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Lunges Reagenz

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Datei:Blindprobe der Lunges-Reagenz mit Natriumnitrat (NaNO3) in Spalte 1 und 2 und Natriumnitrid (NaNO2) in Spalte 3 und Spalte 4 kurz nach der Zugabe.jpg
Blindprobe der Lunges-Reagenz mit Natriumnitrat (NaNO3) in Spalte 1 und 2 und Natriumnitrit (NaNO2) in Spalte 3 und Spalte 4 kurz nach der Zugabe
Datei:Blindprobe der Lunges-Reagenz mit Natriumnitrat (NaNO3) in Spalte 1 und 2 und Natriumnitrid (NaNO2) in Spalte 3 und Spalte 4 nach dem Verrühren.jpg
Blindprobe der Lunges-Reagenz mit Natriumnitrat (NaNO3) in Spalte 1 und 2 und Natriumnitrit (NaNO2) in Spalte 3 und Spalte 4 nach dem Verrühren

Lunges Reagenz ist eine nach Georg Lunge benannte Lösung aus Lunge I (Sulfanilsäure) und Lunge II (1-Naphthylamin, auch α-Naphthylamin) und dient in der anorganischen Analytik zum qualitativen und quantitativen Nachweis von Nitrit und Nitrat.<ref name="Ebel">S. Ebel und H. J. Roth (Herausgeber): Lexikon der Pharmazie, Georg Thieme Verlag, 1987, S. 405, ISBN 3-13-672201-9.</ref> Die zugrunde liegende Reaktion ist auch als Griess-Ilosvay-Reaktion bekannt.<ref name="Römpp">Eintrag zu Grieß-Ilosvay-Reaktion. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Datei:Lunge's reagent.svg
Reaktionsschema der Reaktion des Lunges Reagenz mit Nitrit. Durch Zugabe von jeweils 2–3 Tropfen Lunge I und II bildet sich zuerst aus der Sulfanilsäure (1) ein Diazoniumsalz (2), das mit 1-Naphthylamin (3) weiter zu einem Azofarbstoff (4) reagiert und die Lösung sehr schnell rot färbt.

Für den Nachweis von Nitrat muss dieses erst durch Zinkstaub und Eisessig (Ethansäure) zu Nitrit reduziert werden.

<math>\mathrm{NO_3^- + Zn + 2 \ H^+ \rightarrow \ NO_2^- + Zn^{2+} + H_2O}</math>

Zur Durchführung des Nachweises wird in ein Reagenzglas etwas Zinkpulver und darüber essigsaure Sulfanilsäure (1) und das α-Naphthylamin (3) gegeben und abgewartet, ob durch Verunreinigungen die Lösung schon vorher rot verfärbt wird. Ist dies nicht der Fall, so kann zum Nachweis ein wenig der zu untersuchenden Substanz (als Lösung oder Feststoff) zugegeben werden.

Um Nitrat auch beim Vorhandensein von Nitrit nachzuweisen, muss man Letzteres vor der Zugabe von Zink mit Amidoschwefelsäure zu Stickstoff reduzieren:

<math>\mathrm{HNO_2 + (NH_2)HSO_3 \rightarrow \ H_2SO_4 + N_2 + H_2O}</math>

Da die Nachweisreaktion äußerst empfindlich ist, empfiehlt es sich, parallel eine Blindprobe durchzuführen.

Wegen einer vermuteten kanzerogenen Wirkung des in α-Naphthylamin oft enthaltenen β-Naphthylamin<ref>Eberhard Schweda: Jander/Blasius-Anorganische Chemie I: Theoretische Grundlagen und Qualitative Analyse. 18., völlig neu bearbeitete Auflage. Hirzel Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-7776-2364-1, S. 270.</ref> wird dieses heutzutage meist durch α-Naphthyl-ethylendiamin (als Dihydrochlorid) ersetzt.

Ein weiterer Nachweis von Nitriten erfolgt mittels Grieß-Reagenz nach Johann Peter Grieß.

Störung

Manche Anionen, wie Bromid (Br), Iodid (I), Chlorat (ClO3), Iodat (IO3), Sulfid (S2−), Sulfit (SO32−), Thiosulfat (S2O32−), Thiocyanat (SCN), Chromat (CrO42−), gelbes ([Fe(CN)6]4−) und rotes Blutlaugensalz ([Fe(CN)6]3−) können die Reaktion stören und damit den Nachweis beeinflussen.<ref>Hans P. Latscha, Gerald W. Linti, Helmut A. Klein: Analytische Chemie. Chemie-Basiswissen 3. Springer, Berlin; 4., vollst. überarb. Auflage 2003; ISBN 3-540-40291-8; S. 614.</ref> Br, I und S2− können durch Silbersulfat gefällt werden, S2− kann auch mit Cadmiumacetat versetzt werden, so dass Cadmiumsulfid ausfällt. Bei CrO42− wird Bariumchlorid eingesetzt, es fällt dann Bariumchromat aus.<ref>Eberhard Gerdes: Qualitative Anorganische Analyse. Vieweg Friedr. + Sohn Ver; 2., korrig. u. überarb. Auflage 2000; ISBN 3-528-16667-3; S. 198.</ref>

Weblinks

Commons: Lunges Reagenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Joachim Strähle und Eberhard Schweda: Jander/Blasius: Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie. Hirzel Verlag Stuttgart; 15., überarb. Auflage, ISBN 3-7776-1146-8; S. 614.