Mangoldt-Funktion
In der Mathematik ist die Mangoldt-Funktion (auch Von Mangoldt-Funktion), benannt nach dem deutschen Mathematiker Hans von Mangoldt, eine zahlentheoretische Funktion, die üblicherweise mit <math>\Lambda</math> bezeichnet wird.
Die Mangoldt-Funktion besitzt die Eigenschaft, dass zusammengesetzte Zahlen rausgefiltert werden und nur die Primzahlen und Primzahlpotenzen übrig bleiben. Der Wert der Mangoldt-Funktion ist dann der Logarithmus der Primzahl.
Definitionen und grundlegende Eigenschaften
Die Mangoldtsche Funktion ist definiert als
- <math>\Lambda(n)=\begin{cases}\log(p)&\text{falls }n\text{ sich als }n=p^k\text{ darstellen }\mathrm{l\ddot asst,}\text{ wobei }p\text{ prim und }k\in\N^+\\0&\text{sonst}\end{cases}</math>
Erläuterungen
Für zusammengesetzte Zahlen <math>n</math> also
- <math>\Lambda(n) = 0 \iff n = p_1^{r_1},\dots,p_n^{r_n}, \qquad n\geq 2</math>
wobei <math>p_1^{r_1},\dots,p_n^{r_n}</math> ihre Primfaktorzerlegung bezeichnet.
Das heißt, die Mangoldt-Funktion filtert in einem ersten Schritt sozusagen die Primzahlen und Primzahlpotenzen raus, in dem die zusammengesetzten Zahlen mit <math>0</math> identifiziert werden. In einem zweiten Schritt werden die Primzahlpotenzen und die Primzahlen mit dem Logarithmus der zugrundeliegenden Primzahl identifiziert.
Die ersten Werte von <math>\Lambda(n)</math> sind
- <math>0,\log 2,\log 3,\log 2,\log 5,0, \log 7, \log 2,\log 3,0,\log 11,0,\log 13,0,0,\log 2,\log 17,0,\log 19,0,0,0\dots</math>
Die Mangoldt-Funktion ist weder eine additive Funktion noch multiplikative Funktion.
exp(Λ(n))
<math>\exp(\Lambda(n))</math> lässt sich explizit angeben als
- <math>e^{\Lambda(n)}=\frac{\operatorname{kgV}(1,2,3,\dotsc,n)}{\operatorname{kgV}(1,2,3,\dotsc,n-1)}</math>
wobei <math>\rm kgV</math> das kleinste gemeinsame Vielfache bezeichnet.
Die ersten Werte der Folge <math>\exp(\Lambda(n))</math> sind
- <math>1, 2, 3, 2, 5, 1, 7, 2, 3, 1, 11, 1, 13, 1, 1, 2, 17, 1, 19, 1, 1, 1,\dots </math> (Folge A014963 in OEIS)
Summierte Mangoldt-Funktion
Die summierte Mangoldt-Funktion,
- <math>\psi(n)=\sum_{i=1}^n\Lambda(i),</math>
wird auch als Tschebyschow-Funktion bezeichnet. Sie spielt beim Beweis des Primzahlsatzes eine Rolle.
Teilersummen
Bezeichne mit <math>\mu(n)</math> die Möbius-Funktion. Alle in diesem Abschnitt folgenden Formeln gelten für <math>n\in\mathbb{N}</math>. Es gilt
- <math>\sum_{d\mid n}\Lambda(d)=\log n\,</math>
Weiter gilt
- <math>\Lambda(n)=\sum_{d\mid n}\mu\left(d\right)\log\left(\frac nd\right)\qquad (1)</math>
- <math>\Lambda(n)=-\sum_{d\mid n}\mu(d)\log d\quad\quad (2)</math>
- <math>\Lambda(n)=\sum_{d\mid n}\mu\left(\frac nd\right)\cdot\log d</math>
- <math>\sum_{d\mid n}\mu\left(\frac nd\right)\Lambda(d)=-\mu(n)\log n</math>
Durch Anwendung der Mobius-Inversionsformel kann <math>(1)</math> gezeigt werden, <math>(2)</math> folgt daraus.
Hierbei bedeutet <math>d\mid n</math>, dass <math>d</math> ein positiver Teiler von <math>n</math> ist, d. h. die Summen laufen über alle positiven Teiler von <math>n</math>.
Folgerungen
Sei <math>p</math> eine Primzahl, Beziehung <math>(2)</math> kann man zum Beispiel nützen, wenn man Primzahlzwillinge <math>(p,p+2)</math> untersucht
- <math>\sum\limits_{p\leq x}\Lambda(p+2)=-\sum\limits_{p\leq x}\sum_{d\mid p+2}\mu(d)\log d.</math>
Dirichlet-Reihen
Die Mangoldt-Funktion spielt eine wichtige Rolle in der Theorie der Dirichletreihen.
Es gilt
- <math>\log\zeta(s)=\sum_{n=2}^\infty\frac1{n^s}\frac{\Lambda(n)}{\log n}\qquad\quad\mathrm{f\ddot ur\;Re}(s)>1.</math>
Die logarithmische Ableitung davon liefert einen Zusammenhang zwischen der Riemannschen <math>\zeta</math>-Funktion und der Mangoldt-Funktion:
- <math>\frac{\zeta^\prime(s)}{\zeta(s)}=-\sum_{n=1}^\infty\frac{\Lambda(n)}{n^s}\qquad\quad\mathrm{f\ddot ur\;Re}(s)>1.</math>
Allgemeiner gilt sogar: Ist <math>f</math> multiplikativ und ihre Dirichletreihe <math>F</math>
- <math>F(s)=\sum_{n=1}^\infty\frac{f(n)}{n^s}</math>
konvergiert für gewisse <math>s</math>, dann gilt
- <math>\frac{F^\prime(s)}{F(s)}=\sum_{n=1}^\infty\frac{f(n)\Lambda(n)}{n^s}.</math>
Verallgemeinerte Mangoldt-Funktion
Die verallgemeinerte Mangoldt-Funktion ist definiert als
- <math>\Lambda_k(n)=\sum\limits_{d\mid n}\mu(d)\log^k(n/d)</math>
wobei <math>\mu</math> die Möbius-Funktion bezeichnet und <math>k\in \mathbb{Z}_+</math>.
Als Dirichlet-Faltung geschrieben
- <math>\Lambda_k(n)=(\mu \ast \log^k)(n).</math>
Im Fall <math>k=1</math> erhält man die gewöhnliche Mangoldt-Funktion <math>\Lambda_1=\Lambda</math>.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Eigenschaften
- Für <math>k\geq 1</math> gilt folgende Rekursion<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
- <math>\Lambda_{k+1}(n)=\Lambda_k(n) \log(n)+(\Lambda_k \ast \Lambda) (n)</math>
- Es folgt aus der Rekursion, dass wenn <math>\omega(n)>k</math> dann ist <math>\Lambda_k(n)=0</math>.
Abschätzen der Mangoldt-Funktion
Das Abschätzen der Mangoldt-Funktion ist ein zentrales Problem der analytischen Zahlentheorie. Es gibt hierzu verschiedene Methoden wie Winogradows Methode, der Null-Dichte-Methoden (englisch zero density methods) und Vaughans Identität.
Referenzen
- {{#if: | {{{author}}} | Eric W. Weisstein }}: Mangoldt Function. In: MathWorld (englisch). {{#if: | {{#ifeq: {{#property:P2812}} | {{{id}}} | | {{#if: {{#property:P2812}} | {{#ifeq: 0 | 0 | }} | {{#ifeq: 0 | 0 | }} }} }} }}
- Springerlink
Einzelnachweise
<references />