Mukolipidose
Mukolipidosen (ML), auch Mucolipidosen geschrieben, sind eine Gruppe von vier äußerst seltenen autosomal-rezessiv vererbten lysosomalen Speicherkrankheiten. Die Mukolipidosen ähneln klinisch den Mukopolysaccharidosen, haben jedoch eine andere Ätiologie und sind zudem noch seltener als diese.
Die Mukolipidosen
| {{#ifeq:|ja|Klassifikation nach ICD-10-GM|Klassifikation nach ICD-10}} | |
|---|---|
| {{#if: E77.1 | E77.1 | Eintrag fehlt }} | Defekte beim Glykoproteinabbau - Sialidose [Mukolipidose I] | Eintrag fehlt }} |
| {{#ifeq:|ja|ICD-10 online (GM-Version 2026)|ICD-10 online (WHO-Version 2019)}} | |
Die vier derzeit bekannten Mukolipidosen sind<ref>W. Hort: Pathologie des Endokard, der Kranzarterien und des Myokard. Verlag Springer, 2000, ISBN 3-540-65326-0, S. 1350–1351.</ref>:
- Sialidose Typ II ((ML Typ I)
- I-Zellkrankheit (ML Typ II α/β)
- Pseudo-Hurler-Polydystrophie (ML Typ III α/β)
- Sialolipidose (ML Typ IV)
Ätiologie
Die Ursache der Mukolipidosen sind Mutationen im Genom, welches für Membranproteine kodiert. Dies führt zu Fehlfunktionen im Stoffwechsel von Polysacchariden, Lipiden und Glykoproteinen.<ref name="denk">H. Denk u. a.: Pathologie der Leber und Gallenwege. Verlag Springer, 2000, ISBN 3-540-65501-8, S. 253–255.</ref> Im Gegensatz zu dem Krankheitsbild der Mukopolysaccharidosen werden Mukopolysaccharide normal metabolisiert.
Die Mukolipidosen werden autosomal-rezessiv vererbt.
Pathologie und Diagnostik
Die Mukolipidosen zeichnen sich – mit Ausnahme der Pseudo-Hurler Polydystrophie – durch eine schwere psychomotorische Retardierung der Betroffenen aus. Fehlbildungen im Skelettaufbau (skelettale Dysmorphien) und Erkrankungen der Netzhaut können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.<ref name="denk" />
Mittels enzymatischer und molekulargenetischer Verfahren können die vier Mukolipidosen pränatal und postnatal sicher diagnostiziert werden.<ref name="denk" />
Therapie
Es ist bisher keine kausale Therapie für die Mukolipidosen bekannt. Die Behandlung erfolgt im Wesentlichen symptomatisch.
Einzelnachweise
<references />
Literatur
- S. Tiede u. a.: Mukolipidosen. In: Kinderheilkunde 154, 2006, S. 955–961.
- S. S. Cathey u. a.: Molecular order in mucolipidosis II and III nomenclature. In: Am J Med Genet A 146A, 2008, S. 512–513. PMID 18203164
- A. Carl u. a.: Atlantoaxial instability and myelopathy in mucolipidosis. In: Spine 16, 1991, S. 215–217. PMID 2011780
Weblinks
- Mucolipidoses Fact Sheet (englisch)