Lithiumdiisopropylamid
Lithiumdiisopropylamid (LDA) ist eine chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Metallamide. Es handelt sich um das Lithiumsalz von Diisopropylamin.
Herstellung
LDA kann aus Diisopropylamin mit Organo-Lithiumverbindungen wie Phenyllithium oder Butyllithium hergestellt werden.<ref>Vorlage:OrgSynth</ref> Ein günstigerer Weg ist die Umsetzung von elementarem Lithium mit Diisopropylamin in Gegenwart von Styrol.<ref>M. T. Reetz, W. F. Maier: Einfache Darstellung von Lithiumdiisopropylamid in molarem Maßstab. In: Liebigs Annalen. 10, 1980, S. 1471–1473, doi:10.1002/jlac.198019801002.</ref>
Eigenschaften und Verwendung
Lithiumdiisopropylamid ist eine starke Base, die in der Organischen Chemie oft zur Deprotonierung von CH-aciden Verbindungen eingesetzt wird. Auf Grund der sterischen Hinderung durch die raumerfüllenden Isopropylreste ist LDA wenig nucleophil. Der pKS-Wert der konjugierten Säure beträgt 40. Damit ist es möglich, auch schwach CH-acide Verbindungen wie Carbonylverbindungen in α-Position zu deprotonieren und diese dadurch in Enolate zu überführen.<ref>K. P. C. Vollhardt, N. E. Schore: Organische Chemie. 3. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2000, ISBN 3-527-29819-3.</ref> Kommerziell ist LDA meist als Lösung in Diethylether oder THF erhältlich. In diesen Lösungen bildet es dimere Strukturen aus.<ref>P. G. Williard, J. M. Salvino: Synthesis, Isolation, and Structure of an LDA-THF Complex. In: J. Org. Chem. 58 (1), 1993, S. 1–3, doi:10.1021/jo00053a001.</ref> In unpolaren Lösungsmitteln wie z. B. Toluol liegt es hingegen als ein Gemisch aus Trimeren, Tetrameren, Pentameren und höheren Oligomeren vor.<ref>R. Neufeld, M. John, D. Stalke: Aufklärung der donorbasenfreien Aggregation von Lithiumdiisopropylamid in Kohlenwasserstoffen mithilfe einer DOSY-Methode. In: Angew. Chem. 127 (1), 2015, S. 7100–7104, doi:10.1002/ange.201502576.</ref><ref name="Diss">R. Neufeld: DOSY External Calibration Curve Molecular Weight Determination as a Valuable Methodology in Characterizing Reactive Intermediates in Solution. Dissertation. Georg-August-Universität, Göttingen 2016.</ref>
Einzelnachweise
<references />