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Mohsen Makhmalbaf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Mohsen Makhmalbaf (2009)

Mohsen Makhmalbāf ({{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}|neu}}persisch{{#if:محسن مخملباف‎| {{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:Mohsen Machmalbāf| {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:|, DMG {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:| <templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}{{#if:

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Biographie

Makhmalbāf wurde in einer armen Familie im Süden Teherans geboren, der sich in seiner sozialen Struktur stark vom wohlhabenden Norden der Stadt unterscheidet. Zwischen dem achten und siebzehnten Lebensjahr hatte Makhmalbāf 13 verschiedene Tätigkeiten ausgeübt. Er war auch in einer militanten Gruppe politisch aktiv. Im Jahr 1974, zur Zeit der Herrschaft des letzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi, wurde Makhmalbāf verhaftet und zum Tod verurteilt, weil er einen Polizisten mit einem Messer verletzt hatte. Fünf Jahre später, nach der Iranischen bzw. Islamischen Revolution 1979, kam er frei und wandte sich dem kulturellen Bereich zu. Er begann, Bücher zu schreiben und Filme zu drehen. Er hat mehr als 27 Bücher veröffentlicht, von denen viele in etliche Sprachen übersetzt wurden. Makhmalbaf entwickelte sich zu einem der bedeutendsten iranischen Filmemachern, dessen Arbeiten auch auf zahlreichen Festivals gewürdigt wurden. Im Iran selbst wurde ein Teil seiner Filme zensuriert und verboten. Der Regisseur Abbas Kiarostami, selbst eine Leitfigur des iranischen Films, hatte etwa seinen Film Close-Up (1990) auf Makhmalbāfs Popularität im Iran aufgebaut.

Mitte der 1990er-Jahre hatte Makhmalbaf auch Mitglieder seiner Familie ermutigt, sich mit dem Medium Film zu beschäftigen. Er selbst hatte zu dieser Zeit bereits die Makhmalbaf Filmschule, die Teil des Makhmalbaf Film House entstanden war, gegründet. Zu dieser Zeit war er bereits mit der Schwester seiner verstorbenen Frau, die bei einem Brand das Leben verlor, verheiratet. Die Biologin Marziyeh Meshkini hatte an der Filmschule Unterricht genommen und konnte in der Folge drei Spielfilme realisieren. Das war zur Zeit von Präsident Mohamed Khatami, der für eine relativ liberale gesellschaftliche Phase verantwortlich war. Makhmalbafs Tochter Samirā konnte bereits mit ihrem Debütfilm Der Apfel (1998) international reüssieren. Mit ihrem zweiten Spielfilm Fünf Uhr am Nachmittag (2003) gewann sie bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes den Preis der Jury. Auch Makhmalbafs jüngere Tochter Hanā und sein Sohn Maysam Makhmalbāf konnten mittlerweile eigene Regiearbeiten vorlegen.

Mohsen Makhmalbāf engagierte sich schließlich weiterhin sozial und gründete u. a. eine nichtstaatliche Organisation, um es afghanischen Kinderm zu ermöglichen, im Iran die Schule zu besuchen. - Da viele Afghanen im Iran unter schwierigsten Umständen und oftmals Rassismus ausgesetzt, als billige Arbeitskräfte leben. Mittels einer Änderung im iranischen Gesetz aufgrund seiner Kampagne, die auch in seinem Film preisgekrönten Film Reise nach Kandahar thematisiert wurde, konnten inzwischen zehntausende afghanische Flüchtlingskinder im Iran zur Schule gehen. Seine Stiftung half dort weiterhin, Schulen und Krankenhäuser zu errichten. Im Jahr 2005, nach der Wahl des Hardliners Mahmud Ahmadineschad zum Präsidenten, ging Mohsen Makhmalbāf ins Exil, seit 2009 lebt er in Paris. Er bekundete öffentlich immer wieder seine Unterstützung für oppositionelle Bewegungen in der Islamischen Republik Iran.

Als Filmemacher hatte Makhmalbaf die ersten zehn Jahre nach der Islamischen Revolution eine Haltung eingenommen, die sich mit den neuen Tönen der Islamischen Republik produktiv auseinandersetzte. Man könnte sagen, dass seine Filme durchaus auch im Sinn revolutionärer Kunst in dieser Zeit des Regimes wahrgenommen wurden. In diesen Jahren äußerte er sich auch immer wieder kritisch und polemisch gegenüber Regisseuren und Schauspielern aus der Zeit des Schah-Regimes. Erst in späteren Jahren trat eine gewisse Desillusionierung gegenüber dem Welāyat-e Faqih, der Herrschaft der Kleriker, ihren nicht eingelösten Versprechen, der Korruption und der zunehmend repressiven Ausrichtung ein.

Makhmalbaf hat über 20 Spielfilme inszeniert, seine Arbeit wurde mit rund 50 internationalen Preisen gewürdigt. Darunter sein wohl bekanntester Film Reise nach Kandahar (2001), in dem eine Journalistin und Exil-Afghanin nach einem Hilferuf ihrer Schwester beschließt, nach Afghanistan unter der Terrorherrschaft der Taliban zu reisen. In seinem semibiographischen Film Brot und Blumentopf (1996), dessen Tonalität sich zwischen Komödie und Drama bewegt, thematisiert er seine Zeit als junger Militanter und auch den Zwischenfall, bei dem er in einem Handgemenge einen Polizisten mit einem Messer angegriffen und verletzt hatte. Im Zuge dieses Drehs suchte Makhmalbaf, 20 Jahre später, den Polizisten auf, um sich zu entschuldigen. Makhmalbaf erhielt auch für diesen Film von der internationalen Filmkritik fast ausnahmslos positive Berichterstattung.

Filmografie (Auswahl)

Siehe auch

Weblinks

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