermergel, einen vergleichsweise wasserreichen weichen Fels.
Vom westlichen Tunneleingang ist der nächste Ort Naensen und auf östlicher Seite folgt Greene. Beide Portale sind mit Friesen verziert. Benachbarte Höhenzüge sind im Süden die Hube und im Norden der Selter.
Der Tunnel wurde von 1862 bis 1865 nach Planung des böhmisch-österreichischen Eisenbahningenieurs Franz von Rziha nach dessen neu entwickeltem Tunnelbauverfahren mit Eisenrahmen anstatt hölzernen Verzimmerungen ausgeführt. Auch aus diesem Grund ist der Naenser Tunnel mehrfach in der Tunnelbau-Fachliteratur des 19. Jahrhunderts – u a. durch v. Rziha selbst – veröffentlicht worden. Die Baukosten betrugen 565.775 Taler.<ref>Franz von Rziha: Lehrbuch der gesamten Tunnelbaukunst. Zeiter Band. Verlag von Ernst & Korn, Berlin 1872, S. 867. (Digitalisat auf, abgerufen am 1. März 2026). </ref>
Literatur
- Franz von Rziha: Die neue Tunnel-Baumethode in Eisen. Angewendet bei den Tunnelbauten zu Naensen und Ippensen auf der herzogl. braunschw. Holzmindener Eisenbahn. Ein Vorläufer des Lehrbuchs der gesamten Tunnel-Baukunst. Verlag von Ernst & Korn, Berlin 1864. (Google eBook; Digitalisat auf hathitrust.org)
- Pini: Die neue Tunnel-Eisenbaumethode des des Ingenieurs Rziha. In: Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens, Jg. 18, 1863, S. 229–242. (Google eBook, dort ohne den Abbildungsteil)
Weblinks
- Joachim Pientok: Strecke 1940: Naenser Tunnel. Bilder der Tunnelportale auf eisenbahn-tunnelportale.de, Sommer 2004.
Einzelnachweise
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