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Meteor von Tscheljabinsk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:2013 Chelyabinsk meteor trace.jpg
Rauchspur des Meteors von Jekaterinburg aus,<ref name="Fotoort" /> etwa 200 km von Tscheljabinsk entfernt
Datei:Взрыв метеорита над Челябинском 15 02 2013 avi-iCawTYPtehk.ogv
Explosion des Meteors, gefilmt mit einer Autokamera in Kamensk-Uralski, etwa 200 km nördlich von Tscheljabinsk
Datei:Trajectory of Chelyabinsk meteoroid en.png
Rekonstruierte Flugbahn des Meteors<ref>Zeichnung auf Grundlage von Zuluaga, J.I. and Ferrin, I: A preliminary reconstruction of the orbit of the Chelyabinsk Meteoroid, arxiv:1302.5377.</ref>
Datei:Chelya track annotated.png
Projektion der Flugbahn in kleinerem Maßstab

Der Meteor von Tscheljabinsk war ein am 15. Februar 2013 um etwa 9:20 Uhr Ortszeit (4:20 Uhr MEZ)<ref name="meteor">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Russian Meteor.] NASA, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Februar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> weithin sichtbarer Meteor in der Tscheljabinsker Oblast rund um die Stadt Tscheljabinsk im russischen Ural,<ref>Rund 500 Verletzte durch Meteoriteneinschlag am Ural. In: RIA Novosti. 15. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Februar 2013; abgerufen am 15. Februar 2013.</ref> nachdem ein Meteoroid bzw. kleiner Asteroid in die Erdatmosphäre eingetreten war. Nach Rekonstruktion der Flugbahn zählte er mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Gruppe der erdnahen Asteroiden vom Apollo-Typ.<ref>Daniel Lingenhöhl: Dem Tscheljabinsk-Meteorit auf der Spur. Meldung vom 25. Februar 2013 bei Spektrum.de.</ref><ref name="Zuluaga2013">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Es handelte sich um den größten bekannten Meteor (ca. 12.000 t Masse) seit über 100 Jahren. Ein noch größerer Meteor könnte zuletzt beim Tunguska-Ereignis im Jahr 1908 in die Erdatmosphäre eingedrungen sein. Bisher einmalig für einen Meteoritenfall ist die hohe Zahl der verletzten Personen von rund 1500 – die meisten durch splitterndes Fensterglas.

Folgen

Der Meteor wurde vielfach beobachtet und gefilmt.<ref>Fireball sparks alarm in Russia. Abgerufen am 15. Februar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Unter anderem existieren viele Videoaufnahmen, die mit den in Russland weit verbreiteten Autokameras aufgenommen wurden.<ref>Kathrin Spoerr: Warum Russen Armaturenbrett-Kameras haben. In: Die Welt vom 15. Februar 2013; abgerufen am 16. Februar 2013.</ref> Das Auseinanderbrechen des Meteors verursachte eine Druckwelle und eine Abfolge lauter Knalle, die zeitverzögert wahrgenommen wurden. Durch die Druckwelle entstanden zahlreiche Schäden, vor allem zerbrochene Fenster. Es wurden schätzungsweise 3700 Gebäude beschädigt.<ref>James Marson, Gautam Naik: Falling Meteor Explodes Over Russia. In: wsj.com. The Wall Street Journal – WSJ, 15. Februar 2013, abgerufen am 19. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Dach einer Fabrik stürzte ein.<ref>400 injured by meteorite falls in Russian Urals. Abgerufen am 15. Februar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Angaben der Behörden gab es Schäden in sechs Städten der Region. 1491 Menschen wurden verletzt<ref name="0:"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Memento vom 2. Mai 2013 im Internet Archive) (russisch)</ref> und suchten medizinische Hilfe. Die meisten davon erlitten Schnittwunden durch splitterndes Glas sowie Prellungen.<ref>Hunderte Verletzte durch Meteoritenschauer in Russland. Abgerufen am 15. Februar 2013.</ref> 43 Personen mussten stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.

Presseberichten zufolge schlug ein Meteoritenbruchstück in den Tschebarkulsee nahe der gleichnamigen Stadt etwa 80 Kilometer südwestlich von Tscheljabinsk entfernt ein. In der Eisdecke des zugefrorenen Sees entstand dadurch ein Loch mit einem Durchmesser von sechs Metern (Lage

 {{#coordinates:54,959404|60,320982|
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   |name=Einschlag See, Meteor von Tscheljabinsk
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  }}).<ref>Militär entdeckt Sechs-Meter-Krater. Abgerufen am 15. Februar 2013.</ref><ref>Wettersatellit filmte Eintritt in die Erdatmosphäre. 20 Minuten Online, abgerufen am 15. Februar 2013.</ref> Die Analyse der um das Loch gefundenen Fragmente in einer Größe von 5 bis 10 mm ergab, dass es sich um Meteoritengestein handelt, und zwar um gewöhnliche Chondriten (LL5-Chondrite (Low-Metal, Low-Iron)).<ref>Russische Wissenschaftler finden Teile des Meteoriten, zeit.de</ref><ref>Wissenschafter: Fragmente des Meteoriten in Russland gefunden, derstandard.at</ref><ref>Russians Wade Into the Snow to Seek Treasure From the Sky, nytimes.com, abgerufen am 19. Februar 2013</ref>

Der Meteorit wurde vorläufig nach der nächstgelegenen Ortschaft Tschebarkul benannt, die endgültige Namensgebung erfolgte im März 2013 durch die Meteoritical Society und lautet Chelyabinsk.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Russian Meteorite May Be Named Chebarkul (Memento vom 25. Mai 2013 im Internet Archive)</ref><ref>Chelyabinsk Offizieller Eintrag des Meteoriten Chelyabinsk in der Datenbank der Meteoritical Society, lpi.usra.edu, abgerufen am 11. November 2013</ref> Am 16. Oktober 2013 wurde aus den Seeablagerungen ein Stück des Meteoriten mit einer Masse von mehr als 570 kg geborgen.<ref>Осколок метеорита весом около 600 кг достали из озера в Челябинской области (russisch)</ref><ref>Meteorite pulled from Russian lake (englisch)</ref>

Wissenschaftliche Auswertung

Das Objekt kam aus Richtung der Sonne und konnte daher von keinem der Himmelsüberwachungsprogramme (wie z. B. NEAT, LINEAR, LONEOS, CSS, CINEOS, Spacewatch) entdeckt werden.<ref name="njpl">NASA Jet Propulsion Laboratory: Additional Details on the Large Feb. 15 Fireball over Russia. 15. Februar und 21. März 2013.</ref> Der Asteroid trat mit einer Geschwindigkeit von 19,2 km/s und einem Winkel zur Horizontalen von 18,3 Grad in die Atmosphäre ein. Die kinetische Energie wurde auf Grundlage von Infraschall-Messungen<ref>Russian meteor largest in a century, nature.com</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CTBTO Infrasound Stations Detect Russian Meteorite Blast (Memento vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive), ctbto.org</ref> auf ein TNT-Äquivalent von über 500 Kilotonnen geschätzt, entsprechend 12 bis 13 kt Masse und 19 m Durchmesser bei einer Dichte von 3,3 t/m3.<ref>Quirin Schiermeier: Risk of massive asteroid strike underestimated. Nature, 6. November 2013.</ref><ref>Tilmann Althaus: Der Tscheljabinsk-Bolide – sein Ursprung und seine Folgen. Spektrum.de, 6. November 2013.</ref><ref>P. G. Brown et al.: doi:10.1038/nature12741 ''A 500-kiloton airburst over Chelyabinsk and an enhanced hazard from small impactors.'' Nature Letter, 6. November 2013.</ref><ref name="Consort">Olga P. Popova et al. (Chelyabinsk Airburst Consortium): Chelyabinsk Airburst, Damage Assessment, Meteorite Recovery, and Characterization. Science 342, 2013, (freier Volltext).</ref> Die Internationale Astronomische Union klassifizierte das Ereignis als „Superbolide“.<ref>CBET 3423:20130223: Trajectory and Orbit of the Chelyabinsk Superbolide, Astronomical Telegrams, International Astronomical Union, cbat.eps.harvard.edu; Petr Pravec: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />A list for asteroid and comet researcher – ublic Group, 1866 members. (Memento vom 11. November 2013 im Internet Archive) In: groups.yahoo.com, Yahoo, 13. Februar 2013 (englisch)</ref>

Auslöser der Druckwelle war ein so genannter Airburst. Dabei brach das Objekt beim Eintritt in die Erdatmosphäre infolge von Luftreibung und -kompression in einer Höhe von etwa 30 km auseinander. Die Bruchstücke besitzen insgesamt eine wesentlich größere Reibungsfläche, wodurch es zur schlagartigen Energiefreisetzung kommt.<ref name="nasa_fireball">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Additional Details on the Large Fireball Event over Russia on Feb. 15, 2013.] NASA/JPL, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. März 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Das Objekt erzeugte beim Auseinanderbrechen einen Lichtschein, der etwa 30 Mal so hell wie die Sonne erschien.<ref name="Consort" /> Im Rahmen des Kernwaffenteststopp-Vertrages von der CTBTO installierte Infraschall-Messstellen detektierten das bislang stärkste Ereignis seit Beginn der Messungen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Russian Fireball Largest Ever Detected by CTBTO’s Infrasound Sensors (Memento vom 27. Oktober 2017 im Internet Archive), 18. Febr. 2013</ref> Seismographen des USGS und Wettersatelliten wie Meteosat-9 und 10, Fengyún 2 und MTSAT-2 lieferten ebenfalls Daten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Magnitude ? (uncertain or not yet determined) – Ural Mountains Region, Russia (Memento vom 18. Februar 2013 im Internet Archive);</ref><ref>M4.2 – Meteor Explosion Near Chelyabinsk, Russia usgs.gov, abgerufen am 10. Februar 2016</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Meteorite Slams into Atmosphere Above Chelyabinsk, Russia (Memento vom 23. Februar 2013 im Internet Archive) noaa.gov</ref><ref>Satellite Views of Meteor Vapor Trail Over Russia, wisc.edu</ref> Suomi NPP untersuchte über Wochen die feine Trümmerwolke des Meteors in der Atmosphäre.<ref>Getting to Know Meteors Better lbl.gov; Tracking the Chelyabinsk Meteor Plume, nasa.gov, abgerufen am 27. Februar 2017</ref> Eine erste Rekonstruktion der elliptischen Bahn des Meteoroiden durch die NASA ergab, dass sie über den Marsorbit hinausführte.

Forscher halten es für möglich, dass das Objekt von Tscheljabinsk ein Bruchstück des Apollo-Asteroiden 2011 EO40 war.<ref>Der Meteor von Tscheljabinsk hat eine Familie scienceblogs.de/astrodicticum-simplex</ref><ref>C. de la Fuente Marcos et al.: The Chelyabinsk superbolide: a fragment of asteroid 2011 EO40? arxiv:1307.7918</ref> Im November 2013 veröffentlichte Analysen weisen möglicherweise auf den Asteroiden (86039) 1999 NC43 hin, beziehungsweise könnte der Mutterkörper Teil eines Rubble Pile aus der Flora-Gruppe, aus dem inneren Asteroidengürtel sein.<ref>Tscheljabinsk-Meteorit: Die Kraft von 600 Kilotonnen TNT, spiegel.de</ref><ref>Unerwartet gewaltiger Einschlag, heise.de, abgerufen am 8. November 2013</ref> Eine im Mai 2014 veröffentlichte Analyse erhärtete die Bruchstücktheorie, auch wurde das Mineral Jadeit im Meteoriten von Tscheljabinsk festgestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Produkt einer kosmischen Kollision (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), orf.at</ref><ref>Jadeite in Chelyabinsk meteorite and the nature of an impact event on its parent body, nature.com, abgerufen am 23. Mai 2014</ref>

Koinzidenz (367943) Duende

Datei:2012 DA14 fireball orbit.png
Die Bahnen des Tscheljabinsk-Meteoroiden und (367943) Duende sind komplett verschieden
Datei:Earth and 2012 DA14 - 2013.svg
Dichteste Annäherung des Asteroiden (367943) Duende an die Erde, maßstabsgetreu.

Der Meteoritenfall fand nur circa 20 Stunden vor der größten Erdannäherung des Asteroiden (367943) Duende statt. Dieser hat etwa den doppelten Durchmesser des Tscheljabinsk-Meteoroiden und eine geschätzte Masse von 130.000 Tonnen.<ref name="nasa1"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NASA-Bericht: Asteroid 2012 DA14 – Earth Flyby Reality Check – NASA statement on Russia meteor (Memento vom 17. November 2020 im Internet Archive) vom 4. Februar 2013
veraltete Schätzung der ESA vom 15. März 2012</ref> Laut der Europäischen Weltraumorganisation und der NASA<ref name="njpl" /><ref name="nasa_fireball" /> ist ein Zusammenhang der beiden Ereignisse aufgrund stark unterschiedlicher Bahnen der Objekte auszuschließen.<ref>500 Menschen bei Meteoritenregen verletzt. In: Faz.net. Abgerufen am 15. Februar 2013.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Nick Gorkavyi et al.: Chelyabinsk Superbolide Springer, Cham 2019, ISBN 978-3-030-22985-6.

Weblinks

Commons: Meteor von Tscheljabinsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Videos

  • Asteroid Initiative Workshop Cosmic Explorations Speakers Session auf YouTube NASA, 21. November 2013, (Video 1:03:41) – Vorredner: Andy Shaner (LPI); Einleitung: Stephen (Steve) J. Mackwell (director LPI) (1:55–5:26; Insert 3:18/1:03:41); Referat: David (Dave) A. Kring (LPI) (5:16–end; Insert 5:36/1:03:41). – Lunar and Planetary Institute (LPI), Houston, Texas, gegründet etwa 1968, betrieben von: Universities Space Research Association (USRA) in Kooperation mit NASA.<ref>LPI > About > Andy Shaner, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref><ref>Dr. Stephen Mackwell LPI > Science > Staff > Mackwell, abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref>

Einzelnachweise

<references> <ref name="Fotoort"> Flickr-Seite mit Angabe des Kameraorts </ref> </references>

Koordinaten: 55° 9′ 17″ N, 61° 22′ 33″ O

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