Linden (Markt Erlbach)
Linden Markt Markt Erlbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(401)&title=Linden 49° 30′ N, 10° 35′ O
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dim=10000 | globe= | name=Linden | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 422 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,04 km²<ref name="Gemarkung"/> | |||||
| Einwohner: | 401 (1. Juni 2023)<ref name="Markt Erlbach">Ortsteile > Zahl der Einwohner im Kernort mit Ortsteilen. In: markt-erlbach.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Juli 2023; abgerufen am 20. Juli 2023. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 66 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1978 | |||||
| Postleitzahl: | 91459 | |||||
| Vorwahl: | 09106 | |||||
Linden (<templatestyles src="IPA/styles.css" />) ist ein Gemeindeteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Linden hat eine Fläche von 6,041 km². Sie ist in 742 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8141,07 m² haben.<ref name="Gemarkung">Gemarkung Linden (093312). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 29. September 2024.</ref><ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geographie
Das Pfarrdorf liegt im Osten des Naturparks Frankenhöhe umgeben von Wiesen und Wäldern. Einen Kilometer nördlich von Linden entspringt die Mittlere Aurach. Die Staatsstraße 2252 führt am Haaghof vorbei nach Mailheim (7 km westlich) bzw. nach Markt Erlbach (4,7 km östlich). Die Kreisstraße NEA 24 führt nach Klausaurach (1,6 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zum Waldhaus (1,7 km südwestlich).<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 20. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Urkundlich wurde der Ort zwar erst 1226 erwähnt, aber er war schon lange vorher besiedelt. Wie der Name Linden besagt, handelt es sich um eine Rodungssiedlung in den damals riesigen Wäldern des Rangaus. Erste Lehnsherren waren die Bischöfe von Würzburg; 1278 kam der Ort unter das Patronat des Klosters Heilsbronn, an das der Zehnt (Getreide- und Blutzehnt) abgeliefert werden musste.
Südlich von Linden stand früher ein Schloss. In alten Urkunden werden zwei Herren von Linden erwähnt. Es muss aber bereits zu Anfang des 16. Jahrhunderts zerstört worden sein, also noch vor dem Bauernkrieg. Linden soll auch eine Gerichtsstätte gewesen sein, denn die fränkischen Gaugrafengerichte fanden traditionell unter einer Linde statt. Alte Steinkreuze und der Flurname Galgenäcker scheinen dies zu bestätigen. An der vermuteten Freistätte steht noch ein Kreuzstein aus der Franzosenzeit; auf diesem konnte man einen Handschuh und ein Schwert erkennen.
Im Jahre 1525 brach in vielen Teilen Deutschlands der Bauernkrieg aus. Die geschundenen Bauern standen gegen die Obrigkeit auf. Auch Bauern aus Linden schlugen sich zum Aischgründer Bauernhaufen. Sie wurden von den gut ausgerüsteten Truppen des Markgrafen Casimir in der Nähe von Ipsheim vernichtend geschlagen. Linden musste 30 Gulden Strafe zahlen.
Entsprechend dem Mandat des Markgrafen Kasimir von 1527 nahm der Pfarrer von Linden, Hermann N., um 1528 die neue Kirchenordnung der Reformation an, wollte allerdings die kirchlichen Bräuche durchführen wie bisher.<ref>Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3877070132 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref>
Da die Kirchenbücher, von denen das erste noch Brandspuren trägt, bis ins Jahr 1567 zurückgehen, kann man aus dieser Zeit noch bemerkenswerte Tatsachen berichten. So gab es vor 1600 im Dorf 1 Bäcker, 1 Bader, 10 Bauern, 1 Gasthof mit Ausspannung, 1 Metzger, 1 Pulversieder (Pottasche für das Waschen), 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Schulmeister, mehrere Hirten für Schafe, Kühe und Schweine, 1 Wagner und 1 Weber. Bei insgesamt 270 Einwohnern war man also für alle Bedürfnisse gerüstet. Von den damaligen Familiennamen ist aber heute kein einziger mehr erhalten; denn bereits im Jahre 1600 starben 58 Menschen an der Pest – also fast ein Viertel der damaligen Bevölkerung.
Der Rest ging im Dreißigjährigen Krieg unter, denn verwilderte Soldatesken sowohl der Kaiserlichen wie auch der Schweden hausten fürchterlich und richteten großes Unheil an. 1642 war der ganze Flecken öde; 17 Anwesen waren abgebrannt. Nur hier und da war noch eines bewohnt. Die Witwe des Pfarrers verkaufte die Ziegel des Pfarrhauses. Später brannte das ganze Haus ab. „Der Zimmermann Schmitt von Ketteldorf hat dem Schmied zu Linden sein Haus aufgebaut und seine Gesellen in die etwas reparierte untere Stube des Pfarrhauses einlogiert. Dann sind die Gesellen ins Wirtshaus gegangen und haben auf dem Ofen Späne liegen gelassen.“
Erst 1672 war ungefähr die Hälfte der vorigen Bewohnerzahl wieder erreicht. Nun tauchen auch viele neue Namen auf; vor allem durch evangelische Exulanten aus Österreich, deren Namen mit der Endung „-er“ noch heute anzutreffen sind.<ref>Eberhard Krauß: Exulanten im früheren Evang.-Luth. Dekanat Markt Erlbach im 17. Jahrhundert (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 26). Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Nürnberg 2011, ISBN 978-3-929865-35-6, S. 28–32 u. passim.</ref> Auch heißt eine Abteilung im Schußbachwald der Salzburger Schlag.
1899 bekam Linden eine Posthilfsstelle; sie wurde später zur Agentur erweitert und erhielt 1901 das erste Telefon. 1902 wurde das alte Schulhaus neben der Kirche durch das jetzige ersetzt. 1913 flammten die ersten elektrischen Birnen auf und 1922 sah man die letzte Postkutsche durchfahren. Zu dieser Zeit wurde die Schule zweiklassig und unterrichtete 58 Kinder. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen etwa 130 Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland nach Linden, von denen aber die meisten wieder abgewandert sind. 1941 wurde die Brauerei des Ortes geschlossen. Da Linden sehr unter Wassermangel zu leiden hatte, fasste man sieben Quellen im Aurachgrund und leitete sie in einen 16 Meter hohen Wasserturm. Dieser wurde auf der höchsten Erhebung des Altlandkreises Neustadt/Aisch nahe Linden errichtet. Mit dem Bau wurde 1952 unter der Führung von Bürgermeister Hans Staudinger (Bürgermeister von 1949 bis 1972) begonnen. Sämtliche Arbeiten wurden als Hand- und Spanndienste durchgeführt. Bei der Verlegung der 3.400 Meter langen Rohrleitungen kam kein Bagger zum Einsatz. Über 38.000 Arbeitsstunden sind von den Einwohnern verrichtet worden. Das Projekt – dessen Kosten sich auf 210.000 DM beliefen – konnte auf Grund der Arbeitsfreude der Bevölkerung unter dem Kostenvoranschlag bleiben. Am 20. September 1953 wurde die Anlage mit einem Fest der gesamten Bevölkerung eingeweiht.
Baudenkmäler
In Linden gibt es 15 Baudenkmäler:<ref>Denkmalliste für Markt Erlbach (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Pfarrkirche St. Leonhard
- Pfarrhaus
- ehemaliges Forsthaus
- Gasthaus Rangau
- Gasthaus zur weißen Taube
- diverse Wohnhäuser
- Grenzstein, Bildstock, Steinkreuz
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Einwohnerentwicklung
Gemeinde Linden
Ort Linden
| Jahr | 1818 | 1840 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2017 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 355 | 436 | 437 | 438 | 466 | 401 | 379 | 471 | 359 | 315 | 356 | 421<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | 401<templatestyles src="FN/styles.css" /> * |
| Häuser<ref name="Häuser"/> | 50 | 64 | 83 | 81 | 79 | 78 | 79 | 105 | |||||
| Quelle | <ref name="OV 1818"/> | <ref name="OV 1846"/> | <ref name="OV 1861"/> | <ref name="OV 1875"/> | <ref name="OV 1885"/> | <ref name="OV 1900"/> | <ref name="OV 1925"/> | <ref name="OV 1950"/> | <ref name="OV 1961"/> | <ref name="OV 1970"/> | <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 340 (Digitalisat).</ref> | <ref name="Markt Erlbach"/> |
Verwaltung
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Linden 36 Anwesen (1 Hof, 7 Halbhöfe, 10 Güter, 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 1 Badstube, 14 Häuser, 1 Hirtenhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Neuhof.<ref name="H111">H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 111.</ref>
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. Im Jahre 1810 kam Linden an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Linden gebildet, zu dem Altselingsbach, Buchen, Haaghof, Hagenhofen, Hohenroth, Jobstgreuth, Klausaurach, Mettelaurach, Morbach, Oberulsenbach, Pilsenmühle, Röschenmühle und Wilhelmsgreuth gehörten. 1813 entstand die Ruralgemeinde Linden, zu der Klausaurach gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) bildete Klausaurach eine eigene Gemeinde.<ref>Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 34 (Digitalisat).</ref><ref>H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 203 und 224.</ref> 1862 wurde auf dem Gemeindegebiet das Waldhaus errichtet. Ab 1862 gehörte Linden zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,055 km².<ref name="OV 1961"/>
Am 1. Januar 1970 wurde Rimbach von der aufgelösten Gemeinde Oberroßbach nach Linden umgemeindet.<ref> </ref> Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Linden im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Markt Erlbach eingemeindet.<ref> </ref><ref>Markt Erlbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 20. April 2025.</ref> Zu dieser Zeit war Heinrich Zeller Bürgermeister (seit 1972) und Willy Zepf 2. Bürgermeister. Der Gemeinderat setzte sich aus Hans Engelhardt, Hans Göß, Leonhard Rummel, Richard Hegendörfer, Georg Hopengart, Siegfried Roderus und Hans Probst zusammen.
Wanderwege
Durch Linden verlaufen die Fernwanderwege Deutschherrenweg und Grünes Schlüsselloch.
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Leonhard.<ref name="H111"/> Die Katholiken gehören zur Kirchengemeinde Maria Namen (Markt Erlbach), die ursprünglich eine Filiale von St. Michael (Wilhermsdorf) war<ref name="OV 1961"/><ref>Struktur. In: ssb-clw.kirche-bamberg.de. Abgerufen am 22. März 2023.</ref> und seit 2019 eine Filiale von St. Johannis Enthauptung (Neustadt an der Aisch) ist.<ref>Gemeinden. In: ssb-westmittelfranken.kirche-bamberg.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2023; abgerufen am 22. März 2023. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Persönlichkeiten
- Friedrich Wilhelm Oetter (1754–1824), evangelischer Theologe und Lokalhistoriker, wurde hier geboren
- Georg Eberlein (1819–1884), Baumeister und Maler
- Johann Georg Eberlein (1858–1918), Neffe von Georg Eberlein, Architekt in Köln
- Martin Wittenberg (1911–2001), Pfarrer in Linden von 1942 bis zu seiner Einberufung zum Militärdienst
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Linden. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 374 (Digitalisat).
- Hanns Hubert Hofmann: Neustadt-Windsheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1953, DNB 452071216, S. 111 (Digitalisat). Ebd. S. 203 (Digitalisat).
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 335–338 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Hans Sponholz u. a. (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1972, DNB 720137675, S. 107–108.
- Richard Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 32). Deutscher Kunstverlag, München 1972, S. 100–103.
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Linden in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Linden im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
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- Ortsteil von Markt Erlbach
- Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim)
- Ersterwähnung 1226
- Gemeindegründung 1813
- Gemeindeauflösung 1978
- Kirchdorf (Siedlungstyp)
- Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim