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Målselv

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Vorlage:Infobox Kommune in Norwegen

Målselv ist eine Kommune im norwegischen Fylke Troms. Die Kommune hat Vorlage:EWZ Einwohner (Stand: Vorlage:EWD). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Moen. Die Kommune ist einer der bedeutendsten Stützpunkte der norwegischen Streitkräfte.

Geografie

Lage und Topografie

Målselv liegt im Südosten des Fylkes Troms und erstreckt sich von den südlichen Fjordarmen des Malangsfjord, dem Målselvfjord und dem Aursfjord, im Nordwesten bis zur schwedischen Grenze im Osten. Innerhalb von Norwegen grenzt Målselv im Norden an Storfjord und Balsfjord, im Westen an Senja und Sørreisa sowie im Süden an Bardu.<ref name="norgeskart">Vorlage:Internetquelle</ref>

Die Landschaft der Kommune wird vom Målselvdalen geprägt. Das Tal ist das größte im Fylke Troms und wird von der Målselva, die in den Målselvfjord mündet, durchflossen.<ref name="snl">Vorlage:Internetquelle</ref> Es hat zahlreiche Seitentäler wie das Dividalen, das Kirkesdalen und das Takelvdalen. In die Målselva mündet nahe der Stadt Bardufoss die Barduelva. In der Kommune liegen zudem mehrere Seen, unter anderem das Takvatnet auf der Grenze zu Balsfjord und der Rostojávri auf der Grenze zu Schweden.<ref name="norgeskart" />

Die größten Ortschaften der Kommune liegen im Westen der Kommune. Im Südwesten befindet sich die Stadt Bardufoss, die sich aus mehreren Ortsteilen (Andslimoen, Heggelia und Andselv) zusammensetzt. Weiter im Osten der Kommune befinden sich kleinere Ortschaften wie Skjold und Øverbygd.<ref name=":1" />

Der Großteil der Kommune ist bewaldet. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen hauptsächlich entlang der Målselva sowie in einigen der Seitentälern. In der Kommune liegen mehrere Berge, die Höhen von über Vorlage:Höhe erreichen. Die höchsten befinden sich an Grenze zur Kommune Bardu im Süden.<ref name="norgeskart" /><ref name="snl" /> Die höchste Erhebung der Kommune Målselv ist der Njunis mit einer Höhe von Vorlage:Höhe<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Nationalpark

Der Südosten der Kommune geht in den Øvre-Dividal-Nationalpark (Øvre Dividal nasjonalpark) ein. Der 2006 gegründete Nationalpark erstreckt sich über die Kommunen Målselv und Bardu. Er hat eine Fläche von 770 km².<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Klima

In Målselv herrscht ein kontinentales Klima. Zwischen 1947 und 2021 betrug der durchschnittliche Jahresniederschlag 674 Millimeter. Im Jahr 1978 wurden in Bardufoss −38,1 °C gemessen, im Jahr 2018 +33,5 °C.<ref name="snl" />

Einwohner

Foto einer von Holzhäusern gesäumten Straße mit einzelnen Geschäften und einer Polizeistation
Bardufoss im August 2007

Die meisten Einwohner leben im Südwesten der Kommune, in Bardufoss und Umgebung.<ref name="snl2">Vorlage:Internetquelle</ref> Der Großteil der Kommune ist unbewohnt und mit nur etwa zwei Einwohnern pro km² ist die Kommune insgesamt dünn besiedelt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Zahl der Einwohner bis in die 1970er-Jahre stark an. Der damalige Anstieg ist sowohl auf den Ausbau der Präsenz des norwegischen Militärs sowie auf den Bau des Flughafens Bardufoss zurückzuführen. Im Jahr 1975 erreichte die Einwohnerzahl mit 8118 schließlich ihren höchsten Wert.<ref name="snl2" />

Anschließend kam es zu einem jahrzehntelangen Rückgang, der bis ins Jahr 2009 andauerte. Die Einwohnerzahl ging in dieser Zeit um rund 20 Prozent bis auf 6490 Einwohner zurück. Anschließend begann die Einwohnerzahl wieder leicht zu steigen.<ref name="snl2" />

Entwicklung der Einwohnerzahl
Jahr Einwohnerzahl<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Veränderung
Anzahl Prozent
1960 6537
1970 7930 +1.393 +21,3 %
1980 7668 −262 −3,3 %
1990 7420 −248 −3,2 %
2000 7054 −366 −4,9 %
2010 6510 −544 −7,7 %
2020 6640 +130 +2,0 %

Tettsteder

In der Kommune liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet werden. Diese sind Moen mit Vorlage:EWZ, Skjold mit Vorlage:EWZ, Heggelia mit Vorlage:EWZ, Andselv mit Vorlage:EWZ und Andslimoen mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand: Vorlage:EWD).<ref>Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl Ort NO</ref>

Sprache

Die Einwohner der Kommune werden Målselvdøl oder Målselving genannt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Målselv hat wie viele andere Kommunen der Provinz Troms weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Der in der Kommune gesprochene norwegische Dialekt unterscheidet sich von anderen nordnorwegischen Dialekten. Aufgrund der Zuwanderung aus Ostnorwegen weist er Ähnlichkeiten mit den dortigen Dialekten auf.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Geschichte

Erste dauerhafte Besiedlung

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand unter Leitung von Landvogt Jens Holmboe die erste dauerhafte Besiedlung in der heutigen Kommune. Es zogen vor allem Personen aus den Regionen Østerdalen, Gudbrandsdalen und Trøndelag zu. Diese Zuwanderung zeigt sich bis heute im lokalen Dialekt, der sich aufgrund der Einflüsse stärker von anderen nordnorwegischen Dialekten unterscheidet.<ref name="snl3">Vorlage:Internetquelle</ref>

Am Ostufer des Målselvfjords liegt bei Grundnes ein Steinbruch. Von dort wurde Speckstein abgebaut, der für den Nidarosdom in Trondheim verwendet wurde.<ref name="snl3" />

Die Kommune Målselv entstand im Jahr 1848, als es von Lenvik abgespalten wurde. Bei ihrer Gründung hatte sie 2616 Einwohner. Lenvik verblieb nach der Ausgemeindung noch mit 3029 Einwohnern. Im Jahr 1891 ging ein von 30 Personen bewohntes Gebiet an Malangen über. Zum 1. Juli 1925 wurde Øverbygd mit 566 Personen abgespalten. Målselv hatte danach noch 3531 Einwohner.<ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref>

Zweiter Weltkrieg

Die deutschen Besatzer errichteten im März 1944 in Bardufoss ein Kriegsgefangenenlager. Dort waren in den Jahren 1944 und 1945 bis zu 800 Gefangene gleichzeitig untergebracht. Die Gefangenen mussten gemeinsam mit norwegischen Arbeitern unter Zwang den Flughafen Bardufoss ausbauen. Dieser bestand vor dem Krieg nur aus einer provisorischen Landebahn.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Seit 1945

Zu Beginn der Jahres 1964 wurden Øverbygd und ein Teil der Kommune Malangen eingemeindet. Øverbygd brachte 1232 Einwohner ein, aus Malangen kamen 118 Einwohner hinzu. Zudem kam der Weiler Skogli mit zwei Einwohnern von Balsfjord zu Målselv. Vor den Eingemeindungen hatte Målselv 5584 Einwohner. Zwei Jahre später ging ein Gebiet mit 131 Einwohnern von Balsfjord an Målselv über. Die letzte Grenzänderung fand 1972 statt, als ein von 63 Personen bewohntes Areal von Målselv an Lenvik überführt wurde.<ref name=":0" />

Im Jahr 2021 erhielt Bardufoss durch einen Beschluss des Kommunalparlaments den Stadttitel.<ref name=":1">Vorlage:Internetquelle</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Luftbild einer Landebahn samt Umgebung
Luftbild des Flughafens Bardufoss

Südöstlich von Bardufoss befindet sich der Flughafen Bardufoss. Er wird sowohl für zivile als auch militärische Zwecke verwendet.<ref name="snl5">Vorlage:Internetquelle</ref> Im Zivilverkehr wird er für Norwegian-Flüge zwischen Oslo und Bardufoss genutzt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Aus der südlichen Nachbarkommune Bardu führt die Europastraße 6 (E6) in die Kommune Målselv. Diese führt in Målselv durch die Stadt Bardufoss, bevor sie bei Moen die Målselva überquert und von dort aus weiter in Richtung Osten durch das Takelvdalen und weiter nach Balsfjord führt.<ref name="norgeskart" />

Bei Bardufoss zweigt der Fylkesvei 86 in den Westen ab. Dieser führt von Målselv in die westliche Nachbarkommune Sørreisa. Mit dem Fylkesvei 87 gibt es zudem eine Straße, die von der E6 aus durch das Målselvdalen führt.<ref name="norgeskart" />

Wirtschaft und Militär

Die meisten Arbeitnehmer der Kommune sind im öffentlichen Dienst tätig. Ein wichtiger Arbeitgeber sind die norwegischen Streitkräfte.<ref name="snl5" /> Die Garnison Bardufoss ist der größte Standort der norwegischen Streitkräfte in Nordnorwegen. Dort sind sowohl norwegische Heeres- als auch Luftwaffeneinheiten untergebracht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> In Skjold, im Osten der Kommune, befindet sich die Heimatbasis des 2. Bataillons des Heeres.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Im Vergleich zu den anderen Kommunen des Fylkes spielt in Målselv die Forstwirtschaft eine größere Rolle. Auch die Landwirtschaft ist trotz eines deutlichen Rückgangs weiterhin von Bedeutung. In Troms hat lediglich die Kommune Balsfjord mehr landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die landwirtschaftliche Nutzfläche in Målselv wird vor allem für den Anbau von Kartoffeln sowie von Grünfutter und Siliergut verwendet. Typisch für die Landwirtschaft in der Kommune ist die Rinderhaltung sowie in kleinerem Stil auch die Haltung von Schafen und Hühnern. Die Industrie, die in der Kommune nicht stark ausgeprägt ist, basiert hauptsächlich auf der Weiterverarbeitung von Produkten aus der Land- und Forstwirtschaft.<ref name="snl5" />

Ausgangspunkt für den Tourismus in der Kommune sind sowohl der Øvre-Dividal-Nationalpark und das Skizentrum Målselv fjellandsby.<ref name="snl5" />

In Målselv befinden sich mit den Kraftwerken Bardufoss und Dividalen zwei Wasserkraftwerke. Ersteres ist seit 1953 in Betrieb und nutzt eine Fallhöhe von etwa 53 Metern in der Barduelva aus. Die durchschnittliche Jahresproduktion betrug zwischen 1991 und 2020 rund 242 GWh.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Das Dividalen-Kraftwerk wurde im Jahr 1972 in Betrieb genommen und hatte im selben Zeitraum eine mittlere Jahresproduktion von rund 134 GWh. Am Kraftwerk wird eine Fallhöhe von rund 279 Meter zwischen den Dødesvatnet und der Divielva ausgenutzt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Im Jahr 2025 kamen auf etwa 3630 Arbeitstätige aus der Kommune rund 3550 Arbeitsplätze in Målselv.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Jeweils über 100 Personen pendelten in die Kommunen Senja, Tromsø und Bardu.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Kirchen

Foto eines modernen Kirchgebäudes
Målselv kirke

In der Kommune liegen mehrere Kirchen. Die Målselv kirke wurde im Jahr 1978 fertiggestellt und hat 360 Sitzplätze. Sie ersetzte eine Holzkirche aus dem Jahr 1883, die im Jahr 1972 bei einem Blitzeinschlag niederbrannte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Øverbygd kirke ist eine Holzkirche, die im Jahr 1867 fertigstand. Sie hat 280 Sitzplätze und wurde nach Plänen des Architekten Jacob Wilhelm Nordan angefertigt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Zudem befindet sich die Kirkesnesmoen kapell in der Kommune. Die Kapelle mit 220 Plätzen wurde 1977 fertiggestellt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Name und Wappen

Das seit 1985 offizielle Wappen der Kommune zeigt eine silberne, schräggestellte Spitze mit Wellenschnitt auf grünem Hintergrund. Das Wappen soll die Målselva symbolisieren.<ref name="snl4">Vorlage:Internetquelle</ref>

Der Name der Kommune leitet sich von der Målselva ab und hat die Nachsilbe „-elv“ (deutsch „-fluss“). Der erste Teil des Namens ist eine Genitivform von *Malr, des früheren Namens des Fjords Malangen. Dieser geht auf das altnordische Wort malr (deutsch „Sack“ oder „Beutel“) zurück und bezieht sich auf die Form des Fjords, da dieser im Inneren breiter ist als an seiner Mündung.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Persönlichkeiten

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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