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Internationale Filmfestspiele von Cannes/Preis der Jury

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Datei:Mascha Schilinski awardee interview at 2025 Cannes Film Festival.jpg
Co-Preisträgerin Mascha Schilinski mit ihrer erhaltenen Urkunde für In die Sonne schauen (2025)
Datei:Oliver Laxe awardee interview at 2025 Cannes Film Festival.jpg
Co-Preisträger Óliver Laxe mit seiner erhaltenen Preistrophäe und Urkunde für Sirāt (2025)

Der Preis der Jury (Prix du Jury) honoriert bei den jährlich veranstalteten Filmfestspielen von Cannes einen Wettbewerbsfilm (Langfilm), der besonders von der Jury geschätzt wird. Die drittwichtigste Auszeichnung nach der Goldenen Palme und dem Großen Preis der Jury wurde 1951 als Sonderpreis der Jury (Prix spécial du Jury) ins Leben gerufen. 1967 wurde die Auszeichnung vom Großen Preis der Jury abgelöst und zwei Jahre später als Preis der Jury neu eingeführt.

Der Preis der Jury wird fakultativ vergeben und ehrt in der Regel die Regiearbeiten junger Filmemacher. Über die Vergabe des Preises, der dem Gewinner in Form einer Miniatur der Goldenen Palme und einer Urkunde überreicht wird, stimmt die Wettbewerbsjury ab, die sich meist aus internationalen Filmschaffenden zusammensetzt.

Preisträger

Am häufigsten mit dem Preis der Jury geehrt wurden die Werke französischer Filmregisseure (14 Siege), gefolgt von ihren Kollegen aus Großbritannien (7), Japan (6), Polen (5) und Italien (4). Drei Auszeichnungen erhielten die Briten Andrea Arnold (2006, 2009, 2016) und Ken Loach (1990, 1993 und 2012). Je zweimal den Preis der Jury gewannen der Italiener Michelangelo Antonioni (1960 und 1962), der Japaner Masaki Kobayashi (1963 und 1965) und die Iranerin Samira Makhmalbaf (2000 und 2003).

Mehrfach in der Vergangenheit konnte sich die Jury nicht auf einen Sieger einigen. Filmregisseure aus dem deutschsprachigen Kino gewannen zweimal den Preis – 1959 der Ostdeutsche Konrad Wolf (Sterne) und 2025 Mascha Schilinski (In die Sonne schauen). In den Jahren 1995 und 1996 wurde kurzfristig der Sonderpreis der Jury wieder eingeführt, während 2004 die Auszeichnung an die amerikanische Schauspielerin Irma P. Hall (Ladykillers) und Apichatpong Weerasethakuls Spielfilm Tropical Malady verliehen wurde.

Jahr Originaltitel Deutscher Titel Regie
1951 ¹ All About Eve Alles über Eva
1952 ¹ Nous sommes tous des assassins Wir sind alle Mörder
1953 Preis nicht vergeben
1954 ¹ Monsieur Ripois Liebling der Frauen
1955 ¹ Continente perduto Der verlorene Kontinent , Enrico Gras, Giorgio Moser
1956 ¹ Le mystère Picasso Picasso
1957 ¹ Det sjunde inseglet Das siebente Siegel
Kanał Der Kanal
1958 ¹ Mon oncle Mein Onkel
1959 ¹ Sterne Sterne
1960 L’avventura Die mit der Liebe spielen
(Kagi) Kagi
1961 ¹ Matka Joanna od aniołów Mutter Johanna von den Engeln
1962 ¹ L’eclisse Liebe 1962
Procès de Jeanne d’Arc Der Prozeß der Jeanne d’Arc
1963 ¹ Az prijde kocour Wenn der Kater kommt
切腹 (Seppuku) Harakiri
1964 ¹ 砂の女 (Suna no onna) Die Frau in den Dünen
1965 ¹ 怪談 (Kaidan) Kwaidan
1966 ¹ Alfie Der Verführer läßt schön grüßen
1967
1968
Preis nicht vergeben
1969 Z Z Costa-Gavras
1970 Magasiskola k. A.
The Strawberry Statement Blutige Erdbeeren
1971 Joe Hill Joe Hill
Szerelem Liebe
1972 Slaughterhouse-Five Schlachthof 5
1973 L’invitation Die Einladung
Sanatorium pod klepsydrą Das Sanatorium zur Todesanzeige
1974
1979
Preis nicht vergeben
1980 Constans Ein Mann bleibt sich treu
1981
1982
Preis nicht vergeben
1983 {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Kharij) k. A. Mrinal Sen
1984 Preis nicht vergeben
1985 Redl ezredes Oberst Redl
1986 Thérèse Thérèse
1987 親鸞 白い道 (Shinran: Shiroi michi) k. A.
Yeelen Yeelen
1988 Krótki film o zabijaniu Ein kurzer Film über das Töten
1989 Jésus de Montréal Jesus von Montreal
1990 Hidden Agenda Geheimprotokoll
1991 Europa Europa
Hors la vie Nacht ohne Ende – Hors la Vie
1992 Самостоятельная жизнь
(Samostojatelnaja schisn)
Ein unabhängiges Leben
El sol del membrillo Das Licht des Quittenbaums
1993 Raining Stones Raining Stones
戲夢人生 (Ximeng renshen) Der Meister des Puppenspiels Hou Hsiao-Hsien
1994 La reine Margot Die Bartholomäusnacht
1995 ¹ Carrington Carrington
N’oublie pas que tu vas mourir Vergiß nicht, daß du sterben mußt
1996 ¹ Crash Crash
1997 Western Western
1998 Festen Das Fest
La classe de neige Die Klassenfahrt
1999 La lettre Der Brief
2000 Sånger från andra våningen Songs from the Second Floor
تخته سیاه (Takhté siah) Schwarze Tafeln
2001 Preis nicht vergeben
2002 يد إلهية (Yadon ilaheyya) Göttliche Intervention – Eine Chronik von Liebe und Schmerz
2003 پنج عصر, (Panj é asr) Fünf Uhr am Nachmittag
2004 สัตว์ประหลาด (Sud pralad) Tropical Malady Apichatpong Weerasethakul
² Ladykillers (The Ladykillers) Ethan und Joel Coen
2005 青红 (Qīng hóng) Shanghai Dreams Wang Xiaoshuai
2006 Red Road Red Road
2007 Persépolis Persepolis
Stellet licht Stellet Licht
2008 Il divo Il Divo
2009 Fish Tank Fish Tank
박쥐 (Bak-Jwi) Durst Park Chan-wook
2010 Un homme qui crie Ein Mann, der schreit
2011 Polisse Poliezei Maïwenn
2012 The Angels’ Share Angels’ Share – Ein Schluck für die Engel
2013 そして父になる (Soshite chichi ni naru) Like Father, Like Son
2014 Adieu au Language k. A.
Mommy Mommy
2015 The Lobster The Lobster
2016 American Honey American Honey
2017 Нелюбовь (Nelyubov) Loveless
2018 كفرناحوم (Cafarnaúm) Capernaum – Stadt der Hoffnung
2019 Bacurau Bacurau Kleber Mendonça Filho, Juliano Dornelles
Les misérables Die Wütenden – Les Misérables
2020 Filmfestspiele aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht veranstaltet.
2021 הדרך (Ha’derech) Aheds Knie
Memoria Memoria Apichatpong Weerasethakul
2022 EO EO
Le otto montagne Acht Berge , Charlotte Vandermeersch
2023 Kuolleet lehdet Fallende Blätter
2024 Emilia Pérez Emilia Pérez
2025 In die Sonne schauen In die Sonne schauen
Sirāt Sirāt

¹ = Von 1951 bis 1959, 1961 bis 1966 und von 1995 bis 1996 wurde der Sonderpreis der Jury vergeben.
² = 2004 wurde die Amerikanerin Irma P. Hall für ihre schauspielerische Leistung mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.