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Midnatsol (Schiff, 2003)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Midnatsol
Datei:Maud in the Kiel Canal 14.jpg
2022 im Nord-Ostsee-Kanal
Schiffsdaten
Flagge Norwegen Norwegen
andere Schiffsnamen Maud (2021–2024)
Schiffstyp Passagierschiff
Klasse De Nye Skipene
Rufzeichen LEFO3
Heimathafen Tromsø
Eigner Hurtigruten Expedition Fleet AS
Reederei Hurtigruten AS
Bauwerft Bruces Verkstad A/B (Landskrona, Schweden)
Fosen Mekaniske Verksteder AS (Rissa, Norwegen)
Baunummer 73
Kiellegung 17. Oktober 2001
Taufe 22. März 2003<ref name="npde"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Norwegische Postschiffe: „MS Midnatsol“ (Memento des Vorlage:IconExternal vom 18. März 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.norwegische-postschiffe.de, aufgerufen am 16. Dezember 2010.</ref>
Stapellauf 26. April 2002
Übernahme 11. März 2003
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 135,75 m (Lüa)
118,70 m (Lpp)
Breite 21,50 m
Seitenhöhe 13,0 m
Tiefgang (max.) 5,10 m
Vermessung 16.151 BRZ / 6.353 NRZ
 
Besatzung 170
Maschinenanlage
Maschine dieselmechanisch
2 × Dieselmotor (Wärtsilä 9L32)
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 9.000 kW (12.237 PS)
Höchst­geschwindigkeit 18 kn (33 km/h)
Propeller 2 × Ulstein/Rolls-Royce-„Aquamaster Contaz 38“
2 × 2 5-Blatt-Festpropeller, koaxial, gegenläufig rotierend
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 1.184 tdw
Zugelassene Passagierzahl 532 auf 7 Passagierdecks<ref name="hr-info">MS Maud. Hurtigruten ASA, abgerufen am 30. April 2021.</ref>
PaxKabinen 255<ref name="hr-info"/>
Sonstiges
Klassifizierungen DNV
Registrier­nummern IMO 9247728

Die Midnatsol (von 2021 bis 2024 Maud), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ist ein Schiff der Hurtigruten AS. Von der DNV als Autofähre klassifiziert, ist als Hauptzweck der Passagiertransport angegeben. Als weitere Zwecke sind der Transport von Tiefkühlgütern und Fahrzeugen genannt. Diese Einsatzzwecke werden im Linienverkehr auf der Hurtigruten entlang der Küste Norwegens auch benötigt. Zwischen 2021 und 2024 fuhr sie zunächst nicht mehr im Hurtigruten-Liniendienst, sondern wurde nach einem Umbau unter dem Namen Maud als „Expeditionsschiff“ für Kreuzfahrten eingesetzt. Dies stand im Zusammenhang damit, dass ein Teil der Fahrten an der norwegischen Küste nach einer Neuvergabe durch den norwegischen Staat von der Reederei Havila Kystruten übernommen wurde. Nach dem Verkauf der Hurtigruten-Tochter HX Hurtigruten Expeditions verblieb die Maud bei Hurtigruten AS, erhielt im November 2024 wieder ihren ursprünglichen Namen Midnatsol und fährt seither wieder im Liniendienst. Das 2003 in Dienst gestellte Schiff bietet nach dem Umbau 532 Passagieren Platz.

Das Schiff trägt bereits als viertes Schiff im Hurtigruteneinsatz den Namen Midnatsol. Seine direkte Namensvorgängerin war später unter dem Namen Lyngen im Liniendienst im Einsatz.

Geschichte

Bau und Indienststellung

Die Midnatsol, die am 17. Oktober 2001 mit der Baunummer 73 von der Werft Bruces Verkstad A/B in Landskrona (Schweden) auf Kiel gelegt wurde, ist das vierte Schiff auf der Hurtigruten, das diesen Namen trägt. Sie ist das Schwesterschiff der Trollfjord, die 2002 in Dienst ging. Um die Midnatsol auch als militärisches Hospitalschiff einsetzen zu können, beteiligte sich die Norwegische Marine mit ca. 6,5 Mio. Kronen am Bau des Schiffes.<ref name="npde" /> Der offizielle Stapellauf der Midnatsol fand am 26. April 2002 statt. Danach wurde sie auf der Werft Fosen Mekaniske Verksteder AS in Rissa (Norwegen) fertiggestellt und am 11. März 2003 für die Reederei Troms Fylkes Dampskibsselskap A/S (TFDS) in Dienst gestellt. Die Schiffstaufe erfolgte am 22. März 2003 im Hamburger Hafen, die Taufpatin war Rut Brandt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Taufe der MS Midnatsol: Midnatsol, Morten & Co. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 25. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.scanpress.de, aufgerufen am 16. Dezember 2010</ref>

Einsatz

Am 14. April 2003 nahm die Midnatsol den planmäßigen Linieneinsatz auf der Hurtigruten zwischen Bergen und Kirkenes auf. Anfang 2006 wurde sie nach Savona (Italien) verlegt, wo sie als Hotelschiff genutzt wurde. Nach der Übernahme des Schiffes durch die Reederei Hurtigruten AS wurde sie im November 2006 – erneut als Hotelschiff – an Norsk Hydro verchartert. Am 14. Januar 2007 kehrte die Midnatsol wieder in den Liniendienst zurück.<ref name="FOF">M/S MIDNATSOL auf Fakta om Fartyg, aufgerufen am 18. Dezember 2010</ref>

In einigen Winterhalbjahren wurde die Midnatsol als Expeditionsschiff im südlichen Südamerika und der Antarktis eingesetzt, so z. B. im Winter 2016/17. Während der Überführungsfahrten in den Südatlantik bzw. auf dem Rückweg wurden auch Expeditionsseereisen entlang der europäischen Küsten angeboten.

Im August 2019 wurde bekannt gegeben, dass die Midnatsol gemeinsam mit der Trollfjord und der Finnmarken auf Hybridantrieb umgerüstet werden und die drei Schiffe als Maud, Otto Sverdrup und Eirik Raude als reine Expeditionsschiffe dienen sollen.<ref>Hurtigruten introduces three new hybrid powered cruise ships. Hurtigruten ASA, 19. August 2019, abgerufen am 30. April 2021.</ref> Der Name Maud geht auf Roald Amundsens Expeditionsschiff Maud zurück. Das Schiff wurde im Sommer 2021 auf der Green Yard Kleven umgebaut.<ref>Ny Hurtigruten-jobb til Green Yard Kleven. Green Yard Kleven, 10. Juni 2021, abgerufen am 16. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ab dem 1. November 2024 fährt die Maud, wieder in Midnatsol umbenannt, wieder die Hurtigruten.<ref>Hurtigruten : le Maud, ex-Midnatsol, va retrouver temporairement l'Express Côtier | Mer et Marine. 15. März 2024, abgerufen am 16. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zwischenfälle

Datei:Maud 20231229 BHV 1a.jpg
Die Maud im Fischereihafen II in Bremerhaven (29. Dezember 2023)

Am 21. Dezember 2023 wurde das Schiff auf der Fahrt von Florø nach Tilbury etwa 200 Kilometer von Dänemarks Westküste und etwa 330 Kilometer von der britischen Ostküste von einer Riesenwelle getroffen.<ref>Holly Payne: HX’s Maud en route to Germany after encounter with rogue wave. Seatrade Cruise News, 22. Dezember 2023, abgerufen am 20. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dabei wurden unter anderem zwei Brückenfenster zerstört. Durch den Wassereinbruch kam es zu einem vorübergehenden Stromausfall an Bord. Das zunächst manövrierunfähige Schiff konnte später vom Maschinenraum aus gesteuert werden. Zur Reparatur wurde es nach Bremerhaven umgeleitet. Die Maud wurde dafür vom Versorger Esvagt Server begleitet. Am Nachmittag des 23. Dezember 2023 machte die Maud an der Columbuskaje fest. Von dort konnten die 266 vornehmlich britischen Passagiere ihre Heimreise antreten.<ref>Christian Eckardt: Passagiere der „Maud“ erleichtert - Kreuzfahrtschiff erreicht nach Havarie in der Nordsee Bremerhaven. Weser-Maritime-News, 23. Dezember 2023, abgerufen am 24. Dezember 2023.</ref> Das Schiff wurde anschließend in den Fischereihafen verholt. Die Schäden an der Bordelektrik und der Brückenausstattung wurden von der Reederei in Eigenregie behoben. Ohne abschließende Dockung hat die Maud Bremerhaven am 12. April 2024 wieder verlassen. Am 14. April 2024 nimmt sie in Dover den Expeditionsfahrtdienst wieder auf. Vom 26. November 2024 bis zum 1. Dezember 2025 kehrt sie vorübergehend in den Dienst auf der klassischen Postschiffroute zurück.<ref>Christian Eckhardt: Kreuzfahrtschiff wieder startklar. Hurtigruten Expeditions (HX) will "Maud" nach viermonatiger Pause wieder einsetzen, in Nordsee-Zeitung (Bremerhaven) vom 2. April 2024</ref>

Maschinenanlage und Antrieb

Die Maschinenanlage der Midnatsol besteht aus zwei Neunzylinder-Dieselmotoren der Baureihe Wärtsilä 32, die über Getriebe auf zwei Ruderpropeller des Typs Ulstein/Rolls-Royce „Aquamaster Contaz 38“ wirken. Die Besonderheit dieser Antriebssysteme sind die jeweils zwei hintereinander koaxial angeordneten und gegenläufig rotierenden 5-Blatt-Festpropeller.<ref>Contaz thrusters - Rolls-Royce, aufgerufen am 13. Dezember 2010</ref> Zum Steuern des Schiffes können die beiden Gondeln um 360° gedreht werden und ermöglichen in Verbindung mit den drei Querstrahlanlagen im Bug eine hohe Manövrierfähigkeit.

Ausstattung

Datei:Midnatsol Td 20170501 Stornoway.jpg
Festrumpfschlauchboote der Midnatsol

Das Schiff ist bei der Küstenfahrt zugelassen für 1000 Passagiere. Hierfür stehen 638 Betten in 298 Kabinen zur Verfügung, die sich auf den Decks 3, 4, 6, 7 und 8 befinden. Die 12 Suiten sind auf Deck 8. Für 35 Autos sind auf Deck 3 Stellplätze auf dem Schiff vorhanden; die Autos können per hydraulischer Laderampe von der Backbordseite verladen werden. Mithilfe dieser Laderampe wurde auch die Tiefkühlfracht geladen und gelöscht. An Bord standen dafür Gabelstapler zur Verfügung.

Als Expeditionsschiff sind 528 Passagiere zugelassen (500 in der Antarktis). Für Anlandungen führt das Schiff eine Reihe von Festrumpfschlauchbooten mit. Deck 9 beherbergt das Sonnendeck, einen Fitnessraum, eine Sauna und ein Wellness-Center sowie zwei Whirlpools und einen Panoramasalon, der sich über zwei Decks erstreckt. Dieser ist somit ebenfalls auf Deck 8 zu finden, zusammen mit einer Tanzbar, einem Lese- und Fernsehraum (norw. Programme), dem Platz für die beiden Reiseleiter und einer Internetecke mit 5 PCs, die inzwischen abgebaut sind (Stand: Aug. 2018). WLAN gibt es inzwischen auf allen Decks. Auf Deck 5 sind das große, zweiteilige Restaurant, ein Café, ein Shop und ein kinoartiger Raum für Filme und Vorträge aller Art. Außendecks sind auf Deck 9 und 6, hier mit einer 250 m langen umlaufenden Promenade.

In den Medien

In den Jahren 2008 und 2009 drehte der norwegische Fernsehsender NRK über einen längeren Zeitraum unter dem Titel Hurtigruten 365 auf der Mitnatsol eine mehrteilige Dokumentation über den Alltag auf der Hurtigruten.<ref>Hurtigruten 365 - NRK Nett-TV</ref>

Galerie Midnatsol

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Klappleiste/Anfang Schiffe der Hurtigruten AS: Finnmarken | Kong Harald | Midnatsol | Nordlys | Nordnorge | Nordkapp | Polarlys | Richard With | Trollfjord | Vesterålen.

Schiffe der Havila Kystruten: Havila Capella | Havila Castor | Havila Polaris | Havila Pollux Vorlage:Klappleiste/Ende