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Magellan Star

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Magellan Star
Datei:US Navy 100909-N-5133N-135 A UH1N Twin Huey helicopter provides cover as Marines board the motor vessel M-V Magellan Star during a board and seizur.jpg
Ein Hubschrauber UH-1N Twin Huey überwacht aus der Luft die Kommandoaktion zur Befreiung der gekaperten Magellan Star
Ein Hubschrauber UH-1N Twin Huey überwacht aus der Luft die Kommandoaktion zur Befreiung der gekaperten Magellan Star
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland (2002)
Antigua und BarbudaDatei:Flag of Antigua and Barbuda.svg Antigua und Barbuda (2002–2018)
PanamaDatei:Flag of Panama.svg Panama (seit 2018)
andere Schiffsnamen Pioneer Albatross (2002)

Gracechurch Star (2002–2008)
Judith Borchard (2008–2009)
Magellan Star (2009–2012)
Conmar Cape (2012)
Sun Express (2012–2018)
Boya (2018–2024)
Banyas 2 (ab 2024)

Schiffstyp Containerschiff
Klasse Sietas-Typ 169<ref name="BRS"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.. Abgerufen am 9. August 2012.</ref>
Rufzeichen V2OE7
Heimathafen Hamburg (2002)
St. John’s (2002–2018)
Panama (seit 2018)
Bauwerft J. J. Sietas, Hamburg
Stapellauf 28. März 2002
Verbleib als Banyas 2 in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 133,53 m (Lüa)
123,68 m (Lpp)
Breite 18,70 m
Tiefgang (max.) 7,22 m
Vermessung 6.277 BRZ / 3.249 NRZ
Maschinenanlage
Maschine 1 × Dieselmotor (Caterpillar MAK 8 M 43)
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 6.600 kW (8.974 PS)
Höchst­geschwindigkeit 18 kn (33 km/h)
Propeller 1 × Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 7.933 tdw
Container 735 TEU
Anschlüsse Kühlcontainer 104<ref>Magellan Comet (Antigua and Barbuda), Jane’s Merchant Ships. Abgerufen am 9. August 2012.</ref>
Sonstiges
Klassifizierungen Germanischer Lloyd
Registrier­nummern IMO-Nr. 9242572

Magellan Star ist ein ehemaliger Name eines Containerschiffs. Bereedert wurde das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Schiff durch die Hamburger Quadrant Bereederungsgesellschaft mbH & Co. KG (seit 2000 Teil der Reederei DS Schiffahrt), die zur Dr. Peters Gruppe mit Sitz in Dortmund gehört. Das Schiff wurde im September 2010 von somalischen Piraten gekapert.

Geschichte

Bau und Einsatz

Das Schiff wurde von 2000 bis 2002 unter der Baunummer 1195 als Typschiff des Sietas-Typs 169 auf der J.J. Sietas KG Schiffswerft GmbH & Co. gebaut. Die Kiellegung fand am 5. Dezember 2000, der Stapellauf am 28. März 2002 statt. Die Fertigstellung des Schiffes erfolgte im Mai 2002.<ref>Reinhard Hannemann: Pioneer Albatros. In: ship-db.de. Abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref>

Das Schiff wurde über den von HCI aufgelegten Schiffsfonds HCI Schiffsfonds I finanziert.<ref name="HCI">HCI Leistungsbilanz 2006 (PDF; 3,0 MB), S. 130. Abgerufen am 9. August 2012.</ref>

Das Schiff kam am 11. Mai 2002 als Gracechurch Star in Fahrt.<ref name="BRS" /><ref>HCI Leistungsbilanz 2002, S. 74. Abgerufen am 9. August 2012.</ref> Es wurde 2005 vom Schiffsfonds verkauft.

Piratenangriff vor der Küste Somalias, 6. September 2010

Somalische Piraten kaperten das Schiff am Morgen des 8. September 2010 (13° S, 50° O

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  }}). Die Magellan Star war mit einer Ladung Ankerketten aus Bilbao nach Singapur unterwegs.<ref>Brian Murphy: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marines retake ship hijacked by pirates (Memento vom 5. Mai 2012 im Internet Archive), Marine Corps Times, 9. September 2010 (abgerufen 11. September 2010)</ref>

Die Besatzung des Schiffes unter dem polnischen Kapitän<ref name="frar">Philipp Kienast: Coole Crew ließ Piraten abblitzen, Frankfurter Rundschau, 11. September 2010 (abgerufen 11. September 2010)</ref> bestand aus sechs Philippinern, zwei Russen, zwei Ukrainern, und einem Bulgaren.<ref>Piraten kapern deutschen Frachter mit Russen, RIA Novosti, 9. September 2010 (abgerufen 9. September 2010)</ref> Die Magellan Star war das dritte Schiff eines im Abstand von zwei Seemeilen von US-Kriegsschiffen begleiteten Konvois. Auch das erste Schiff aus dem Konvoi, der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter Olig B, wurde angegriffen.<ref name="simut">Simone Utler: Piraten bitten Reederei bei Entführung um Hilfe, Der Spiegel, 9. September 2010 (abgerufen 10. September 2010)</ref>

Die türkische Fregatte Gökçeada (F-494) der Oliver-Hazard-Perry-Klasse<ref name="glod">American Forces Press Service (11. September 2010) Germany - Marines Seize Control of Ship From Pirates, GlobalDefence.net (abgerufen 11. September 2010)</ref> des multinationalen Einsatzverbandes Combined Task Force 151 zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika erhielt einen Notruf des Frachters, woraufhin das Kriegsschiff USS Dubuque (US-Marine) eine 24 Mann starke Maritime Raid Force (MRF) der 15th Marine Expeditionary Unit (MEU) (1st Battalion 4th Marines) vom United States Marine Corps unter dem Befehl von Oberstleutnant Joseph R. Clearfield entsandte. Der Kapitän hatte rechtzeitig die Maschinen abgeschaltet und sich mit der Besatzung in einem Sicherheitsraum eingeschlossen. Von dort aus konnte er mit einem Satellitentelefon den Notruf absetzen. Die Besatzung wurde von den Piraten nicht gefunden. Die somalischen Piraten nahmen während der Kaperung über eine Telefonnummer, die auf der Brücke für Notfälle angebracht war, Kontakt mit der Reederei in Deutschland auf, um zu fragen, wo die Mannschaft sei und wie sie die Maschinen in Gang bringen könnten. Darauf erhielten sie jedoch keine Antwort.<ref name="frar" />

Nach 20 Stunden in der Hand der Piraten wurden das Schiff und die Besatzung am Morgen des 9. September 2010 um 3.30 Uhr Ortszeit<ref name="simut" /> durch das Boardingteam der Dubuque befreit.<ref>US Marines capture ship hijacked by pirates off Somalia, BBC News, 9. September 2010.</ref> Bei der Aktion wurden unter anderem acht Hubschrauber eingesetzt.<ref name="simut" /> Die Marines überwältigten die neun Entführer ohne Schusswechsel.<ref>US-Marine rettet entführten deutschen Frachter, Die Welt, 9. September 2010 (abgerufen 9. September 2010)</ref> Verletzt wurde niemand. Um 6.30 Uhr gingen die Soldaten mit den festgesetzten Piraten von Bord. Die Piraten wurden an Bord des begleitenden Kriegsschiffs Princeton gebracht.<ref name="simut" />

Während der Kaperung zerstörten die Seeräuber die Innenausstattung, das Steuersystem und andere Teile des Schiffes.<ref>dpa: „Magellan Star“ auf dem Weg nach Dubai, DVZ, 10. September 2010 (abgerufen am 10. September 2010)</ref> Dadurch war das Schiff nach dem Angriff nicht mehr voll seetüchtig. Begleitet von einem US-Kriegsschiff fuhr die Magellan Star zur Generalüberholung nach Dubai. Der Naval Criminal Investigative Service (NCIS) übernahm die Ermittlungen zu diesem Fall.

Weblinks

Commons: Magellan Star – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />