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Mörtersdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Mörtersdorf (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Mörtersdorf
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Horn (HO), Niederösterreich
Pol. Gemeinde Rosenburg-Mold
Koordinaten 48° 37′ 5″ N, 15° 43′ 7″ OKoordinaten: 48° 37′ 5″ N, 15° 43′ 7″ O
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Höhe 329 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 148 (2001)
Fläche d. KG Vorlage:FLNdep1 (Vorlage:Metadaten Fläche AT KG)
Postleitzahl 3580f1
Vorwahl +43/02982f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 04017
Katastralgemeindenummer 10040
Zählsprengel/ -bezirk Mörtersdorf (31121 003)
Bild
Blick auf Mörtersdorf
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS

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Mörtersdorf ist ein Ort und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Rosenburg-Mold im Bezirk Horn in Niederösterreich.

Geografie

Der Ort liegt 7 km südöstlich der Bezirkshauptstadt Horn an der Horner Straße (B4). Die Seehöhe in der Ortsmitte liegt bei 329 Metern. Die Fläche der Katastralgemeinde umfasst 4,82 km². Die Einwohnerzahl beläuft sich auf Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft Einwohner (Stand: <ref name="Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft 04017">Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft</ref>).

Postleitzahl

Mörtersdorf hat die Postleitzahl 3580.

Bevölkerung

Religion

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist Römisch-Katholisch. Der Ort gehörte bis 1783 zur Pfarre Gars, seither zur Pfarre Maria Dreieichen. Im Dorfzentrum befindet sich eine um 1800 errichtete Ortskapelle.

Bevölkerungsentwicklung

Anzahl Einwohner
(Quelle: Historisches Ortslexikon Niederösterreich<ref>Kurt Klein (Bearb.): Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Hrsg.: Vienna Institute of Demography [VID] d. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Niederösterreich Teil 2, Mörtersdorf, S. 55 (Onlinedokument, Erläuterungen. Suppl.; beide PDF – o.D. [aktual.]).</ref>)
Jahr 18301846186919511971199120012011
Einwohner 207219267155132137148135

Geschichte

Mörtersdorf war bereits in der Mittleren Bronzezeit (1600–1300 v. Chr.) belegt, wie ein Grabhügel aus dieser Zeit belegt.<ref>Desiree Ebner: Mittelbronzezeitliche Grabhügel in Mörtersdorf. Niederösterreich. In: Fundberichte aus Österreich, 45. Jg. (2006), S. 211–233.</ref> Im Mittelalter erscheint der Ort erstmals 1171 mit der Nennung eines Albert und Gottfrieds „von Mertinsdorf“. Zu dieser Zeit befand sich im Ort ein befestigter Adelssitz des „Lorenz Abtmaer zu Mertensdarff“, der zuletzt 1435 erwähnt wird.<ref>Mörtersdorf. In: Falko Daim, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber (Hrsg.): Burgen Waldviertel Wachau Mährisches Thaytal. 2. Aufl. Wien 2009, S. 442.</ref> In der Wiener Gesera, einem in Hebräischer Sprache um 1421 verfassten Bericht über die damaligen Judenverfolgungen, der heute nurmehr in jiddischen Abschriften zugänglich ist, wird Mörtersdorf als Ort von Pogromen genannt. In der Neuzeit gehörte der Ort zur Herrschaft Horn und Rosenburg, teilweise zur Herrschaft Gars, wohin er bis 1783 pfarrlich zugeordnet war.<ref>Franz Xaver Schweickhardt von Sickingen: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens. Viertel Ober-Manhardsberg. Band 1, Wien 1839, 209–213. (Online-Version)</ref> Noch im 19. Jahrhundert wurde der Ort als Mertersdorf oder Mördersdorf bezeichnet. 1815 wurde in einem Wirtshaus in Mörtersdorf der Räuberhauptmann Johann Georg Grasel festgenommen und nach Wien überführt.<ref>Harald Hitz (Hrsg.): Johann Georg Grasel. Räuber ohne Grenzen. 3. Auflage. Waldviertler Heimatbund, Horn-Waidhofen an der Thaya 1999, ISBN 3-900708-08-8.</ref>

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 41 Häusern genannt, das nach Maria Dreieichen eingepfarrt war und die Kinder im Ort eingeschult wurden. Die Herrschaft Horn und Rosenburg besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Horn und Rosenburg sowie der Pfarre Gars.<ref>Vorlage:Austria Topographie Steinius 1822</ref> 1938 wurde Mörtersdorf mit dem benachbarten Zaingrub nach Mold eingemeindet, nach 1945 aber wieder selbstständige Gemeinde.<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> Zum 1. Januar 1967 vereinigte sich Mörtersdorf mit Mold und Zaingrub zur Gemeinde Mold. Die Gemeinde Rosenburg-Mold entstand 1971 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Rosenburg mit Stallegg und Mold.<ref>Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaik. Ein anderes Heimatbuch. Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn. Weitra 2005, S. 217.</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Mörtersdorf liegt an der Horner Straße (B4). Das Linienbusunternehmen PostBus fährt in Mold mehrere Haltestellen der Linien 635 (HornKorneuburg), 1026 (Raabs an der ThayaWien-Praterstern) und 1036 (ZwettlWien-Praterstern) an. Die nächstgelegenen Bahnhöfe der ÖBB sind Horn NÖ und Rosenburg an der Kamptalbahn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Bedeutende in Mörtersdorf geborene oder hier wirkende Menschen

  • Johann Georg Grasel (1790–1818), Räuberhauptmann, wurde 1815 in Mörtersdorf gefangen genommen.

Literatur

  • Vorlage:Austria Topographie Schweickhardt Niederösterreich
  • Desiree Ebner: Mittelbronzezeitliche Grabhügel in Mörtersdorf, Niederösterreich. In: Fundberichte aus Österreich. 45. Jahrgang, 2006, S. 211–231.
  • Harald Hitz (Hrsg.): Johann Georg Grasel. Räuber ohne Grenzen. 3. Auflage. Waldviertler Heimatbund, Horn-Waidhofen an der Thaya 1999, ISBN 3-900708-08-8.
  • Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaike. Ein anderes Heimatbuch. Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn. Weitra 2005, ISBN 3-85252-683-3, S. 217.
  • Mörtersdorf. In: Falko Daim, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber (Hrsg.): Burgen Waldviertel Wachau Mährisches Thayatal. 2. Auflage. Wien 2009, ISBN 978-3-7079-1273-9, S. 442.
  • Rosenburg, Mold, Maria Dreieichen. Eine Waldviertler Gemeinde auf dem Weg ins Jahr 2000. Rosenburg-Mold 1985.
  • Johannes Tuzar: Vorbericht über bislang unbekannte Siedlungs- und Grabfunde in der KG Mörtersdorf, VB Horn. In: Fundberichte aus Österreich. 35. Jahrgang, 1998, S. 404–414.
  • Walter Zach-Kiesling: Bildstockwanderungen im Poigreich. Wanderwege zu religiösen Kleindenkmälern in den Gemeinden Horn, Rosenburg-Mold und St. Bernhard-Frauenhofen. Horn 1995.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Gemeindegliederung von Rosenburg-Mold

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