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Martinswand (Karwendel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Martinswand (Kleiner Wandkopf)
Die Martinswand von Süden, Kleiner Wandkopf, im Vordergrund Kematen
Die Martinswand von Süden, Kleiner Wandkopf, im Vordergrund Kematen
Lage Zirl, Tirol
Gebirge Hechenberg, Nordkette, Karwendel
Koordinaten 47° 16′ 7″ N, 11° 16′ 14″ OKoordinaten: 47° 16′ 7″ N, 11° 16′ 14″ O
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Besonderheiten Naturschutzgebiet, Klettergebiet

Die markante Martinswand (Höhenlage Oberkante etwa 1200 m ü. A.) bildet den südwestlichen Abschluss des Hechenbergs in der Nordkette nordwestlich von Innsbruck in der Marktgemeinde Zirl.

Die Bergwand ist der etwa 600 m freie Abbruch des Kleinen Wandkopf (1346 m ü. A. !547.2730565511.2733335

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Lage und Landschaft

Datei:Kaiser Maximilian I. in der Martinswand DSC8838.jpg
Kaiser Max an der Martinswand. Gemälde von Ferdinand Graf Harrach
Datei:Martinswand Zirl 01.jpg
Martinswand von Zirl aus gesehen

Die Wand fällt mehrere hundert Meter teilweise leicht überhängend zum Talboden ab. Im westlichen Teil der Wand liegt eine Halbhöhle – die Kaiser-Max-Grotte (nach Maximilian I.). Der Legende nach suchte der Kaiser dort Zuflucht, nachdem er sich im Jahr 1484 bei der Gämsenjagd verstiegen haben soll und von einem Bauernjungen gerettet wurde.<ref>Ignaz V. Zingerle (Hrsg.): Sagen aus Tirol, Nr. 977. Innsbruck 1891, S. 558 (sagen.at [abgerufen am 17. Februar 2017]).</ref>

Am Fuß der Wand, die fast bis zum Innufer reicht, befindet sich auf dem vorgelagerten Martinsbühel (616 m ü. A.) die Burg Martinsbühel, eine ehemalige Festung, die nun als Kloster genutzt wird und der Martinswand zu ihrem Namen verhalf.

Die Martinswand wird durch den längsten Tunnel der Mittenwaldbahn durchquert.

Naturschutz

Der Raum ist als Schutzgebiet ausgewiesen, und Teil des Alpenpark Karwendel.

Im Besonderen ist dort die Verwendung von Kraftfahrzeugen (außer für die Forstarbeit), das Kampieren außerhalb bewilligter Campingplätze und jede erhebliche Lärmentwicklung (besonders durch den Betrieb von Lautsprechergeräten) untersagt.

Klettern

Die Wand bietet einen anspruchsvollen Klettersteig in zwei Sektionen mit Ausquerungsmöglichkeit bei der Grotte (Sektion I: C/D, Sektion II: E) und an ihrem Fuß mehrere Sportkletterrouten. Die klassischen Routen durch die Martinswand sind (von West nach Ost):

  • Westriss (H. Köchler, H. Wagner – 1969): A2/VI, eher brüchig, wird wenig begangen.
  • Auckenthalerriss (M. Auckenthaler, H. Frenademetz – 1932): VI-/A0 oder VII-, beliebt und daher an den schwierigen Stellen schon „abgespeckt“.
  • Direkte Martinswand (W. Spitzenstätter, R. Troier – 1959): VI+/A0, eindrucksvoller Bohrhakenquergang in der Wandmitte.
  • Schwarzenlander / Sint (diese – 1974): VI+, schöne Verschneidungskletterei bis zur Einmündung in die Fiedler / Flunger.
  • Fiedler / Flunger (diese – 1962): VII-/A0, seit der Sanierung mit Bohrhaken wieder guten Gewissens kletterbar (die Erstbegeher haben im Quergang im oberen Wandteil an normalen Nägeln gesichert, die zum Teil heute noch in der Route stecken und vom Wagemut der Erstbegeher zeugen).
  • Ostriss (K. Schoißwohl, W. Spitzenstätter – 1962): VI, sehr beliebt und wie der Auckenthalerriss teilweise schon etwas „abgespeckt“.

Neben diesen klassischen Routen wurden in den vergangenen Jahren schwierige Sportkletterrouten im Bereich der Martinswandgrotte (z. B. Tiroler Fischzuchtplatten), aber auch im zentralen Wandteil erschlossen. An der Martinswand befinden sich auch mehrere Klettergärten. Der kletterhistorisch bedeutendste ist das Dschungelbuch, erschlossen u. a. von Reinhard Schiestl und Heinz Zak.

Literatur

Weblinks

Commons: Martinswand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />