Libanonkrieg 2006/Zeittafel
Der Libanonkrieg 2006 war eine Eskalation im Nahostkonflikt. Im Folgenden werden die Ereignisse chronologisch dargestellt:
Juli
12. Juli 2006
- Am Morgen des 12. Juli feuerten im Südlibanon stationierte Hisbollah-Kämpfer Katjuscha-Raketen ab, wobei sie auf die israelische Stadt Shlomi (andere Schreibweise: Schelomi) und die von Israel besetzten Schebaa-Farmen abzielten. Der militärische Flügel der Hisbollah startete außerdem vom Libanon aus einen Grenzangriff auf zwei israelische Militärfahrzeuge. Dabei nahmen Guerilla-Einheiten der Hisbollah zwei israelische Soldaten gefangen und töteten drei weitere.<ref>Report of the Secretary-General on the United Nations Interim Force in Lebanon UN Security Council, S/2006/560, 21. Juli 2006 (PDF; S. 1, Abs. II)</ref><ref>Lebanon - UNIFIL - Background. UNIFIL, SG/SM/10570, SC/8781, media briefing, 20. Juli 2006</ref><ref name="NTV0608">Wie der Krieg ausbrach – Eine Rekonstruktion. n-tv, 6. August 2006</ref> Nach Bekanntwerden der Gefangennahme drangen israelische Streitkräfte mit Bodentruppen in den Südlibanon vor, um die Milizionäre der Hisbollah zu verfolgen und die entführten Soldaten zu befreien.
- Von Seiten der Hisbollah wurde erklärt, Ziel der so genannten Operation Truthful Promise („Wahres Versprechen“) sei die Befreiung aller „Gefangenen aus israelischen Gefängnissen“.<ref>Press Conference with Hasan Nasrallah. In: Understanding the Present Crisis. al-Manar, 12. Juli 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Dezember 2006; abgerufen am 13. November 2006: „it is the only available way first to release the prisoners held in Israeli jails“</ref><ref>Iran and the Recent Escalation on Israel’s Borders (2): Reaction in Iran, Lebanon, and Syria. MEMRI, Special Dispatch Series - No. 1205, 14. Juli 2006</ref>
- Mit der Operation Just Reward („Gerechter Lohn“, israelische Bezeichnung<ref>Israel for rules change in south Lebanon. UPI, 14. Juli 2006</ref>) begann Israel daraufhin eine großräumige Offensive gegen die vom Libanon aus operierende Hisbollah. Die israelische Luftwaffe flog mehr als 100 Luftangriffe auf Hisbollah-Stellungen und Waffenlager sowie auf Straßen und Brücken, die dazu benutzt werden könnten, die entführten Soldaten zu transportieren.<ref name="cnn-1">Israeli warplanes hit Beirut suburb. CNN, 14. Juli 2006</ref>
- Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte, Israel betrachte die libanesische Regierung als verantwortlich für das Schicksal der Soldaten. Auch würden die Angriffe der Hisbollah, die zwei Minister in der libanesischen Regierung stellte, als eine Aggression des Staates Libanon gewertet.<ref name="Focus126">Libanon: Israel spricht von Krieg. In: Focus, 12. Juli 2006</ref> Dan Chalutz, Generalstabschef des israelischen Heeres, drohte, sollten die verschleppten Soldaten nicht freigelassen werden, durch die Zerstörung der Infrastruktur „die Uhr im Libanon um 20 Jahre zurückzudrehen“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israels Armee rückt in Libanon ein. ( vom 16. März 2009 im Internet Archive) In: Financial Times Deutschland, 13. Juli 2006 (kostenpflichtig)</ref> Israelische Medien berichteten, die Armee bereite die Mobilisierung tausender Reservisten für eine große Offensive im Libanon vor.<ref name="Focus126" />
13. Juli 2006
- Die israelische Luftwaffe bombardierte Straßen, Brücken, den Beiruter Flughafen und vermutete Stellungen der Hisbollah im Süden des Landes, wohl um zu verhindern, dass die entführten Soldaten weiter von der Grenze weggebracht werden. Dabei wurden mehr als 70 libanesische Zivilisten getötet. Israelische Kriegsschiffe feuerten am Abend zum zweiten Mal Raketen auf die Landebahn des Beiruter Flughafens ab.<ref>
<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lebanon police: 15 die in IAF strike on van in south Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 25. Januar 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 15. Juli 2006</ref>
- Am Abend des 13. Juli beschossen nach israelischen Angaben Hisbollah-Milizionäre die israelische Stadt Haifa mit Raketen. Die Hisbollah dementierte dies und die Behauptung, sie hätte dabei iranische Waffen eingesetzt. Die Hisbollah beschoss die Städte Nahariya und Safed sowie eine Reihe in der Nähe liegender Ortschaften mit Katjuscha-Raketen. Bei diesen Angriffen wurden zwei Zivilisten getötet und 29 verletzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. The Jerusalem Post, 13. Juli 2006</ref>
14. Juli 2006
- Ab dem 14. Juli wurde der Libanon durch Israel mit einer vollständigen Blockade abgeriegelt. Zunächst wurde der Seezugang durch die Marine und der Luftzugang durch wiederholte Bombardierung des Beiruter und anderer Flughäfen blockiert, um zu verhindern, dass über den Luftweg aus Syrien, Iran oder anderen Staaten die Hizbollah Waffennachschub erhält. Die israelische Luftwaffe übernahm die Kontrolle des libanesischen Luftraumes. Danach wurden die Hauptverkehrswege zu Lande – etwa die Straßenverbindung über die Region Mdeiredsch nach Syrien – und Versorgungseinrichtungen durch Bombardements unterbrochen oder zerstört.<ref name="reuters14072006">Israel verstärkt Angriffe - UN-Sicherheitsrat berät. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 14. Juli 2006</ref><ref>spiegel.de vom 14. Juli 2006: Israel zerstört Libanons Infrastruktur</ref>
- Am selben Tag griff die Hisbollah mit rund 100 Katjuscha-Raketen mehrere nordisraelische Orte an (die Städte Nahariya, Safed, Chatzor, Rosch Pinnah, Qirjat Schmonah und die Siedlungen Mattat, Sasa, Peqiʿin, Beit Jan, Biria, Biranit, Kabri, Gescher haZiv, Saʿar und Ben Ami). Dabei wurden 30 Menschen verletzt. In der Stadt Meron starben dabei zwei Zivilisten.<ref>Hizbullah droht Israel mit „offenem Krieg“. In: FAZ, 15. Juli 2006</ref>
- Die INS Chanit, ein israelisches Kriegsschiff der Saʿar-5-Klasse, wurde vor Beirut mit einer Küsten-See-Rakete chinesischer Bauart<ref name="Guardian1108">Computerised weaponry and high morale. The Guardian, 11. August 2006</ref> beschossen und schwer beschädigt;<ref>Israel Says Hezbollah Drone Damages Warship. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Associated Press, 14. Juli 2006</ref> dabei wurden vier Seeleute getötet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Probe: Intelligence, operational lapses caused vessel attack. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 20. Juli 2006</ref> Strittig ist, ob es von einer Katjuscha-Rakete oder, wie von israelischer Seite verlautbart, von einer C-802-Rakete aus iranischer Produktion oder von einer Drohne getroffen wurde.
- Ehud Olmert bekräftigte gegenüber den Vereinten Nationen drei Forderungen, die Israel erfüllt sehen will: Die Hisbollah müsse die beiden entführten israelischen Soldaten freilassen, ihre Raketenangriffe beenden und der Libanon die UN-Resolution 1559 erfüllen (Auflösung aller paramilitärischen Milizen im Libanon).<ref>Israel verteidigt Vorgehen im Libanon. In: Salzburger Nachrichten, 14. Juli 2006</ref>
- Der Sprecher des Weißen Hauses betonte am 14. Juli, dass die USA keinen Druck auf Israel zur Durchsetzung eines Waffenstillstands mit dem Libanon ausüben werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bush will keinen Druck auf Israel ausüben. ( des Vorlage:IconExternal vom 17. März 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Basler Zeitung, 14. Juli 2006</ref> Die libanesische Regierung signalisierte Verhandlungswillen, wies aber jede Verantwortung für die Entführung der Soldaten zurück und distanzierte sich von der Hisbollah, die damals zwei Minister im Kabinett stellte. Informationsminister Ghazi al-Aridi forderte nach einer Krisensitzung eine sofortige Waffenruhe. Der Führer der Drusen, Walid Dschumblat, beschuldigte den Iran und Syrien, mit den Angriffen der Hisbollah auf Israel den Libanon destabilisieren zu wollen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Syria, Iran directed rocket barrage against Israel ( des Vorlage:IconExternal vom 3. Januar 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. WorldNetDaily:, 29. Mai 2006</ref> Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah kündigte einen „offenen Krieg“ gegen Israel an.<ref>Four Israeli troops missing after warship hit. CNN, 15. Juli 2006</ref>
15. Juli 2006
- Am Samstag, dem 15. Juli, weitete die israelische Armee ihre Offensive im Libanon weiter aus. Beschossen wurden Straßen und Brücken im ganzen Land, die als Hochburg der Hisbollah geltenden südlichen Stadtteile und Vororte von Beirut (u. a. Haret Hreik), Treibstofflager wie das bei Sidon im Süden des Landes und die libanesischen Luftstützpunkte bei Rayak im Osten und Koleyat im Norden des Landes.<ref name="standard15072006">20 Tote bei israelischem Luftangriff im Südlibanon. DerStandard.at, 15. Juli 2006</ref> Neu waren Luftangriffe auf das Hauptwohngebiet der christlichen Maroniten, die als überwiegend antisyrisch und prowestlich eingestuft werden. Am Nachmittag wurden Hafenanlagen in der dicht mit Hochhäusern bebauten und nahezu ausschließlich von Christen bewohnten Bucht von Jounieh beschossen.
- Nach Angaben des Militärs wurden bis zu diesem Zeitpunkt etwa 150 Ziele im Libanon angegriffen, davon rund ein Dutzend in direktem Zusammenhang mit der Hisbollah. Offiziell bestätigt wurde von libanesischer Seite, dass das Hauptquartier der Hisbollah in Beirut bei einem Luftangriff zerstört wurde. Auch der Grenzübergang zwischen dem Libanon und Syrien bei Masnaa wurde angegriffen. Dabei starben drei Menschen.<ref>As the bombs rain down, a refugee crisis unfolds on the streets of Beirut. The Guardian, 17. Juli 2006</ref> Darauf folgende Berichte, dass Israel nun auch Syrien angegriffen habe, wurden von beiden Staaten dementiert.<ref>Israel: Keine Ziele in Syrien angegriffen. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 15. Juli 2006</ref> Die Hisbollah setzte ihre Raketenangriffe auf Städte im Norden Israels fort und traf dabei unter anderem Ziele in Tiberias.
- Großbritannien entsandte für eine mögliche Evakuierung sechs Kriegsschiffe, darunter einen Flugzeugträger, in den Nahen Osten und verlegte Chinook-Hubschrauber nach Zypern. Frankreich schickte zwei Kriegsschiffe und ein ziviles Fährschiff. Zwei Hercules-Transportflugzeuge der italienischen Luftwaffe flogen zwischen dem 15. und dem 16. Juli von der syrischen Hafenstadt Latakia insgesamt 460 Zivilisten verschiedener Nationalität aus, die zuvor mit Bussen aus dem Libanon gebracht worden waren.(Beleg fehlt)
16. Juli 2006
- Bei einem Angriff auf Haifa wurden insgesamt neun Menschen durch Raketen getötet, davon acht, als ein Zugdepot getroffen wurde, wobei 23 weitere verletzt wurden.<ref>8 killed in rocket attack on Haifa. Ynetnews, 16. Juli 2006.</ref><ref>Hisbollah-Raketenangriff auf Haifa – Neun Tote. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot OÖ Nachrichten, 16. Juli 2006</ref>
- Der Libanon warf unterdessen den USA vor, diese würden ein Statement des UN-Sicherheitsrates blockieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lebanon blames US for UN silence. ( des Vorlage:IconExternal vom 20. März 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Al Jazeera, 16. Juli 2006</ref>
- Auf dem Gelände der US-Botschaft in Beirut traf ein militärisches Vorauskommando ein, um die Abreise der Amerikaner vorzubereiten. Das Team wurde laut CNN mit Kampfhubschraubern aus Zypern eingeflogen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ausländer werden aus Beirut evakuiert ( vom 29. September 2007 im Internet Archive)Financial Times Deutschland, 16. Juli 2006 (kostenpflichtig)</ref>
- Bei einem israelischen Angriff auf Aitarun wurden acht Kanadier libanesischer Herkunft getötet, die in den Ferien ihre Verwandten im Libanon besucht hatten. Dies teilte der kanadische Außenminister Peter MacKay im Fernsehsender CTV.<ref>Israelischer Angriff: Kanadier im Libanon getötet. Spiegel Online, 16. Juli 2006</ref>
17. Juli 2006
- Am 17. Juli 2006 unterbreiteten UN-Vermittler der libanesischen Hisbollah einen Vermittlungsvorschlag, der die Militäraktionen in Nahost beenden soll. Dabei wurden sie von der EU unterstützt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Uno um Freigabe Entführter bemüht. ( vom 29. September 2007 im Internet Archive) Netzeitung, 17. Juli 2006</ref>
- Bei weiteren israelischen Luftangriffen starben im Libanon mindestens 33 Menschen, davon mindestens 21 Menschen bei einem Angriff auf ein Dorf nahe dem südlibanesischen Hafen Tyrus. Erstmals beschoss die israelische Luftwaffe die Innenstadt von Beirut. Im Hafen von Beirut starben dabei nach libanesischen Angaben zwei Menschen.<ref name="swiss165"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Weitere israelische Angriffe auf Libanon – Raketen auf Israel. ( des Vorlage:IconExternal vom 30. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Swissinfo, 17. Juli 2006</ref><ref>Israel greift Hafen von Beirut an Nachrichten.ch, 17. Juli 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fires rage in Beirut as IAF attacks port, fuel tank. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 17. Juli 2006</ref>
- Die Hisbollah feuerte am Morgen mehrere Raketen auf den Norden Israels ab und griff die 56 km südlich der Grenze im Norden Israels liegende Stadt Atlit mit Katjuscha-Raketen an. Es wurden keine Opfer gemeldet.<ref>Israeli Forces Kill 17 in Lebanon Attacks. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Associated Press, 17. Juli 2006</ref> Eine Rakete traf Afula (ca. 50 km von der libanesischen Grenze entfernt). So weit ins israelische Hinterland war bis dahin keine Rakete der Hisbollah geflogen.<ref>Israel bombardiert erneut Ziele im Libanon – Hisbollah-Raketen treffen Stadt bei Nazareth (tagesschau.de-Archiv)tagesschau.de, 17. Juli 2006</ref>
- Der israelische Armeesender meldete, Israel plane die Einrichtung einer Art Sicherheitszone im Libanon an der Grenze zu Israel. Es solle verhindert werden, dass sich Hisbollah-Kämpfer näher als einen Kilometer der israelischen Grenze näherten. Die Armee sei mit Planierraupen in den Süden Libanons vorgedrungen mit dem Ziel, verlassene Hisbollah-Stellungen zu zerstören und eine Sicherheitszone zu errichten.<ref name="Reuters176">Rundfunk: Erneut Hisbollah-Raketen auf israelische Stadt Haifa. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 17. Juli 2006</ref>
- UN-Generalsekretär Kofi Annan und der britische Premierminister Tony Blair riefen dazu auf, internationale Truppen in die Region zu entsenden, um die Angriffe aus dem Libanon auf Israel zu beenden.<ref>UN calls for Lebanon peace force. BBC, 17. Juli 2006</ref>
- Viele europäische Staaten sowie Marokko und die USA begannen mit der Aussiedlung ihrer Staatsbürger. Ungefähr 2.000 Bundesbürger wurden ausgeflogen.<ref>Hundreds evacuated from Lebanon. BBC, 17. Juli 2006</ref><ref>Libanon: Hunderte Deutsche flüchten per Schiff und Flugzeug. Spiegel Online, 18. Juli 2006</ref> Großbritannien begann mit der Operation Highbrow. Der italienische Zerstörer Durand-de-la-Penne brachte 345 Flüchtlinge verschiedener Nationalität von Beirut nach Larnaka.
18. Juli 2006
- Israel setzte die Luftangriffe fort. Dabei starben in einer Kaserne bei Beirut mindestens elf Soldaten, wie die libanesische Armee erklärte.<ref>Schwere Gefechte im Nahen Osten. Deutschlandradio, 18. Juli 2006</ref>
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt bekannt, dass im Libanon mehr als 400.000 Menschen auf der Flucht vor israelischen Luftangriffen sind. Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) schätzt die Zahl der Flüchtlinge auf etwa 30.000.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel lehnt Korridor für Flüchtlinge ab. ( vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) Netzeitung, 18. Juli 2006</ref>
19. Juli 2006
- Irans Botschafter im Libanon Mohammad-Reza Sheybani trifft sich mit dem libanesischen Präsident Émile Lahoud. Thema des Treffens war die Frage, inwieweit der Iran dem Libanon bei den Angriffen durch Israel helfen kann.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />President Lahoud thanks Iran’s support for Lebanon. ( vom 30. September 2007 im Internet Archive) IRNA, 19. Juli 2006</ref> Der Iran spricht von einem Krieg gegen Israel zur Befreiung des palästinensischen Volkes.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronologie: Blutige Eskalation des Nahostkonflikts ( vom 29. September 2007 im Internet Archive) Financial Times Deutschland, 19. Juli 2006 (kostenpflichtig)</ref>
- Beim Eindringen von Bodentruppen in den Libanon kam es zu direkten Gefechten mit der Hisbollah. Dabei sollen zwei israelische Soldaten ums Leben gekommen sein. Ein Augenzeuge berichtete, dass ein weiterer Soldat verschleppt worden sei.<ref>Krise in Nahost: Direkte Gefechte zwischen Israel und Hisbollah. Spiegel Online, 19. Juli 2006</ref>
- Israel beschoss weiterhin Ziele im Süden, Osten und Norden des Libanons sowie die Innenstadt von Beirut. Die meisten der nach Behördenangaben mindestens 72 Todesopfer wurden unter den Trümmern ihrer Häuser begraben.<ref>Militäroffensive im Südlibanon: Tausende Flüchtlinge durch Angriffe eingeschlossen. Spiegel Online, 20. Juli 2006</ref>
20. Juli 2006
- Die israelische Luftwaffe warf nach eigenen Angaben in der Nacht 23 Tonnen Bomben auf einen Bunker, um den Anführer der Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, zu töten, der laut Geheimdienstberichten in dem Bunker war. Die Hisbollah dementierte dies und behauptete, eine im Bau befindliche Moschee sei bombardiert worden.<ref>Bombenhagel: Israel zielt auf Hisbollah-Bunker. Spiegel Online, 20. Juli 2006</ref>
- Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Jigal Palmor, forderte Deutschland und die Europäische Union auf, bei der Freilassung der entführten israelischen Soldaten zu helfen.<ref>Krieg im Libanon – Israel bittet Deutschland um Hilfe bei Geiselbefreiung. Süddeutsche Zeitung, 20. Juli 2006</ref>
- Bei Gefechten zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah im Süden des Libanon bei Moschav Avivim starben vier israelische Soldaten, fünf weitere werden verwundet.
- Gegen Mitternacht stießen nahe der libanesischen Grenze zwei Apache-Hubschrauber der israelischen Luftwaffe zusammen. Bei dem Unfall
starb ein Pilot, drei weitere wurden verletzt. Der Zusammenstoß trug sich in der Umgebung der israelischen Stadt Kirijat Schmonah zu.
- In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli trafen in der südtürkischen Hafenstadt Mersin mehrere Schiffe mit ausländischen Bürgern ein (darunter mexikanische, spanische und rund 900 kanadische Staatsbürger), die aus dem Libanon über den Beiruter Hafen evakuiert wurden. Viele reisten gleich weiter nach Istanbul oder nach Adana, wo sich der nächstliegende Flughafen befindet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lübnan’dan Mersin’e kaçış köprüsü ( vom 30. September 2007 im Internet Archive) Radikal, 22. Juli 2006</ref>
21. Juli 2006
- Israel forderte die libanesische Bevölkerung südlich des Litani auf, das
Gebiet zu verlassen, da eine Bodenoffensive geplant sei. In dem Bereich leben etwa 250.000 Menschen.<ref>Mögliche Bodenoffensive: Israel fordert Bewohner Südlibanons zur Flucht auf. Spiegel Online, 21. Juli 2006</ref> Der libanesische Verteidigungsminister Elias Murr kündigte an, dass die libanesische Armee ihrem Verteidigungsauftrag nachkommen und den Libanon gegen eine Bodenoffensive Israels verteidigen werde. Bis zu diesem Zeitpunkt verteidigte sich die Armee des Libanon nur, wenn sie selbst angegriffen wurde.<ref>Krise im Nahen Osten: Libanon will Bodenoffensive zurückschlagen. Spiegel Online, 21. Juli 2006</ref>
- Eine internationale Juristengruppe warf Israel und der Hisbollah vor, bei ihren jüngsten Kämpfen Kriegsverbrechen begangen zu haben. Israels „unverhältnismäßige und wahllose“ Gewaltanwendung durch Luftangriffe auf zivile Ziele im Libanon komme einer Kollektivstrafe gleich, erklärte die Internationale Juristenkommission. Eine Kollektivstrafe ist laut Völkerrecht ein Kriegsverbrechen. Der Raketenbeschuss nordisraelischer Städte durch die Hisbollah könne als Verletzung des humanitären Völkerrechts betrachtet werden, weil die Genfer Konventionen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Konflikten auch für bewaffnete Gruppen Geltung hätten.<ref>Juristengruppe wirft Israel und Hisbollah Kriegsverbrechen vor. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 21. Juli 2006</ref>
- Israel beschuldigte Syrien vor dem Weltsicherheitsrat, dass es die Entführung israelischer Soldaten durch Hisbollah-Milizen angezettelt habe, um vom iranischen Atomprogramm abzulenken. Der israelische UNO-Botschafter Dan Gillerman sagte in New York, es gebe einen schriftlichen Beweis dafür.<ref>Israels Ex-Vize-Außenminister fordert Angriff auf Syrien. Der Standard, 22. Juli 2006 (kostenpflichtig)</ref>
22. Juli 2006
- 250 Bürger der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten wurden aus dem Libanon ausgeflogen.<ref>250 aus Libanon evakuierte GUS-Bürger in Moskau eingetroffen. RIA Novosti, 22. Juli 2006</ref>
- die israelische Luftwaffe zerstörte mehrere Fernseh- und Mobilfunk-Sendeanlagen in Fatka und Terbol, wovon vor allem die LBC und der Hisbollah-nahe Fernsehsender Al-Manar betroffen waren.
- Am Nachmittag rückte die israelische Armee nach israelischen Angaben mit schwerem Gerät und rund 2.000 Soldaten in den Südlibanon vor, nachdem bereits in den Tagen zuvor kleinere Truppenteile wiederholt auf libanesischem Gebiet Stellungen der Hisbollah angegriffen hatten. Benni Gantz, der Kommandeur der Bodentruppen, meldete die Einnahme der Stadt Marun al-Ras, was von libanesischer Seite bestritten wurde. Dort hieß es, die israelischen Truppen seien nur einige hundert Meter in den Libanon vorgerückt.<ref name="Spiegel2207">Krise in Nahost: Haifa erneut im Raketenhagel. Spiegel Online, 22. Juli 2006</ref> Marun al-Ras liegt etwa 1,4 Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt. Die Hisbollah erklärte, bei den Kämpfen um den Ort seien etwa 20 israelische Soldaten getötet oder verwundet worden.<ref>Israelische Armee setzt Offensive im Libanon fort. Salzburger Nachrichten, 23. Juli 2006</ref>
- Die Hisbollah feuerte über 100 Raketen auf Israel ab. Dabei wurden in mehreren Ortschaften mindestens vier Menschen verletzt.
- Laut einem Bericht der New York Times hat Israel die Vereinigten Staaten um die Lieferung von Präzisionsbomben ersucht. Das Land forderte die Waffen nach dem Beginn seiner Luftangriffe auf Ziele der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon an, berichtete die Zeitung am 22. Juli 2006.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bush rushes bombs to Israel. ( des Vorlage:IconExternal vom 9. November 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Al Jazeera, 22. Juli 2006</ref>
- US-Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete die Kämpfe im Libanon als „Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rice sees bombs as birth pangs. ( des Vorlage:IconExternal vom 4. November 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Al Jazeera, 22. Juli 2006</ref>
23. Juli 2006
- Der syrische Informationsminister Mohsen Bilal äußerte sich in einem Interview mit der spanischen Zeitschrift ABC zu der eventuell anstehenden israelischen Offensive im Südlibanon und kündigte an, dass Syrien dann aktiv in den Konflikt eingreifen wolle.<ref>Syrien will mit den USA verhandeln. Welt online, 23. Juli 2006</ref> Es könne zu einer Intervention Syriens kommen. „Wenn die israelischen Truppen uns [Syrien] provozieren, wird Damaskus handeln, um die nationale Sicherheit des syrischen Territoriums zu garantieren.“<ref>Nahost – Syrischer Minister droht Israel mit Krieg. Süddeutsche Zeitung, 23. Juli 2006</ref>
- Gegenüber dem deutschen Bundesminister des Auswärtigen Frank-Walter Steinmeier äußerte der israelische Verteidigungsminister Amir Peretz, Israel könne eine durch die NATO geführte UN-Schutztruppe mit umfassenden Mandat im Südlibanon akzeptieren. Diese Schutztruppe müsse die Hisbollah in Abstand zu Israel halten können.<ref>Israeli Official Wants NATO on Border. USA Today, 23. Juli 2006</ref> Der israelische Ministerpräsident Olmert begrüßte ebenfalls den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe, die er sich unter der Leitung der Europäischen Union vorstellen könnte.
24. Juli 2006
- Israelische Truppen stießen in die Umgebung des südlibanesischen Grenzdorfs Bint Dschubail vor. Sie lieferten sich heftige Gefechte mit Hisbollah-Kämpfern. Ein Miliz-Sprecher in Beirut bestätigte „schwere Kämpfe mit Schnellfeuergewehren und panzerbrechenden Waffen“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel weitet Bodenkampf aus ( vom 5. November 2006 im Internet Archive) Financial Times Deutschland, 24. Juli 2006 (kostenpflichtig)</ref> Die israelische Armee vermute mehrere hundert Hisbollah-Kämpfer in der Stadt. Die Hisbollah bestätigte auch die israelische Eroberung des Grenzortes Marun al-Ras.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Heftiger Hisbollah-Widerstand im Südlibanon. ( vom 29. September 2007 im Internet Archive) Netzeitung, 24. Juli 2006</ref>
- Beim Absturz eines IAF-Hubschraubers in Israel nahe der Grenze zum Libanon starben zwei Soldaten. Die Hizbollah behauptete, den Hubschrauber abgeschossen zu haben.<ref name="Reuters1208b"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hizbollah downs Israeli helicopter. ( des Vorlage:IconExternal vom 25. Oktober 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Reuters, 12. August 2006</ref>
- Der libanesische Präsident Émile Lahoud beschuldigte das israelische Militär, bei seiner Offensive im Libanon auch Phosphorbomben zu benutzen. Die israelische Armee wies die Anschuldigungen zurück. Mit den in Libanon eingesetzten Waffen verletze das Militär keinerlei internationale Normen.<ref>Libanons Regierung: Israel setzt Phosphor ein (tagesschau.de-Archiv) tagesschau.de, 25. Juli 2006</ref>
- Bundesverteidigungsminister Jung sagte, er könne sich eine deutsche Beteiligung an einer internationalen Friedenstruppe vorstellen.<ref>Jung zeigt sich offen für Beteiligung an UN-Truppe. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 24. Juli 2006</ref>
25. Juli 2006
- Die israelische Armee setzte ihren als begrenzte Operation bezeichneten Vormarsch auf Bint Dschubail (Bint Jbeil) fort und nahm die Grenzstadt nach eigenen Aussagen ein. Dabei starben acht ihrer Soldaten.<ref>The day Israel realised that this was a real war. The Guardian, 30. Juli 2006</ref> Bint Dschubail galt als Hochburg der Hisbollah.<ref>Bint Dschbeil: Israels Armee erobert Hisbollah-Stützpunkt. Spiegel Online, 25. Juli 2006</ref>
- An der israelischen Nordgrenze seien zusätzliche Truppen konzentriert worden. Israel flog mindestens 47 Luftangriffe auf den Südlibanon.
- Die Hisbollah feuerte erneut ca. 102 Raketen auf den Norden Israels ab, wodurch 18 Menschen verwundet wurden.<ref name="CNN2707">Israeli troops suffer largest one-day loss. CNN, 27. Juli 2006</ref>
- Bei zwei Streubomben-Angriffen mit der chinesischen Rakete Typ 81 seitens Hisbollah auf das galiläische Dorf Mghar wurden am frühen Nachmittag des 25. Juli drei Personen, darunter ein 8-jähriges Kind, verletzt. Human Rights Watch dokumentierte diesen Angriff, konnte ihn wegen israelischer Sicherheitsbedenken aber erst am 19. Oktober 2006 bekanntgeben.<ref name="HRW19102006">Lebanon/Israel: Hezbollah Hit Israel with Cluster Munitions During Conflict. Human Rights Watch, 19. Oktober 2006</ref>
- Offizielle libanesische Stellen gaben an, seit Beginn der Kämpfe seien auf libanesischer Seite mindestens 398 Menschen getötet und über 1.400 verwundet worden. Auf israelischer Seite seien nach offiziellen Angaben 50 Menschen (darunter 19 Zivilisten) getötet und über 300 verwundet worden (ohne die Opfer in Bint Jbeil).<ref name="CNN2707" />
- Am Abend des 25. Juli traf eine israelische präzisionsgelenkte Rakete einen Beobachtungsposten der UNTSO bei Khiam<ref name="BBC_UNplea">Israel troops „ignored“ UN plea. BBC, 26. Juli 2006</ref> und tötete vier Soldaten der UN-Schutztruppe<ref>Libanon: Israel trifft Beobachtungsposten der Uno. Spiegel Online, 25. Juli 2006</ref> aus China, Finnland, Kanada und Österreich. UN-Generalsekretär Annan sprach von einem „offenbar absichtlichen Angriff israelischer Streitkräfte“. Israel wies den Vorwurf zurück. Der israelische Ministerpräsident Olmert entschuldigte sich förmlich für den „Fehler“ der Armee. Das israelische Außenministerium erklärte: „Israel zielt nicht auf Mitarbeiter der UNO.“<ref>Getötete Uno-Beobachter: Annan wirft Israel vorsätzliche Attacke vor. Spiegel Online, 26. Juli 2006</ref> Nach Angaben eines UNIFIL-Sprechers hatte es im Laufe des Tages schon 14 Beinahe-Treffer gegeben und selbst während der Rettungsarbeiten soll der Beschuss angedauert haben.<ref>Two Israeli bomb kills UN observers. BBC, 26. Juli 2006</ref> Außerdem habe der UNIFIL-Befehlshaber vorher sechsmal israelische Offiziere kontaktiert und diese aufgefordert, die Position nicht zu bombardieren.<ref name="BBC_UNplea" /><ref name="UNIFIL2607"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />UNIFIL-Presseerklärung vom 26. Juli 2006 ( vom 2. August 2006 im Internet Archive) (PDF)</ref> Dem Sender n-tv zufolge wollen auch israelische Militärexperten hierbei „nicht an Zufall glauben“ und Libanesen vermuten, dass „Israel wohl keine Zeugen vor ihrem geplanten Angriff auf die Stellungen der Hisbollah in El Khiam haben wollte“.<ref name="NTV_Panne">Getötete UN-Soldaten: Die „Panne“ war wohl keine. n-tv, 26. Juli 2006</ref>
- „Das war Absicht“, warf UNO-Generalsekretär Kofi Annan Israel vor. Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman wies den Vorwurf zurück und mahnte, die Untersuchungsergebnisse zu dem Vorfall nicht vorwegzunehmen.<ref>Absichtlicher Angriff?. Zeit online, 26. Juli 2006</ref>
- Agenturberichten zufolge rechnete Israel mit 10.000 bis 20.000 ausländischen Soldaten, die das Gebiet sichern sollen.<ref>Friedenstruppe im Libanon: Israel fordert 20.000 ausländische Soldaten. Spiegel Online, 25. Juli 2006</ref>
- Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora forderte auf der Libanon-Konferenz in Rom Entschädigungen für die „barbarischen Zerstörungen“ in seinem
Land. Israel könne nicht „weiterhin internationales Recht ignorieren“.<ref>Libanon: Bisher höchste Verluste für Israel. Focus, 26. Juli 2006</ref>
- Erste UN-Hilfslieferungen, bestehend aus Nahrungsmitteln, erreichten mit einem LKW-Konvoi über die zerstörten Straßenverbindungen den Südlibanon, wo ca. 165.000 Menschen abgeschnitten oder auf der Flucht waren. 150 Millionen $ wurden dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zur Verfügung gestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />WFP dispatches first UN convoy to southern Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 12. März 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. WFP, 26. Juli 2006</ref> Das Deutsche Rote Kreuz kündigte Hilfslieferungen an, darunter 20 Tonnen Babynahrung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nahost: Hilfslieferung mit Babynahrung auf dem Weg in den Libanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. März 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. DRK, 27. Juli 2006</ref>
26. Juli 2006
- Bei Kämpfen um die Stadt Bint Dschubail, die von der Hisbollah verteidigt wird, kommen acht israelische Soldaten ums Leben.<ref name="ntv267">Angriff auf UN-Soldaten – Blauhelme baten um Feuerstopp. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot n-tv, 26. Juli 2006</ref>
- Hisbollah-Chef Nasrallah kündigte an, die Raketenangriffe bis nach Südisrael auszudehnen.
- In der israelischen Tageszeitung Maariw wurde berichtet, Generalstabschef Dan Chalutz habe der israelischen Luftwaffe befohlen, für jeden Raketeneinschlag zehn mehrstöckige Gebäude in Beirut zu zerstören.<ref name="ntv267" />
- Am 26. Juli soll eine zweite Gruppe von 60 freiwilligen Kämpfern von der iranischen Hauptstadt Teheran aus inoffiziell auf ihre Reise in den Libanon verabschiedet worden sein. Sie würden planen, sich mit den 200 iranischen Kämpfern zu vereinigen, die bereits seit zwei Tagen auf dem Weg sind und unbewaffnet türkisches Staatsgebiet überqueren wollen. Iranische Regierungsstellen gaben bekannt, offiziell keine Kämpfer schicken zu wollen, jedoch Freiwilligen keine Steine in den Weg zu legen. Der Vorsitzende der regierungsunabhängigen iranischen Studentenräte, Amir Jalilinejad, kündigte weitere Wellen Freiwilliger an, die rekrutiert werden sollen. „Wir sind die erste Welle iranischer Kämpfer. Weitere werden von hier und anderen muslimischen Nationen rund um die Welt folgen. Die Hisbollah braucht unsere Hilfe.“ An den Gruppen seien auch alte Männer über 70 Jahre beteiligt, die über Kriegserfahrung verfügen und die Studenten anleiten sollen, die nur militärische Basiserfahrungen besitzen.<ref>Iranian Volunteers Set Off for Lebanon. Washington Post, 26. Juli 2006</ref>
- In Rom findet eine internationale Libanon-Konferenz statt. Zu den Teilnehmern zählen neben US-Außenministerin Condoleezza Rice Vertreter aus dem Libanon, Frankreich, Großbritannien, Russland, Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, der UNO und der EU.<ref>Nahost-Konferenz in Rom: Zaghafte Mahnungen an Israel. Spiegel Online, 26. Juli 2006</ref> In der gemeinsamen Erklärung hieß es: „Die Teilnehmer der Rom-Konferenz sind entschlossen, sich sofort mit der größtmöglichen Dringlichkeit für einen Waffenstillstand einzusetzen, der der aktuellen Gewalt und Feindseligkeit ein Ende bereitet.“<ref>Libanon-Offensive: EU wirft Israel Fehlinterpretation der Rom-Erklärung vor. Spiegel Online, 27. Juli 2006</ref>
- Als Konsequenz aus dem Tod der vier UN-Beobachter kündigt die UNO am 28. Juli 2006 an, ihre Truppen aus dem Libanon abziehen zu wollen.<ref>Südlibanon: Rakete trifft Hilfskonvoi, Uno zieht Soldaten ab. Spiegel Online, 28. Juli 2006</ref> Tatsächlich beabsichtigt UNIFIL lediglich, die unbewaffneten Beobachter aus den Posten bei Marwahin und Markaba vorübergehend in sicherere Positionen zu verlegen. Zudem hat Kofi Annan empfohlen, das am 31. Juli 2006 ablaufende UNIFIL-Mandat aufgrund der veränderten Lage nur für einen Monat zu verlängern.<ref>Lebanon: UN observer teams in line of fire in south to relocate. UN News Centre, 28. Juli 2006</ref>
- Das israelische Außenministerium kündigte eine vollständige Untersuchung des Zwischenfalls in Kooperation mit der UNO an.<ref>PM Olmert speaks with UN Secy.-Gen. Kofi Annan. Israelisches Außenministerium, 26. Juli 2006</ref>
- Die USA verhindern mit ihrem Veto eine Verurteilung Israels im UN-Sicherheitsrat. Strittig war der Punkt, ob Israel mit Absicht den Stützpunkt der UN beschossen hat.<ref>US-Veto verhindert Verurteilung Israels (tagesschau.de-Archiv) tagesschau.de, 27. Juli 2006</ref>
27. Juli 2006
- Frankreich gab bekannt, dem UN-Sicherheitsrat den Entwurf für eine Libanon-Resolution vorlegen zu wollen. Demnach soll eine internationale Truppe unter dem Mandat der Vereinten Nationen die Hisbollah entwaffnen und für die Einhaltung einer Waffenruhe sorgen.<ref>Israel-Minister: «Jeder im Süd-Libanon ist ein Terrorist». 20 Minuten, 27. Juli 2006</ref>
- Durch UN-Beobachter wurde bekannt, dass die Hisbollah offenbar UN-Beobachterposten absichtlich als Schutzschild missbraucht. Einer der getöteten Beobachter meldete einige Tage vor dem Angriff seinem Kommandeur per E-Mail, dass die Hisbollah-Miliz ihre Aktivitäten um den UN-Posten herum ausführen würde.<ref>UN-Soldat: „Hisbollah gebraucht uns als Schutzschild“. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot israelnetznachrichten (inn), 28. Juli 2006</ref>
- Der Historiker Michael Wolffsohn kritisierte UN-Generalsekretär Annan: „Annan ist aus seiner Zeit als Verantwortlicher für die UNO-Friedenstruppe ein tragischer Flop. Er hat aus Inkompetenz tausende Menschenleben in Ruanda und Srebrenica auf dem Gewissen.“ In seiner heutigen Funktion sei Annan „ein Vertreter eines organisierten internationalen Mainstreams gegen Israel“. Weiterhin behauptete Wolffsohn, die Hisbollah stationiere ihre Stellungen oft in Wohngebieten, in Krankenhäusern und eben auch in UNO-Beobachtungsposten.<ref>Historiker Wolffsohn: Annan ist ein tragischer Flop. Stuttgarter Nachrichten, 26. Juli 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wolffsohn warnt vor UN-«Debakel» in Nahost. ( vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) Netzeitung, 26. Juli 2006</ref>
28. Juli 2006
- Chirac und Blair verlangt eine „schnellstmögliche“ UN-Resolution mit dem Ziel einer sofortigen Waffenruhe in Nahost. Das teilte der Elysée-Palast mit.
- Nach libanesischen Angaben wurden bei Nabatijeh drei Wohnhäuser bombardiert. Dabei seien drei Menschen getötet und neun verwundet worden, darunter vier Kinder.<ref>Chirac und Blair sehen bei Nahost Uno am Zug. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot N24, 28. Juli 2006</ref>
- Das US-Außenministerium gibt bekannt, dass es die libanesische Armee mit 10 Millionen US-Dollar unterstützen will. Das Geld solle benutzt werden, um die Armee zu modernisieren, so dass sie auch eine Präsenz im Süden aufbauen und gegen die Hisbollah-Kämpfer vorgehen könne. Die Ausgaben müssten vom US-Kongress noch genehmigt werden.<ref>USA unterstützen libanesische Armee mit Militärhilfe. Der Standard, 29. Juli 2006 (kostenpflichtig)</ref>
29. Juli 2006
- Die Hisbollah hat Israel erstmals mit der bis zu 75 km weit reichenden Fadschr-5 Rakete angegriffen. Ziel der Angriffe war die Stadt Afula südlich von Haifa. Israel fürchtet nun Angriffe auf Tel Aviv. Erneut wurde ein UN-Beobachtungsposten von israelischen Flugzeugen angegriffen und dabei zwei indische UN-Soldaten verwundet.<ref>UN: Two UN peacekeepers wounded by air strike in Lebanon. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 29. Juli 2006</ref>
- Israel zieht sich teilweise aus der libanesischen Stadt Bint Dschubail zurück.<ref>Israelische Armee beginnt mit Teilrückzug aus Hisbollah-Hochburg – Sechs Kinder im Libanon bei Luftangriff getötet. Deutschlandradio, 29. Juli 2006</ref>
- US-Außenministerin Condoleezza Rice traf im Nahen Osten ein, um sich mit dem Libanesischen Premierminister Fuad Siniora zu treffen. Sie teilte mit, dass ein Waffenstillstand sehnsüchtig herbeigesehnt wird, doch es wichtig sei, „dass dieser zu Konditionen erfolgt, die ihn zu einem tragfähigen machen“. Sie sagte am Abend nach einem Gespräch mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert, dass die Bedingungen für einen Waffenstillstand möglicherweise schon am Dienstag, dem 1. August in einem UNO-Resolutionsentwurf präsentiert werden könnten.<ref>Rice drängt auf Einigung im Nahen Osten. Nachrichten.ch, 30. Juli 2006</ref>
- Israel teilte mit, dass man eine temporäre Friedenstruppe befürworten würde, welche sicherstellt, dass die Hisbollah von den Grenzen Israels verdrängt wird, und welche die Überwachung von Libanons Grenze zu Syrien übernimmt. Saudi-Arabien, ein wichtiger Verbündeter der Vereinigten Staaten im Nahen Osten, drängte Präsident George W. Bush, Pläne für einen Waffenstillstand und einen Gefangenenaustausch auszuarbeiten.<ref>Rice arrives for peace talks. Herald Sun, 26. Juli 2006</ref>
30. Juli 2006
- Bei einem israelischen Luftangriff mit einer so genannten Präzisionsbombe auf das südlibanesische Dorf Kana sind nach Angaben des libanesischen Roten Kreuzes mindestens 28 Menschen getötet worden.<ref>Libanon-Offensive: Was geschah wirklich in Kana?. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. August 2006</ref> Anfängliche Medienmeldungen zu höheren Opferzahlen beim Luftangriff auf Kana erwiesen sich als falsch, und selbst Human Rights Watch unterlag dieser Fehlmeldung. In einer ersten Reaktion erklärte der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman, die 56 Toten von Kana „mögen durch israelisches Feuer ums Leben gekommen sein, aber sie sind die Opfer der Hisbollah.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel gibt Hisbollah Mitschuld an Kana-Angriff. ( vom 22. August 2006 im Internet Archive) Netzeitung, 30. Juli 2006</ref>
- Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora hat als Reaktion auf den Angriff sein geplantes Treffen mit Condoleezza Rice abgesagt. Er hat der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz für ihre „Opfer“ im Krieg gegen Israel gedankt. „Wir sind in einer starken Position“, sagte der Politiker.<ref>Siniora sucht Schulterschluss mit Hisbollah (tagesschau.de-Archiv) tagesschau.de, 30. Juli 2006</ref>
- Bei einem weiteren Luftangriff auf ein Haus im südlibanesischen Grenzdorf Yaroun wurden 5 Zivilisten, darunter 2 Kinder, getötet.<ref>Israel air strike kills 54 civilians. Sydney Morning Herald, 30. Juli 2006</ref>
- Der bewaffnete Arm der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat angesichts der jüngsten israelischen Angriffe für die kommenden Tage Selbstmordanschläge in Israel angekündigt. „Nach den anhaltenden Angriffen und den großen Massakern, die der zionistische Feind im Gaza-Streifen, im Westjordanland und im Südlibanon – heute morgen in Kana – verübt hat“, hätten die Al-Kuds-Brigaden Anweisung für Selbstmordanschläge gegeben. Dies teilte ein Sprecher der Organisation der Agentur AFP mit.<ref>Islamischer Dschihad kündigt Selbstmordanschläge an (tagesschau.de-Archiv) tagesschau.de, 30. Juli 2006</ref>
- Die Angriffe Israels auf Libanons Öltanks haben eine Umweltkatastrophe an 100 Kilometern Küste ausgelöst. Zehntausende Tonnen Öl sind ins Mittelmeer geflossen. Das Ausmaß der Schäden sei noch nicht abzuschätzen, weil die Umweltschützer wegen der Angriffe nicht vor Ort arbeiten könnten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ölpest vor Libanons Küste. ( vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) Netzeitung, 30. Juli 2006</ref>
- Ein UNO-Stützpunkt in Gaza wurde von Palästinensern aus Protest gegen den Luftangriff auf Kana gestürmt. Ein Sprecher der Vereinten Nationen berichtete über die Plünderung der Gebäude und sprach von einer «sehr angespannten Lage». Das Personal habe aber entkommen können. Bei dem Vorfall wurden nach Augenzeugenberichten mindestens zwei Menschen verletzt. Die Leute sollen Anhänger des Islamischen Dschihad sein. Sie warfen Steine und feuerten mit Schusswaffen in die Luft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bewaffnete Palästinenser stürmen UNO-Stützpunkt in Gaza. ( des Vorlage:IconExternal vom 27. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Basler Zeitung, 30. Juli 2006</ref>
- UN-Generalsekretär Kofi Annan hat den israelischen Luftangriff auf das südlibanesische Dorf Kana am Sonntag vor dem UN-Sicherheitsrat scharf kritisiert und mit Nachdruck eine sofortige Waffenruhe verlangt. Der amerikanische UN-Botschafter John Bolton äußerte vor Journalisten die Erwartung, dass der Rat dem Libanon und speziell den Hinterbliebenen sein „tiefes Bedauern“ aussprechen werde. Einer Forderung nach Waffenruhe würden sich die USA nicht anschließen, sagte Bolton. Der Libanon hatte den UN-Sicherheitsrat am Sonntag einberufen.<ref>„Bitte Sie, das Gleiche zu tun“ – Annan verurteilt Angriff. n-tv, 30. Juli 2006</ref>
- Am Abend sagte Israel eine 48-stündige Einstellung der Luftangriffe zur Aussiedlung der verbliebenen Bevölkerung im Südlibanon zu, die die UNO in 24 Stunden durchführen soll. In zusätzlichen 24 Stunden will Israel die Vorfälle von Kana aufklären.<ref>Südlibanon: Israel will Luftangriffe für zwei Tage aussetzen. Spiegel Online, 30. Juli 2006</ref><ref name="cnn307">Israel halts attacks for 48 hours. CNN, 30. Juli 2006</ref> Regierungschef Ehud Olmert hatte zuvor eine sofortige Waffenruhe abgelehnt. Sein Land brauche noch mindestens zehn Tage, um die Offensive zu beenden.<ref>Nahost: Trotz Kana –Israel will weiterbomben. Spiegel Online, 30. Juli 2006</ref> Kofi Annan forderte anlässlich einer einberufenen Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine „sofortige Einstellung der Kampfhandlungen“, der Sicherheitsrat dagegen warnte lediglich vor „ernsten Konsequenzen für die humanitäre Situation, sollten die Kampfhandlungen andauern“.<ref name="cnn307" />
31. Juli 2006
- Das israelische Militär teilte mit, die von der Regierung zugesagte Feuerpause habe um 01:00 Uhr MESZ begonnen. Die Hisbollah stoppt -als Reaktion auf die Einstellung der Luftangriffe- den Abschuss von Raketen auf Nordisrael ebenfalls für 48 Stunden.<ref>Südlibanon: Israel stoppt Luftangriffe für 48 Stunden. Spiegel Online, 31. Juli 2006</ref><ref>spiegel.de</ref>
- Die israelische Luftwaffe hat nach Armeeangaben einen Luftangriff im Südlibanon geflogen, um, wie es hieß, Bodentruppen zu schützen, die nahe der südlibanesischen Städte Taibeh und Kila operierten. Zuvor sei ein israelischer Panzer dort von einer Rakete der Hisbollah getroffen worden, erklärte die Armee. Die von Israel ausgerufene Feuerpause bezog sich nicht auf die Operationen der Bodentruppen.<ref>Libanon: Israel fliegt neue Luftangriffe. Spiegel Online, 31. Juli 2006</ref><ref>Israel OKs expansion of Lebanon campaign. CNN, 31. Juli 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israeli Strikes Resume After Brief Lull. ( des Vorlage:IconExternal vom 18. August 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. San Francisco Chronicle, 31. Juli 2006</ref> Mit gepanzerten Bulldozern zerstörten die israelischen Streitkräfte Bunker, Hindernisse und Infanteriestellungen, die die Hisbollah seit 2000 in diesem Gebiet errichtet hatte.<ref name="heute317"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Luftangriffe trotz Feuerpause. ( des Vorlage:IconExternal vom 11. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. heute.de, 31. Juli 2006</ref> Tausende von Zivilisten nutzten die relative Ruhe, um den Kämpfen im Südlibanon zu entfliehen.<ref name="netzeitung317"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Olmert schließt baldigen Waffenstillstand aus. ( vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) Netzeitung, 31. Juli 2006</ref>
- Irans Außenminister Manuchehr Mottaki kam am Abend in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu einem Gespräch über den Krieg mit seinem französischen Amtskollegen Philippe Douste-Blazy zusammen. Frankreich hatte dem Iran eine wichtige Rolle im Bemühen um einen Frieden im Libanon und für die Stabilität des gesamten Nahen Ostens zugesprochen. Kontakte zu der Führung in Teheran seien daher wichtig, sagte der französische Außenminister, der sich damit gegen die Politik der USA stellte.<ref>Berlin kontaktiert Damaskus – Syrien soll mit ins Boot. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot n-tv, 31. Juli 2006</ref>
- Verteidigungsminister Amir Peretz kündigte an, den Militäreinsatz gegen die Hisbollah noch verschärfen zu wollen.<ref name="heute317" /> Der israelische Ministerpräsident Olmert hat einen baldigen Waffenstillstand ausgeschlossen. „Wir sind entschlossen, diesen Kampf zu gewinnen. Wir werden nicht unser Ziel auf ein freies Leben ohne Terror aufgeben“, erklärte er. Ein Waffenstillstand sei aber unmittelbar nach der Stationierung von Friedenstruppen möglich.<ref name="netzeitung317" />
- Die Uno hat ihr Treffen zur Vorbereitung einer möglichen internationalen Friedenstruppe für den Libanon auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein UN-Vertreter sagte, die für heute geplante Sitzung sei aufgeschoben, bis es „mehr politische Klarheit“ über den zu beschreitenden Weg gebe. Unterdessen verlängerte der UN-Sicherheitsrat das Mandat für die UNIFIL-Mission um einen Monat (Resolution 1697). Die seit 1978 bestehende Mission soll möglicherweise von einer internationalen Friedenstruppe der Vereinten Nationen abgelöst werden.<ref>Sicherheitsrat verlängert UN-Mission im Südlibanon (tagesschau.de-Archiv)tagesschau.de, 31. Juli 2006</ref>
- Die israelische Polizei hat einen Militärbericht zurückgewiesen, dem zufolge erneut Raketen der libanesischen Hisbollah-Miliz in Nordisrael eingeschlagen seien. Es seien keine neuen Raketen auf Nordisrael abgefeuert worden. Das israelische Militär hatte zuvor mitgeteilt, die Stadt Kirjat Schmona an der Grenze zum Libanon sei von Raketen getroffen worden.<ref>Polizei: Keine Hisbollah-Raketen in Israel eingeschlagen. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 31. Juli 2006</ref>
August
1. August 2006
- Der syrische Staatschef Baschar al-Assad hat das Militär seines Landes in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt. Er begründete das mit der „internationalen Lage und den Herausforderungen in der Region“. Deshalb sei Wachsamkeit erforderlich, so Assad.<ref>Syriens Militär in erhöhte Bereitschaft versetzt (tagesschau.de-Archiv) Tagesschau, 1. August 2006</ref>
- In der Nacht hat das israelische Kabinett grünes Licht für eine Ausweitung der Bodenoffensive gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im Südlibanon gegeben. Bei heftigen Gefechten im Grenzgebiet gab es wieder Tote und Verletzte. Das Kabinett sei damit einer Empfehlung des Militärs gefolgt, sagte ein Regierungsvertreter. Geplant ist, laut Militärrundfunk, dass israelische Soldaten bis zum Litani vordringen. Der Fluss liegt rund 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze. Auch die Luftangriffe gingen trotz der 48-stündigen Feuerpause weiter. Die Armee hat betont, im Falle „direkter Bedrohung“ werde weiter bombardiert. Die Angriffe aus der Luft sollen laut Justizminister Ramon ab dem 2. August 2006 wieder voll aufgenommen werden. Ministerpräsident Olmert sagte, ein Waffenstillstand sei in absehbarer Zeit möglich. Eine sofortige Waffenruhe könne es aber nicht geben, weil die Offensive noch nicht beendet sei.<ref name="guardian018">Olmert: Israel is winning. The Guardian, 1. August 2006</ref><ref name="cnn028">Israel strikes deep into Lebanon. CNN, 2. August 2006</ref> Es hieß, es sollten noch weitere Reservisten einberufen werden. Dabei ist die Rede von drei Divisionen, was mindestens 15.000 Soldaten bedeuten würde.<ref>Minister: Israel braucht noch bis zu 14 Tage im Libanon-Krieg. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 1. August 2006</ref>
- Die Israelische Artillerie verwickelte sich in heftige Feuergefechte mit Armeeeinheiten der Hisbollah in der Stadt Ayta al-Sha'b. Darüber hinaus kam auch eine 500-Pfund-Bombe zum Einsatz. Premierminister Ehud Olmert teilte mit, dass die Hisbollah, Tag für Tag, mehr und mehr durch die israelischen Einheiten geschwächt werde und dass es erst einen Waffenstillstand gäbe, wenn Israel sichergehen kann, dass ein erneuter Krieg in der Zukunft ausgeschlossen ist.<ref name="guardian018" /><ref name="cnn028" />
- Der israelische Justizminister Chaim Ramon hat am Abend des 1. August eine Wiederaufnahme der Luftangriffe im Libanon nach Ablauf der 48-stündigen Frist im „vollen Umfang“ angekündigt. Ramon sagte im israelischen Fernsehen, die Luftwaffe werde von der Nacht zum 2. August an wieder uneingeschränkt Ziele der radikalen Hizbollah-Miliz bombardieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel kündigt Wiederaufnahme von Luftangriffen an. ( des Vorlage:IconExternal vom 30. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Basler Zeitung, 1. August 2006</ref>
- In der Nacht zum 2. August 2006 operierten die israelischen Streitkräfte in der Region um Baalbek im nordöstlichen Libanon – etwa 80 Kilometer von der libanesischen Hauptstadt Beirut entfernt – nahe der syrischen Grenze.<ref name="cnn028" />
2. August 2006
- Während der Operation Sharp and Smooth landeten Spezialkräfte in der Nacht in der Umgebung der Stadt Baalbek im Nordosten des Libanons und entführten fünf Patienten eines Krankenhauses. In libanesischen Medienberichten hieß es, die mit Hubschraubern in der Nähe des Krankenhauses abgesetzte israelische Einheit habe nach den von der radikal-islamischen Hisbollah entführten Soldaten gesucht, die dort vermutet worden seien.<ref>Angriff im Norden. Zeit online, 2. August 2006</ref> Baalbek liegt über 100 km von der israelischen Grenze entfernt. Laut Angaben der Hisbollah handelt es sich bei den Entführten um Zivilisten. Andere libanesische Quellen vermuten, dass die Operation die Entführung eines hochrangigen Hisbollahmitglieds, Mohammed Yazbek, anstrebte, die misslang. Bei begleitenden Luftangriffen wurden, libanesischen Angaben zufolge, 19 Zivilisten getötet.<ref>IDF commandos nab five low-level Hezbollah men in Baalbek raid. Haaretz, 2. August 2006</ref>
- Die israelische Polizei meldete 14 grenzüberschreitende Angriffe, zwei mit Katjuscha-Raketen und zwölf mit Mörsern.<ref name="cnn028" /> Eine Rakete vom Typ Khaibar-1 schlug 70 Kilometer südlich der Grenze bei Bet Sche’an ein und damit südlicher als alle bisher von der Hisbollah abgeschossenen Raketen.<ref>Hezbollah Rocket Reaches Farthest Point. Washington Post, 2. August 2006</ref> Zwei Schiffe mit dringend benötigtem Kraftstoff sind laut Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen auf dem Weg in den Libanon. Israel habe zugestimmt, dass die vor Zypern liegenden Tanker die Häfen von Beirut und Tripoli anlaufen können.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />WFP operational update: Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 12. März 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. WFP, 2. August 2006</ref>
- Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch korrigierte ihre Angaben über den Luftangriff auf Kana. Bei dem Angriff seien nicht 56, sondern 28 Menschen getötet worden, davon 16 Kinder. 13 Menschen werden allerdings noch vermisst.<ref>Israel/Lebanon: Qana Death Toll at 28. Human Rights Watch, 2. August 2006</ref>
3. August 2006
- Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) beschäftigt sich bei einem eintägigen Krisentreffen in Malaysia mit der Lage in Nahost. Die Gewalt müsse ein Ende haben, bevor sie auf die gesamte Region übergreife „und die Hoffnung auf einen dauerhaften und gerechten Frieden im Nahen Osten“ zerstöre, sagte der pakistanische Ministerpräsident Shaukat Aziz während des Treffens, an dem Vertreter von 17 der 56 OIC-Staaten teilnehmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Islamische Staaten dringen auf Waffenruhe. ( vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) Netzeitung, 3. August 2006</ref>
- Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht ihre Angriffe auf die von der radikal-islamischen Hisbollah kontrollierten Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut wieder aufgenommen. Laut Angaben der libanesischen Polizei wurden zwei Vororte im Süden der Stadt angegriffen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel resumes airstrikes on Beirut. ( des Vorlage:IconExternal vom 8. Mai 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. CNN, 3. August 2006</ref>
- Israels Ministerpräsident Ehud Olmert sieht sein Land in dem Konflikt fast am Ziel. Er deutete aber im Gespräch mit der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera eine Fortsetzung der Kämpfe in der kommenden Woche an. Am Ende der israelischen Offensive werde eine neue Formel für die Machtbalance im Nahen Osten stehen, sagte Olmert der Zeitung.<ref>Olmert: forza di pace pronta a combattere. Corriere della Sera, 3. August 2006</ref><ref>Olmert sieht Israel im Libanonkrieg fast am Ziel. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 3. August 2006</ref>
- Israels Premier Olmert plädierte für die Beteiligung deutscher Soldaten an einer Friedenstruppe der Vereinten Nationen im Südlibanon. „Ich habe Kanzlerin Angela Merkel mitgeteilt, dass wir absolut kein Problem haben mit deutschen Soldaten im Südlibanon“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Israel habe zurzeit keinen besseren Freund als Deutschland. Als Grundvoraussetzung für den umstrittenen Einsatz deutscher Soldaten gilt die Anforderung durch Israel. Merkel hatte sich bisher zurückhaltend zu einer deutschen Beteiligung geäußert.<ref>Olmert plädiert für Einsatz deutscher Soldaten im Südlibanon. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 3. August 2006</ref>
- Vertreter der USA und Großbritanniens signalisieren ihre prinzipielle Zustimmung zu einem von Frankreich ausgearbeiteten 6-Punkte-Plan, der noch am selben Tag den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats präsentiert und bis zum Wochenende zur Abstimmung gebracht werden soll.<ref>Bush and Blair are ready to back plan for peace. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot The Times, 3. August 2006</ref><ref>Libanon-Krieg: Neuer Resolutionsentwurf vorgelegt. Zeit online, 3. August 2006</ref>
- Die libanesische Fußballnationalmannschaft wird nicht in der Qualifikation zur Fußball-Asienmeisterschaft 2007 mitwirken. Der asiatische Fußball-Verband ist der Bitte des libanesischen Verbandes, aufgrund der „tragischen Umstände“ auf die Teilnahme in der Qualifikationsgruppe D verzichten zu können, nachgekommen. Wegen des anhaltenden Israel-Libanon-Konflikt erwartet die Verantwortlichen auch keine Geldstrafe. Der libanesische Verband LFA hatte zuvor erklärt, dass es aufgrund der Zerstörungen extrem schwierig sei, die Nationalspieler zu erreichen und eine Mannschaft aufzustellen. Die Anreise zu den Auswärtsspielen sei aufgrund der Bombardierung des Flughafens in der Hauptstadt Beirut „nahezu unmöglich“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Libanon sagt für Asienmeisterschafts-Quali ab. ( des Vorlage:IconExternal vom 17. August 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. fussballweltmeisterschaft.de, 3. August 2006</ref>
- Bei Raketenangriffen der Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels starben mindestens fünf Menschen. Nach israelischen Angaben schlugen mehrere Raketen in der Stadt Akko ein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seven people killed in rocket strikes in northern Israel. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 3. August 2006 (englisch)</ref> Hisbollah-Führer Nasrallah drohte mit Raketen auf Tel Aviv, sollte Israel das Zentrum Beiruts bombardieren. Gleichzeitig bot Nasrallah die Beendigung der Raketenangriffe auf Israel an, wenn Israel von weiteren Luftangriffen absieht. Die Hisbollah wolle lieber „Mann gegen Mann“ kämpfen als unschuldige Zivilisten mit in den Krieg zu ziehen. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Mark Regew, wies das Angebot zurück. Die Hisbollah wolle sich Zeit verschaffen.<ref>Libanon-Konflikt: Hisbollah-Chef droht mit Raketen auf Tel Aviv. Stern, 3. August 2006</ref><ref>Nahost: Hisbollah-Chef droht mit Angriff auf Tel Aviv. Spiegel Online, 3. August 2006</ref>
4. August 2006
- Mit der Bombardierung von vier Brücken zerstörte Israels Armee die letzten Straßenverbindungen und Fluchtwege nach Syrien. Das Flüchtlingshilfswerk Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen sprach von der Unterbrechung einer „humanitären Lebensader“. Mit der Zerstörung der Brücken sei die wichtigste Versorgungsroute in den Libanon gekappt worden. Nach mehr als drei Wochen israelischer Luftangriffe auf den Libanon droht dort ein humanitäres Desaster. Erstmals wurden dabei auch Ziele im überwiegend von Christen bewohnten Norden der Stadt angegriffen. Im Südlibanon töteten Hisbollah-Kämpfer nach Fernsehberichten fünf Soldaten.<ref>Aid lifeline broken after Israelis hit highway. The Guardian, 5. August 2006</ref>
- Syrien droht indessen mit einem Truppeneinmarsch, wenn die israelischen Streitkräfte bei ihrem Vormarsch in die Tiefe libanesischen Territoriums das Gebiet von Masnaa im Ostlibanon erreichen sollten. „Wir hoffen, dass wir uns letztendlich nicht in das Abenteuer Israels einmischen müssen, doch wir vertrauen ihnen nicht, wenn sie so nah an unseren Grenzen stehen“, sagte Informationsminister Mohsen Bilal.<ref>Syrien droht mit Truppeneinmarsch im Libanon. RIA Novosti, 4. August 2006</ref>
- Bei einem Luftangriff auf einen Bauernhof bei Qaa (القاع) im Ostlibanon wurden 33 Landarbeiter – davon sind nach syrischen Angaben 23 Syrer – und bei einem weiteren Angriff in Taibeh sieben Zivilisten getötet.<ref>Israelische Luftangriffe: Dutzende Zivilisten im Libanon getötet. Spiegel Online, 4. August 2006</ref>
5. August 2006
- In der Nacht flog die israelische Luftwaffe etwa 70 Angriffe auf Ziele im Libanon. Dabei seien unterirdische Anlagen der Hisbollah, Waffenlager und Raketenstellungen der radikal-islamischen Hisbollah zerstört worden, sagte ein Militärsprecher in Tel Aviv. Am Morgen griffen Kampfflugzeuge nach Angaben der libanesischen Polizei erneut Vororte Beiruts an. Darüber hinaus landete ein Spezialkommando von israelischen Fallschirmjägern mit Hubschraubern in Tyros. Sie stürmten ein fünfstöckiges Haus, in dessen zweitem Stock eine Hisbollah-Zelle vermutet wurde. Bei der Stürmung wurden nach israelischen Angaben mindestens drei Hisbollah-Kombattanten getötet und sechs israelische Soldaten verletzt, zwei davon schwer. Zum ersten Mal griff auch die libanesische Armee in die Kämpfe ein und beschoss die israelischen Hubschrauber mit Luftabwehrraketen. Ein libanesischer Soldat und vier Zivilisten wurden nach Angaben der israelischen Polizei getötet.<ref>Nahostkrieg: Schwerste Bombardements seit Beginn der Angriffe. Spiegel Online, 5. August 2006</ref><ref>Israeli commandos stage Tyre raid. BBC, 5. August 2006</ref> Das Kommandounternehmen richtete sich gegen die Hisbollah-Einheit, die für die Raketenattacke auf Chadera am 4. August 2005 verantwortlich war, berichtete Associated Press.<ref name="cnn058">Security Council considers U.S., French truce plan. CNN, 5. August 2006</ref>
- Die Hisbollah schoss nach Angaben der israelischen Polizei 170 Raketen nach Israel.<ref name="cnn058" />
- In der Debatte um eine deutsche Beteiligung an einer UN-Libanon-Truppe lehnt die Bundesregierung trotz israelischen Drängens eine Festlegung weiter ab. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer zu frühen Entscheidung. „Angesichts der Bedeutung dieser Frage verbietet sich jeder Schnellschuss, und zwar in die eine wie die andere Richtung“, sagte der SPD-Politiker dem Spiegel. Er reagierte auf Israels Ministerpräsident Olmert, der sich für eine deutsche Beteiligung an der geplanten UN-Truppe ausgesprochen hatte. Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Reinhold Robbe, hält die Zeit für einen Einsatz deutscher Soldaten in Nahost noch nicht für „ansatzweise reif“.<ref>Koalition: Warnung vor Bundeswehreinsatz in Nahost. Spiegel Online, 5. August 2006</ref> Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), steht direkten militärischen Aufgaben der Bundeswehr im Nahen Osten äußerst skeptisch gegenüber. Es sei schwer vorstellbar, dass deutsche Soldaten mit dem Gewehr im Anschlag israelischen gegenüberstünden.<ref>Libanon-Schutztruppe: Berlin lehnt Israels Bitte um Soldaten ab. In: Die Welt, 5. August 2006</ref> Der Sprecher des Seeheimer Kreises der SPD, Johannes Kahrs, glaubt nicht, dass ein Einsatz der Bundeswehr im Bundestag mehrheitsfähig ist.<ref>Israel bringt Deutsche in Verlegenheit. In: Berliner Zeitung, 5. August 2006</ref>
- Die USA und Frankreich haben sich auf einen Resolutionsentwurf des UN-Sicherheitsrats geeinigt.<ref>USA und Frankreich offenbar einig bei Nahost-Resolution. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebotReuters, 5. August 2006</ref> Der Entwurf ruft zur vollständigen Beendigung der Gewalt zwischen Israel und der Hisbollah auf. Israel werde jedoch das Recht zugestanden, sich gegen Angriffe der Hisbollah mit Gegenangriffen zur Wehr zu setzen.<ref>USA und Frankreich einigen sich auf UN-Resolution (tagesschau.de-Archiv), Tagesschau, 5. August 2006</ref> Libanons Ministerpräsident Fouad Siniora teilte unterdessen mit, dass der Entwurf „nicht ausreichend“ sei. Die Hisbollah bezog auch postwendend Stellung und sagte, dass man einem Waffenstillstand nur zustimmen werde, wenn alle israelischen Soldaten den Libanon verlassen. Ein Abzug wird in dem Entwurf nicht erwähnt.<ref name="cnn058" />
6. August 2006
- Israels Justizminister Chaim Ramon begrüßte den Resolutionsentwurf, erklärte aber, Israel hege Zweifel, dass die Hisbollah eine wie auch immer geartete Resolution einhalten wird. Israel werde seine Militäraktionen fortsetzen, ließ er verlauten.<ref>Nahostkrieg: Israel begrüßt Resolutions-Entwurf – und bombt weiter. Spiegel Online, 6. August 2006</ref>
- Bei einem Raketenangriff der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den israelischen Kibbutz Kfar Giladi sind 12 israelische Soldaten getötet worden. Etliche Menschen wurden verletzt. Es ist die höchste Opferzahl bei einem einzelnen Angriff auf Israel seit Beginn der Kämpfe am 12. Juli. In Haifa starben 3 Menschen durch einen Raketenangriff der Hisbollah, Dutzende wurden verletzt.<ref name="BBC0608">Hezbollah launches rocket barrage. BBC, 6. August 2006</ref>
- In Haifa starben durch einen Raketenangriff der Hisbollah drei Menschen, Dutzende wurden verletzt.<ref name="BBC0608" />
- Im Lauf der Woche hat Israel 30.000 Reservisten einberufen. Am Sonntag teilte der Chef des Militärgeheimdienstes, General Amos Yadlin, mit, dass man einen der an der Entführung der beiden israelischen Soldaten beteiligten Hizbollah-Kämpfer gefangen genommen habe.<ref name="Haaretz0608a"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IAF air strike kills six Lebanese family members, wounds two. ( vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Haaretz, 7. August 2006</ref> Der Name wurde mit Hassin Ali Saliman angegeben. Nach Behauptungen der israelischen Streitkräfte wurde der 22-jährige auch im Iran durch iranische Soldaten zum Terroristen ausgebildet. Eine Videoaufzeichnung seines Verhörs wird auf einer Armee-Website angeboten.<ref>Siehe YouTube: Interrogation of Hezbollah terrorist, eingestellt am 31. Januar 2007</ref>
- Bei einem Hizbollah-Angriff auf das Beduinendorf Arab al-Aramshe in Westgaliläa wurden drei arabische Frauen getötet.<ref name="Haaretz0608b"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mother, two daughters killed in rocket strike on Bedouin village. ( vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Haaretz, 6. August 2006</ref>
7. August 2006
- In der Nacht zum 7. August 2006 haben Israelische Kampfflugzeuge erneut Ziele im Libanon bombardiert. Berichte von israelischen Luftangriffen gibt es aus den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut und der Bekaa-Ebene. Nach libanesischen Angaben starben im Südlibanon mindestens 14 Zivilisten. Die Anzahl der Toten in dem Konflikt wird auf 1000 geschätzt, die meisten davon Zivilisten.<ref name="ZDF_0708"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Libanesische Regierung will 15.000 Soldaten entsenden. ( vom 15. Oktober 2007 im Internet Archive) ZDF, 7. August 2006</ref>
- Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats haben in New York ihre Beratungen über den jüngsten Resolutionsentwurf zum Libanon vertagt. Nach Angaben des russischen UN-Botschafters Tschurkin ist der Rat von einer Übereinkunft noch weit entfernt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Libanonkrieg: UN-Sicherheitsrat kommt nicht weiter. ( vom 4. Januar 2014 im Internet Archive) Zeit online, 7. August 2006</ref>
- In Beirut teilte der libanesische Ministerpräsident Fouad Siniora bei einem Treffen der Außenminister der Arabischen Liga erneut mit, dass ein Plan für eine UN-Resolution, welche darauf abzielt, die Kampfhandlungen zu beenden, „nicht ausreichend“ sei, doch ein hoher Berater sagte, dass Sinioras Regierung die Resolution nicht „in Gänze“ verworfen habe. Der Resolutionsentwurf, aufgestellt von den Vereinigten Staaten und Frankreich, fordert „die sofortige Einstellung aller Hisbollah-Attacken und die sofortige Einstellung aller offensiven Militäroperationen von Seiten Israels.“ Libanon lehnt den Entwurf ab und verlangt, dass die Forderung nach einem schnellen Abzug Israels in die Resolution aufgenommen wird. Eine zweite Resolution sieht die Installierung einer internationalen Friedenstruppe vor, so dass Libanons Armee in der Lage ist, die Zone der südlichen Landesgrenze zu überwachen, wo die Hisbollah, seit dem israelischen Rückzug im Jahre 2000, an der Macht ist. Sinioria teilte auch mit, dass ein israelischer Luftschlag auf das südlibanesische Dorf von Hula 40 Menschen das Leben gekostet habe; später korrigierte sich Siniora und sagte, dass lediglich ein Mensch ums Leben gekommen sei.<ref>Lebanon proposes plan to end violence. CNN, 8. August 2006 (englisch)</ref> Es sind inzwischen mehr als 140.000 Menschen aus dem Libanon nach Syrien geflohen.<ref>Die Flüchtlinge werden wie Gäste behandelt. In: Tagesspiegel. 7. August 2006 (archive.org).</ref>
- Israels Verteidigungsminister Amir Peretz sagte, die Bodenoffensive im Libanon werde ausgeweitet, falls die Diplomatie keinen Erfolg bringe.<ref>Cabinet to meet over expansion of ground operations. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Haaretz, 8. August 2006</ref>
- Bundesaußenminister Steinmeier kündigte an, morgen, am 8. August 2006, zu einem weiteren Vermittlungsbesuch in die Region zu reisen.<ref>Steinmeier reist morgen erneut in den Nahen Osten. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot dpa, 7. August 2006</ref>
- Die israelische Luftwaffe hat am Abend erneut Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut geflogen. Im Vorort Shiyeh kamen über 40 Menschen ums Leben.<ref>Lebanese direct growing anger at US. Christian Science Monitor, 10. August 2006</ref><ref>Hot air pushed me off my chair. I was on the ground. I thought I was dead. The Guardian, 12. August 2006</ref>
- US-Präsident George W. Bush hat sich gegen einen sofortigen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon ausgesprochen. Es dürfe kein Vakuum geschaffen werden, in das dann die Hisbollah eindringe, sagte Bush in Crawford (Texas).<ref>Bush cautions on Lebanon cease-fire. USA Today, 8. August 2006</ref>
- Die Arabische Liga stellte sich unterdessen hinter den Friedensplan der libanesischen Regierung. Vertreter der Organisation reisten nach New York, um bei der Uno für den Standpunkt zu werben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Al-Khatib: „Arab ministerial meeting adopts Lebanese stand“. ( vom 27. September 2007 im Internet Archive) Kuwait News Agency, 7. August 2006</ref> Der Plan sieht im Gegensatz zum UN-Resolutionsentwurf den sofortigen Waffenstillstand und Abzug der Israelis vor.<ref>Arabs demand Israel pullout as more civilians die. In: The Telegraph – Calcutta, 7. August 2006</ref>
- Die libanesische Armee hat heute Reservisten einberufen. Passend dazu verlautete aus Regierungskreisen, noch heute solle die Verlegung von Truppen in den Süden des Landes beschlossen werden.<ref>Nahost-Krieg: Libanon will Truppen in den Süden schicken. Spiegel Online, 7. August 2006</ref> Dabei geht es um eine Zahl von 15.000 Soldaten, die in die Gebiete einrücken sollen, aus denen sich die israelische Armee zurückziehen soll.<ref>Lebanon commits 15,000 troops to south. Washington Post, 7. August 2006 (engl.)</ref>
8. August 2006
- Zwei israelische Soldaten starben beim Ort Bint Dschubail. Drei Soldaten starben während heftiger Kämpfe mit der Hisbollah im Süden des Libanons. Dabei wurden auch 14 Soldaten verletzt.<ref name="Haaretz1008a"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />15 soldiers killed Wednesday in south Lebanon. ( vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Haaretz, 10. August 2006</ref>
- Israel warf Flugblätter ab, welche die Bevölkerung warnten sich nach 22 Uhr draußen aufzuhalten. Wie ein israelischer Militärsprecher mitteilte, würde dies ein Risiko sein.<ref name="Haaretz1008a" />
9. August 2006
- Israel greift erstmals ein palästinensisches Flüchtlingslager im Libanon an. Nach Berichten der libanesischen Polizei wurde das größte Flüchtlingslager im Libanon nahe Sidon, in dem etwa 50.000 Flüchtlinge leben, angegriffen. Dabei starben 2 Menschen und 15 Leute wurden verletzt. Direkt neben dem bombardierten Gebäude grenzte ein Zentrum, das dem Fatah-Führer Munir Makdah unterstand.<ref>Flüchtlingslager bombardiert. Zeit online, 9. August 2006</ref>
- Bei den heftigen Kämpfen mit Hizbollah-Guerilleros in Ayta al-Shaab und Dibel sind 15 israelische Soldaten getötet und 10 weitere verwundet worden.<ref name="Haaretz1008a" />
- Mindestens ein israelischer Soldat einer Fallschirmjäger-Reserveeinheit ist durch Beschuss aus einem israelischen Panzer („friendly fire“) im Dorf A-Taibeh ums Leben gekommen. Zehn weitere Soldaten der Einheit wurden dabei verwundet.<ref name="Haaretz1008b"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friendly fire kills one IDF soldier, may have caused other fatalities. ( vom 18. August 2006 im Internet Archive) Haaretz, 10. August 2006</ref>
- Das israelische Sicherheitskabinett hat eine Ausweitung der Bodenoffensive im Libanon beschlossen. 30.000 Soldaten sollen bis zum Fluss Litani vorrücken. Eli Yishai, Vize-Ministerpräsident Israels, hat angekündigt, dass die neue Offensive rund 30 Tage dauern werde.<ref>Krieg im Libanon: Israel beschließt massive Ausweitung der Bodenoffensive. Spiegel Online, 9. August 2006</ref>
10. August 2006
- Israel will die geplante Bodenoffensive in den Libanon bis zum Wochenende aufschieben, um die Chancen der Bemühungen um einen Waffenstillstand zu verbessern. Der israelische Finanzminister Avraham Hirchson beziffert die bisherigen Kosten des Krieges für Israel auf 1,6 Milliarden US-$.<ref name="cbs108">Israel stopping offensive until weekend. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot CBS, 10. August 2006</ref>
- Bei einem Hizbollah-Angriff auf das westgaliläische Dorf Dir al-Assad wurden der 5-jährige Fathi Assadi und seine Mutter Miriam, beide israelische Araber, getötet und elf weitere Menschen verletzt.<ref name="cbs108" /><ref>Mother and son killed in rocket attack. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Jerusalem Post, 10. August 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Five people hurt in Katyusha rocket strikes in northern Israel. ( vom 20. August 2006 im Internet Archive) Haaretz, 11. August 2006</ref>
- Die Hisbollah feuerte nach israelischen Angaben wieder mindestens 110 Raketen auf den Norden Israels ab.<ref name="spon1008">Sicherheitsrat: Diplomaten erwarten rasche Einigung auf Libanon-Resolution. Spiegel Online, 10. August 2006</ref> Bis heute hat die Hizbollah mehr als 3500 Raketen auf Israel abgefeuert.
- Frankreich und die USA rangen weiterhin um einen gemeinsamen Resolutionsentwurf. Uneinigkeit bestand über den Zeitpunkt des Rückzugs Israels. Die USA unterstützten weiterhin die israelische Position, nach der der Rückzug zeitgleich mit der Stationierung einer internationalen Sicherheitstruppe erfolgen soll, während Frankreich die libanesische Position vertritt, nach welcher der Rückzug zeitgleich mit der Stationierung der libanesischen Armee erfolgen soll.<ref name="spon1008" />
- Nach russischen Angaben sind die Verhandlungen in der Nacht auf Freitag gescheitert. Russland will einen eigenen Entwurf vorlegen, der zu einer 72-stündigen humanitären Waffenruhe aufruft. Die Krise sei zu ernst, um auf einen permanenten Waffenstillstand warten zu können, erklärte der russische UNO-Botschafter Tschurkin.<ref>UN-Sicherheitsrat – Keine Einigung zu Libanon-Resolution. Süddeutsche Zeitung, 11. August 2006</ref>
- Nach Angaben des libanesischen Innenministers Ahmad Fatfat haben israelische Truppen bei der Einnahme der überwiegend christlich bewohnten Stadt Marjajoun die örtliche Kaserne besetzt und 350 Soldaten und Polizisten festgesetzt. „Die Truppen weigerten sich [die Kaserne mit den israelischen Streitkräften zu teilen] und sagten sie würden gehen, aber die Israelis ließen sie nicht“, sagte der Minister. Nach israelischen Angaben wurde niemand gefangen genommen. Eine Armeesprecherin sagte, man habe die Soldaten lediglich gebeten, sicherheitshalber in der Kaserne zu bleiben, weil rund um die Stadt schwere Kämpfe getobt hätten.<ref>Lebanon: 350 soldiers, police detained. Washington Post, 10. August 2006</ref>
11. August 2006
- Der UN-Menschenrechtsrat der UNO hat in Genf mit 27 gegen 11 Stimmen (bei 8 Enthaltungen) die Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung von mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen verlangt. Die Sitzung war von Tunesien und der Arabischen Liga beantragt worden.<ref>UN-Menschenrechtsrat verurteilt Israels Vorgehen. Welt online, 11. August 2006</ref> Die Mehrheit der 47 Mitgliedsländer des Menschenrechtsrats – darunter Russland und China – stimmte für eine Resolution, die Israel der systematischen Verletzung der Menschenrechte und internationaler Abkommen beschuldigt. Deutschland votierte mit anderen EU-Ländern gegen das Papier.<ref>Libanon-Krise: UN-Menschenrechtsrat verurteilt Israel. In: FAZ, 11. August 2006</ref>
- Hisbollah gab an, bei Aita asch-Scha'b 15 israelische Soldaten getötet zu haben und räumte ein, selbst vier Kämpfer verloren zu haben, gab jedoch den Ort nicht an. Im Hisbollah-TV-Sender Al-Manar wurde gemeldet, dass Hisbollah ein Kanonenboot vor der Küste von Tyros getroffen und 12 Seeleute getötet und verletzt habe. Die Meldung wurde von der israelischen Armee dementiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hezbollah Claims It Sunk Israeli Gunboat. ( vom 12. April 2008 im Internet Archive) CBS, 11. August 2006</ref>
- Bei einem Luftangriff auf eine Brücke am Grenzübergang zu Syrien bei Abboudiyeh im Norden des Libanon wurde mindestens zwölf Menschen getötet. Die Küstenstraße zur nördlichen Grenze ist damit der einzige verbleibende Fluchtweg zu Lande.<ref>Israel Blasts Lebanese Border Bridge. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot CBS, 11. August 2006</ref>
- UNIFIL-Truppen haben aus Mardsch Uyun (Marjayoun) in Absprache mit den israelischen Streitkräften 350 libanesische Soldaten evakuiert. Dem Konvoi haben sich hunderte von Personenfahrzeugen angeschlossen. Nach Augenzeugenberichten sollen 3500 Menschen auf diese Weise die Stadt verlassen haben, davon mehrere hundert Menschen aus umliegenden schiitischen Dörfern stammend.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Thousands of southern Lebanese set to quit towns ( des Vorlage:IconExternal vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. oneindia.in: , 11. August 2006</ref>
- USA und Frankreich einigen sich auf gemeinsame UN-Resolution. Der Entwurf sieht den schrittweisen Rückzug Israels aus Südlibanon, bei gleichzeitiger Stationierung der libanesischen Armee vor und soll dem Sicherheitsrat noch heute vorgelegt werden. Außerdem soll UNIFIL um 15.000 Mann verstärkt und mit einem robusten Mandat versehen werden. Weitere Details sind noch unbekannt.<ref>Durchbruch in New York – Einigung auf neuen Resolutionsentwurf. Süddeutsche Zeitung, 11. August 2006</ref>
- Trotz dieser Einigung von USA und Frankreich bereitet Israel weiter eine Bodenoffensive vor, bei der die Streitkräfte zum Litani-Fluss vorrücken sollen.<ref>Naher Osten: Israel ordnet Ausweitung der Bodenoffensive an. In: FAZ, 11. August 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />UNO-Resolution steht offenbar. ( vom 5. März 2007 im Internet Archive) heute.de, 11. August 2006</ref>
- Eine Drohne der israelischen Luftwaffe hat den von UNIFIL begleiteten Flüchtlingskonvoi aus Mardsch Uyun im Libanon bei Chtaura auf der Westseite des Bekaa-Tals angegriffen. Dabei sind dem libanesischen Roten Kreuz zufolge mindestens sieben Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden. Der Konvoi sollte 350 libanesische Soldaten aus Marajyoun abtransportieren. Etwa 3500 Zivilisten hatten sich ihm angeschlossen. Israel hat den Angriff inzwischen als Fehler bezeichnet.<ref>Libanon: Israelische Streitkräfte beschießen Flüchtlingskonvoi. Spiegel Online, 11. August 2006</ref><ref>IDF drone fires on refugee convoy. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebotThe Jerusalem Post, 12. August 2006</ref>
- Israel und Libanon erklärten sich vor der Sitzung des UN-Sicherheitsrates mit dem Resolutionsentwurf einverstanden.<ref>Nahostkonflikt: Israel und Libanon wollen Uno-Resolutionsentwurf zustimmen. Spiegel Online, 11. August 2006</ref>
- In der Nacht beschließt der UN-Sicherheitsrat einstimmig die Resolution 1701. Darin wird Israel zum Verzicht auf weitere Offensiven im Libanon und die Hisbollah-Miliz zur Einstellung ihre Angriffe aufgerufen. Weiterhin wird der schnellst mögliche Rückzug Israels aus Südlibanon gefordert. Der Rückzug soll gleichzeitig mit der Stationierung der libanesischen Armee stattfinden. Zur Unterstützung der libanesischen Armee soll UNIFIL auf 15.000 Mann aufgestockt werden.<ref>Security Council votes unanimously for an end to hostilities in the Middle East. UN-NEWS, 11. August 2006</ref>
12. August 2006
- Unterdessen weitet Israel seine Offensive trotz der Resolution wie angekündigt aus. Die Kämpfe sollen mindestens bis zur Kabinettsabstimmung über die Resolution am Sonntag andauern, sagt ein Mitglied der Regierung. Der israelische Generalstabschef Dan Chalutz spricht dagegen davon, dass die Kämpfe noch eine Woche anhalten könnten.<ref name="stern128">Nach UN-Resolution: Am Montag könnten die Waffen schweigen. Stern, 12. August 2006</ref>
- Hassan Nasrallah hat Zustimmung zur Libanon-Resolution des Weltsicherheitsrats geäußert und wird der UN-Forderung nach Waffenruhe folge leisten. Die Hisbollah behält sich aber vor, so lange weiterzukämpfen wie Israel seine Bodenoffensive fortsetze. Israel hat der Resolution noch nicht zugestimmt. Eine entsprechende Abstimmung ist für Sonntag geplant.<ref name="stern128" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nasrallah und libanesische Regierung billigen Resolution. ( des Vorlage:IconExternal vom 30. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Basler Zeitung, 12. August 2006</ref>
- Bei Gefechten mit der Hizbollah sind am Samstag 19 israelische Soldaten getötet worden, darunter auch der Sohn des israelischen Schriftstellers und Friedensaktivisten David Grossmann.<ref>David Grossman’s son killed in battle. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot The Jerusalem Post, 14. August 2006</ref> Weitere 85 wurden verwundet, zwölf davon schwer. Zwei der Getöteten wurden im Dorf Shakif-al-Amal versehentlich von einem israelischen Panzer überrollt. Laut Angaben der israelischen Armee wurden am Samstag 40 Hizbollah-Kämpfer getötet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />24 IDF soldiers killed in Lebanon on Saturday. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 14. August 2006</ref><ref name="JPost1408b">The stories of the fallen in Lebanon. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot The Jerusalem Post, 14. August 2006</ref>
- Die israelischen Streitkräfte bestätigte am Samstag, dass erstmals ein Transporthubschrauber der IAF mit einer Panzerabwehrrakete der Hizbollah abgeschossen worden ist. Hizbollah behauptet dagegen, es habe sich um eine neuartige Rakete namens Waad gehandelt. Dabei starben 5 Soldaten, darunter eine Soldatin.<ref name="JPost1408b" /> Libanesischen Angaben zufolge soll die Hizbollah auch eine israelische Drohne abgeschossen haben.<ref name="Guardian1408a">Beirut bombarded hours before start of ceasefire. The Guardian, 14. August 2006</ref>
- Bei einem israelischen Luftangriff auf das Dorf Rshaf im Südlibanon wurden 15 Zivilisten getötet. Israelische Raketen töteten weitere drei Menschen in einem Auto bei Kharayeb. In der Nacht auf Samstag ist ein libanesischer Soldat bei einem Luftangriff auf eine Armeebasis im westlichen Bekaa-Tal getötet worden.<ref name="BBC1208">Hezbollah „will observe UN truce“. BBC, 12. August 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IAF strikes and ground assaults kill at least 19 across Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 25. August 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 13. August 2006</ref>
- Die libanesische Regierung stimmt UNO-Resolution einstimmig zu, äußert aber Bedenken in einigen Detailfragen und will sich am Sonntag darüber besprechen. Im Kabinett sind auch zwei Minister der Hisbollah vertreten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Libanesische Regierung stimmt UNO-Resolution einstimmig zu. ( vom 20. September 2008 im Internet Archive) APA, 12. August 2006</ref>
- Israel und Libanon haben UN-Generalsekretär Annan gegenüber zugesichert, dass am Montag um 7:00 MESZ die Waffenruhe beginnt.<ref>Annan vereinbart Waffenruhe mit Israel und Libanon (tagesschau.de-Archiv) tagesschau.de, 13. August 2006</ref>
13. August 2006
- Im israelischen Kabinett stimmten 24 Regierungsmitglieder für die Waffenruhe, eines enthielt sich der Stimme. Damit akzeptiert auch Israel die Resolution. Israel werde nur parallel zum Vorrücken von UN-Soldaten und libanesischen Kräften abziehen, nicht wenn einzelne Soldaten des Libanon die Israelis bei ihrem Eintreffen zum Abzug aufforderten, sagte die israelische Außenministerin Tzipi Livni.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nahost-Krieg: Abzug nur bei Stationierung von Friedenssoldaten. ( des Vorlage:IconExternal vom 4. Januar 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Stern, 13. August 2006</ref>
- Die Gefechte wurden heute unvermindert fortgeführt. Die israelische Polizei berichtet von dem Einschlag von 250 Raketen, von denen einige das Stadtzentrum von Haifa trafen. Dabei wurde ein 70-jähriger Mann getötet und 53 weitere verletzt.<ref>Hizbullah leader claims victory. The Guardian, 14. August 2006</ref> Israel bombardierte den Süden Beiruts, mehrere Wohnblocks wurden in 20 Explosionen zerstört. Bei Angriffen auf die libanesische Hafenstadt Tyrus und andere Gebiete wurden am Sonntag insgesamt 18 Zivilisten und vier Soldaten getötet. Auch die Bodenoffensive rückt weiter in Richtung Litani vor. Fünf israelische Soldaten wurden getötet, weitere 30 verwundet, zehn davon schwer.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Peretz: Israel, UNIFIL officials coordinating land handover. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 14. August 2006</ref><ref>Plötzliche Ruhe. Zeit online, 14. August 2006</ref>
- Israel erklärt sich erstmals zu Verhandlungen über die Freilassung der gefangenen Soldaten bereit, sagte Israels Außenministerin Livni. Auch die Mutter eines der Gefangenen sagte im Fernsehen, Olmert plane nun doch einen Gefangenenaustausch mit der Hisbollah.<ref>Entführte Soldaten: Israel jetzt zu Verhandlungen bereit. Spiegel Online, 13. August 2006</ref> Ministerpräsident Ehud Olmert hat am 14. Ofer Dekel zum „Sondergesandten betreffend die Rückkehr der drei entführten israelischen Soldaten“ ernannt.<ref name="standard14082006">Israel und Libanon sprechen über Umsetzung der UNO-Resolution. Der Standard, 14. August 2006 (kostenpflichtig)</ref>
- Die Hisbollah lehnt nach den Worten eines ungenannten libanesischen Ministers ihre Entwaffnung ab.<ref>Libanon-Krieg: Hisbollah lehnt Entwaffnung ab. Zeit online, 13. August 2006</ref>
- An den letzten beiden Tagen hat die israelische Armee Flugblätter mit den Namen von 180 getöteten und identifizierten Hizbollah-Kämpfern über dem Libanon abgeworfen und diese Namen auch auf den von der Hizbollah genutzten Fernseh- und Radiofrequenzen ausgestrahlt.<ref name="IDF1408"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />List of 180 dead Hezbollah terrorists released of an estimated 530 killed since start of fighting. ( des Vorlage:IconExternal vom 27. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Israelische Streitkräfte, 14. August 2006</ref>
14. August 2006
- Bis zum unmittelbaren Beginn der Waffenruhe Um 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) lieferten sich Israel und die Hisbollah heftige Gefechte und die israelische Luftwaffe griff Ziele im Südlibanon und in Ostbeirut an. Die Waffenruhe wurde pünktlich von beiden Seiten eingehalten. Israel begann mit dem Abzug einzelner Truppenverbände.<ref>Waffenruhe im Libanon in Kraft getreten. Hamburger Abendblatt, 14. August 2006</ref>
- Die israelische Armee gab an, in Notwehr bislang sechs Hisbollah-Kämpfer getötet zu haben. Derweil begeben sich im Südlibanon Zehntausende Flüchtlinge auf den Heimweg. Israel und Libanon warnen die Flüchtlinge vor einer übereilten Rückkehr.<ref name="tagesanzeiger14082006">Waffenruhe hält, Flüchtlinge kehren zurück. Tages-Anzeiger, 14. August 2006</ref>
- Bis heute hat die Hisbollah mehr als 4000 Raketen auf Israel abgefeuert. Allein am 13. August wurde der Einschlag von 250 Raketen gemeldet.<ref name="Guardian1408a" />
- Einer Bekanntmachung der israelischen Regierung zufolge hat der Libanonkrieg 2006 auf israelischer Seite insgesamt 39 Zivilisten, davon sieben Kinder, acht Frauen und 15 nicht-jüdische israelische Bürger, und 117 Soldaten, 50 davon 21 Jahre alt oder jünger, das Leben gekostet.<ref name="Israel-PMO"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hizballah’s Attack on Israel. ( vom 19. Februar 2007 im Internet Archive) Israelische Regierung – Büro des Premierministers, 13. August 2006 (Website zeigt Fotos der meisten Opfer)</ref>
- Nach Aussage des israelischen Ministerpräsident Olmert sei „die Präsenz der Hisbollah im Süden zerstört“, ebenso das Waffenarsenal, was er als strategischen Vorteil wertete. Das Selbstvertrauen der Hisbollah sei geschädigt. Im Parlament sagte er, dass Israel die Führung der Hisbollah weiterhin verfolgen werde.<ref name="tagesanzeiger14082006" />
- Auch Hizbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah sprach von einem «strategischen, historischen Sieg» über Israel. «Wir sind siegreich aus einem Krieg hervorgegangen, in dem große arabische Armeen (zuvor) geschlagen wurden», sagte Nasrallah. Die Hisbollah versprach, sie werde beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete helfen.<ref name="tagesanzeiger14082006" />
- 5 bis 10 Raketen der Hisbollah sind im südlichen Libanon eingeschlagen. Niemand wurde verletzt, nichts wurde beschädigt. Die Armee sehe keinen Anlass für eine unmittelbare Antwort und keinen Bruch der Waffenruhe, da Israel nicht getroffen worden sei.<ref>Waffenruhe im Libanon weitgehend stabil. Deutschlandradio, 14. August 2006</ref>
- Militärvertreter der UN (UNIFIL-Kommandant Alain Pellegrini), Libanons und Israels sind im Grenzort Ras Nakura zu Gesprächen über die Umsetzungsmodalitäten der Resolution 1701 zusammengekommen. In den Gesprächen ging es um den Rückzug der israelischen Streitkräfte und die Stationierung libanesischer Soldaten im Südlibanon.<ref name="standard14082006" />
- Ministerpräsident Ehud Olmert hat den früheren Vizechef des Geheimdiensts Shin Beth beauftragt, sich um die Befreiung der im Libanon und im Gaza-Streifen entführten Soldaten zu bemühen.<ref name="standard14082006" /> Nach Aussage hoher israelischer Offiziere kämen 13 Häftlinge der Hisbollah in Frage. Zusätzlich könnten die Leichen von dutzenden Hisbollah-Kämpfern übergeben werden.<ref>Israel erwägt Gefangenenaustausch mit Hisbollah. Welt online, 15. August 2006</ref>
- Der Libanon will am Dienstag mit dem Kampf gegen den Ölteppich an seiner Mittelmeerküste beginnen. Da Israel die Luft- und See-Blockade noch aufrechterhält, gestalten sich Aufräumarbeiten als schwierig. Experten schätzen die Kosten auf 100 Millionen Dollar.<ref>Libanon: Kampf gegen Ölteppich im Mittelmeer beginnt. Der Standard, 14. August (kostenpflichtig)</ref>
- Der Enthüllungsjournalist Seymour M. Hersh will herausgefunden haben, dass Israel schon lange vor den Entführungen zweier Soldaten durch die Hisbollah am 12. Juli einen Plan hatte, die Hisbollah anzugreifen, und dass Beamte der Bush-Regierung darüber unterrichtet waren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Annals of National Security: Watching Lebanon. ( vom 15. Juni 2008 im Internet Archive) The New Yorker, 14. August 2006</ref>
15. August 2006
- Syriens Präsident Baschar al-Assad hat sich zur Unterstützung der Hisbollah bekannt und die arabischen Nationen zur Unterstützung der Hisbollah aufgerufen.<ref name="szonline15082006"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Steinmeier sagt Syrien-Besuch ab. ( des Vorlage:IconExternal vom 8. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. SDA, 15. August 12006</ref> Weiterhin sagte er „Israel ist unser Feind und will keinen Frieden“, nannte aber gleichzeitig seine Bedingung für einen Frieden: „Friede würde bedeuten, dass Israel die besetzten Gebiete zurückgibt.“<ref>Kommentar: „Steinmeier hat eine Chance verschenkt“ (tagesschau.de-Archiv) tagesschau.de, 16. August 12006</ref>
- Als Reaktion auf Assads Rede hat Frank-Walter Steinmeier seine Reise nach Syrien kurzfristig abgesagt. Er sagte, die Aussagen Assads seien „ein negativer Beitrag, der den gegenwärtigen Herausforderungen und Chancen im Nahen Osten in keiner Weise gerecht wird“.<ref name="szonline15082006" /> Die US-Regierung hat die Konten von zwei hohen syrischen Offizieren in den USA wegen der Finanzierung der Hisbollah gesperrt.<ref>Terrorismus: USA sperren Konten syrischer Offiziere. Spiegel Online, 16. August 12006</ref>
- Israel räumte die knapp eine Woche zuvor besetzte Stadt Mardsch Uyun. Der Truppenabzug soll nach Angaben israelischer Offiziere in der nächsten Woche abgeschlossen sein. Bis Ende der Woche können die libanesischen Soldaten am Nordufer des Litani eintreffen, teilte der libanesische Verteidigungsminister mit. Die erste Verstärkung der UNIFIL Truppen wird in 10 Tagen erwartet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel begins thinning forces in Lebanon; Annan warns Hezbollah and Israel. ( des Vorlage:IconExternal vom 5. September 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. israelinsider, 15. August 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel says it has begun withdrawal from Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 4. Mai 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. CNN, 17. August 2006</ref>
- UNFIL-Kommandeur Generalmajor Alain Pellegrini stellte klar, dass die UN-Soldaten nicht versuchen werden, die Hisbollah-Miliz im Südlibanon zu entwaffnen. Dies sei Aufgabe des Libanon.<ref>UNIFIL peacekeepers will not disarm Hizbullah. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot In: The Jerusalem Post, 15. August 2006</ref>
16. August 2006
- Israel besteht auf der vollständigen Umsetzung der UN-Resolution 1701 und droht der Hisbollah mit Fortsetzung des Krieges, sollte sie als bewaffnete Organisation fortbestehen. Die UN-Resolution sei eindeutig: Die Hisbollah muss aus dem Grenzgebiet entfernt, ihre Waffen beschlagnahmt und die Organisation aufgelöst werden, sagte ein Regierungsvertreter aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten.<ref name="sz168">Naher Osten – Israel droht Hisbollah mit Fortsetzung des Krieges. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot In: Süddeutsche Zeitung, 16. August 2006</ref>
- Die Hisbollah lehnt ihre Entwaffnung ab, solange sich israelische Soldaten im Libanon und im Gebiet der Schebaa-Farmen aufhalten. „Die Präsenz israelischer Panzer im Süden ist eine Aggression, und der Widerstand behält sich das Recht vor, dieser Aggression zu begegnen“, verkündete ihr Scheich Nabil Kauk in Tyrus.<ref>Libanon: Hisbollah lehnt Entwaffnung ab. Spiegel Online, 16. August 2006</ref> Die Hisbollah hat gestern noch einmal betont, dass sie nach der Stationierung der Stabilisierungstruppe keine bewaffnete Präsenz im Südlibanon zeigen und die waffenfreie Zone akzeptieren werde.<ref>Eklat im Nahen Osten. Sächsische Zeitung, 15. August 2006</ref>
- Der israelische Generalstabschef Dan Chalutz, der bislang einen Abzug innerhalb von zehn Tagen in Aussicht gestellt hatte, erklärte, dass seine Truppen solange im Südlibanon blieben, bis die multinationale UN-Truppe stationiert sei: „Selbst wenn es Monate dauert.“<ref>Israel Plans to Remain in Lebanon Until Force Arrives. The New York Times, 16. August 2006</ref>
- Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Polen, Slowakei, Spanien, Schweden und Tschechien sind grundsätzlich bereit, an der UNIFIL-Mission mitzuwirken.<ref>Zwölf EU-Staaten grundsätzlich zu Einsatz im Libanon bereit. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot dpa, 16. August 2006</ref> Es gibt auch Berichte, wonach sich die Schweiz eventuell an der Mission beteiligt.<ref name="news.search.ch16082006"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Frankreich verlangt Ende der Blockade. ( des Vorlage:IconExternal vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. news.search.ch, 16. August 2006</ref>
- Frankreich fordert ein Ende der Luft-, Land- und Seeblockade des Libanon. Außenminister Philippe Douste-Blazy beriet mit der libanesischen Regierung und Vertretern aus der Türkei, Pakistan und Malaysia über die UNO-Friedenstruppe.<ref name="news.search.ch16082006" />
17. August 2006
- Der libanesische General Adnan Daud wurde festgenommen, nachdem libanesische Fernsehsender eine zuerst in israelischen Sendern ausgestrahlte Videoaufnahme gezeigt hatten, auf der zu sehen war, wie er sich freundlich mit israelischen Soldaten unterhielt, die die kampflos übergebene Kaserne der von ihm befehligten Einheit besetzten. Er kommandierte eine 1.000 Mann starke Einheit der libanesischen Militärpolizei in der überwiegend von Christen bewohnten Stadt Mardsch Uyun. Im Libanon, der sich trotz des Waffenstillstands von 1949 offiziell im Krieg mit Israel befindet, sind Kontakte mit Israel strafbar.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fatfat order house arrest for general videotaped having tea with Israeli officers. ( des Vorlage:IconExternal vom 29. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: The Daily Star, 18. August 2006</ref>
- Am 17. August gab das Higher Relief Council der libanesischen Regierung bekannt, dass durch die am 12. Juli begonnenen Feindseligkeiten im Libanon 1.181 Menschen ums Leben gekommen und 4.036 verletzt worden sind. Bei diesen Zahlen wurde jedoch nicht zwischen Zivilisten, Soldaten und Hizbollah-Mitgliedern unterschieden. Ferner seien immer noch 333.170 Menschen auf der Flucht.<ref name="HRC1708"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lebanon under siege. ( vom 5. November 2006 im Internet Archive) Higher Relief Commission (offiz. Regierungsstelle), 17. August 2006</ref>
- Nach Angaben von UNIFIL haben israelische Flugzeuge heute Morgen zweimal den libanesischen Luftraum verletzt sowie zwei libanesische Schafhirten und etwa 100 Schafe die Blaue Linie zu Israel überschritten.<ref>Press Release. (PDF) UNIFIL, 18. August 2006</ref>
18. August 2006
- Sieben Staaten geben der UN eine feste Zusage, Truppen für die erweiterte UNIFIL-Mission zu stellen. 3.500 Mann sind damit zusammengekommen, das größte Kontingent stellt Bangladesch mit 2.000 Soldaten. Frankreich sicherte 200 Mann zu. Stellvertretender UN-Generalsekretär Mark Malloch Brown sagte, das reiche für eine erste Verstärkung. Wichtig sei nun, ob die Einheiten über die nötigen Fähigkeiten und die richtige Ausrüstung verfügen und ob Israel und Libanon sich mit den Staaten einverstanden erklären. Deutschland sicherte u. a. eine „bedeutende maritime Komponente“ zu, mit der man imstande sei, den ganzen Küstenabschnitt zu kontrollieren.<ref>Uno: Wenig Unterstützung für die Libanon-Eingreiftruppe. Spiegel Online, 18. August 2006</ref>
- Hisbollah entschädigt Libanesen für Kriegsverluste. Wer während der Kämpfe im Libanon seine Wohnung verloren hat, soll umgerechnet rund 9.500 Euro Bargeld für eine neue Unterkunft und Möbel erhalten. Nach libanesischen Behördenangaben wurden während der israelischen Offensive rund 15.000 Wohnungen zerstört.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hisbollah entschädigt Libanesen für Kriegsverluste. ( des Vorlage:IconExternal vom 9. Januar 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Associated Press, 18. August 2006</ref>
- In der Nacht überflogen israelische Kampfjets wiederholt viele Teile des Libanon. Libanesischen Polizeiangaben zufolge wurden unbekannte Ziele in der Bekaa-Ebene mit Raketen beschossen. Israelische Sicherheitskräfte bestätigten die Überflüge, dementierten aber die Benutzung von Waffen. Ein Radiosender der Hisbollah spricht von israelischen Scheinangriffen.<ref>Keine Bestätigung für Raketen auf Libanon. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot dpa, 18. August 2006</ref>
19. August 2006
- Beim ersten israelischen Angriff im Libanon seit Beginn der Waffenruhe wurde in der Nacht zum 19. August bei Baalbek im Ostlibanon ein israelischer Offizier getötet und zwei Soldaten verwundet. Zu Opfern auf libanesischer Seite gibt es widersprüchliche Angaben. Israelischen Angaben zufolge handelte es sich dabei nicht um eine offensive Aktion, die einen Bruch der Waffenruhe darstellen würde. Laut israelischer Armee diente der Einsatz dazu Waffenlieferungen aus Syrien und Iran an die Hisbollah zu unterbinden und verlief erfolgreich, laut Hisbollah galt der Angriff hingegen der Entführung ihres wichtigen Funktionärs Mohammed Yazbek und konnte zurückgeschlagen werden. Libanesischen Quellen zufolge verwendeten die israelischen Spezialeinheiten während des Einsatzes Fahrzeuge und Uniformen der libanesischen Armee.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IDF officer killed in commando raid in east Lebanon; operation aimed to prevent arms deliveries to Hebzollah. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 19. August 2006</ref>
- UN-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete die Militäraktion als Verletzung des Waffenstillstands gemäß Weltsicherheitsrat-Resolution 1701 und hat angeordnet, dem Weltsicherheitsrat täglich Berichte über die Einhaltung des Waffenstillstands seitens der Konfliktparteien vorzulegen.<ref>Statement attributable to the Spokesman of the Secretary-General on Israel and Lebanon. UN Secretary-General, 19. August 2006</ref>
20. August 2006
- Nach Angaben von Haaretz hat ein UN-Sprecher angedeutet, dass die UN-Truppen im Südlibanon ermächtigt seien, gegen bewaffnete Hisbollah-Kämpfer, die sich nicht entwaffnen lassen, Gewalt einzusetzen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />UNIFIL troops permitted to open fire on armed Hezbollah militants. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 21. August 2006</ref>
21. August 2006
- Einem Bericht des Guardian zufolge haben von der israelischen Armee abgeworfene Cluster- oder Streubomben nach dem Waffenstillstand im Südlibanon vier Menschenleben gefordert und 21 Menschen verletzt. Minenräumteams haben bisher 89 Stellen entdeckt, an denen sog. Bomblets aus Clusterbomben herumliegen.<ref>Unexploded cluster bombs prompt fear and fury in returning refugees. The Guardian, 21. August 2006</ref>
- In einem offenen Brief, der in allen israelischen Tageszeitungen abgedruckt wurde, hat die Reservisten-Brigade der israelischen Armeeführung unter anderem Unfähigkeit, Mangel an Voraussicht und schlechte Vorbereitung vorgeworfen. Die Soldaten werfen der Führung vor, sie seien nur als Ablenkung von innenpolitischen Problemen in den Krieg geschickt worden.<ref>Kritik an Libanon-Einsatz der israelischen Armee – Das unzufriedene Heer der Reservisten (tagesschau.de-Archiv), tagesschau.de, 21. August 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEXT: Protest petition by IDF reservists back from the war. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 21. August 2006</ref>
- Die von der israelischen Armee bei einem Kommandounternehmen in Baalbek gefangenen fünf Männer wurden der UNIFIL übergeben.<ref>Olmert Tries to Defuse Public Anger. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot San Francisco Chronicle, 21. August 2006</ref>
22. August 2006
- Italien kündigte die Aufstellung von 2.000 bis 3.000 Soldaten für die UNIFIL an, stellte aber die Bedingung, dass Israel den Waffenstillstand einhalten müsse. Man werde, falls gewünscht, die Truppe anführen. Israel und Libanon sind damit einverstanden.<ref>Italy offers to lead UN force in Lebanon. The Guardian, 22. August 2006</ref>
23. August 2006
- Libanesischen Sicherheitskräften zufolge starben im Südlibanon drei libanesische Soldaten beim Versuch, nicht explodierte israelische Geschosse zu räumen. Außerdem wurde ein 20-jähriger israelischer Soldat getötet und drei weitere verwundet, als ihr Panzer im Südlibanon nahe der Grenze auf eine mindestens sechs Jahre alte israelische Mine fuhr.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IDF soldier killed, three others hurt, in South Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 23. August 2006</ref><ref name="UNRWA2308"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Situation Report. ( des Vorlage:IconExternal vom 27. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) UNRWA, 23. August 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Annan plans Mideast trip to push Lebanon cease-fire. ( des Vorlage:IconExternal vom 26. Februar 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. CNN, 24. August 2006</ref>
- Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat in einem Fernsehinterview vor einem Einsatz internationaler UN-Truppen im Libanon entlang der Grenze zu Syrien gewarnt. Dies würde als feindliche Aktion gegen Syrien gewertet und sei gleichbedeutend damit, dem Libanon die Souveränität zu entziehen.<ref name="UNRWA2308" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Syria opposes U.N. force on border. ( des Vorlage:IconExternal vom 26. August 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. CNN, 24. August 2006</ref>
- Nachdem die Türkei zuvor eine Beteiligung an der internationalen UN-Truppe in Aussicht gestellt hatte, erklärte Namık Tan, Sprecher des türkischen Außenministeriums, heute auf einer Pressekonferenz: „Die Türkei stimmt einem Auftrag wie der Entwaffnung der Hisbollah nicht zu. Wird ein solcher Auftrag erteilt, kann nicht die Rede davon sein, dass die Türkei einen Beitrag im Rahmen einer UN-Mission leistet.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bush’un isteği Türkiye’ye ters. ( des Vorlage:IconExternal vom 30. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Radikal, 24. August 2006 (türkisch)</ref>
24. August 2006
- Frankreichs Präsident Jacques Chirac kündigt an, dass Frankreich sein Kontingent im Libanon auf 2.000 Soldaten erhöhen will.<ref>France to Send 2,000 Troops to Lebanon. CBS, 24. August 2006</ref>
27. August 2006
- „Hätten wir gewusst, dass die Entführung der Soldaten […] [zu dem Krieg] geführt hat, würden wir es definitiv nicht getan haben,“ sagte der Führer der Hisbollah Hassan Nasrallah in einem Interview im libanesischen Fernsehen.<ref>Nasrallah sorry for scale of war. BBC, 27. August 2006</ref>
30. August 2006
- Die libanesische Regierung hat erklärt, dass sie jeder Familie, deren Haus im Krieg zerstört wurde, etwa $40.000 (60 Mio. lib. Pfund) Entschädigung zahlen will. Von dem Angebot ausgeschlossen ist der Süden von Beirut, wo die Hisbollah bereits begonnen hat, Familien, die ihr Haus verloren haben, als Mietkostenzuschuss $12.000 in bar auszuhändigen. Präsident Siniora sucht noch Sponsoren für den Wiederaufbau ganzer Dörfer.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lebanese Government to Pay $40,000 to Each Family to Rebuild Their Homes. ( des Vorlage:IconExternal vom 27. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Reuters, 30. August 2006</ref>
31. August 2006
- Auf einer Solidaritätskundgebung in Tel Aviv forderten am Abend 60.000 Israelis unterschiedlichster Ausrichtung die Regierung auf, sich für die Freilassung der drei immer noch entführten Soldaten einzusetzen.<ref>Demonstration in Tel Aviv – Zehntausende fordern Freilassung entführter Soldaten. (tagesschau.de-Archiv) tagesschau.de, 1. September 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />In show of unity, 60,000 rally for release of soldiers. ( des Vorlage:IconExternal vom 4. September 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 1. September 2006</ref>
September
1. September 2006
- Das französische Kontingent für die UNFIL-Truppe ist für UN-Friedenstruppen ungewöhnlich stark bewaffnet. Frankreich schickt 13 Leclerc-Panzer, die mit 120-mm-Kanonen ausgestattet sind, sowie das auf Lastwagen montierte Hochleistungsradar Cobra.<ref>Libanon-Einsatz: Paris fährt schweres Geschütz auf. Spiegel Online, 1. September 2006</ref>
- Deutschland schickt Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel zufolge die Fregatten Mecklenburg-Vorpommern und Karlsruhe, sowie das Versorgungsschiff Frankfurt am Main. Hinzu kommen Schnellboote, Minenjagdboote, Truppenversorger und ein mit Abhöreinrichtungen ausgestattetes Schiff. Ergänzt werden die Einheiten der Bundesmarine durch Tornado-Aufklärungsflugzeuge sowie Transall-Transportmaschinen der Luftwaffe.<ref>Unifil-Truppe: Bis zu 1900 Soldaten für Libanon-Einsatz. Spiegel Online, 1. September 2006</ref>
4. September 2006
- Israel warf der Regierung des Libanon vor, dass diese Angebote zu Friedensgesprächen zwischen beiden Staaten ablehnen würde.<ref>Israel: Libanon ignoriert Angebote zu Friedensgesprächen. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 4. September 2006</ref>
7. September 2006
- Israel hat vor Konsequenzen gewarnt, sollte der Libanon sich nicht für die Freilassung zwei durch die Hisbollah entführter Soldaten einsetzen.<ref>Israel: Libanon muss sich für Soldaten-Freilassung einsetzen. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Reuters, 7. September 2006</ref>
8. September 2006
- Nachdem die Luftblockade schon am Vortag aufgehoben wurde, beendet Israel nun auch die Seeblockade des Libanon und übergibt die Überwachung der libanesischen Küstengewässer an italienische UN-Einheiten.<ref>Israel beendet Seeblockade. n-tv, 8. September 2006</ref>
- Ein hochrangiger Hisbollah-Vertreter, Mahmoud Kamati, hat in einem Interview mit der in Nazareth erscheinenden Zeitung A-Sinara betont, dass die beiden von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten nur dann freikommen werden, wenn Israel seinerseits den verurteilten Mörder Samir Kuntar freilässt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />German FM: It is premature for talks on release of 2 IDF soldiers. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 8. September 2006</ref>
9. September 2006
- Die israelische Armee hat ihre Seeblockade beendet und Marineeinheiten Italiens, Frankreichs und Griechenlands haben um 12:30 Uhr Ortszeit die Kontrolle libanesischer Gewässer übernommen, um Schiffe mit für die Hisbollah bestimmten Waffen abzufangen. Die italienischen und französischen Schiffe sollen vor Ort bleiben, bis die von der deutschen Bundesregierung zugesagten Einheiten eintreffen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Maritime blockade ends as UN naval forces start coastal patrols. ( des Vorlage:IconExternal vom 10. Februar 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. The Daily Star, 9. September 2006</ref>
- Der israelische Ministerpräsident Olmert hat erstmals Bedingungen für einen Abzug israelischer Truppen aus dem umstrittenen Gebiet um die Schebaa-Farmen genannt. Nach einer Mitteilung seines Büros sagt er dem russischen Außenminister Sergei Lawrow, dass Israel „zustimmen würde, über das Problem zu diskutieren“, falls die Vereinten Nationen entscheiden würden, dass das Gebiet libanesisch sei und wenn Libanon allen seinen Verpflichtungen aus den UN-Resolutionen 1559 und 1701 nachkommt. Olmert sei bereit, mit seinem libanesischen Amtskollegen Fouad Siniora zusammenzutreffen.<ref name="DS0909"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Olmert lays out his terms for talks on Shebaa Farms. ( des Vorlage:IconExternal vom 29. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. The Daily Star, 9. September 2006</ref>
- Die libanesische Armee hat mitgeteilt, dass sie inzwischen 15.000 Mann im südlichen Libanon stationiert habe und diese Bedingung der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates erfüllt habe. Laut AFP seien nunmehr nur noch im Gebiet von Alma asch-Schab, bei Marun ar-Ras und um Aitarun israelische Truppen auf libanesischen Gebiet. Zuvor haben libanesische Truppen im Küstengebiet nahe der israelischen Grenze Stellung bezogen, nachdem die israelischen Streitkräfte von dort abgezogen waren. Nach Angaben des italienischen Außenminister Massimo D’Alema sei der Abzug der israelischen Truppen innerhalb von zehn Tagen zu bewältigen, aber der israelische Verteidigungsminister Amir Peretz geht davon aus, dass die Stationierung eines ausreichenden Kontingents von UNIFIL-Truppen den Abzug erst in zwei Wochen ermöglicht.<ref name="DS0909" />
13. September 2006
- Amnesty International hat in einem Bericht nun auch der Hisbollah vorgeworfen, im Libanonkrieg „vorsätzlich zivile Ziele angegriffen zu haben“.<ref>Israel/Lebanon: Hizbullah committed War Crimes in attacks on Israel – new report. Amnesty International, 14. September 2006</ref> Amnesty habe deshalb die UN aufgefordert, Völkerrechtsverletzungen von beiden Seiten untersuchen zu lassen.<ref>Israel und die Hisbollah – Deutscher soll vermitteln. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot n-tv, 13. September 2006</ref>
- Einer Meldung von Radio Vatikan zufolge hat der Heilige Stuhl ein Moratorium zum Einsatz von Clusterbomben gefordert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ban these Bombs. ( vom 10. Oktober 2007 im Internet Archive) Radio Vatikan, 13. September 2006</ref>
22. September 2006
- Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Beginn der Offensive der Hisbollah gegen Israel hat deren Führer Hassan Nasrallah den Rücktritt der derzeitigen libanesischen Regierung verlangt und Bundeskanzlerin Merkel vorgeworfen, die deutsche Marine wolle lediglich Israel schützen. Außerdem hat er die Entwaffnung der Hisbollah abgelehnt und behauptet, seine Organisation verfüge inzwischen über mehr als 20.000 Raketen.<ref>Libanon: Hisbollah-Chef greift Merkel an. Spiegel Online, 23. September 2006</ref> Damit „spucke Nasrallah der internationalen Gemeinschaft ins Gesicht“ kommentierte der Sprecher des israelischen Außenministeriums die Rede.<ref>Israel: Nasrallah speech „spit in face“ for international community. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Haaretz, 23. September 2006</ref>
24. September 2006
- Der christliche libanesische Politiker Samir Geagea, früher Führer der Forces Libanaises, wandte sich auf einer Gegendemonstration zu der von der Hisbollah veranstalteten Kundgebung gegen die Ansicht Hassan Nasrallahs, das Ergebnis des Krieges sei „ein Sieg“ über Israel. Er fühle wie viele Libanesen, dass die Zukunft des Landes unsicher sei und dass die Hisbollah die Kämpfe durch die Gefangennahme der beiden israelischen Soldaten am 12. Juli provoziert habe. Er wies auch die Forderung Nasrallahs nach einem Rücktritt des Kabinetts Siniora zurück und sieht in den Waffen der Hisbollah ein Hindernis für „einen starken und fähigen Staat“, nach dem Nasrallah in seiner Rede gerufen hatte.<ref>Lebanese Christians protest Hezbollah. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Associated Press, 24. September 2006</ref>
Oktober
1. Oktober 2006
- Um 2.30 Ortszeit haben fast alle israelischen Soldaten den Libanon verlassen.<ref>Israels Armee hat den Libanon verlassen. Welt online, 1. Oktober 2006</ref> Nur im Grenzort Ghadschar sind noch israelische Soldaten verblieben.<ref>Libanesische Armee will israelische „Aggressionen“ erwidern. Der Tagesspiegel, 2. Oktober 2006</ref> Der Ort liegt in westlicher Richtung unweit der umstrittenen Schebaa-Farmen. Nach dem Beginn des Waffenstillstands am 14. August 2006 hatten israelische Einheiten begonnen, einen Zaun zwischen dem in Libanon liegenden nördlichen Teil der Stadt und der Umgebung zu errichten.<ref>A New fence Is Added to a Border Town Already Split. The New York Times, 11. Oktober 2006</ref>
7. Oktober 2006
- Einem vertraulichen Bericht des Bundesnachrichtendienstes zufolge soll die Hisbollah auf dem Landweg über Syrien neue iranische Mittelstrecken mit fast 1.000 Kilometer Reichweite erhalten haben, wie das Magazin Focus berichtet.<ref>1.000 Kilometer Reichweite – Hisbollah rüstet auf. n-tv, 7. Oktober 2006</ref>
9. Oktober 2006
- Der libanesische Ministerpräsident Siniora erklärte, dass seine Regierung das Waffenstillstandsabkommen mit Israel von 1949 wieder in Kraft setzen würde, falls die umstrittenen Schebaa-Farmen von Israel freigegeben würden. In einem Interview mit dem Wall Street Journal sagte er: „Es gibt kein Erfordernis, das Waffenstillstandsabkommen zu erneuern oder es [neu] zu verhandeln.“ Siniora sagte auch, dass die libanesische Armee nicht den Auftrag habe, die Hisbollah zu entwaffnen, wohl aber „klare Anweisungen, alle Waffen, die sie im Süden findet, zu konfiszieren“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PM signals determination to liberate Shebaa Farms. ( des Vorlage:IconExternal vom 29. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. The Daily Star, 9. Oktober 2006</ref>
10. Oktober 2006
- Durch die israelische Armee wurden bei einem Zusammentreffen von Generälen von UNIFIL, der libanesischen und der israelischen Armee Karten übergeben, die Auskunft über die Platzierung von durch Israel verlegten Landminen geben.<ref>Pressemitteilung (PDF) UNIFIL, 9. Oktober 2006 (englisch)</ref> Nach israelischen Angaben seien die Karten vollständig. Damit hat Israel eine Bedingung der Resolution 1701 erfüllt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />UN says Israel provides maps of minefields in southern Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 10. Oktober 2006</ref>
15. Oktober 2006
- An Bord des italienischen Flugzeugträgers Giuseppe Garibaldi hat die Bundeswehr das Kommando der Maritime Task-Force übernommen. Admiral Andreas Krause ist Kommandeur des Marineverbandes, der aus Schiffen aus Deutschland, Schweden, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden gebildet wird und den Waffenschmuggel in den Libanon über den Seeweg verhindern soll.<ref>Bundeswehr übernimmt Kommando vor Libanons Küste. Welt online, 15. Oktober 2006</ref>
19. Oktober 2006
- Heute gab Human Rights Watch bekannt, dass auch die Hisbollah Angriffe auf zivile Ziele mit Streubomben durchführte. HRW dokumentierte zwei Streubomben-Angriffe mit der chinesischen Typ 81-Rakete am 25. Juli auf das galiläische Dorf Mghar dokumentieren. Der Gebrauch der 122 mm-Rakete durch die Hisbollah sei der weltweit erste gesicherte Einsatz dieser Streubombenwaffe. Die späte Bekanntgabe begründete HRW mit israelischen Sicherheitsbedenken. Der HRW-Bericht zitiert zudem Angaben der israelischen Polizei, dass während des Konflikts insgesamt 113 Raketen mit Streumunition auf Israel abgefeuert wurden, wodurch eine Person getötet und zwölf weitere verletzt wurden.<ref name="HRW19102006" />
- Der UNIFIL-Kommandeur Alain Pellegrini hat nach eigenen Angaben die Vereinten Nationen um Artillerie zur Vorbeugung gegen israelische Luftangriffe auf seine Soldaten gebeten. Pelligrini erklärte, er werde UNIFIL notfalls mit Abwehrartillerie verteidigen, sollte Israel die Blauhelmsoldaten noch einmal angreifen.<ref>Kommandant bittet um Artillerie für UN-Libanon-Truppe – Zur Vorbeugung. Der Standard, 19. Oktober 2006 (kostenpflichtig)</ref>
22. Oktober 2006
- Der israelische Minister für die Beziehungen zur Knesset, Yaakov Edri, hat auf eine Anfrage in der Knesset hin zugegeben, dass die Israel Defense Forces im Libanonkrieg Phosphorgranaten gegen "militärische Ziele in freiem Gelände" eingesetzt haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel admits using phosphorus bombs during war in Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Oktober 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 22. Oktober 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Israel setzte Phosphorbomben ein ( vom 22. Juli 2010 auf WebCite) tagesschau.de, 23. Oktober 2006</ref> Im Krieg hatte es bereits zahlreiche Indizien für deren Einsatz gegeben.
31. Oktober 2006
- Erst am 9. November wurde bekannt, dass am 31. Oktober ein Beschuss von israelischen F-15 Kampfflugzeugen, die sich Stellungen der französischen UNIFIL-Truppen bedrohlich genähert hatten und mit geöffneten Bombenklappen eine typische Abwurfposition eingenommen haben, mit Luftabwehrraketen nur durch die Besonnenheit der französischen Soldaten vermieden wurde. Dies erklärte die französische Außenministerin Michèle Alliot-Marie in der Nationalversammlung. Man habe nur Sekunden vor dem Abwehrfeuer gestanden.<ref>In Südlibanon – Israel-Jets fast beschossen. n-tv, 9. November 2006</ref><ref>IDF checking French claim its UN troops almost fired at IAF jets. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Haaretz, 9. November 2006</ref><ref>Eskalation im Libanon: Frankreich ruft Israel nach Beinahe-Gefecht zur Ordnung. Spiegel Online, 9. November 2006</ref>
November
19. November 2006
- Einem israelischen Fernsehbericht zufolge werden der israelische Generalstabschef Chalutz und der oberste Militärstaatsanwalt Avichai Mendelblit Untersuchungen zum Einsatz von Streubomben seitens der israelischen Streitkräfte im Libanonkrieg einleiten, nachdem sich herausgestellt hat, dass diese Bomben in einigen Fällen entgegen den Anweisungen von Chalutz eingesetzt worden sind. Demzufolge hatte Chalutz den Einsatz von Streubomben in besiedelten Gebieten verboten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IDF admits targeting civilian areas in Lebanon with cluster bombs. ( des Vorlage:IconExternal vom 22. November 2006 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 19. November 2006</ref><ref>Naher Osten: Israel untersucht Streubomben-Verstöße im Libanon. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. November 2006</ref> In den Vereinbarungen zur Lieferung der Streubomben soll Israel den USA zugesagt haben, diese Waffen nicht in bewohnten Gebieten einzusetzen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Analysis: What an IDF Chief of Staff should have known. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 20. November 2006</ref>
23. November 2006
- Ein hochrangiger französischer Offizier soll der Jerusalem Post erklärt haben, dass die französischen Soldaten der UN-Friedenstruppe im Libanon von ihrer Regierung die Erlaubnis erhalten hätten, auf israelische Kampfflugzeuge, von denen sie sich bedroht fühlten, zu schießen. Demselben Bericht zufolge habe sich der israelische Generalmajor Ido Nehuschtan gegenüber französischen Militärs für den Zwischenfall am 31. Oktober entschuldigt.<ref>France okays firing at IAF over Lebanon. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot The Jerusalem Post, 23. November 2006</ref>
24. November 2006
- Beim Versuch, einen Schafhirten aus einem bislang unbekannten Minenfeld im libanesischen Dorf Deir Mimas 3 km nordwestlich der israelischen Grenze zu retten, haben zwei europäische Minenräumexperten einen Fuß verloren, als es zur Explosion einer nach Angaben des UN Mine Action Coordination Center in south Lebanon israelischen Landmine kam. Darüber hinaus wurde ein libanesischer Sanitäter verwundet.<ref name="Landminen2511"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IDF officials: Mines in Lebanon could have been laid by Syria, Hezbollah. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 26. November 2006</ref>
25. November 2006
- Nach Untersuchung der Minenexplosion mit drei Verletzten bei Deir Mimas hat das UN Mine Action Coordination Center in south Lebanon (MACCSL) Israel vorgeworfen, während des Libanonkriegs im Südlibanon neue Landminen verlegt zu haben. Einer von Ha'aretz berichteten Erklärung des MACCSL zufolge, wurde die folgenschwere Explosion am Vortag durch eine Antipersonen-Landmine in einem während der Kämpfe im Sommer 2006 neu angelegten Minenfeld verursacht.<ref name="Landminen2511" />
Dezember
5. Dezember 2006
- Der israelische Brigadegeneral Gal Hirsch ist von seinem Posten als Kommandeur der Galiläa-Division abgelöst worden, nachdem eine von der Armee beauftragte Untersuchungskommission ihn als mitverantwortlich für die Entführung der beiden israelischen Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regew befunden hatte, die als Auslöser des jüngsten Libanonkriegs gilt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eisenkut: Gal Hirsch helped change face of Lebanese border. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 5. Dezember 2006</ref>
- Bei der Explosion von Streubombenmunition im Südlibanon ist ein 40-Jähriger getötet und seine 21-jähriger Neffe verwundet worden. Beide arbeiteten auf einer Baustelle im Dorf Kfar Tibnit bei Nabatiyeh. Der israelischen Zeitung Ha'aretz zufolge haben seit Beginn des Waffenstillstands am 14. August mindestens 25 Menschen durch Explosion von Streumunition ihr Leben verloren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Cluster bomb blast kills man, wounds another in S. Lebanon. ( des Vorlage:IconExternal vom 30. September 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 5. Dezember 2006</ref>
Januar
17. Januar 2007
- Nach monatelanger Kritik an der Kriegsführung Israels im Libanonkrieg 2006 ist der Generalstabschef Dan Chalutz von seinem Posten, den er seit 1. Juni 2005 innehatte, zurückgetreten. Vor der sog. Winograd-Untersuchungskommission, deren Ergebnisse bisher lediglich vorläufig veröffentlicht wurden, hatten ranghohe Offiziere Chaluz für die fehlerhafte Kriegsführung verantwortlich gemacht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dan Chalutz’ letter of resignation as IDF chief of staff. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 17. Januar 2007</ref><ref>Nach Rücktritt von Haluz – Perez und Olmert unter Druck. n-tv, 17. Januar 2006</ref>
Februar
7. Februar 2007
- Als eine Planierraupe der israelischen Armee bei Jarun in dem Bereich zwischen der Blauen Linie und dem südlich davon liegenden Grenzzaun operierte, um mehrere zuvor entdeckte Sprengsätze zu entschärfen, eröffneten Soldaten der Libanesischen Armee (LAF) das Feuer (Warnschüsse) auf eine Einheit der israelischen Armee. Der Vorfall wird von den Vereinten Nationen als Verstoß gegen die Resolution 1701 verstanden.<ref name="UN21504">Ban Ki-moon calls for restraint from Israel and Lebanon after exchange of fire. Vereinte Nationen, 8. Februar 2007</ref><ref name="HA0902b"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Border with Lebanon quiet after shootout. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 9. Februar 2007</ref> Die israelischen Soldaten erwiderten mit Gewehrfeuer und Mörsern. Libanon hatte Israel zunächst beschuldigt, die Grenze verletzt zu haben.<ref>Lebanon slams „border violation“. BBC, 8. Februar 2007</ref> Haaretz zufolge berichteten UN-Friedenssoldaten der israelischen Armeeführung, dass fünf Libanesen verletzt seien, was die libanesische Armee jedoch bestreitet.<ref name="HA0902b" /> In einem Briefing des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen am 13. Februar 2007 machte Alvaro de Soto, der Sonderkoordinator für den Nahostfriedensprozess, sowohl die libanesische Armee als auch die Israels für den Zwischenfall verantwortlich. Zunächst hatten nach den Feststellungen von UNIFIL libanesische Soldaten das Feuer auf die Israelis eröffnet, ohne dass diese die Blaue Linie überschritten hätten. Im weiteren Verlauf hat dann eine israelische Planierraupe beim Versuch, im fraglichen Gebiet befindliche Minen zu räumen, die Blaue Linie überfahren. Insofern haben nach Ansicht der Vereinten Nationen sowohl Israel als auch Libanon den Waffenstillstand verletzt.<ref>Middle East Peace Process Could Be Re-energized By Several Positive Factors, Including Palestinian Unity Government, Top Envoy Tells Security Council. United Nations, 13. Februar 2007</ref>
April
30. April 2007
- Die deutsche Fregatte Niedersachsen wurde in Gefechtsbereitschaft versetzt, als sich ein Boot mit einer Geschwindigkeit von 30 Knoten genähert und zunächst nicht zu erkennen gegeben hat. Erst dann erwies es sich als ein israelisches Schnellboot.<ref name="SPon1105">Libanon-Einsatz: Israelische Kampfjets nahmen Kurs auf Bundeswehr-Schiff. Spiegel Online, 11. Mai 2007</ref><ref name="RP1105">Deutsche Schiffe vor Libanon: Wieder Zwischenfälle mit israelischen Streitkräften. Rheinische Post, 11. Mai 2007</ref><ref name="ntv1205">„Zwischenfälle“ – Israels Armee reagiert. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot n-tv, 12. Mai 2007</ref>
Mai
9. Mai 2007
- Erneuter Zwischenfall: Mehrere israelische Kampfflugzeuge nahmen Kurs auf die deutsche Fregatte "Niedersachsen", die im Rahmen der UNIFIL-Überwachungsmission vor der libanesischen Küste kreuzte.<ref name="SPon1105" /><ref name="RP1105" /><ref name="ntv1205" />
Juni
24. Juni 2007
- Bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf eine UNIFIL-Patrouille sind bei der südlibanesischen Stadt Khiyam drei kolumbianische und drei spanische Soldaten getötet und zwei weitere Spanier verletzt worden. Die Hisbollah verurteilte den Angriff, zu dem sich bislang niemand bekannt hat. Unter Verdacht steht die palästinensische Terrorgruppe Fatah al-Islam.<ref>Anschlag im Libanon: Madrid verdächtigt Fatah al Islam. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Juni 2007</ref><ref>Südlibanon: Anschlag auf Uno-Soldaten – sechs Tote. Spiegel Online, 24. Juni 2007</ref><ref>Lebanon blast kills UN soldiers. BBC, 24. Juni 2007</ref>
August
29. August 2007
- Ein 41-jähriger israelischer Araber, der bei einem Hisbollah-Angriff mit Katjuscha-Raketen auf Haifa im Sommer 2006 schwere Verbrennungen erlitten und seitdem auf der Intensivstation im Krankenhaus gelegen hatte, ist heute seinen Verletzungen erlegen. Haaretz zufolge steigt damit die Zahl der israelischen Opfer auf 153.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Haifa man dies of critical wounds sustained during Lebanon war. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Haaretz, 30. August 2007</ref>
Juli
16. Juli 2008
- Im Norden Israels übergibt die Hisbollah die Leichname der beiden am 12. Juli gefangen genommen israelischen Soldaten der israelischen Armee. Es wurde nicht bekannt gegeben, wann und wie die beiden Soldaten zu Tode kamen.
- Im Gegenzug übergaben die Israelis die Leichen von knapp 200 Hisbollah-Kämpfern und 5 seit 1979 in israelischer Haft einsitzenden Libanesen. In Beirut wurde dies als großer Sieg gefeiert.
Weblinks
- Nahost-Konflikt: Chronik des Libanonkrieges, interaktive Grafik auf der Website des Stern (12. Juli – 11. August 2006)
- Day-by-day. BBC News. Lebanon crisis - week one, two, three, four, five
- Israel at war Ynetnews
- Video covering background details
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-08
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Wikipedia:Weblink offline IABot
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2018-08
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2019-09
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2019-04
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2026-03
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2026-03
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-12
- Israelische Militäroperation
- Konflikt 2006
- Libanonkrieg 2006