Lilaseidiger Risspilz
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| Lilaseidiger Risspilz | ||||||||||||
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| Datei:Ino.geo2.jpg
Lilaseidiger Risspilz (Inocybe lilacina) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Inocybe lilacina | ||||||||||||
| (Peck) Kauffman |
Der Lilaseidige Risspilz (Inocybe lilacina), auch Violetter Seidenrisspilz, ist ein relativ häufiger giftiger Pilz aus der Familie der Risspilzverwandten (Inocybaceae). Der Fruchtkörper ist klein, violettlich und mit ockerbräunlich gebuckeltem Hut.
Merkmale
Makroskopische Merkmale
Der Hut erreicht 1–4 cm an Durchmesser und ist zunächst konisch, bevor er sich zu einer gewölbten Form mit einem ausgeprägten Buckel ausbreitet. Die fasrig-seidige Oberfläche ist besonders jung violettlich, später ausblassend gefärbt mit ockerbräunlicher Färbung auf dem Buckel und an der Stielbasis. Die Hutränder sind jung vor dem Aufschirmen eingebogen und durch eine weiße Haarschleier-Teilhülle (Cortina) mit dem Stiel verbunden. Sie sind im Alter teils hochgebogen und können einreißen (→ „Risspilz“). Der dünne Stiel ist 1–6 cm hoch und 3–6 mm stark. Die Cortina hinterlässt keinen Ring. Die gedrängt stehenden Lamellen sind am Stiel angeheftet oder fast freistehend und jung cremefarben, bevor sie mit den reifenden Sporen zu einer bräunlichen, namengebenden Erd-Farbe ausdunkeln. Die Schneiden sind bauchig geformt und bleiben weißlich. Der Sporenpulverabdruck ist ockerbraun. Das Fleisch schmeckt schärflich. Der starke Geruch wurde mit Mehl oder Erde verglichen.<ref name="Phillips" />
Mikroskopische Merkmale
Die elliptischen bis mandelförmigen Sporen sind glatt und messen etwa 7–9 × 4–5,5 Mikrometer. Es sind zahlreich kristalltragende (metuloide), auf halber Länge geschwollene Pleurozystiden von 40–60 × 10–20 Mikrometern und ähnliche Cheilozystiden vorhanden.<ref>mushroomexpert.com</ref>
Artabgrenzung
Er könnte für den essbaren Violetten Lacktrichterling (Laccaria amethystina) gehalten werden, wobei diese Art einen faserigen Stiel und fruchtigen Geruch hat und keinen ockerfarbenen Buckel und auffällig entfernt stehende Lamellen aufweist.<ref name="Lamaison05" /><ref name="Laux" />
Verbreitung und Ökologie
Der Lilaseidige Risspilz ist in Europa und Nordamerika häufig und weitverbreitet.<ref name="Phillips" /><ref name="Arora2nd" /> (Fundmeldungen aus Westaustralien für var. lilacina stellten sich als Inocybe violaceocaulis heraus.<ref name="Matheny" />) Er lebt in Mykorrhiza-Symbiosen in Laub- und Nadelwäldern. Er fruchtet von Juni bis November an grasbewachsenen Stellen, nahe Pfaden<ref name="Haas69" /> oder Wasserläufen oder oft auf reichhaltiger, nackter Erde, die an Straßenrändern aufgewühlt wurde.<ref name="T.Laessoe" />
Toxikologie
Wie viele Risspilze enthält der Lilaseidige Risspilz Muscarin.<ref name="Benjamin" /> Die Symptome sind die einer Muscarin-Vergiftung, namentlich stark erhöhter Speichelfluss, Transpiration (Schwitzen), Pupillenverengung, verlangsamter Puls und tränende Augen innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach Einnahme. Bei hohen Dosen können diese Symptome von Bauchschmerzen, heftiger Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, verschwommener Sicht und Atemnot gefolgt sein.<ref name="Laux" /> Die Vergiftungserscheinungen klingen im Allgemeinen innerhalb von zwei Stunden ab.<ref name="North" /> Delirium tritt nicht auf. Das spezifische Gegenmittel ist Atropin. Durch das zeitnahe Einsetzen der Symptome ist auch das Herbeiführen von Erbrechen zum Entfernen von Pilzmaterial ratsam.<ref>Benjamin, S. 346–349.</ref> Todesfälle aufgrund des Verzehrs dieser Art sind nicht dokumentiert. Der Pilz wird aufgrund seiner geringen Größe von Pilzsammlern oft nicht beachtet.<ref name="Haas69" />
Taxonomie
Er wurde und wird teils als die Varietät lilacina oder violacea des Erdblättrigen Risspilzes (Inocybe geophylla var. lilacina oder var. violacea) geführt. Phylogenetische Erbgut-Analysen zeigen aber eine klare Abgrenzung von Inocybe geophylla.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 3. September 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref>bio.utk.edu</ref>
Weblinks
Quellen
<references> <ref name="Phillips"> </ref> <ref name="Arora2nd"> </ref> <ref name="Lamaison05"> </ref> <ref name="Laux"> Hans E. Laux: Der große Kosmos-Pilzführer. Alle Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08457-4, S. 342. </ref> <ref name="Matheny"> </ref> <ref name="Haas69"> </ref> <ref name="T.Laessoe"> </ref> <ref name="Benjamin"> </ref> <ref name="North"> </ref> </references>