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Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 1987 – Wikipedia Zum Inhalt springen

Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 1987

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
1. Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften
Hoosier Dome (2005)
Hoosier Dome (2005)
Hoosier Dome (2005)
Stadt Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Indianapolis, Vereinigte Staaten
Stadion Hoosier Dome
Teilnehmende Länder 85
Teilnehmende Athleten 419
Wettbewerbe 24
Eröffnung 6. März 1987
Schlusstag 8. März 1987
Chronik
Paris 1985 Budapest 1989

Die 1. Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften wurden vom 6. bis 8. März 1987 im Hoosier Dome in Indianapolis (Bundesstaat Indiana) ausgetragen.

17 Jahre nach den ersten offiziellen Halleneuropameisterschaften in Wien und zwei Jahre nach den Hallenweltspielen 1985 in Paris übernahm damit der Weltleichtathletikverband IAAF offiziell die Federführung für die Hallenweltmeisterschaften.

Es nahmen insgesamt 419 Athleten aus 85 Ländern teil, davon erreichten Athleten aus 39 Ländern ein Finale und Athleten aus 23 Ländern gewannen Medaillen.

Es wurden insgesamt fünf Hallenweltrekorde oder Hallenweltbestleistungen erzielt:

Männer

60 m

Finale am 7. März

Ben Johnson kam in 6,41 s als Erster ins Ziel. Er war als Weltrekordler mit 6,44 s angereist und lief im Halbfinale 6,49 s. Als Johnson nach dem Dopingskandal bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gesperrt wurde, strich die IAAF auch alle seine Leistungen und Medaillen aus dem Jahr 1987. Lee McRae wurde im Nachhinein zum Weltmeister und zum Weltrekordhalter erklärt.

200 m

Finale am 8. März

Der Weltrekordhalter Bruno Marie-Rose konnte Kirk Baptiste nicht bezwingen.

Der Lauf ging ein wenig unter, da unmittelbar vor dem Start Stefka Kostadinowa ein Weltrekord im Hochsprung gelungen war.

400 m

Finale am 7. März

800 m

Finale am 8. März

Redwine und Kwizera machten das Tempo, aber Barbosa übernahm eingangs der letzten Runde die Spitze und lief zu seinem größten Erfolg.

1500 m

Finale am 7. März

Im zweiten Vorlauf stürzte der Ire Eamonn Coghlan, stand wieder auf und lief erneut zur Spitze auf, wurde aber dann auf der Zielgeraden von Campbell und Baumann überspurtet. Auch ein Protest der irischen Mannschaftsführung brachte ihn nicht ins Finale.

Im Finale führte Spivey bis zur 800-Meter-Zwischenzeit, dann übernahm Abascal die Spitze, der aber seinerseits auf der Zielgeraden den eigentlich nur zweitbesten Iren nicht halten konnte.

3000 m

Finale am 8. März

Donovan und O’Mara hatten bereits die Vorläufe gewonnen. Die beiden Iren verschleppten im Vertrauen auf ihre Spurtkraft im Finale das Tempo, konnten aber Rowland und Padilla folgen, als die beiden einen langen Spurt ansetzten. Donovan machte auf den letzten 100 Metern noch drei Plätze gut und sorgte für einen irischen Doppelsieg.

60 m Hürden

Finale am 8. März

Mark McKoy war anfangs in Führung, aber Foster holte auf. Foster lief links von McKoy, und da Foster mit dem linken Bein, McKoy aber mit dem rechten Bein die Hürde zuerst überquerte, war die Gefahr einer Kollision recht groß. An der vierten Hürde stießen die beiden Favoriten zusammen und fielen zu Boden. Campbell konnte nun souverän gewinnen.

5000 m Gehen

Finale am 7. März

Schtschennikow machte das Tempo, Pribilinec zog erst nach 4000 Metern das Tempo an und schloss zum Führenden auf. Auf der Schlussrunde wechselte die Führung mehrfach, am Schluss siegte der 19-jährige Russe mit Weltrekord und einem Vorsprung von einer Hundertstelsekunde.

Hochsprung

Finale am 7. März

Da die beiden Führenden bis 2,38 m keine Fehlversuch hatten, bei 2,40 m aber beide scheiterten, wurde über Gold und Silber im Stechen entschieden. Paklin gewann das Stechen mit 2,36 m.

Ohne gültige Höhe schieden mit Patrik Sjöberg und Carlo Thränhardt zwei Springer im Finale aus, die im Vorfeld der Weltmeisterschaften Weltrekorde in der Halle gesprungen waren.

Stabhochsprung

Finale am 8. März

Bubka sprang im ersten Versuch über 5,65 m. Er riss 5,85 m im ersten, meisterte die Höhe aber im zweiten Versuch. Dann wartete er, bis seine Konkurrenten ihre letzten Versuche gerissen hatten.

Weitsprung

Finale am 6. März

Dreisprung

Finale am 8. März

Conley war eine Woche zuvor mit 17,76 m Hallenweltrekord gesprungen. In Indianapolis führte Prozenko bis zum letzten Versuch von Conley.

Kugelstoßen

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Ulf Timmermann Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg GDR 22,24
2 Werner Günthör SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg SUI 21,61
3 Sergei Smirnow SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg URS 20,67
4 Gregg Tafralis Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg USA 20,26
5 Lars Arvid Nilsen NorwegenDatei:Flag of Norway.svg NOR 20,09
6 Ron Backes Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg USA 20,02
7 Udo Gelhausen Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg FRG 19,80
8 Karsten Stolz Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg FRG 19,60

Finale am 7. März

Timmermann kam bis auf zwei Zentimeter an den Hallenweltrekord von Günthör heran.

Frauen

60 m

Finale am 6. März

Nelli Cooman gewann hauchdünn vor der zeitgleichen Issajenko, die zwei Jahre später rückwirkend wegen Dopings disqualifiziert wurde.

200 m

Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Heike Drechsler Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg GDR 22,27 WR
2 Merlene Ottey JamaikaDatei:Flag of Jamaica.svg JAM 22,66
3 Grace Jackson JamaikaDatei:Flag of Jamaica.svg JAM 23,21
4 Alice Jackson Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg USA 23,55
5 Mary Onyali NigeriaDatei:Flag of Nigeria.svg NGR 23,56
6 Angela Phipps KanadaDatei:Flag of Canada (Pantone).svg CAN 23,77

Finale am 7. März

400 m

Finale am 8. März

Petra Müller schied überraschenderweise im Halbfinale aus. Ihre Teamkollegin Sabine Busch lief einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg heraus, wurde jedoch zunächst wegen einer Überschreitung ihrer Bahn disqualifiziert und erst nach einem Protest wieder zur Gewinnerin erklärt. Leatherwood lag 100 Meter vor dem Ziel noch auf dem letzten Platz und überholte im Endspurt vier Läuferinnen. Damit gewann sie die einzige Frauenmedaille für das Gastgeberland.

800 m

Platz Athletin Land Zeit (min)
1 Christine Wachtel Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg GDR 2:01,32
2 Gabriela Sedláková TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg TCH 2:01,85
3 Ljubow Kirjuchina SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg URS 2:01,98
4 Slobodanka Čolović Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikDatei:Flag of Yugoslavia (1946–1992).svg YUG 2:02,33
5 Janet Bell Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg GBR 2:02,96
6 Joetta Clark Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg USA 2:03,92
7 Maria Pintea Rumänien 1965Datei:Flag of Romania (1965–1989).svg ROU 2:04,33
8 Diana Richburg Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg USA 2:05,86

Finale am 7. März

1500 m

Finale am 8. März

3000 m

Finale am 7. März

Halleneuropameisterin Murray versuchte sich bei hohem Tempo vom restlichen Feld zu lösen, wurde aber vor Beginn der letzten Runde von den drei Osteuropäerinnen eingeholt, die die Medaillen unter sich ausmachten.

60 m Hürden

Finale am 7. März

3000 m Gehen

Finale am 6. März

Die Australierin Kerry Saxby machte das Tempo und setzte sich zusammen mit Krischtop vom Feld ab, wurde aber in der letzten Runde disqualifiziert. Krischtop verbesserte den Weltrekord um 26,08 Sekunden.

Hochsprung

Platz Athletin Land Höhe (m)
1 Stefka Kostadinowa Bulgarien 1971Datei:Flag of Bulgaria (1971-1990).svg BUL 2,05 WR
2 Susanne Beyer Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg GDR 2,02
3 Emilija Dragiewa Bulgarien 1971Datei:Flag of Bulgaria (1971-1990).svg BUL 2,00
4 Tamara Bykowa SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg URS 1,94
5 Diana Davies Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg GBR 1,91
6 Heike Redetzky Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg FRG 1,91
7 Katrena Johnson Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg USA 1,91
8 Olga Turtschak SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg URS 1,91

Finale am 8. März

Es war der erste Wettkampf überhaupt, in dem drei Frauen eine Höhe von zwei Metern bewältigten.

Weitsprung

Finale am 7. März

Heike Drechsler hatte eine Woche vor den Weltmeisterschaften den Hallenweltrekord auf 7,32 m verbessert und blieb mit drei Sprüngen vor ihrer Teamkollegin Radtke.

Kugelstoßen

Platz Athletin Land Weite (m)
1 Natalja Lissowskaja SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg URS 20,52
2 Ilona Briesenick Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg GDR 20,28
3 Claudia Losch Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg FRG 20,14
4 Heidi Krieger Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg GDR 20,00
5 Natalja Achrimenko SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg URS 19,32
6 Ramona Pagel Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg USA 19,25
7 Mihaela Loghin Rumänien 1965Datei:Flag of Romania (1965–1989).svg ROU 18,44
8 Iris Plotzitzka Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg FRG 17,97

Finale am 6. März

Medaillenspiegel

Medaillenspiegel
Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
01 SowjetunionDatei:Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion 6 5 4 15
02 Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten 6 3 2 11
03 Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Deutsche Demokratische Republik 6 3 09
04 IrlandDatei:Flag of Ireland.svg Irland 2 1 03
05 Bulgarien 1971Datei:Flag of Bulgaria (1971-1990).svg Bulgarien 1 2 2 05
06 Brasilien 1968Datei:Flag of Brazil (1968-1992).svg Brasilien 1 1 02
NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 1 1 02
Rumänien 1965Datei:Flag of Romania (1965–1989).svg Rumänien 1 1 02
09 FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich 2 1 03
TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei 2 1 03
11 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien 1 2 03
12 JamaikaDatei:Flag of Jamaica.svg Jamaika 1 1 02
13 KubaDatei:Flag of Cuba.svg Kuba 1 01
NigeriaDatei:Flag of Nigeria.svg Nigeria 1 01
SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz 1 01
SpanienDatei:Flag of Spain.svg Spanien 1 01
17 KanadaDatei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada 2 02
18 BahamasDatei:Flag of the Bahamas.svg Bahamas 1 01
Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland 1 01
Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich 1 01
MarokkoDatei:Flag of Morocco.svg Marokko 1 01
MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko 1 01
UngarnDatei:Flag of Hungary.svg Ungarn 1 01

Literatur

  • Mark Butler (Hrsg.): IAAF World Indoor Championships Birmingham 2018. Statistics Handbook. (online)

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