Münchhausen-Syndrom
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| F68 | Andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen |
| F68.1 | Artifizielle Störung (absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen) Münchhausen-Syndrom Hospital-hopper-Syndrom (Krankenhausspringer) |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11
Das Münchhausen-Syndrom (auch als „artifizielle Störung“ bezeichnet, von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), auch Koryphäen-Killer-Syndrom, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine psychische Störung, bei der die Betroffenen körperliche Beschwerden erfinden bzw. selbst hervorrufen und meist plausibel und dramatisch präsentieren, um damit Zuneigung von anderen Personen zu erlangen.
Die Bezeichnung prägte 1951 der Londoner Psychiater Sir Richard Asher (1912–1969) nach dem Baron Münchhausen, dem „Lügenbaron“.<ref>In: Lancet. 1951 Feb 10;1(6650), S. 339–341, doi:10.1016/S0140-6736(51)92313-6.</ref> In englischen Veröffentlichungen wird meist die Schreibweise „Munchausen“ verwendet.
Krankheitsbild
Im Vergleich zu Patienten mit ähnlichen Störungen wie Konversionssyndrome, Somatisierung und Hypochondrie sind Patienten mit einem Münchhausen-Syndrom selten und wesentlich schwieriger zu erkennen. Das Syndrom tritt vermehrt bei Menschen mit ausgeprägten Identitätsstörungen oder Selbstwertdefiziten bei Persönlichkeitsstörungen vom Borderline-, narzisstischen oder dissozialen Typ auf.<ref name=":1" /><ref name=":7">Birger Dulz, Sabine C. Herpertz, Otto F. Kernberg: Handbuch der Borderline-Störungen. Schattauer Verlag, 2. Auflage, 2011, ISBN 3-7945-2472-1.</ref><ref>A. Eckhardt-Henn: Artifizielle Störungen. Heimliche Selbstmisshandlung. Psychotherapeut (2015) 60: 18–24.</ref>
Typisch ist der Besuch zahlreicher Ärzte und Krankenhäuser mit wechselnden, beliebigen, aber ausgeprägten Symptomen (z. B. Bauchschmerzen, neurologische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bewusstseinsverlust und „Anfälle“; Lungen- und Magen-„bluten“), eine hohe Frequenz an aufwändigen apparativen Untersuchungen und Operationen sowie meist schnelle Arzt- und Krankenhauswechsel, sobald dem Behandlungswunsch nicht entsprochen oder seitens eines Behandlers Verdacht geschöpft wird („Hospital-Hopper-Syndrom“).<ref name=":1" /><ref name=":2" /><ref name=":5" />
Der Krankheitsgewinn ist die Erlangung medizinischer Zuwendung (ärztliche Untersuchungen, Aufnahme ins Krankenhaus, diagnostische und therapeutische Prozeduren bis hin zu unnötigen operativen Eingriffen). Die Betroffenen neigen zu Selbstverletzungen oder -vergiftung, um ihre Erkrankung zu belegen, und sie fordern oft schwerwiegende medizinische Untersuchungen und Eingriffe, welche das simulierte Krankheitsbild hervorrufen oder verschlimmern können.<ref name=":2" /><ref name=":5" /> Hierbei laufen Ärzte Gefahr, zu „Mittätern“ von Selbstbeschädigern zu werden und hinterher für ihre fahrlässige Mithilfe auf Schadenersatz verklagt zu werden.
Ziel und Motiv der Betroffenen ist es häufig, Zuwendung und Mitleid durch Ärzte, Pflegepersonal, Familienangehörige oder über das Internet zu bekommen.<ref name=":2" /><ref name=":18" /><ref name=":19" /><ref name="taz 10062011">Frank Heinz Diebel: Virtuelle Lügenbarone. In: taz. 10. Juni 2011, S. 18 (Online [abgerufen am 11. Februar 2018]).</ref><ref>A. Pulman, J. Taylor: Munchausen by Internet: current research and future directions. J Med InternetRes (2012) 14:e115</ref><ref>M. D. Feldman: Munchausen by Internet: detecting factitious illness and crisis on the Internet. South. Med. J. (July 2000) 93 (7): 669–672. doi:10.1097/00007611-200093070-00006. PMID 10923952.</ref> Weitere mögliche Motive, siehe unten.<ref name=":20" /> Gewöhnlich wechseln die Patienten sofort den Arzt, sobald die Möglichkeit einer psychischen Erkrankung angesprochen wird; psychiatrischen Überweisungen und Untersuchungen entziehen sie sich. Die Patienten entziehen sich in der Regel auch einer psychotherapeutischen Behandlung.<ref name=":1" /><ref name=":2" />
Klassifizierung
Patienten mit dem Münchhausen-Syndrom leiden überzufällig häufig auch an anderen psychischen Störungen wie Selbstverletzung, Borderline-Persönlichkeitsstörungen oder aggressiver Persönlichkeitsstörung.<ref name=":1" /><ref name=":7" /><ref name=":5" /> Entsprechend der Fachliteratur (Eckhardt<ref name=":6">Annegret Eckhardt: Das Münchhausen-Syndrom – Formen der selbstmanipulierten Krankheit. Urban und Schwarzenberg, München, 1989, ISBN 3-541-11821-0.</ref>) wird die artifizielle Störung (das Münchhausen-Syndrom) als Form selbstverletzenden oder selbstschädigenden Verhaltens im Rahmen der Borderline-Persönlichkeitsstörung aufgefasst.<ref name=":7" /><ref name=":2" /> Meist liegen bei den Patienten auch ausgeprägte Identitätsstörungen oder Selbstwertdefizite vor.<ref name=":1" /><ref name=":7" /> Das Münchhausen-Syndrom ähnelt der historischen Diagnose Pseudologia phantastica (Anton Delbrück, 1891).
Als Ursache der Störung werden – wie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung – ungünstige psychosoziale Aufwuchsbedingungen (evtl. auch echte Traumatisierungen) in Kindheit und Jugend diskutiert (ausführliche Darstellung bei Eckhardt<ref name=":6" />).
Münchhausen-Stellvertretersyndrom
Eine besondere Form ist das „Münchhausen-Stellvertretersyndrom“, auch Münchhausen by Proxy Syndrom oder erweitertes Münchhausen-Syndrom ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)). Es liegt vor, wenn Menschen (weit überwiegend Frauen, Mütter<ref name=":0">AWMF Leitlinien Nr. 071/003 „Kindesmißhandlung und Vernachlässigung“, 13. Oktober 2010 (PDF, 21 Seiten, 1,2 MB – <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archiv ( vom 22. März 2019 im Internet Archive)).</ref><ref name=":8">Münchhausen Syndrome by Proxy (Münchhausen Stellvertreter Syndrom) – Institut für Rechtsmedizin (2017), <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />web.archive.org ( vom 26. Juni 2007 im Internet Archive)</ref>) einem nahen Angehörigen (= Proxy), meist einem Kind,<ref name=":1">Annegret Eckhardt: Artifizielle Störungen. A-1622 (52) Deutsches Ärzteblatt 93, Heft 24, 14. Juni 1996.</ref> aber auch z. B. dem Partner, einer kranken oder pflegebedürftigen Person, artifiziell Krankheitssymptome oder körperliche Verletzungen zufügen, sie medizinisch schädigen (z. B. durch Fehl- oder Polymedikation, Vergiftung mit Medikamenten, Drogen, toxischen Substanzen,<ref name=":15">M. Caroline Burton, Mark B. Warren, Maria I. Lapid, J. Michael Bostwick: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Munchausen Syndrome by Adult Proxy: A Review of the Literature (Review). ( vom 4. Januar 2019 im Internet Archive) Journal of Hospital Medicine, Vol. 10 (No. 1), January 2015, pages 32–35, doi:10.1002/jhm.2268, Published in print and online in Wiley Online Library (Wileyonlinelibrary.com).</ref><ref>B. Herrmann: Körperliche Misshandlung von Kindern. Somatische Befunde und klinische Diagnostik. Monatsschr. Kinderheilkd. 2002 (150):1324–1338, doi:10.1007/s00112-002-0610-0 (PDF, 16 S., 528kb).</ref> Vorenthalten notwendiger Medikamente oder medizinischer Maßnahmen, Mangelernährung), bestehende Krankheiten aggravieren und/oder deren Genesung verhindern, um die Opfer („Symptomträger“) scheinbar liebe- und aufopferungsvoll zu betreuen und zu pflegen und sie unnötigen, gefährlichen und/oder schädigenden medizinischen Prozeduren (Diagnostik und/oder Therapien (durch Ärzte und/oder Täter selbst)) auszusetzen.<ref name=":2">Volker Faust: Vorgetäuschte Gesundheitsstörungen. Psychiatrie heute, Kap. 1, 2017, Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Gesundheit, abgerufen am 10. Februar 2018, (PDF 42 Seiten, 320 kB).</ref><ref name=":0" /><ref name=":3">Marc D. Feldman: Playing Sick: Untangling the Web of Munchausen Syndrome, Munchausen by Proxy, Malingering, and Factitious Disorder. Routledge Verlag, London, 3. Juni 2004, ISBN 0-415-94934-3.</ref><ref name=":9">C. Bools., B. Neale R. Meadow: Munchausen Syndrome by Proxy: A Study of Psychopathology. Child Abuse & Neglect (1994), 18, S. 773–788.</ref><ref name=":10">Meadow R. (2002). Different Interpretations of Munchausen Syndrome by Proxy. Child Abuse & Neglect, 26, 501–508.</ref><ref>J. C. Hamilton, M.D. Feldman, A.J. Cunnien (2008) Factitious disorder in medical and psychiatric practices. In: R. Rogers (Hrsg.) Clinical assessment of malingering and deception, 3. Aufl. Guilford Press, New York, S. 128–144.</ref> Als mögliche Motive werden die Wünsche nach Erreichen von u. a. Aufmerksamkeit, zwischenmenschliche und gesellschaftliche Anerkennung (durch Partner, Ärzte und Klinikpersonal, soziales Umfeld, Medien), emotionale und materielle Zuwendung und Unterstützung, Aufwertung in der Pflege-Rolle, Kompensation von Selbstwertdefiziten, Helfersyndrom, Abhängigkeit des Opfers, Macht und Kontrolle, „symbiotische Beziehung“, Emotionskontrolle, Kompensation innerer Leere und Spannungszustände und verdecktes Ausagieren von Wut und aggressiven Impulsen diskutiert.<ref name=":20">Sammelreferenz, siehe: Dulz et al. (2011), Faust (2017), Institut für Rechtsmedizin (2017), Feldman (2004), Bools et al. (1994), Meadow (2002), Hamilton (2008), Noeker (2002), Sachsse (2005), Nowara (2005), Schreier (2004), Schreier & Libow (1993), Bools et al. (1994), Degener & Körner (2005), Sigal et al. (1991), Burton et al. (2015), Burton et al. (2015), Adams & Sutker (2001).</ref><ref>André Scholer, Cedric Wernli, Désirée Krebs, Geneviève Faffa, Dominic Grienenberger: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Poisoning with unknown substance, “Munchhausen by proxy”? ( vom 4. Januar 2019 im Internet Archive) Toxichem. Krimtech. 2013; 80(1): pages 38–42 (ISSN 2190-3441), Hrsg.: Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie (GTFCh).</ref>
Bei der „klassischen“ Form des Münchhausen-Stellvertretersyndroms handelt es sich „um eine Kombination körperlicher und emotionaler Misshandlung und medizinischer Vernachlässigung,<ref>T. F. Parnell, D. O. Day: Munchausen by proxy syndrome: Misunderstood Child Abuse. SAGE Publications (1997). H. Schreier, J. Libow: Hurting for Love: Munchausen by Proxy Syndrome. New York: Guilford Press (1993).</ref><ref name=":12">H. Schreier, J. Libow: Hurting for Love: Munchausen by Proxy Syndrome. New York: Guilford Press (1993).</ref><ref>M. Noeker & K. M. Keller: Münchhausen-by-proxy-Syndrom als Kindesmisshandlung. Monatsschrift Kinderheilkunde, 150 (2002), 1357–1369.</ref> bei der ein Elternteil (statistisch fast nur Mütter) Kinder schädigt [und Krankheitssymptome vortäuscht, künstlich erzeugt oder übersteigert<ref name=":1" />],<ref name=":13">Gunther Degener, Wilhelm Körner: Kindesmisshandlung und Vernachlässigung – ein Handbuch. Hogrefe-Verlag, Göttingen – Bern – Toronto 2005 – Auflage: 1 (1. März 2005) ISBN 3-8017-1746-1.</ref><ref>Gert Jakobi: Kindesmisshandlung und Vernachlässigung. Epidemiologie, Diagnostik und Vorgehen. Huber Verlag, Bern; Auflage: 1 (5. September 2008) ISBN 3-456-84543-X.</ref> indem er sie unnötigen, gefährlichen und/oder schädigenden medizinischen Prozeduren (Diagnostik und/oder Therapien) aussetzt.“<ref name=":18">»Ich war süchtig danach, mein Kind krank zu machen« – Was geht in einer Mutter vor, die ihre Tochter immer wieder in Lebensgefahr bringt, damit sie sich kümmern kann? Die Geschichte einer Frau mit Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Brigitte 26/2015, abgerufen: 30. Januar 2018.</ref><ref name=":0" /><ref name=":11">Ulrich Sachsse: Proxy – dunkle Seite der Mütterlichkeit, Schattauer Verlag, 1. September 2015. ISBN 3-7945-3153-1. Zur Buchvorstellung: Ulrich Sachsse: Proxy-Mütter – Täterinnen und Retterinnen zugleich. Sonderdruck Psychologie Heute, auf: www.ulrich-sachsse.de/monitor/Dokumente (PDF; 2 S., 151 kB, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />archiviert ( vom 28. Februar 2026 im Internet Archive)).</ref><ref>Mary J. Sanders: Symptom coaching: Factitious disorder by proxy with older children. Clinical Psychology Review, Volume 15, Issue 5, 1995, S. 423–442.</ref> Sie stellt eine subtile Form der Kindesmisshandlung dar, die bis zum Tod des Opfers führen kann.<ref name=":19">Die fürsorgliche Täterin. Neue Zürcher Zeitung (NZZ), Nr. 43, Zürich (Schweiz), 26. Oktober 2003, abgerufen: 30. Januar 2018. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />(Archiv) ( vom 22. März 2019 im Internet Archive).</ref><ref>Gert Jacobi, Reinhard Dettmeyer, Sibylle Banaschak, Burkhard Brosig, Bernd Herrmann: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern – Diagnose und Vorgehen. ( vom 18. März 2019 im Internet Archive) Deutsches Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 13, 2. April 2010.</ref><ref>Verena Mertens: Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom und seine zivil- und strafrechtliche Bedeutung. In: NJOZ. 2009, 1665, 1665.</ref><ref>Bernd Brinkmann, Burkhard Madea: Handbuch der gerichtlichen Medizin. Band I. Springer-Verlag, Berlin – Heideberg – New York (25. September 2003) ISBN 3-540-00259-6.</ref>
Bei der noch selteneren Form des Münchhausen by Adult Proxy Syndroms geschieht grundsätzlich das Gleiche wie zwischen Mutter und Kind, nur zwischen zwei Erwachsenen, was als noch schwerer diagnostizierbar gilt.<ref name=":2" /><ref name=":4">Marc D. Feldman: Playing Sick: Untangling the Web of Munchausen Syndrome, Munchausen by Proxy, Malingering, and Factitious Disorder. Routledge Verlag, London, 3. Juni 2004, ISBN 0-415-94934-3.</ref><ref name=":5">H.-P. Kapfhammer: Artifizielle Störungen. Nervenarzt 5/2017, 88:549–570, doi:10.1007/s00115-017-0337-8, Online publiziert: 27. April 2017.</ref>
Diese Diagnose ist relativ selten<ref name=":15" /><ref>G. P. Yates, M. D. Feldman (2016) Factitious disorder: a systematic review of 455 cases in the professional literature. Gen Hosp Psychiatry 41:20–28.</ref> und wird derzeit nach ICD-10 noch unter artifizielle Störungen, Subtyp „nicht näher bezeichnete vorgetäuschte Störung“ (F 68.1) und körperlicher Missbrauch (T 74.1) klassifiziert. Allerdings werden vorgetäuschte Störungen als solche als „wahrscheinlich das häufigste nicht erkannte psychische Leiden“ beschrieben.<ref>Michael Zaudig, Hans-Ulrich Wittchen, Henning Saß: Fallübungen zur Differentialdiagnose nach DSM-IV und ICD-10. Hogrefe Verlag, Göttingen/Bern/Toronto/Seattle 2000, ISBN 978-3-8017-0916-7.</ref> Die diagnostische Konzeptualisierung des Münchhausen-Stellvertretersyndroms (Münchhausen by Proxy-Syndrom und Münchhausen by Adult Proxy-Syndrom) für die geplante Aufnahme der Diagnose in die künftige ICD-11 wird derzeit noch diskutiert.<ref name=":2" /><ref name=":5" /><ref>ICD-11: 6D71 Factitious disorder imposed on another: ICD-11 Beta Draft – Mortality and Morbidity Statistics. icd.who.int, abgerufen am 30. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In einigen Fällen werden auch Haustiere als „Proxys“ (englisch: proxies) beschrieben.<ref>H. M. C. Munro, M. V. Thrusfield: Battered Pets. In: Journal of Small Animal Practice. 42 (8) 2001, S. 385–389.</ref><ref>H. S. Tucker, F. Finlay, S. Guiton: Munchausen syndrome involving pets by proxies. In: Archive of Disease in Childhood. 2002; 87 (3), S. 263.</ref> Thomas Mann beschreibt in seiner Novelle Tobias Mindernickel einen derartigen Fall.
Siehe auch
- William McIlroy – ein gut dokumentierter Fall eines Münchhausen-Syndroms
- Wilkomirski-Syndrom
Literatur
- Henrik Uwe Peters: Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Urban und Schwarzenberg, München u. a. 1984, ISBN 3-541-04963-4.
- Ralph-Martin Schulte (Hrsg.): Intrakorporale Fremdkörper und Münchhausen Syndrom. Spielarten, Motivation und Komplikationen von Selbstbeschädigungen. W. Zuckschwerdt, München u. a. 1988, ISBN 3-88603-231-0.
- Annegret Eckhardt: Das Münchhausen-Syndrom. Formen der selbstmanipulierten Krankheit. Urban und Schwarzenberg, München u. a. 1989, ISBN 3-541-11821-0 (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 1987).
- Annegret Eckhardt: Artifizielle Störungen. In: Deutsches Ärzteblatt. Bd. 93, Nr. 24, 1996, S. 1622–1626, (Digitalisat (PDF; 201,2 kB)).
- Reinhard Plaßmann: Artifizielle Krankheiten und Münchhausen-Syndrome. In: Mathias Hirsch (Hrsg.): Der eigene Körper als Objekt. Zur Psychodynamik selbstdestruktiven Körperagierens. Unveränderter Nachdruck. Psychosozial-Verlag, Gießen 1998, ISBN 3-932133-33-1, S. 118–154.
- Marc D. Feldman: Munchausen by Internet. Detecting Factitious Illness and Crisis on the Internet. In: Southern Medical Journal. Bd. 93, Nr. 7, 2000, ISSN 0038-4348, S. 669–672, doi:10.1097/00007611-200093070-00006, PMID 10923952.
- Markus Reuber, Martin Zeidler, Jeremy Chataway, Martin Sadler: Munchausen syndrome by phone. In: The Lancet. Bd. 356, Nr. 9238, 2000, S. 1358, doi:10.1016/S0140-6736(05)74272-0.
- Eberhard Hildebrand, Klaus Hitzer, Klaus Püschel: Simulation und Selbstbeschädigung. Unter besonderer Berücksichtigung des Versicherungsbetrugs. VVW, Karlsruhe 2001, ISBN 3-88487-906-5.
Die Fachliteratur beschreibt die Übergänge vom Münchhausen-Syndrom zum Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom und umgekehrt als fließend:
- Roy Meadow: Munchausen syndrome by proxy: The hinterland of child abuse. In: The Lancet. Bd. 310, Nr. 8033, 1977, S. 343–345, doi:10.1016/S0140-6736(77)91497-0.
- J. O. Warner, M. J. Hathaway: Allergic form of Meadow's syndrome (Munchausen by proxy). In: Archives of Disease in Childhood. Band 59, Nummer 2, Februar 1984, S. 151–156, PMID 6703765, PMC 1628464 (freier Volltext).
- Donna A. Rosenberg: Web of deceit: A literature review of Munchausen by proxy syndrom. In: Child Abuse & Neglect. Bd. 11, Nr. 4, 1987, S. 547–763, doi:10.1016/0145-2134(87)90081-0.
- D. Roth: How „Mild“ is Mild Munchausen Syndrome by Proxy. In: Israel Journal of Psychiatry and Related Sciences. Bd. 27, Nr. 3, 1990, ISSN 0333-7308, S. 160–167.
- A. B. Prakken, L. den Hartog, J. J. Waelkens: Een nieuwe variant van het syndroom van Münchhausen by proxy: de vader in een actieve rol. In: Tijdschrift voor Kindergeneeskunde. Bd. 59, Nr. 3, 1991, ISSN 0376-7442, S. 91–94.
- Toni Single, Richard Leigh Henry: An unusual case of Munchausen syndrome by proxy. In: Australian & New Zealand Journal of Psychiatry. Bd. 25, Nr. 3, 1991, ISSN 0004-8674, S. 422–425, doi:10.3109/00048679109062646.
- C. N. Bools, B. A. Neale, S. R. Meadow: Co-morbidity associated with fabricated illness (Munchausen syndrome by proxy). In: Archives of Disease in Childhood. Bd. 67, Nr. 1, 1992, S. 77–79, doi:10.1136/adc.67.1.77.
- C. N. Bools, B. A. Neale, S. R. Meadow: Follow up of victims of fabricated illness (Munchausen syndrome by proxy). In: Archives of Disease in Childhood. Bd. 69, Nr. 6, 1993, S. 625–630, doi:10.1136/adc.69.6.625.
- Abdul Kader Souid, Ken Korins, David Keith, Stephen Dubansky, P. David Sadowitz: Unexplained Menorrhagia and Hematuria: Case Report of Munchausen’s Syndrome by Proxy. In: Pediatric Hematology and Oncology. Bd. 10, Nr. 3, 1993, ISSN 0888-0018, S. 245–248, doi:10.3109/08880019309029491.
- Herbert A. Schreier, Judith A. Libow: Hurting for love. Munchausen by proxy syndrome. Guilford Press, New York NY u. a. 1993, ISBN 0-89862-121-6.
- Herbert A. Schreier, Judith A. Libow: Munchausen by proxy Syndrom: A Modern Pediatric Challenge. In: The Journal of Pediatrics. Bd. 125, Nr. 6, Tl. 2, 1994, ISSN 0022-3476, S. S110–S115, doi:10.1016/S0022-3476(05)82934-8.
- M. Krupinski, M. Soyka, E. Tusch-Bauer, R. Frank: Muenchhausen-by-proxy-Syndrom: eine interdisziplinäre Herausforderung. In: Nervenheilkunde. Bd. 14, 1995, ISSN 0722-1541, S. 348–356.
- Stephen J. Boros, Janice P. Ophoven, Robin Andersen, Lauren C. Brubaker: Munchausen syndrome by proxy: a profile for medical child abuse. In: Australian Family Physician. Bd. 24, Nr. 5, 1995, ISSN 0300-8495, S. 768–769, 772–773.
- Judith A. Libow: Munchausen by proxy victims in adulthood: a first look. In: Child Abuse & Neglect. Bd. 19, Nr. 9, 1995, ISSN 0145-2134, S. 1131–1142, doi:10.1016/0145-2134(95)00073-H.
- Paul DiBiase, Hilary Tirnmis, Jose A. Bonilla, Wasyl Szeremeta, J. Christopher Post: Munchausen syndrome proxy complicating ear surgery. In: Archives of Otolaryngology – Head & Neck Surgery. Bd. 122, Nr. 12, 1996, ISSN 0003-9977, S. 1377–1380, doi:10.1001/archotol.1996.01890240083018.
- Jenny Gray, Arnon Bentovim: Illness Induction Syndrome. In: Child Abuse & Neglect. Bd. 20, Nr. 8, 1996, S. 655–673, doi:10.1016/0145-2134(96)00055-5.
- Roy Meadow: Munchausen Syndrome by Proxy. In: Roy Meadow (Hrsg.): ABC of Child Abuse. 3. Auflage. BMJ, London 1997, ISBN 0-7279-1106-6, S. 47–50.
- Michelle Bryk, Pamela T. Siegel: My mother caused my illness: The story of a survivor of Münchausen by proxy syndrome. In: Pediatrics. Bd. 100, Nr. 1, 1997, S. 1–7, doi:10.1542/peds.100.1.1.
- Klaus M. Keller, Meinolf Noeker, C. Hilliges, Hans-Gerd Lenard, Michael J. Lentze: Münchhausen-by-proxy-Syndrom. In: Monatsschrift Kinderheilkunde. Bd. 145, Nr. 11, 1997, S. 1156–1162, doi:10.1007/s001120050211.
- Kenneth W. Feldman, Robert O. Hickman: The Central Venous Catheter as a Source of Medical Chaos in Munchausen Syndrome by Proxy. In: Journal of Pediatric Surgery. Bd. 33, Nr. 4, 1998, ISSN 0022-3468, S. 623–627, doi:10.1016/S0022-3468(98)90329-3.
- R. Meadow: Munchausen syndrome by proxy abuse perpetrated by men. In: Archives of Disease in Childhood. Band 78, Nummer 3, März 1998, S. 210–216, PMID 9613349, PMC 1717505 (freier Volltext).
- R. Meadow: Unnatural sudden infant death. In: Archives of Disease in Childhood. Band 80, Nummer 1, Januar 1999, S. 7–14, PMID 10325752, PMC 1717785 (freier Volltext).
- David E. Hall, Laura Eubanks, Swarnalatha Meyyazhagan, Richard D. Kenney, Sherry Cochran Johnson: Evaluation of Covert Video Surveillance in the Diagnosis of Munchausen Syndrome by Proxy: Lessons From 41 Cases. In: Pediatrics. Bd. 105, Nr. 6, 2000, S. 1305–1312, doi:10.1542/peds.105.6.1305.
- S. J. Denny, C. C. Grant, R. Pinnock: Epidemiology of Munchausen syndrome by proxy in New Zealand. In: Journal of Paediatrics and Child Health. Bd. 37, Nr. 3, 2001, S. 240–243, doi:10.1046/j.1440-1754.2001.00651.x.
- H. M. C. Munro, M. V. Thrusfield: ‚Battered Pets‘: Munchausen syndrome by proxy (factitious illness by proxy). In: Journal of Small Animal Practice. Bd. 42, Nr. 8, 2001, ISSN 0022-4510, S. 385–389, doi:10.1111/j.1748-5827.2001.tb02486.x.
- H. S. Tucker, F. Finlay, S. Guiton: Munchausen syndrome involving pets by proxies. In: Archives of Disease in Childhood. Bd. 87, Nr. 3, 2002, S. 263–265, doi:10.1136/adc.87.3.263.
- Herbert Schreier: On the importance of motivation in Munchausen by Proxy: the case of Kathy Bush. In: Child Abuse & Neglect. Bd. 26, No 5, 2002, S. 537–549, doi:10.1016/S0145-2134(02)00329-0.
- Julie Gregory: Du hast mich krank gemacht. Meine Mutter ließ mich leiden. Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2004, ISBN 3-431-03602-3.
- Sabine Nowara: Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom. In: Günther Deegener, Wilhelm Körner (Hrsg.): Kindesmisshandlung und Vernachlässigung. Ein Handbuch. Hogrefe, Göttingen u. a. 2005, ISBN 3-8017-1746-1, S. 128–140.
Weblinks
- Volker Faust: Das Münchhausen-Syndrom – Wenn sich Menschen selbst beschädigen, um eine Krankenrolle zu erzwingen. In: psychosoziale-gesundheit.net. 12. August 2001. (PDF, 9 S., 148 kB).
- Volker Faust: Vorgetäuschte Gesundheitsstörungen. (PDF, 42 S., 276 kB) In: psychosoziale-gesundheit.net. 22. Juli 2010.
- „Ich war süchtig danach, mein Kind krank zu machen“ – Was geht in einer Mutter vor, die ihre Tochter immer wieder in Lebensgefahr bringt, damit sie sich kümmern kann? Die Geschichte einer Frau mit Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. In: Brigitte 26/2015. 7. Januar 2016.
- Die fürsorgliche Täterin. In: Neue Zürcher Zeitung 43. 26. Oktober 2003.
- Simone Rau: Die Krankpflegerin. In: Das Magazin. 22. Januar 2011.
- Annegret Eckhardt: Artifizielle Störungen. In: Deutsches Ärzteblatt. 1996(24), Heft 24, A-1622 (52), 14. Juni 1996, S. 1622–1626 (auch als pdf, 201 kB).
- Ulrike Burgwinkel: Radiolexikon Gesundheit – Münchhausen-Syndrom. In: Deutschlandfunk-Sendung „Sprechstunde“. 26. März 2019 (auch als mp3-Audio, 6,2 MB, 6:46 Minuten).
Einzelnachweise
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