Museum Industriekultur (Nürnberg)
Das Museum Industriekultur in Nürnberg ist ein Museum für Technik, Kultur und Sozialgeschichte, das die Geschichte der Industrialisierung am Beispiel Nürnbergs, das sich im 19. Jahrhundert von einer armen Stadt zu „Bayerns Motor der Innovation“<ref>Martin Droschke: Wie genau war das eigentlich im 19. Jahrhundert mit Nürnberg? In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 24. März.</ref> verwandelte, dokumentiert. Es entstand 1988 in einer Halle des ehemaligen Eisenwerks Julius Tafel (Tafelwerk) und umfasst rund 6.000 m² Ausstellungsfläche. Dem Museum ist ein Schulmuseum sowie ein Motorradmuseum angegliedert, das sich insbesondere mit der Firmengeschichte der Firma Zündapp auseinandersetzt. Das benachbarte Kulturzentrum Tafelhalle ist ebenfalls in Gebäuden des ehemaligen Tafelwerks untergebracht.
Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten muss das Museum Industriekultur ab 27. November 2023 für voraussichtlich zwei Jahre geschlossen bleiben. Die Baumaßnahme umfasst eine Aktualisierung des Brandschutzes, eine energetische Sanierung des Gebäudes sowie verschiedene weitere bauliche Verbesserungen. Im Anschluss daran wird die Dauerausstellung überarbeitet und mit modernisierter Ausstellung wieder zum Besuch einladen.
Das Museum
Das Museum zeigt entlang einer straßenähnlichen Erschließungsachse historische Ensembles wie Gewerbe- und Wohnräume, ein Arbeiter-Vereinslokal, einen Kolonialwarenladen und eine Zahnarztpraxis aus den 1930er Jahren. Weitere Ausstellungseinheiten enthalten eine Druckwerkstatt, eine Bleistiftwerkstatt, eine Gipsmühle und eine Dampfmaschine der Maschinenfabrik Joh. Wilh. Spaeth, die einst das komplette Tafelwerk mit Strom versorgte. Auch die Entwicklung der Kino- und Filmgeschichte, der Technisierung des Haushalts, der Energienutzung und der Telekommunikation wird veranschaulicht. Ergänzt durch historische Fahrzeuge und Maschinen sollen die einzelnen Museumseinheiten den langsamen Übergang von der Handwerks- hin zur Industriegesellschaft illustrieren. Der Blick ist dabei nicht nur auf der Entwicklung der Nürnberger Industrie und ihrem strukturellen Wandel gerichtet, sondern auch auf den Einfluss der Industrialisierung auf das Leben der Menschen – unter anderem auf den Alltag, auf Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie auf Kunst und Kultur. Daneben besitzt das Museum eine der bundesweit größten Sportsammlungen.
Thematische Wechselausstellungen ergänzen das Veranstaltungsprogramm ebenso wie ein umfangreiches museumspädagogisches Angebot für Schüler aller Altersgruppen.
Das Museum gehört seit 1994 zu den Museen der Stadt Nürnberg und ist Teil der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).
Vor der Liquidation des Versandhauses Quelle 2009 konnten Kataloge, Werbefilme und ähnliche Zeugnisse seiner Geschichte für das Museum gesichert werden.<ref>Klaus Tscharnke: SOS-Aktion rettet Quelle-Nachlass. dpa, 30. Dezember 2009.</ref>
Virtuelle Ausstellungen
Seit 2019 ist das Museum Industriekultur auch auf Google Arts & Culture vertreten und zeigt dort verschiedene Ausstellungen zur Nürnberger Zweiradgeschichte:
- Die Pionierzeit der Motorräder aus Nürnberg
- Legenden in Chrom und Stahl
- Der Grüne Elefant – die Zündapp KS-601
- Nürnberg – die Fahrradhochburg
Leitung
Der jahrzehntelange Leiter Matthias Murko ging im April 2017 in den Ruhestand, behielt seine Funktion jedoch übergangsweise bei, bis seine Nachfolgerin, die Historikerin und Kulturjournalistin Monika Dreykorn, ihr Amt im Oktober 2018 antreten konnte.<ref>nn: Neue Chefin für das Museum Industriekultur. In: Nürnberger Nachrichten vom 14. August 2018, Printausgabe, S. 6</ref>
Literatur
- Hermann Glaser (Hrsg.): Industriekultur in Nürnberg. Eine deutsche Stadt im Maschinenzeitalter. Beck, München 1980, ISBN 978-3-406-07512-4.
Weblinks
- Museum Industriekultur
- Museum Industriekultur im Museumsportal Bayern
- Museum Industriekultur bei Google Arts & Culture
Einzelnachweise
<references />
Museen der Stadt Nürnberg: Albrecht-Dürer-Haus | Deutsches Spielearchiv Nürnberg | Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände | Städtische Gemälde- und Skulpturensammlung | Städtische Graphische Sammlung | Historischer Kunstbunker | Memorium Nürnberger Prozesse und Schwurgerichtssaal 600 | Mittelalterliche Lochgefängnisse | Motorradmuseum Nürnberg | Museum Industriekultur | Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal | Schulmuseum Nürnberg | Spielzeugmuseum Nürnberg | Stadtmuseum Fembohaus
Museen anderer Träger: Arabisches Haus Nürnberg (in Bau) | Bibelmuseum Bayern | Bionicum | Club-Museum | DB-Museum Nürnberg | Deutsches Museum Nürnberg | Deutsches Taubenmuseum | Die Neue Sammlung | Feldbahn-Museum 500 | Feuerwehrmuseum Nürnberg | Fränkische Museums-Eisenbahn | Friedensmuseum Nürnberg | Garnisonmuseum Nürnberg | Germanisches Nationalmuseum | Heimatmuseum Kornburg | Heimatmuseum Neunhof | Henkerhaus Nürnberg | Historische Felsengänge | Historisches Straßenbahndepot St. Peter | Hutmuseum Nürnberg | Kaiserburg-Museum | Kindermuseum Nürnberg | Krankenhausmuseum Nürnberg | Kunstbunker – forum für zeitgenössische kunst | Kunsthalle Nürnberg | Kunsthaus Nürnberg im Künstlerhaus | Kunstverein Nürnberg | Kunstvilla Nürnberg | Laubenmuseum | Merks Motor Museum | Museum |22|20|18| Kühnertsgasse | Museum der Bayerischen Metallwarenfabrik (BMF) | Museum im Koffer | Museum für Kommunikation | Naturhistorisches Museum Nürnberg | Neues Museum Nürnberg | Nürnberger Bratwurstmuseum | Nicolaus-Copernicus-Planetarium | Regiomontanus-Sternwarte | Rotkreuz-Museum Nürnberg | Schlossmuseum Neunhof | Silberhorn Classics | Stadtmauermuseum (in Bau) | Turm der Sinne | Uhrensammlung Karl Gebhardt | Weizenglasmuseum Nürnberg
Ehemalige Museen: Bayerisches Gewerbemuseum | Fränkische Galerie | Freilandaquarium und -terrarium der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg | Kunstgewerbemuseum Nürnberg | Schützenmuseum | Museum für Soziale Hygiene
Koordinaten: 49° 27′ 40″ N, 11° 6′ 39″ O
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