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Mußbach (Rehbach)

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Vorlage:Infobox Fluss Der Mußbach, in der örtlichen Mundart Muschbach, im Osten des Pfälzerwalds und in der Vorderpfalz (Rheinland-Pfalz) ist ein knapp 12 km langer Bach und ein linker Zufluss des Rehbachs. Nach ihm ist das Winzerdorf Mußbach benannt, das er durchfließt und das 1969 als Ortsteil in die Stadt Neustadt an der Weinstraße eingemeindet wurde.

Geographie

Verlauf

Im Mittelgebirge

Wachenheimer Gemarkung

Die beiden Quellbäche des Mußbachs entspringen, nur 300 m voneinander entfernt, am Nordhang des Hinteren Stoppelkopfs (Vorlage:Höhe) auf der Waldgemarkung von Wachenheim an der Weinstraße. Die rechte Hauptquelle im Zwerlebachtal liegt auf Vorlage:Höhe,<ref name="LANIS-Q" /> die linke Nebenquelle im Haseltal auf Vorlage:Höhe Höhe. Nach etwa 700 m fließen die Abläufe zusammen; 200 m vor der Vereinigungsstelle steht zwischen den beiden Bachläufen die Jagdhütte Haseltal.

Der anfangs rasch fließende Mußbach tritt nun in die 70 Hektar große Freizeit- und Wildparkanlage Kurpfalz-Park ein, wo er im Nordwestteil auf Vorlage:Höhe Höhe das Wasser des Naturdenkmals Siebenröhrenbrunnen aufnimmt. Im Park fließt der Bach gut 1 km nach Osten, wobei er zwei schmale Stauweiher speist. Dann erreicht er die Senke der Lambrechter Verwerfung, die von Nord nach Süd verläuft. Den mit etwa 0,65 Hektar größten Stauweiher im Norden des Parks, auf dem der Parkbetreiber verschiedene Wasserfahrzeuge anbietet, füllt der von links kommende Bach vom Seekopf.<ref name="seekopf" /> Nach dessen Einmündung biegt der Mußbach in der Senke nach rechts ab – geradeaus östlich am Parkeingang steht das Waldgasthaus und frühere Forsthaus Rotsteig – und verlässt 500 m weiter den Park in südlicher Richtung. Der Lambrechter Verwerfung folgt er noch – in kleinen Mäandern – etwa 300 m.

Deidesheimer Gemarkung

Mit dem Erreichen der Haardt, des östlichen Randgebirges des Pfälzerwalds, überquert der Mußbach die Grenze zur Waldgemarkung von Deidesheim, das bis um das Jahr 1800 zum Hochstift Speyer gehörte, und wechselt ins Silbertal, wo ihm von rechts der Silbertalbach zufließt. Beim Waldgasthaus Forsthaus Silbertal (Vorlage:Coordinate) schwenkt der Mußbach nach Südost um und folgt dem Silbertal gut 2 km bis zu dessen Ende. Direkt unterhalb der gefassten Quaderhangquelle und nahe der hölzernen Pfälzerwaldhütte (Vorlage:Coordinate), die Wanderern als Unterstand dient, mündet von links aus dem Benjental der Bach vom Schnokebrunnen.

Hier, am nach Südosten gerichteten Quaderhang des Vorlage:Höhe hohen Saulochköpfchens, laufen Silber- und Benjental zum Gimmeldinger Tal zusammen, auf dessen Sohle der Mußbach weiterfließt. Ungefähr 700 m unterhalb passiert er das frühere Forsthaus Benjental, das heute ebenfalls ein Waldgasthaus ist. Nach insgesamt 6 km seines Laufs verlässt er den Landkreis Bad Dürkheim und überquert beim Alten Jagdhaus Looganlage die Grenze zur Waldgemarkung des Neustadter Ortsteils Gimmeldingen. Die heutige Grenze ist identisch mit der bis um das Jahr 1800 geltenden zwischen dem Hochstift Speyer und der Kurpfalz.

Gimmeldinger Gemarkung

Direkt auf dieser Grenze zu Neustadt-Gimmeldingen mündet auf etwa Vorlage:Höhe Höhe von rechts der Bach vom Loosenbrunnen, der zwar nur 800 m lang, aber recht wasserreich ist. Er entspringt, gefasst im denkmalgeschützten Loosenbrunnen, in Vorlage:Höhe Höhe an der Nordostflanke des Weinbiets, dessen Vorlage:Höhe hoher Gipfel mit zwei markanten Türmen den Ostrand des mittleren Pfälzerwalds prägt. Von 1952 bis 1988 wurde Quellwasser aus dem Brunnen als Trinkwasser zum Ausflugslokal Weinbiethaus hochgepumpt.<ref name="pwv" />

Im weiteren Verlauf des Gimmeldinger Tals fließt der Mußbach langsamer. Er nimmt das Wasser der Loog- sowie der Neumühlquelle auf und passiert die historische Talmühle, die zu einem Waldgasthaus umgebaut ist. Anschließend speist der Mußbach einen kleinen Stauweiher, während rechts einige Meter höher das aus dem Jahr 1899 stammende und denkmalgeschützte Wasserwerk Mußbach steht. Unterhalb des Weihers teilt sich der Mußbach in zwei Arme auf, die für gut 200 m im Abstand von etwa 30 m nahezu parallel nebeneinander herfließen und sich dann wieder vereinigen.

In der Ebene

Mit dem Durchbruch durch die Haardt zwischen den Massiven von Weinbiet (rechts, Vorlage:Höhe) und Stabenberg (links, Vorlage:Höhe) verlässt der Mußbach das Mittelgebirge und erreicht die Vorderpfalz. Dort durchquert er zunächst die schmale Bruchzone am Westrand des Oberrheingrabens, wo sich in der hügeligen Rebenlandschaft beidseits der Deutschen Weinstraße die Wohngebiete von Gimmeldingen und Mußbach erstrecken. Kurz vor dem Talausgang wurde einst zur Versorgung einer Mühlenanlage der Altbach nach links abgeleitet. Er führte anfangs in östlicher, später südöstlicher Richtung mitten durch das Dorf, bis er nach etwa 1000 m am Ende der heutigen Altbachstraße nach rechts in den Mußbach zurückmündete. Die letzten Spuren des Altbachs wurden in den 1970er Jahren durch Verfüllung beseitigt; der Lauf ist nur noch durch angrenzende Wege und Pfade nachzuvollziehen.

Innerhalb der Mußbacher Wohnbebauung gehen die Hügel in die Rheinebene über. Der Mußbach fließt im Zentrum des Dorfs, teilweise verrohrt, durch den historischen Herrenhof. Der Name der rechts parallel verlaufenden Straße An der Bleiche erinnert daran, dass an einer längst verschütteten rechten Ableitung, die nach 1000 m wieder in den Mußbach zurückfloss, einst Wäsche gewaschen und getrocknet wurde. Zwischen den Straßen Zum Ordenswald und Silvanerweg ist der Bach auf einer Länge von etwa 700 m verrohrt; er verschwindet im Untergrund, um erst wieder im südöstlichen Wohngebiet kurz vor der Feldgemarkung zutage zu treten. Etwa 500 m nach der Siedlungsgrenze mündet er auf Vorlage:Höhe Höhe<ref name="LANIS-M" /> von links in den Rehbach, den nördlichen Mündungsarm des Speyerbachs.

Östlich der Mußbacher Wohnbebauung lassen die quer zum Gefälle verlaufenden Höhenlinien vermuten, dass der Unterlauf des Mußbachs früher mit der Abflusslinie des heutigen Langgrabens, und zwar dessen linken Mündungsarms, identisch war,<ref name="LANIS-L" /> mithin der heutige Mußbach-Mündungsbereich künstlich geschaffen wurde. An zwei Wehren wurde bis in die 2010er Jahre unzulässigerweise ein Teil des Mußbachwassers nach links in den Langgraben abgeleitet, um Kleingartenanlagen zu bewässern. Deshalb ließ die Stadt Neustadt im März 2015 am nördlichen Wehr eine Metallplatte anbringen, um das Ableiten von Wasser zu verhindern. Da jedoch Unbekannte während der nächsten zwei Monate die Platte mehrmals entfernten, wurde das Verbindungsrohr mit einem Bagger ausgegraben und die Zuleitung zugeschüttet.<ref name="rheinpfalz_2015-05-08" />

Der rechte Ast des Langgrabens erreicht 500 m unterhalb der Mußbachmündung das ehemalige Bachbett des Rehbachs; dieser wurde nämlich in den 1980er Jahren beim Ausbau des dortigen Teilstücks der Bundesstraße 38 von deren Nord- auf die Südseite verlegt. Im früheren Rehbach-Bett wird der rechte Mündungsast des Langgrabens noch 150 m weitergeführt bis zu seiner neuen Mündung (Vorlage:Coordinate). Der linke Ast des Langgrabens mündet (Vorlage:Coordinate) in den Rehbach etwa 1,5 km unterhalb der Mußbachmündung.

Der etwa 12 km lange Lauf des Mußbachs endet 232 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von ungefähr 20 ‰. Vorlage:Absatz

Zuflüsse und Ableitungen

Nachfolgend sind die Zuflüsse und Ableitungen des Mußbachs zwischen seiner Quelle und seiner Mündung aufgelistet mit orographischer Mündungsseite, Länge in km und Einzugsgebiet in km².<ref name="WW" />

  • Haseltalbach (links), 0,7 km und 0,3 km²
  • Bach vom Seekopf (links), 0,8 km und 0,7 km²
  • Graben vom Parkplatz (links), 0,2 km und 0,22 km²
  • Silbertalbach (rechts), 1,6 km und 1,36 km²
  • Bach vom Schnokebrunnen (links), 0,6 km und 1,7 km²
  • Bach vom Loosenbrunnen (rechts), 0,8 km und 1,0 km²<ref group="Z">Länge und Einzugsgebiet geschätzt, da nicht im Vorlage:GeoQuelle.</ref>
  • Altbach (auch Mühlbach, ehemalige Ableitung nach links und Wiedereinleitung, in Gimmeldingen), etwa 1,0 km<ref group="Z">Der Altbach wurde in den 1970er Jahren verfüllt.</ref>
  • Langgraben (ehemalige Ableitung nach links, in Mußbach, Mündung in den Rehbach)<ref group="Z">Die Ableitung zum Langgraben wurde 2015 versperrt.</ref><ref name="rheinpfalz_2015-05-08" />

Anmerkungen: <references group="Z" />

Quellen und Brunnen

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten Der Mußbach nimmt entlang seinem Lauf das Wasser verschiedener Quellen und Brunnen auf. Zu ihnen gehören:

Ortschaften

Geschichte

Name

Bereits im Mittelhochdeutschen hieß der Wasserlauf und nach ihm auch der vom Unterlauf durchflossene Ort „Muosbach“, was so viel wie „moosiger Bach“ im Sinne von „sumpfig“ bedeutet; denn Wasserläufe, die naturbelassen waren, mäandrierten damals und bewirkten in der Umgebung einen hohen Grundwasserspiegel.

Mühlen

Datei:Deidesheim Wasserleitung Gimmeldinger Tal 1907.png
Pfälzer Waldhaus (1907), früher Obere Mühle (Deidesheim)
Datei:Untere Mühle 20210501.jpg
Mühlstein und Reste des Mauerwerks der Unteren Mühle (Deidesheim)
Datei:Loblocher Straße 57 IMG 7329.jpg
Arndorffsche Mühle (Gimmeldingen)

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten

Das Wasser des Baches diente früher zum Betrieb von zwölf Wassermühlen und Triebwerken. Die Deidesheimer Gemarkung gehörte bis 1794 zum Hochstift Speyer, Gimmeldingen und Mußbach waren der Kurpfalz zu Eigen.<ref name="berthold-schnabel" /> Nachfolgend sind die Mühlen von der Mußbachquelle zur Mündung hin aufgelistet.<ref name="metz-sitzmann" />

Deidesheimer Gemarkung

  • Lagebedingt trug die oberste Mühle am Mußbach den Namen Obere Mühle (Vorlage:Coordinate). Sie hat eine bewegte Geschichte: Wohl als Mahlmühle bestand sie bis 1656, wurde bis 1665 möglicherweise als Gienanthsche Wappenschmiede betrieben (deren genauer Standort zwar nicht überliefert ist, doch wurde sie als „Wappenschmiede im Silbertale“<ref name="eberhard-ref-deidesheim" /> bezeichnet) und 1699 als Sägemühle erwähnt. 1711 wurde sie auf den vorhandenen Grundmauern als Mahlmühle neu errichtet. Später wurde sie wiederum als Wappenschmiede betrieben, bis sie 1892 endgültig stillgelegt wurde. Die Gemeinde Mußbach, an die der letzte Eigentümer Johannes Koch das Anwesen 1904 veräußert hatte, richtete dort die Gastwirtschaft Pfälzer Waldhaus Wappenschmiede ein, die 1958 wegen Baufälligkeit abgetragen wurde.<ref name="eberhard-ref-deidesheim" />
  • Die Untere Mühle (Vorlage:Coordinate) wurde 1718 erbaut und ist seit einem Großbrand im Jahr 1886 Ruine. Ein Mühlstein und Mauerwerkreste sind erhalten.
  • Die Platzsche Mühle (Vorlage:Coordinate) wurde 1821 neu erbaut und 1900 stillgelegt.
  • Das 1874 errichtete Forsthaus Benjental (Vorlage:Coordinate) war früher eine Wappenschmiede, die sich des Mußbachwassers bediente, um den Eisenhammer anzutreiben.<ref name="eberhard-ref-deidesheim" />

Gimmeldinger Gemarkung

  • Die Hintere Talmühle (Vorlage:Coordinate) oder Neumühle war die oberste Mühle auf Gimmeldinger Gemarkung.<ref name="eberhard-ref-gimmeldingen" /> Von ihr gibt es keine Reste.
  • Gebäudemäßig am besten erhalten ist rund 300 m unterhalb die (Vordere) Talmühle (Vorlage:Coordinate), die zur Gaststätte umgebaut wurde. Ihr früherer Namenszusatz diente der Unterscheidung von der vorgenannten Anlage.<ref name="eberhard-ref-gimmeldingen" />
  • Die Holzmühle (Vorlage:Coordinate) an der linken Mußbach-Ableitung Altbach, heute Holzmühlstr. 28, ist seit 1476 als Mahl- und/oder Holzmühle nachgewiesen und wurde 1908 stillgelegt.<ref name="eberhard-ref-gimmeldingen" />
  • Bereits zu fränkischer Zeit lag südlich der Nikolauskirche auf der Gemarkung des früheren Dorfes Lobloch eine Mühle. Sie wird von den Historikern für die Keimzelle des Dorfs gehalten, das 1751 im Nachbarort Gimmeldingen aufgegangen ist. Eine Nachfolgeanlage ungefähr an gleicher Stelle war die Arndorffsche Mühle (Vorlage:Coordinate), die 1812 von Jakob Heinrich Arndorff als Ölmühle gegründet und 1920 von seinem Enkel stillgelegt wurde.<ref name="eberhard-ref-gimmeldingen" /> Heute wird dort das Gästehaus eines örtlichen Hotels betrieben.
  • Die Hermannsche Ölmühle (Vorlage:Coordinate), heute Loblocher Str. 29–33, ist 1442 als Mahlmühle belegt und wurde um 1708 als Ölmühle neu aufgebaut.<ref name="eberhard-ref-gimmeldingen" />
  • Die Wiedemannsche Mühle (Vorlage:Coordinate) im äußersten Südosten Gimmeldingens an der Grenze zu Mußbach ist mit der vormaligen Hahnenmühle identisch,<ref name="eberhard-ref-gimmeldingen" /> worauf auch ihre Lage am Hahnenweg hinweist. 1797 wurde sie im Gefolge der Französischen Revolution zum Staatseigentum erklärt und wenig später durch Johann Jakob Wiedemann ersteigert.<ref name="eberhard-ref-gimmeldingen" /> Sie war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Betrieb und wurde dann durch die Familie Hellmann/Vergé zu einem Weinbaubetrieb umgestaltet. Das ehemalige Mühlrad konnte noch in den 1960er Jahren bei Unterrichtsgängen besichtigt werden.

Mußbacher Gemarkung

  • Eine Krappmühle (Vorlage:Coordinate), früher unmittelbar oberhalb des Herrenhofs, heute An der Eselshaut 15, ist bereits im 10. Jahrhundert erwähnt und 1694 bezeichnet.<ref name="eberhard-ref-mußbach" /><ref name="kultur-nw-48" />
  • Eine ehemalige Schaffelmühle (Vorlage:Coordinate), heute Kleingasse 16 a, deren Rad mit Wasserkästen („Schaffeln“) statt Schaufeln ausgestattet war, ist 1799 bezeichnet.<ref name="kultur-nw-50" />

Niedergang des Mühlenwesens

Der Mußbach war einst ein rauschendes Gewässer, das die Mühlen antreiben konnte;<ref name="gimmeldingen-muehlenwanderung" /> dann allerdings begannen zunächst die Orte am Ausgang des Gimmeldinger Tals, Gimmeldingen und Mußbach, später auch Wachenheim, Deidesheim und Haardt, ihr Trinkwasser aus Quellen des Mußbachs für sich abzuleiten. Die stärksten der etwa 50 Mußbach-Quellen, die damals amtlich erfasst waren, wurden dadurch dem Bachlauf entzogen, so die Quaderhangquelle am Ausgang des Benjentals, die Trinkwasser für Deidesheim liefert. Zwar klagten die verbliebenen Mühlenbesitzer dagegen, konnten ihr Recht aber nicht durchsetzen und mussten schließlich aufgeben.<ref name="berthold-schnabel" />

Tourismus

  • Die zwölf alten Mühlenstandorte am Mußbach sind über einen Mühlenwanderweg verbunden, der 1976 auf Initiative des Gimmeldinger Heimatforschers Erich Metz geschaffen wurde.<ref name="gimmeldingen-muehlenwanderung" />
  • 1715 hatte die Kurpfalz am Mußbach bei der Looganlage zwischen dem Deidesheimer und dem Gimmeldinger Gebiet eine Zollgrenze eingerichtet.<ref name="eberhard-ref-deidesheim" /> Um dort Abgaben zu vermeiden, transportierten daraufhin die Deidesheimer Müller ihr produziertes Mehl nicht mehr auf Fuhrwerken talabwärts. Stattdessen eröffneten sie – fast ausschließlich auf Deidesheimer Gemarkung – eine Route durchs Gebirge nördlich des Stabenbergs, auf welcher der Mehltransport mittels Eseln erfolgte. Diese wurden bei den Mühlen gehalten, die der Volksmund nun als „Eselsmühlen“ bezeichnete.<ref name="berthold-schnabel" /> Als 1794 nach der Eroberung der linksrheinischen deutschen Gebiete die französische Besatzungsmacht die Zollpflicht aufhob, wurde der Mehltransport über die Waldpfade eingestellt.<ref name="kermann-sitzmann" /> Heute ist auf der historischen Strecke zwischen dem Forsthaus Benjental und dem Ausgang des Mühltals vor Deidesheim ein Wanderweg als Eselsweg mit einem stilisierten Esel beschildert.

Sonstige Bauwerke

In Gimmeldingen standen im Mittelalter mehrere Wehranlagen: Nahe dem Ausgang des Gimmeldinger Tals war auf dem Ostsporn des Nebelbergs in gut Vorlage:Höhe Höhe vermutlich in karolingischer Zeit ein Ringwall angelegt worden (Vorlage:Coordinate), der als Fliehburg geplant war und später in Verkennung seiner Entstehung Heidenburg genannt wurde. Von der Alten Burg (Vorlage:Coordinate), die als Turmhügelburg auf dem Kieselberg links des Mußbachs errichtet war, haben ruinöse Reste überdauert, jedoch kein Name. Südöstlich davon in Lobloch war die Burg Lobloch (Vorlage:Coordinate), eine Niederungsburg, als Wasserburg vom Mußbach umflossen. Sie gehörte den aus dem rheinhessischen Gabsheim stammenden Herren von Geispitzheim; von ihr sind keine Reste erhalten.<ref name="pfälzisches-burgenlexikon" /> Etwa 100 m entfernt, ebenfalls in Lobloch, wurde in der Römerzeit am linken Hang des Mußbachs ein Mithras-Heiligtum errichtet. An seiner Stelle steht seit dem Mittelalter die katholische Nikolauskirche.

In Mußbach fließt das Gewässer, teilweise verrohrt, durch den historischen Herrenhof, eine weitläufige und ausgezeichnet restaurierte Hofgutanlage, die seit dem 7. Jahrhundert als Weinbaubetrieb nachgewiesen ist.<ref name="sartorius" /> Der Gutshof gehörte die meiste Zeit einer Ordensgemeinschaft, von deren geistlichen Herren der Name abgeleitet ist. Die wichtigsten Bauten des Ensembles dienen heute der Stadt Neustadt als Kulturgebäude.

Ökologie

Datei:Mußbacher Baggerweiher - panoramio.jpg
Mußbacher Baggerweiher

Im 19. und bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Bach in Gimmeldingen und in der tiefergelegenen Osthälfte Mußbachs als Abwasserkanal verwendet. Auf dem Abschnitt dazwischen wurde das Bachwasser bis in die 1960er Jahre am Südwestrand von Mußbach in mehreren Betonbecken geklärt, um zum Betrieb des Mußbacher Schwimmbads (Vorlage:Coordinate) verwendet zu werden. Das oberste der Klärbecken, direkt unterhalb der Grenze zwischen Gimmeldingen und Mußbach, wurde später zu einem Regenrückhaltebecken ausgebaut, die anderen sind verschwunden. Inzwischen ist der Bach teilweise renaturiert, teilweise aber auch noch verrohrt.

250 m nordöstlich der Mußbachmündung hat sich am Stentenwehr westlich der dort in Dammlage geführten Landesstraße 532 im Zuge der Straßenanlegung im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts ein 100 m langer und 30 bis 60 m breiter Stauweiher (Vorlage:Coordinate) gebildet. Das Feuchtgebiet hat keine Verbindung zum Mußbach oder anderen Fließgewässern und wird nur vom Grundwasser gespeist.<ref name="grünspecht2014" />

Gegenüber der Mußbachmündung, zwischen dem Rehbach und dessen rechter Ableitung Rückgängergraben, erstreckt sich ein Naturschutzgebiet, das im Süden vom Ordenswald begrenzt wird. Etwa 500 m nordöstlich entfernt vom System Mußbach/Langgraben ist der Mußbacher Baggerweiher (Vorlage:Coordinate) nördlich der ehemaligen Blockstation, den ebenfalls das Grundwasser speist. Samt seiner Umgebung ist er Bestandteil eines weiteren Naturschutzgebiets.

Verkehr

Datei:Weg - 2km von Gimmeldingen entfernt - geo.hlipp.de - 2649.jpg
Ehemalige K 15 im Gimmeldinger Tal oberhalb des Forsthauses Benjental

Auf dem größten Teil seiner Laufstrecke im Pfälzerwald wird der Mußbach von Straßen begleitet, die dem Kraftverkehr dienen. Ab dem Eingang des Kurpfalz-Parks verläuft neben dem Bach von Nordost nach Südwest die Kreisstraße 16 (WachenheimLindenberg). Von dieser zweigt am Südostende des Parks, wo der Mußbach sich nach Südost wendet, nach links die einspurige ehemalige Kreisstraße 15 ab, die inzwischen zurückgestuft ist. Sie verläuft am Mußbach entlang durch das Silber- und das Gimmeldinger Tal. An der Grenze des Landkreises Bad Dürkheim zur Stadt Neustadt wird sie zur ehemaligen K 13, die ebenfalls zurückgestuft ist und als Hainstraße nach Gimmeldingen hineinführt. Ab dessen Ortsmitte orientieren sich keine weiteren Straßen am Lauf des Baches. Seine Mündung in den Rehbach liegt unmittelbar südlich der Bundesstraße 38, die er zuvor unterquert.

Im Juni 2021 und im April 2022 kam es im Gimmeldinger Tal an der alten K 15 bzw. der K 13 zu wetterbedingten Erdrutschen, die an den betroffenen Stellen zu länger andauernden Straßensperrungen führten. Näheres → Gimmeldinger Tal.

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references> <ref name="WW"> Vorlage:GeoQuelle. </ref> <ref name="LANIS-Q"> Mußbachquelle auf: Vorlage:GeoQuelle, abgerufen am 29. Oktober 2020. </ref> <ref name="seekopf"> Der Seekopf ist Vorlage:Höhe hoch. </ref> <ref name="pwv"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="LANIS-M"> Mußbachmündung auf: Vorlage:GeoQuelle, abgerufen am 29. Oktober 2020. </ref> <ref name="LANIS-L"> Langgraben-Ursprung auf: Vorlage:GeoQuelle, abgerufen am 20. Juli 2022. </ref> <ref name="rheinpfalz_2015-05-08"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="gimmeldingen-muehlenwanderung"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="metz-sitzmann"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="eberhard-ref-deidesheim"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="eberhard-ref-gimmeldingen"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="eberhard-ref-mußbach"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="kultur-nw-48"> Vorlage:KulturdenkmälerRP </ref> <ref name="kultur-nw-50"> Vorlage:KulturdenkmälerRP </ref> <ref name="berthold-schnabel"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="pfälzisches-burgenlexikon"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="sartorius"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="grünspecht2014"> Feststellungen vor Ort durch Benutzer Grünspecht2014 im Jahr 2014. </ref> <ref name="kermann-sitzmann"> Vorlage:Literatur </ref> </references>

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten

SORTIERUNG:Mussbach Rehbach