Liste der Planetarien in Deutschland
Die Liste der Planetarien in Deutschland führt alle Planetarien in Deutschland auf, die derzeit in Betrieb sind. Zu den etwa 100 Planetarien werden jeweils (soweit bekannt) die Informationen Tag der Inbetriebnahme, Typ des Projektors, Größe der Kuppel und Anzahl und Anordnung der Plätze genannt. In einer weiteren Liste werden Planetarien genannt, die entweder zerstört oder bereits geschlossen wurden. Es werden aber auch neue Planetarien gebaut oder geplant, näheres dazu im Abschnitt Planetarien im Bau oder geplant.
In Deutschland existieren Planetarien mit sehr unterschiedlichen Größen von nur wenigen Plätzen bis zu 300 Sitzplätzen. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Besucherzahlen, die bei den Großplanetarien mehrere Hunderttausend pro Jahr betragen können.
Erklärung
- Standort: Ort, an dem sich das Planetarium befindet.
- Land: Bundesland, in dem sich das Planetarium befindet.
- Einrichtung: Name des Planetariums oder die Einrichtung, zu der es gehört. Das Planetarium kann eigenständig sein oder von einer Sternwarte, einer Schule, einem Museum oder einer anderen Einrichtung betrieben werden.<ref name="zeiss-ZEISS_Pl">ZEISS Planetarien in Deutschland. In: zeiss.de. Abgerufen am 11. April 2021.</ref>
- Eröffnung: Eröffnungsdatum des derzeitigen Planetariums. Befand sich an anderer Stelle der Einrichtung zuvor ein Planetarium, das stillgelegt oder umgezogen wurde, findet dies keine Berücksichtigung.
- Projektor-Typ: Gibt an, um welchen Projektor es sich handelt.
Projektoren für Planetarien werden von verschiedenen Unternehmen angeboten. Marktführer ist die Firma Zeiss, die 1923 den ersten Projektor der Welt anbot. Das Modell Universarium IX von Zeiss stellt das derzeit leistungsfähigste Planetariumsgerät der Welt dar, das für große Planetarien genutzt wird.<ref name="zeiss-UNIVERSA">UNIVERSARIUM. In: zeiss.de. 1. Januar 2011, abgerufen am 11. April 2021.</ref> Weitere Projektoren werden von RSA Cosmos angeboten. Mit der Serie Cosmodyssée bietet dieser Hersteller mobile Geräte an, die meistens in aufblasbaren Zeltplanetarien Verwendung finden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Cosmodyssée ( vom 28. September 2007 im Internet Archive)</ref> Ein weiterer Anbieter von Projektoren ist Goto, die Projektoren für Kuppelgrößen bis zu fünf Metern Durchmesser herstellen. Der Projektor von Starlab findet Verwendung in mobilen, aufblasbaren Kuppeln. Einzelne Planetarien verfügen über Projektoren, die in Eigenbau erstellt wurden oder andere Projektionsmöglichkeiten. - Durchmesser (ø): Größe der Kuppel, an die die Sterne projiziert werden. Typische Größen, die aber nicht einheitlich definiert sind: Schulplanetarien mit Durchmessern bis fünf Meter, Kleinplanetarien mit fünf bis zwölf Metern, Mittelplanetarien mit zwölf bis 18 Metern und Großplanetarien mit mehr als 18 Metern.<ref name="Zeiss">Planetariumsprojekte. In: zeiss.de. 1. Januar 2011, abgerufen am 11. April 2021.</ref> Für mobile Planetarien mit aufblasbarer ist der Durchmesser kursiv angegeben.
- Anzahl: Zahl der Sitzplätze (Angabe differiert in den Quellen). Abhängig von der Größe der Kuppel unterscheidet sich die Anzahl der Plätze: Schulplanetarien haben bis zu 30 Plätze, Kleinplanetarien 30 bis 100, Mittelplanetarien 100 bis 200 und Großplanetarien über 200 Plätze.<ref name="Zeiss" />
- Anordnung: Verteilung der Plätze innerhalb des Planetariums: Sie sind teilweise dreh- oder schwenkbar, mitunter auch Liegeplätze. Die Plätze können – vorzugsweise bei unidirektionaler Anordnung – zudem noch eine Neigung aufweisen.
- konzentrisch: Die Plätze sind halbkreisförmig um den zentral gelegenen Projektor angeordnet. Der Horizont wird durch den Kuppelrand dargestellt. Diese Anordnung der Plätze ist für astronomische Vorführungen am besten geeignet, da die Besucher jede Himmelsrichtung gleichmäßig überblicken können. Bei dieser Anordnung wird eine 360°-Projektion voll ausgenutzt.<ref name="Planetariumsclub"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Planetariumsclub – Die Raumarchitektur ( vom 28. September 2007 im Internet Archive)</ref>
- unidirektional: Der Sternenprojektor befindet sich ebenfalls in der Kuppelmitte. Die Plätze sind allerdings in Kreisbögen um einen Mittelpunkt angeordnet, der sich außerhalb der Raummitte befindet. Diese Ausrichtung der Sitzplätze ergibt eine Vorzugsrichtung, in der sich das Hauptgeschehen abspielt. Bei dieser Anordnung haben beinahe alle Plätze die gleiche Sichtbedingung.<ref name="Planetariumsclub" />
Besucherzahlen
Die jährlichen Besucherzahlen bei Großplanetarien – Planetarien mit einem Kuppeldurchmesser von 18 Metern oder mehr – können bei über 100.000 liegen. Die Besucherzahlen bei den mittleren Planetarien liegen größtenteils zwischen 20.000 und 100.000, wohingegen die kleineren Planetarien nicht über 20.000 Besucher im Jahr kommen und teilweise nur unregelmäßige Vorführungen durchführen.
| Stadt | Name | Besucher |
|---|---|---|
| Berlin | Planetarium am Insulaner | 67.271 (2022)<ref name=":0">Rekordjahr 2022: Stiftung Planetarium Berlin verzeichnet besucherstärkstes Jahr trotz Corona-Restriktionen bis Mai letzten Jahres. In: Stiftung Planetarium Berlin. Abgerufen am 6. Oktober 2023.</ref> |
| Berlin | Zeiss-Großplanetarium | 370.120 (2025)<ref name=":1">Pressemitteilung: Viertes Rekordjahr in Folge: Zeiss-Großplanetarium 2025 mit über 370.000 Besucher*innen weiterhin Deutschlands meist-besuchtes Planetarium, Stiftung Planetarium Berlin erreicht über 22.200 Gäste mehr als im Vorjahr. In: Stiftung Planetarium Berlin. 20. Januar 2026, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref><ref>Evangelische Zeitung: Berliner Zeiss-Großplanetarium bleibt Besuchermagnet. In: Evangelische Zeitung. 20. Januar 2026, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref><ref name=":2">Checkpoint Tagesspiegel: Gldene Zeiten für Sternengucker: Rekordjahr im Zeiss-Planetarium. Abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> |
| Bochum | Planetarium Bochum | 353.175 (2024)<ref>[1] Abgerufen am 5. Januar 2025</ref> |
| Hamburg | Planetarium Hamburg | 319.000 (2023)<ref>RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG (Hrsg.): Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023. S. 18 (hamburg.de [PDF; abgerufen am 30. April 2024]).</ref> |
| Heilbronn | Science Dome der Experimenta Heilbronn | 114.000 (2023)<ref>Experimenta Pressemitteilung. Abgerufen am 11. November 2024</ref> |
| Jena | Zeiss-Planetarium | 176.000 (2023)<ref>Höhenflug in Jena: Zeiss-Planetarium verbucht einen neuen Besucherrekord, abgerufen am 11. November 2024</ref> |
| Mannheim | Planetarium Mannheim | 149.000 (2023)<ref>Besucherrekord: Fast so viele Gäste im Planetarium wie nach der Eröffnung 1984, abgerufen am 11. November 2024</ref> |
| Münster | Planetarium Münster im LWL-Museum für Naturkunde | 200.000 (2023)<ref>Besucherrekord im Planetarium Abgerufen am 11. November 2024</ref> |
| Nürnberg | Nicolaus-Copernicus-Planetarium | 78.000 (2017)<ref>Rockshows und Klassik-Klänge Abgerufen am 4. Februar 2020</ref> |
| Stuttgart | Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart | 154.000 (2023)<ref>Kulturbericht Abgerufen am 11. November 2024</ref> |
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Zeiss-Großplanetarium Berlin
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Universarium IX im Planetarium Hamburg
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Nicolaus-Copernicus-Planetarium in Nürnberg
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Planetarium am Insulaner in Berlin
Planetarien
Die folgende Liste enthält alle zurzeit in Deutschland betriebsbereiten und öffentlich zugänglichen Planetarien.
Geschlossene oder zerstörte Planetarien
Die Liste enthält Planetarien in Deutschland, die im Zweiten Weltkrieg zerstört oder aus anderen Gründen geschlossen wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronik von 1923–2006. ( vom 1. April 2007 im Internet Archive) Planetarium-Online</ref>
<templatestyles src="FN/styles.css" />
Planetarien im Bau oder geplant
Obwohl der Förderkreis Planetarium Göttingen seit Mai 2015 in der Kulturscheune auf Gut Steimke bei Uslar das erste Planetarium in der Region Südniedersachsen betreibt,<ref>Förderkreis Planetarium Göttingen e. V. Auf der Website des Förderkreises Planetarium Göttingen. Abgerufen am 10. Dezember 2017</ref> hat man die Pläne für einen „Science Dome“ in Göttingen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Science Dome in Göttingen ( vom 1. Oktober 2017 im Internet Archive) Konzeptskizze vom Dezember 2007 auf der Website des Förderkreises Planetarium Göttingen. Abgerufen am 10. Dezember 2017</ref> nicht aufgegeben. Auftrieb erhielt das Projekt, als in Göttingen Pläne für ein Universitätsmuseum Forum Wissen im ehemaligen Naturhistorisches Museum der Universität Göttingen konkret wurden.<ref>Angela Brünjes: Kuppel als „i-Tüpfelchen“. In: Göttinger Tageblatt, 11. Mai 2016. Abgerufen am 10. Dezember 2017</ref><ref>18 Millionen Euro für das Forum Wissen. In: Göttinger Tageblatt, 4. Oktober 2017. Abgerufen am 10. Dezember 2017</ref> Im ersten Bauabschnitt ist der „Science Dome“ allerdings nicht berücksichtigt.<ref>Forum Wissen Blog – Über das Projekt Auf der Website des „Forum Wissen Blog“. Abgerufen am 10. Dezember 2017</ref>
Die 2002 gegründete Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe e. V., Paderborn, hat das Ziel, in Ostwestfalen-Lippe ein Planetarium zu errichten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe – Wir über uns. ( vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) Website der Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe. Abgerufen am 10. Dezember 2017</ref> Der Plan, einen Infotainment Dome mit Planetarium und Restaurant im Rietberger Gartenschaupark zu errichten, wurde im Dezember 2016 vom Rat der Stadt Rietberg wegen nicht erkennbarer Realisierungschancen abgelehnt.<ref>Petra Blöß, Stefan Lind: Rat zieht am Donnerstag die Reißleine: Rietberg bekommt kein Planetarium Groß beworben, still beerdigt. In: Westfalen-Blatt, 17. Dezember 2016. Abgerufen am 10. Dezember 2017</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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